Forum: Leben und Lernen
Per Anwalt gegen Lehrer: Liebe Eltern, chillt mal!
DPA

Eltern tyrannisieren Lehrer per Anwalt - bisweilen wegen eines einzigen Punkts in einer Klausur. Wenn es um Bildung geht, setzt bei manchen Vätern und Müttern offenbar der Verstand aus.

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Ohnesorg77 15.05.2016, 19:46
50. Niemand...

Zitat von Leser heute
Ich war bereits erwachsen, als die Schulbehörde aufgrund meiner Klageandrohung eine meiner Noten im Abitur korrigierte. Dennoch kann ich mich sehr gut erinnern, nirgends so geballte Inkompetenz getroffen zu haben, wie während meiner Schulzeit. Nirgendwo hatten Alkoholismus und Persönlichkeitsstörungen so wenig berufliche Konsequenzen, wie dort. Wir benötigen ein Evaluierungsmodell für Lehrer und deren berufliche Leistung einschließlich entsprechender Konsequenzen.
...möchte Ihnen Ihre Meinung absprechen - allerdings habe ich in vielen anderen Lebensbereichen sehr viel mehr geballte Inkompetenz getroffen wie in der Schule, Alkoholiker gab es dort, wo ich zur Schule ging, nicht (soweit ich es beurteilen konnte), die Anzahl der Persönlichkeitsstörungen lagen meines Erachtens nach weit unter dem Durchschnitt dessen, was ich in einem großen Unternehmen, in dem ich lange beschäftigt war, erleben durfte. Bin selbst kein Lehrer, habe in der Familie allerdings welche und möchte mit ihnen nicht tauschen, da bei keinem anderen Beruf sich so viele Menschen, wie auch Sie, aufgerufen fühlen, diffamierende Kommentare zu verbreiten.

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ChristophS82 15.05.2016, 19:50
51. Reform definitiv nötig

Es gibt Fächer bei denen Willkür an der Tagesordnung ist, da die benoteten Arbeiten keiner objektiven Beurteilung unterliegen - allem voran Deutsch. Aufsätze und Referate werden in erster Linie danach benotet, wie dem Lehrer die Nase gefällt. Wir hatten mal zu einem Schulprojekt für das Fach Deutsch eine Dokumentation schreiben sollen...das Projekt wurde zu viert gemacht, die Doku sollte nur zu zweit geschrieben werden. Daran haben wir uns nicht gehalten, wir haben zweimal dieselbe Doku abgegeben. Die eine wurde mit einer 2 benotet, die andere identische mit einer 4. Die Rechtfertigung des Lehrers, dass er natürlich nicht jede Arbeit so genau korrigieren könne, war an Unverschämtheit nicht zu überbieten. Obendrein gab es dann für alle vier Beteiligten eine fünf, weil man habe ja voneinander abgeschrieben. Nun ich hab damals, ich war immerhin schon 18, nur über den Lehrer gelacht und mir gedacht "der Aufwand ist es mir wegen der peinlichen Wurst nicht wert". So würde ich es auch meinem Kind vermitteln - man lernt für's Leben. Dennoch halte ich derart willkürlich benotete Prüfungen für ein großes Defizit der deutschen Schullandschaft.

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frami.we 15.05.2016, 19:52
52. Grüne Überflieger ?

Wir im Osten lachen über solche komischen ...wie sagt ihr ?....Helikoptereltern ?? Wir sind es gewöhnt , ohne Anwalt und auf drastische Art , wenn es sein muss , unsere Probleme zu lösen ....Aber das Kann das grüne , alternative und vegane Wessi nicht ....hat es nie gelernt und das ist einfach nur traurig .

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neurobi 15.05.2016, 19:54
53.

10-15% Anteil mag schon stimmen. Allerdings verteilen die sich ja nicht gleichmäßig. In Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Kreuzberg dürfte er deutlich geringer sein, in Blankenese oder Reinekendorf dafür um so höher.
Wenn ich mitbekomme, um was es da oft geht, sollte man einigen dieser Eltern eine hohe Geldstrafe wegen sinnloser Beschäftigung von Gerichten aufbrummen.
Diese Leute fügen den Schulen und der Bildung allgemein schweren Schaden zu indem sie engagieren Lehrkräften die Motivation rauben.

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C. Schmidt 15.05.2016, 19:57
54.

Zitat von deglaboy
Sie sind im Beamtenstatus und ein Prozentsatz von 20-30% führt sich so auch auf. Und als Eltern, die mit ihren Kindern leiden, zugleich ihre Ohnmacht spüren gegen lernresistente, arrogante Lehrer, die alles den Schülern in die Schuhe schieben. Auch dieses Tabuthema sollte mal aufs Tablett. Fakt ist viele sind nur Lehrer geworden wegen des Beamtenstatus, den Ferien, weil das Studium überschaubare Anforderungen stellte, der Anteil an Frauen im Studium hoch war (gilt nur für die Männer).
Viele Lehrer sind nur angestellt, und Sie haben doch keine Ahnung, was die Lehrer eigentlich bewegt oder was Ihr Fratz in der Schule macht. Ich habe nur wenige Lehrer kennengelernt, die nicht das Beste für ihre Schüler wollten. Natürlich gab es auch schlechte Lehrer, aber selbst die hatten beste Absichten und waren nur in ihren Methoden unbeholfen.

