Forum: Leben und Lernen
Per Anwalt gegen Lehrer: Liebe Eltern, chillt mal!
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Eltern tyrannisieren Lehrer per Anwalt - bisweilen wegen eines einzigen Punkts in einer Klausur. Wenn es um Bildung geht, setzt bei manchen Vätern und Müttern offenbar der Verstand aus.

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dirkozoid 15.05.2016, 17:11
1. Tyrannisieren?

Geht's auch eine Nummer kleiner? Wer fair und nachvollziehbar benotet, wird wohl kaum Angst vorm Anwalt haben müssen. Dass das Verhalten mancher Lehrer allerdings sanktioniert gehört und viele Eltern sich nicht wehren können, weil sie nicht das Geld für einen Anwalt haben, steht auf einem ganz anderen Blatt! Vor staatlicher Willkür sind nicht einmal Kinder sicher, so sieht es doch mal aus!

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themistokles 15.05.2016, 17:13
2.

"Unzählige Ratgeber, Psychologen und Pädagogen, die sich allesamt zu Experten für Kindererziehung erklärt hätten, verunsicherten Mütter und Väter massiv und schürten bei ihnen die Angst, Fehler zu machen"

Das wird zu einem großen Teil mit daran Schuld sein. Man muss sich nur mal die "Ratgeber"- Abteilungen in den Buchgeschäften anschauen. Noch schlimmer sind diverse Internetseiten, auf denen jeder XY Blogger sich zu einem Experten aufschwingt.

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mistalov 15.05.2016, 17:15
3. Entwarnung?

Wenn "nur" 10-15 % der Eltern mit einem Anwalt gegen den Lehrer oder die Lehrerin anrücken, dann sind das immerhin 2 bis 3 klagewillige Väter oder Mütter pro Klasse und Lehrer. Das kann man schon als Auswuchs bezeichnen.

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siebenh 15.05.2016, 17:21
4. Genau darum geht es ja

Zitat von dirkozoid
Geht's auch eine Nummer kleiner? Wer fair und nachvollziehbar benotet, wird wohl kaum Angst vorm Anwalt haben müssen. Dass das Verhalten mancher Lehrer allerdings sanktioniert gehört und viele Eltern sich nicht wehren können, weil sie nicht das Geld für einen Anwalt haben, steht auf einem ganz anderen Blatt! Vor staatlicher Willkür sind nicht einmal Kinder sicher, so sieht es doch mal aus!
dass ist der Inhalt dieses Textes. Wer fair und nachvollziehbar benotet, landet trotzdem oft genug vor Gericht. Das ist das Problem mein Guter.

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Furchensumpf 15.05.2016, 17:30
5. Mal ganz ehrlich...

Unter Druck geräht dabei nur der, der sich unter Druck setzen lässt. Und wer etwas über das Geschwätz von anderen gibt, ist es eh selbst schuld.

Wir haben bei unserem Kleinen einfach immer nur unseren gesunden Menschenverstand eingesetzt und so viel können wir dabei dann, wenn ich die anderen Kinder in der Kita so beobachte, nicht falsch gemacht haben. Zumindest ist das Personal dort voll des Lobes.

Ich habe aber auch kein Problem damit, mich mit dem Personal anzulegen, wenn ich das Gefühl habe, mein Kind wird ungerecht behandelt. Auf der anderen Seite helfe ich der Kita aber auch wo es geht - das ist etwas, was ich bei solchen Nerv-Eltern nicht erkennen kann, die fordern imemr nur und denken, ihr Kind sei das einzige in der ganzen Kita. UNd dabei kapieren die nicht, wie sich ihr Druck auf die Kinder überträgt.

Und Wunsch nach einem Hochbegabtenkind? Mein Kind soll Kind sein und sich entwickeln können, so einfach. Was habe ich von einem Kind, welches Klassen überspringen kann, aber in der Reife deutlich hinterherhängt?

