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Pauschale Bachelor-Schelte: Warum die Wirtschaft irrt
DPA

Zu viele junge Menschen studieren - und wenn sie nur einen Bachelor haben, taugen sie nicht für den Arbeitsmarkt. Mit einer pauschalen Schelte hat der Industrie- und Handelskammertag Absolventen vor den Kopf gestoßen. Eine Ehrenrettung in Zahlen.

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Avantime2000 24.04.2015, 09:08
70.

Zitat von statix
Ich arbeite mit einem Bachelor bei einem Großkonzern, weil Ich mehr Geld geboten bekommen habe als jeder Kollege mit Masterabschluss. Meinen Masterabschluss mache Ich nur wegen den ignoranten. Bei uns hat man die Inhalte vom Dipl. einfach in den Bachelor gepackt, direkt verglichen mit den letzten Diplomanden. das einzige was fehlt ist das längere Praktikum. Fakt ist mein ......
Ja, scheint so dass ältere Generation sich selbst immer ganz toll finden, also aufpassen in der Zukunft :-)

Vollkommen richtig was Sie da schreiben. Wenn man in einem guten Unternehmen einen Job bekommt und mobil ist hat auch heute sehr gute Chancen. Der Abschluss ist nach ein paar Jahren zweitrangig, Teams sind international mit den unterschiedlichsen Fachrichtungen besetzt....

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california2000 24.04.2015, 09:31
71. Dipl.-Ing. - ein deutsches Markenzeichen

Das Problem ist die Abschaffung des Diplom Ingenieurs.
Und die Qualität der Absolventen hängt ja bekanntlich nicht nur vom Studenten ab sondern auch von der Qualität der Uni. Die deutsche Bildungslandschaft ist leider im freien Fall, was sich spätestens nach einer Generation verheerend auswirken wird.
Der deutsche Dipl.-Ing. war mal ein Markenzeichen. Abgeschaft wegen Gleichmacherei!
Das eventuel zu viele junge Menschen studieren ist ein völlig andere Frage. Das kann sein, aber die Ausbildungsqualität wird auch bei weniger Studenten nicht besser, solange sich deutsche Unis nicht darauf besinnen wieder richtig auszubilden und auch entsprechend ausgestattet werden. Materiell und personell.
Ich habe das Glück noch einen deutschen Dipl.-Ing. Abschluß zu haben und gelte damit z.B. in den USA als "deutscher Ingenieur". Mit einem Bachelor oder Master ist dies nicht mehr der Fall, den gibt es in den USA auch.
Dazu kommt, das es Bachelor Abschlüsse für jeden Quatsch gibt. Übertrieben gesagt: Es gibt einen für linkshändiges Schnellschreiben und einen anderen für rechtshändiges Wegradieren.
Aber eben keine breite, praxisorientierte Ausbildung mehr. Um meinen Dipl.-Ing. abzudecken müßte man z.B. in den USA vier Masterabschlüsse haben.

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bu_d 24.04.2015, 09:42
72.

Zitat von Anonymus.42
Ich, Bachelor im MINT Fach mit Technischer Berufsausbildung, habe diese Woche meine 30. Bewerbung verschickt. 100% Absagen und ab und zu wird auch einfach überhaupt nicht auf die Bewerbung reagiert. So viel zum Thema Fachkräftemangel. Da hab ich mich mal schön verarschen lassen von Medien und Industrie.
Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Es gibt keinen Fachkräftemangel. Ich kann es auch schon nicht mehr hören. Wie wäre es denn, wenn alle, deren Bewerbungen bisher vergeblich wären, diese in guter alter Papierform an die Blubber schicken, die den Mangel herbeireden, bitte den VDI nicht vergessen!
Vielleicht reichen ja auch EMails mit Anhängen um die entsprechenden Server stillzulegen. Als Jungingenieur gibt es wohl nur eine Lösung: raus hier!

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kiel-ost 24.04.2015, 09:44
73. was man auch nicht vergessen darf

seit Jahrzehnten sind es immer dieselben Berufe, die sehr gern und oft gewählt wird und dieselben Branchen, die Azubimangel haben.

