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Pädagogen-Burnout: So entkommen Lehrer der Stressfalle
Corbis

Erschöpft, deprimiert, krankgeschrieben: Kaum eine Berufsgruppe leidet so häufig unter Burnout-Symptomen wie Lehrer - obwohl sie ihren Beruf durchaus mögen. Der Aktionsrat Bildung warnt vor Auswirkungen auf den Unterricht. Was Lehrern besonders zusetzt - und was ihnen hilft.

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Besserwisser12345 08.04.2014, 16:34
1. Passt...

Als Lehrer am Schreibtisch, der gerade Klausuren korrigieren muss (und sich gerne ablenken lässt) glaube ich mein Umfeld und meine Kollegen in den Thesen zur Lehrergesundheit wiederzufinden. Bin schon gespannt, was die übrigen Foristen nun wieder alles zum Lehrerberuf aushecken :-)

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_karlsson_ 08.04.2014, 16:38
2.

...oder Lehrer melden sich so oft krank, weil sie zu einer der wenigen Berufsgruppen gehören, in denen man sich noch dauernd krankmelden kann ohne achtkantig gefeuert zu werden...

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zdophers 08.04.2014, 16:54
3. Den ersten Platz knapp verpasst.

Zitat von _karlsson_
...oder Lehrer melden sich so oft krank, weil sie zu einer der wenigen Berufsgruppen gehören, in denen man sich noch dauernd krankmelden kann ohne achtkantig gefeuert zu werden...
Nun haben Sie schon superschnell den Kommentar verfasst und zugunsten der Geschwindigkeit komplett das Nachdenken ausgelassen und haben dennoch nicht den ersten Kommentar geschrieben.
Mein Beileid.

Mein Beileid ünrigens auch für Ihr Arbeitsverhältnis, dass offensichtlich nicht nach deutschem Recht zustande kam, denn in diesem ist es schon ein wenig schwieriger bei Krankheit "achtkantig gefeuert" zu werden.

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twaddi 08.04.2014, 17:05
4. danke karlsson

Sie erfüllen den Erwartungshorizont mit Ihrem Kommentar! Ja, alle wollen meine Ferien, aber niemand will meine Arbeit. Die Arbeit ist oft schön , aber jeden Tag mit Pubertisten zu verbringen, hat schon was Herausforderndes ! Trotzdem: alles in allem ein befriedigenderer Beruf als Geldverwalter oder Phrasendrescher.

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berufsjammerer 08.04.2014, 17:10
5. Zu viel für nichts und wieder nichts

Wertschätzung? Fehlanzeige. Mit Sicherheit ist dies einer der gewichtigsten Gründe für das Burnout. Aber was man nicht vergessen darf: Viel zu viel Arbeit ist offensichtlich für die Tonne. Wie ich darauf komme? Es sind Ferien, bisher habe ich VERA 8 korrigiert und die Unterlagen zur letzten Fortbildung aussortiert. Warum aussortiert? Naja, die war zum "neuen" Kerncurriculum, welches 2014 in Kraft treten sollte und wegen des nds. Aktionismus (G9 ab 2015) eingestampft wurde...

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diplommaurer 08.04.2014, 17:29
6. Gehalt

Nur zur Info die Seite 5 von diesem Link:
http://www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/zentrale-objekte-multilink/pdf/Merkblatt Besoldung Entgelt Stand 2013-02-21.pdf

Nach Abzug der Krankenkassenbeiträge (privat) und zuzüglich Kindergeld hat der Oberstudientrat so mit 42 etwa 4300 netto. Hinzu kommen künftig noch die Lohnsteigerungen nur aufgrund des Älterwerdens (s.S.4). Im Alter hat man eine gute Pension und Beihilfeansprüche zur Krankenkasse bis zum Lebensende. Nicht schlecht!

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Onsom2000 08.04.2014, 17:34
7. Ganz sinnvoll...

... wäre vielleicht auch mehr Lehrer einstellen und weniger Bürokratie erzeugen. Aber das würde Geld kosten, was für die ach so wichtige Bildung nicht da ist.
Ich denke die Privatschulen werden es den Politikern danken!

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michelinmännchen 08.04.2014, 17:35
8. Weitere Gründe

Hintergrund: meine Frau ist Lehrerin, wir haben viele Kolleginnen und Kollegen im Freundeskreis. Die im Artikel genannten Gründe erscheinen mir nachvollziehbar, allerdings fehlen einige gravierende:
1. keine vorhandenen Standards
a) die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Kindern und Eltern ist nicht geregelt.
b) es ist keine einheitliche Software für das Erstellen von Zeugnissen oder Unterrichtsmaterialien vorhanden, das schafft zusätzliche Arbeit und führt zu unnötigen Redundanzen.
2. Führung/Schulleitung
In der Regel sind viele Schulleitungen unmotiviert und überfordert. Sie kümmern sich um wenige organisatorische Dinge und haben nie Führungskompetenzen und Organisation gelernt. Das führt zu 1 a) und b).

Das Ergebnis ist eine Art des Überwasserhaltens einer jeden Lehrkraft, die in der Spitze dazu führt, dass aufgrund übermäßigen und dauernden Stresses Burnout resultiert. Jede Art von Stress führt dazu, das das Gehirn immer weniger in der Lage ist, sich zu regenerieren, keine eigenen Ideen mehr produziert und weniger leistungsfähig wird. Der Hyppocampus schrumpft nachweislich, das Ergebnis sind Erinnerungslücken und fehlende Vernetzungen.
Das wiederum führt zu einer Überforderung, die Lehrkräfte sind immer weniger in der Lage, guten Unterricht zu leisten, der Stresspegel nimmt zu. Alkohol- und Medikamentenmissbrauch sowie häufige Krankschreibungen sind die Folge.
Immer dann, wenn ein Lebewesen die Kontrolle über das eigene Tun hat und die notwendigen Aufwendungen klar planen kann - sie also kennt - entsteht kein Stress. Bei Lehrern ist das aus den o.g. Gründen anders.
Ein Führungsproblem.

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nikolasvegas 08.04.2014, 17:41
9. Ohne den Lehrern abzusprechen,

dass Interaktionsdichte und ungezogene Schüler wirklich krank machen können, aber interessant ist m.E. die Frage, ob es nicht einen Zusammenhang zwischen der quasi unkündbaren Stellung und Krankmeldungen gibt. In anderen Berufen, in denen in aller Regel deutlich mehr gearbeitet wird (jenseits der Ferien, die zumindest im Sommer korrekturfrei sind), und dies häufig für eine deutlich schlechtere Bezahlung, wissen die Arbeitnehmer, dass sie nicht einfach die Ruhe- bzw. Erholungszeiten nehmen können, die ihnen vielleicht gut täten - weil sie dann nämlich gekündigt würden.

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