Aus dem Berufsalltag meiner Mutter weiß ich, dass Eltern wirklich absolut panne sein können. Da werden Jungs zum Arzt geschleppt, weil sie (Erstklässler) einfach mal rumgetollt sind, wie kleine Jungs das eben machen. Da forderte ein Vater tatsächlich, dass die Klasse doch nach Leistung eingeteilt werden soll und in jeder Leistungsstufe eigene Noten verteilt werden, sodass mittelmäßige Schüler leichter eine 1 kriegen können als gute Schüler. Ein Vater hatte Verbindungen zur Russenmafia und einer jungen Kollegin meiner Mutter gedroht, dafür zu sorgen, dass ihr Auto eine Bombe verpasst kriegt, wenn die Note seines Sohnes nicht in seinem Sinn angepasst wird. Da musste Polizeischutz angefordert werden. Andere Eltern packen den Nachmittag ihrer Kinder so voll mit Club- und Vereinsaktivitäten, dass die gar nicht zum Verschnaufen kommen und in der Schule dann fix und fertig sind, weil sie am Tag vorher nach der Schule zuerst Klavierstunden hatten, dann zum privaten Englisch-Kurs mussten und am Abend dann noch mal der Sportverein wartete. Meine Mutter hatte am Ende ihres Berufslebens (Grundschullehrerin) regelmäßig mit Kindern zu tun, die ihre Lehrerin baten, ob sie sie mal umarmen kann, weil sie das von daheim nicht kannten.

Generell: 10-15% Anteil an Helikoptereltern sind nicht wenig. Das sind immerhin pro Klasse 2-3 Eltern. Und als Lehrer hat man ja nicht nur mit einer Klasse zu tun.

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skeptikerjörg 15.05.2016, 19:59
55. Zwei Seiten

Wie alles hat auch dieser Problembereiche zwei Seiten. Ja, es gibt diese Elternspezies wie beschrieben. Aber es gibt eben auch die andere Seite: Lehrer, die nicht Pädagogen sind, sondern Stoffvermittler, Lehrer, für die ihr Beruf keine Berufung, sondern lediglich ein krisenfeser, relativ gut bezahlter Job ist.
Ich habe 3 Kinder durch das dreigliedrige Schulsystem zum Abitur gebracht, in mehreren Städten und zwei Bundesländern, ich weiß, wovon ich rede. Lehrer War mal ein Aufsteigerberuf, heute ist es ein Absteigerberuf. Viele, für die es zu einem anderen Studium nicht reicht, studieren eben Lehramt. Oder BWL/VWL. Die Belegungszahlen an den Uni sprechen dafür.
Ja, es gibt auch die anderen, die engagierten, fähigen und berufenen Lehrer, aber sie scheinen in die Minderheit zu geraten, manchmal werden sie innerhalb der Kollegien sogar gemobbt, weil sie "die Preise verderben". Und die anderen, denen initiative Schülergruppen lästig sind, weil sie Arbeit machen.
Von Schulstress, G8 mit völlig unausgegoren Lehrplänen, von willkürlichen Schulempfehlungen an Grundschulen oder den Negativeffekten des Numerus Clausus gar nicht zu reden.
Langer Rede kurzer Sinn: Nicht jeder, der sich zur Wehr setzt oder schulische Willkür in Frage stellt, der Lehrerentscheidungen hinterfragt, ist "Helikopter".

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paulaschwarz 15.05.2016, 20:00
56. Tja solch Bekannte hatte ich auch mal.

Ständig auf der Jagd nach Gerechtigkeit für ihre Kinder. Gerecht war nur wer ihre Kinder so beurteilt hat wie sie es sah - toll, toller, am absolutesten. Einfach krankhaft!
Zitat - "Eltern sehen ihre Kinder demnach ständig bedroht" - Zitatende.
Einzige Bedrohung dieser Kinder sind solche Eltern. Diese Kinder werden es im Leben immer "ungerecht" finden - wie sie beurteilt werden.

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2Fast4U 15.05.2016, 20:08
57. Es hat nich jeder die selben Probleme.