Daran würde eine Verknappung des Studienangebots nichts ändern. Denn die dann verhinderten Studenten würden sich auf jene Berufe stüzen, die eh zu denjenigen gehören, wo mehr Bewerber auf Ausbildungsplätze kommen und es somit eher ein Unterangebot an Bildungsgelegenheiten gibt.

für die Branchen mit dem größten Azubimangel wie Gastronomie, Lebensmittelverkauf und Gebäudereinigung würde sich nicht viel ändern. Diese Branchen greifen doch eh immer mehr auf Minijobber und Aushilfen zurück, tw. auch auf Studenten als Nebenjobber.

da muss man sich wohl was anderes für die Passungsprobleme ausdenken. Vielleicht ja auch höhere Gehälter, Hauptschüler einstellen und bessere Bedingungen für Azubis, da in diesen Berufen ja die meisten Ausbildungsabbrecher sind.

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gdonat 24.04.2015, 09:44
74. Thema verfehlt

Herr Kramers Geschwurbel entkräftet keinen der genannten Kritikpunkte. Mit quantitativen Statistiken gegen qualitative Kritik anzuschreiben wird der Sache ohnehin nicht gerecht. Peinlich, dass ein derartiger Kommentar von der gleichen Chefredaktion freigegeben wurde, die vor wenigen Wochen eine große Qualitätsoffensive verkündet hat.

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frank2013 24.04.2015, 09:49
75. Beitrag der Wirtschaft?

Es ist schon kurios, dass die Wirtschaft angebliche Ausbildungsmängel kritisiert und sich seit Jahren aus dem eigenen Ausbildungsbeitrag zurückgezogen hat. Was ist z.B. mit training on the job?

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theoshoffnung 24.04.2015, 09:55
76. Früher war alles Besser?

die Kommentare zu Bologna sind genial und sind ein Paradebeispiel deutschen Pessimismus. "Frührer war alles". glauben Sie ersthaft das man mit so einer Geisteshaltung was neues erschaffen kann? Geschweigedenn was erfinden?
bei Bologna wurden Fehler gemacht, die behoben gehören, aber deshalb alles schlecht zu reden ist typisch deutsch

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maria_swasdn 24.04.2015, 09:59
77. Kein Wunder

Wenn man mit einer Ausbildung auch die Chance auf ein angemessenes Gehalt in jedem Berufsfeld hätte, dann würden sicherlich nicht derart viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
Und in der heutigen Gesellschaft ist es fast schon Voraussetzung sich in der oberen Mittelschicht zu befinden, ansonsten muss man in sehr vielen Bereichen verzichten.

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fb-biplan 24.04.2015, 10:11
78. Dualer Bachelor

Der Bachelor ist schlicht ein europäisches Missverständnis. In Ländern ohne duale Facharbeiterqualifikation füllt der Bachelor teilweise diese Lücke. Es ist dann eine Berufsausbildung. In Deutschland mit seiner völlig anderen Tradition haben die Hochschulen das überwiegend noch nicht verstanden. Eine nahe liegende Lösung ist der duale Bachelor, der aber konsequenterweise auch im Berufsbildungsgesetz geregelt werden sollte.

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tomrobert 24.04.2015, 10:12
79. Die Leute sind zu gut ausgebildet,

und haben zu wenig Bildung. Betriebe benötigen schnell umsetzbar Fertigkeiten.
Intellektuelle Faehigkeiten werden eher als Hindernis betrachtet.
Der unbedarfte Fachidiot ist aber nicht im Sinne der Gesellschaft.
Viele Fertigkeiten werden im Betrieb gar nicht gebraucht.
Insofern mangelt es der Wirtschaft an politischer Kompetenz, weil die permanent
nur ihre relativ kurzfristigen Interessen artikuliert.
Wir müssen uns daran gewöhnen der Wirtschaft nicht mehr die Verantwortung
und politische Kompetenz zu kommen zu lassen die wir ihnen bisher zu gestanden haben. Die Wirtschaft kümmert sich nur um sich,niemals um den Menschen.

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