Interessant wäre mal zu erfahren, wie die Kinder solcher Eltern sich wirklich über die Jahre entwickeln und wie es bei denen ist, wenn sie im Berufsleben angekommen sind...

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carlitom 15.05.2016, 17:30
6.

Zitat von dirkozoid
Geht's auch eine Nummer kleiner? Wer fair und nachvollziehbar benotet, wird wohl kaum Angst vorm Anwalt haben müssen. Dass das Verhalten mancher Lehrer allerdings sanktioniert gehört und viele Eltern sich nicht wehren können, weil sie nicht das Geld für einen Anwalt haben, steht auf einem ganz anderen Blatt! Vor staatlicher Willkür sind nicht einmal Kinder sicher, so sieht es doch mal aus!
Dankeschön für den hübschen Beleg des im Artikel Thematisierten. Da haben wir ein anschauliches Beispiel für die Denkweise vieler Eltern: "staatliche Willkür" ist also eine nachvollziehbare Beschreibung von Lehrerhandeln, aber "Tyrannisieren" ist eine Nummer zu groß? Ich denke, wir kennen alle mehr durchgeknallte Eltern auf vermeintlichem Kreuzzug gegen "staatliche Willkür", wenn nur irgendein Komma im Text ihrer ach so wunderbaren Wunderkinder übersehen wird, als Lehrer, die sich an den ausgelieferten armen, kleinen, unschuldigen Opferkindern austoben.

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Furchensumpf 15.05.2016, 17:33
7.

Zitat von dirkozoid
Geht's auch eine Nummer kleiner? Wer fair und nachvollziehbar benotet, wird wohl kaum Angst vorm Anwalt haben müssen. Dass das Verhalten mancher Lehrer allerdings sanktioniert gehört und viele Eltern sich nicht wehren können, weil sie nicht das Geld für einen Anwalt haben, steht auf einem ganz anderen Blatt! Vor staatlicher Willkür sind nicht einmal Kinder sicher, so sieht es doch mal aus!
Darum geht es aber nicht, sondern darum, dass manche Eltern ihre eigene Definition von "Fair" aufstellen und dagegen vorgehen, wenn das Kind nicht die Note bekommt, welche sie sehen wollen. Sie müssen nur einmal in einem Elternbeitat an einer Schule gewesen zu sein um zu verstehen, wie der Hase läuft...

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schreckgespenst 15.05.2016, 17:37
8. Blubb

Natürlich sind Anwälte ein extremes Mittel, jedoch haben die Eltern/Schüler wenige andere Möglichkeiten, um sich gegen schlechte Lehrer bzw. falsche Beurteilungen zu "wehren".

Bei uns an der Uni wird man als Dozent in jeder Lehrveranstaltung von den Studierenden evaluiert und hat pro Semester eine externe Evaluation. Im Rahmen dieser Evaluationen wird die Lehrtätigkeit beurteilt und sie sind auch entscheidend für die weitere Karriere.
Als ich mich mit einem befreundeten Lehrer über Evaluationen unterhalten habe, ist bei ihm fast Panik ausgebrochen. Er meinte für ihn und die meisten Kollegen wäre es der blanke Horror, falls sie ein Mal pro Schuljahr bewertet werden.

Ich glaube, wenn Lehrer regelmäßig und fair beurteilt würden, hätte man ein höheres Lehrniveau. Und die Eltern wüssten, dass vor ihnen ein guter Lehrer sitzt. Sodass Anwälte usw. überhaupt nicht benötigtwerden.

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WwdW 15.05.2016, 17:37
9. Tja, Angst ist das Stichwort

In Deutschland regiert die Angst vor Allem und Jedem. Und nie ist die Angst begründet und sie ist schon gar nicht ein guter Ratgeber.

Aber wenn man mit manchen Leuten heutzutage spricht und sich deren Lebensphilosophie anhört kann man eigentlich nur den Kopf schütteln, weitergehen und zukünftig schneiden.

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