Forum: Leben und Lernen
Paten für Problemkinder: Vom Glück ein Plätzchen auszustechen

Für ein Jahr begleiten angehende Lehrer Jungen und Mädchen aus Bielefelder Problem-Familien. Viele Kinder blühen unter der plötzlichen Fürsorge auf - und gerade wohlbehütete Studenten gewinnen einen lehrreichen Einblick ins wahre Leben ihrer künftigen Schüler.

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pipus 01.02.2010, 10:41
1. Das ist sicher hundert mal sinnvoller..

..als die Teach First Sache über die gestern berichtet wurde..

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thunke75 01.02.2010, 10:59
2. Sollte sowas nicht an jeder Uni angeboten werden

In der Praxis sieht es heute so aus, dass unsere Lehramststudenten heute völlig unzureichend in ihr Berufsleben geschickt werden und dann oft, aufgrund der ihrer überforderung im Bezug auf den realen Schulalltag, resignieren. So werden junge Menschen mit Idealen schnell zu unmotivierten Gehaltsempfängern, ohne das sie etwas dafür können. Programme wie dieses helfen den Studenten, sich ein Bild von der realen Situation zu machen und Strategiene für ihre zukünftige Tätigkeit zu erarbeiten. Der Lehrer von heute muss mehr den je Pädagoge und Bezugsperson sein, da leider immer mehr Familien nicht mehr sind, was sie seien sollen. Im Bericht las ich nur ausländische Kindernamen. In der Realität sind aber auch immer mehr Kinder aus deutschen Familien betroffen. Besonders im Osten der Republik und in den Ballungsgebieten ist dies ein beunruhigender Trend. Wenn deutsche Universitäten nicht langsam reagieren und vermehrt solche und andere Möglichkeiten für Lehramtsstudenten anbieten, werden sich die jetzt schon deutlichen Probleme noch verstärken und unlösbar werden. Auch unsere Schulämter sollten langsam Initiative zeigen und jungen Lehrern mehr kreative Freiräume und Anregungen bieten. Ein allzu theoretischer Lehrplan sieht auf dem Papier gut aus, sorgt allerdings bei den Schülern für Frust und Desinteresse.

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e-san 01.02.2010, 11:48
3. Arbeiten in Jugendtreffs

Als Lehramtsstudent kann ich die im Artikel angesprochene Problematik sehr gut nachvollziehen. In meinem Studienplan stehen 2 Didaktik-Vorlesungen insgesamt 12 Fach-Vorlesungen gegenüber. Dieses Ungleichgewicht zieht sich durch die gesamte Ausbildung. Das Was dominiert immer über das Wie. Dabei wäre es sehr wichtig mehr Einblicke in reale Probleme in einer Schule zu bekommen. Auch während der Praktikas kommt man als Student ehr selten an eine sog. "Problemschule" weil dort der Lehraufwand eh schon höher ist und sich somit weniger Seminar-Lehrer finden die dann das Praktikum betreuen. Ein Teufelskreis.

Andererseits muss ich sagen das es solche Angebote schon sehr lange in allen deutschen Städten gibt. Ich spreche nicht von Einzelbetreuung aber Ehrenamtliches (auch ein Schein ist für mich eine Vergütung ohne den würden es denke ich deutlich weniger Leute machen) Engagement in der Jugendarbeit. Als Akademiker-Kind das auf dem Land wohnt habe ich mich bewusst dazu entschlossen mich in der Stadt in einem Jugendtreff zu engagieren. Zwar ist die Intensität sicher nicht mit einer Einzelbetreuung zu vergleichen aber über einen längeren Zeitraum (1 Jahr ist meiner Meinung nach zu kurz, da bildet sich noch kein richtiges Vertrauen) erhält man einen sehr guten Einblick in einen bisher unbekannten Microkosmos und lernt viel was einem später im Lehramt zu Gute kommt.

Gruß e-san

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marenator 01.02.2010, 12:59
4. Balu & Du

Ich möchte im Zuge dieser Diskussion anmerken, dass ein ähnliches Mentorenprojekt namens "Balu & Du" in Deutschland sehr verbreitet ist und sowohl für die teilnehmenden Studenten als auch Kinder eine große Bereicherung darstellt.
Der Schwerpunkt liegt bei genanntem Projekt allerdings eher weniger auf Hausaufgabenbetreuung, Nachhhilfe o.ä., sondern auf Freizeitaktivitäten, die die Gespanne gemeinsam unternehmen. Die Kinder lernen beim Basteln, Backen und Spielen "informell", quasi nebenbei und wie von selbst.
Die Studenten (überwiegend angehende Pädagogen, Psychologen und Lehrer) machen wertvolle Praxiserfahrungen und können einmal die Woche so richtig ihr inneres Kind ausleben.
Wer sich für das Projekt "Balu & Du" interessiert, kann sich mit Hilfe des angefügten Links weiter informieren.

http://www.balu-und-du.de/

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Spinatwachtel 01.02.2010, 14:18
5. na, das ist doch endlich mal

Eine Gute Nachricht!

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apetschelt 01.02.2010, 15:43
6. Generationenwechsel

Das Problem das zu diesen Problemkindern fuehrt, die einen solchen immensen Aufwand benoetigen, um auch nur halbwegs mitzukommen, ist der Austausch der deutschen mit einer nicht-deutschen Bevoelkerung wie aus dem Artikel deutlich wird, obwohl es, politisch korrekt, nicht erwaehnt wird.
Wenn das die naechste Generation ist, dann gute Nacht!

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Martin B 01.02.2010, 16:08
7. na, endlich mal eine schöne...

...erfrischende und positive nachricht; man kann den jungen menschen, die sich hier so einsetzen nur zu ihrem engagement gratulieren; dann besteht ja doch noch hoffnung für's abendland

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bicicleta 01.02.2010, 16:45
8. Hallo e-san

Ich hoffe für Sie und Ihre zukünftigen Schüler, dass Sie nicht ausgerechnet Deutsch unterrichten wollen.

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latinistin 01.02.2010, 23:21
9. tolles projekt

zitat bicicleta: ich hoffe für Sie und Ihre zukünftigen Schüler, dass Sie nicht ausgerechnet Deutsch unterrichten wollen.

mit welcher begründung? ich studiere auch lehramt - nicht deutsch- und habe bereits in der schule gelernt, dass eine these oder behauptung durch belege gestützt werden sollte.

ich bin von diesem projekt sehr angetan, an meiner uni gibt es nichts vergleichbares. ich habe im rahmen eines 3-wöchigen sozialpraktikums in einem schulhort gearbeitet und habe feststellen können, dass viele schüler einfach nur mehr unterstützung benötigen würden um sowohl ihre schulischen leistungen zu verbessern als auch ihren interessen im privaten nachzukommen. es fällt mir immer wieder auf, wie schwer es ist, schüler zu erreichen und ihr vertrauen zu gewinnen. wenn ich mir überlege, in welchem verhältnis fachliches können und didaktische fähigkeiten in der uni-ausbildung stehen, habe ich manchmal angst, überhaupt ins referendariat zu gehen. denn erst dort wird das "WIE" mache ich "WAS" richtig vermittelt.....dabei ist das referendariat doch eigentlich die überprüfung der im studium erworbenen fähigkeiten.

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