Daher ist eine Diskussion schwierig. Aber was scheren mich ein paar Punkte wenn der Lehrer es bereits in der zweiten Klasse geschafft hat den Kindern das Lernen/die Schule zu vermiesen? Es sind nicht die paar Punkte, es ist die Einstellung mancher Lehrer zu Ihrem Job und die Uneinsichtigkeit bzgl. dessen Stellenwertes für die Gesellschaft, die mir Probleme bereitet. Umd wenn ich mach Wettererscheinungen frage und die Antwort "Wolken" nicht gelten lasse weil in den Lernblättern "Bewölkung" stand, dann weis man Bescheid. Genauso wie bei der Antwort:"...meinen Kindern wird auch nichts geschenkt..."

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Sprühregen 15.05.2016, 20:15
58.

Zitat von gratiola
vielen Jahren den Satz hörte: Lehrer ist kein Beruf, sondern ein Diagnose war ich noch skeptisch. Nach über 30 Jahren Arzt sein, 5 Kindern durch unterschiedliche Schulsysteme schleusen bin ich heute davon überzeugt. Das heißt nicht, dass ich nicht vielen guten Lehrern begegnet bin, sondern das Lehrer die Macht haben den Leben der Kinder eine ganz entscheidende Wende zukommen lassen können. Der Missbrauch von Macht hat viele Gesichter und die letzten Eltern die es in Deutschland noch gibt stehen unter besonderer kritischer Beobachtung von Stammtisch, Politik, Jugendämtern und journalistischen Wichtigtuern.
man kann nur jedem abraten, Lehrer zu werden, im Gegensatz zum Halbgott Arzt verdient man geradezu nichts, wird aber mit Schmutz beworfen nach allen Regeln der Kunst und hat keine Standesvereinigung, die bei sogenannten Kunstfehlern den Patienten in die Kostenfalle laufen läßt, bis sie aufgeben müssen.

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dickebank 15.05.2016, 20:17
59. Wieso schweiegn?

Zitat von zerberus und co.
Si tacuisses ..... 1. Wer "mehrere Nachmittage" benötigt, um eine Stellungnahme zu einem (gegebenen oder) nicht gegebenen Punkt zu erstellen, also das nachvollziehbar in Text zu fassen, was er / sie eigentlich im Kopf gehbat haben muss oder sollte, als der Punkt (vergeben oder) nicht vergeben wurde, der dürfte entweder wohl eher versehentlich durchs Abitur oder die Staatsexamensprüfung gekommen sein, oder sich bis dahin noch nie mit den einschlägigen rechtlichen und fachlichen Vorgaben seiner Korrekturtätigkeit befasst haben. 2. Seit wann ist die Zeit innerhalb der 40-Stunden-Woche, die auch für Leherer gilt (!!! und z.T. auch ausserhalb der Diensstelle verbracht werden darf), Freizeit, nur weil sie über das Stundendeputat hinausgeht, das den Umfang des zu erteilenden Unterrichts beschreibt?
Die dauert mehrere Nachmittage, glauben Sie mir. Es geht nämlich, wenn Noten angefochten werden erst einmal darum, die erforderliche Arbeit in die Finger zu bekommen. Die Klassen-/Kursarbeiten sind in NRW Eigentum der Schüler und diesen nach der Korrektur zurück zu geben. Als Lehrer haben sie also nur den Noteneintrag in ihren Unterlagen bzw. deren Übertragung in den Teil B des Klassenbuches. Eine andere Sache sind Abschlussarbeiten wie die ZP10 oder die Abi-Klausuren, sie sind Bestandteil der Prüfungsunterlagen und somit für 10 Jahre von der Schule zu verwahren.
Neben der Klassenarbeit benötigen sie natürlich auch noch den Erwartungshorizont zu der betreffenden Arbeit, da sie ansonsten die Begründung der Note nicht nachvollziehbar darlegen können. Der erste Nachmittag geht also drauf mit dem Heraussuchen der entsprechenden Grundlagen, der zweite mit der Verfertigung der Stellungnahme, der folgende mit einem Gespräch bei der Schulleitung, nachdem zuvor die zuständige Fachleitung Arbeit, Erwartungshorizont und Stellungnahme geprüft hat. Nach dem Gespräch bei der Schulleitung erfolgt die Überarbeitung der Stellungnahme, die dann über die schulleitung an die Bezirksregierung Absteilung Schule weitergeleitet wird,d a diese Widerspruchsbehörde ist. Hat diese Nachfragen, übermittelt sie diese über die Schulleitung an die betroffene Lehrkraft mit der Bitte um weitergehende Stellungnahme bzw. Erläuterung.

Ab da ist die Lehrkraft außen vor, sie hat weder mit dem Widerspruchsbescheid noch mit der ebtl. folgenden Gerichtsverhandlung zu tun. Vor Gericht wird in aller Regel auf Grundlage der Akten entschieden, ein Erscheinen als Zeuge ist deshalb in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Die Zeit außerhalb des Unterrichtes muss außerhalb der Schule, die eben nur für den Schulleiter und den Abwesenheitsvertreter Dienststelle ist, verbracht werden, da es dort keinen Arbeitsplatz gibt.

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