Forum: Leben und Lernen
Per Anwalt gegen Lehrer: Liebe Eltern, chillt mal!
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Eltern tyrannisieren Lehrer per Anwalt - bisweilen wegen eines einzigen Punkts in einer Klausur. Wenn es um Bildung geht, setzt bei manchen Vätern und Müttern offenbar der Verstand aus.

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autonomo 15.05.2016, 20:18
60. Der exzessive Zustrom zu den Gymnasien

Zitat von gerd33
Und Lehrer, deren Häufung schlechter Benotungen aus der Normalverteilung herausfällt, haben nun einmal einen absolut suboptimalen Job gemacht und sollten statt Kinder zu lehren besser Kerrichteimer leeren!
in den letzten 40 Jahren, die paradoxerweise noch hinzutretende Noteninflation und die damit provozierte Fehlvorstellung vieler Eltern von "normalen" Lernaussichten und -erfolgen durchschnittlicher Kinder dürften die Kampfbereitschaft der Elternseite weit stärker angestachelt haben als Bewertungsdefizite einzelner Lehrer. Wer sich jedenfalls allein an der "Normalverteilung" von Noten orientiert, zeigt einige Naivität: In vielen Bundesländern ist es den Lehrern überhaupt nicht mehr möglich, realistische Noten (wie "mangelhaft") zu vergeben, da deren maximaler Anteil durch Landesrecht und Schulleitung vorgegeben ist; die Norm heißt dann also Beschönigung. Da Abitur jedoch Studierfähigkeit belegen soll und dies immer weniger vermag, kann man nur froh sein über Lehrer, die noch so idealistisch sind, der Korruption des Systems ansatzweise entgegenzutreten, und die Mühe auf sich nehmen, trotz elterlicher Nörgeleien den Anspruch auf Mindeststandards beizubehalten. Ein viel größeres Problem als "ungerechte" Lehrer dürfte denn auch die gar nicht seltene Unfähigkeit von Lehrern sein, die Disziplin in der Klasse aufrecht zu halten und Erziehungsdefiziten der Elternhäuser durch konsequente Sanktionen abzuhelfen.

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2Fast4U 15.05.2016, 20:18
61. Bei so manchem Lehrerbeitrag kommt es mir hoch...

Einigen Lehrern ist nicht mal klar, dass sie viele Hausaufgaben für die Eltern vergeben. Ich sage nur: Plakat anfertigen zu einer Sehenswürdigkeit die aber nicht im eigenen Landkreis liegt. Hausaufgabe über die Osterferien. Musste ich echt den Hawaii Urlaub abblasen... Nicht wirklich. Aber solche Lehrer verklagt man nicht. Da gibt es bessere und effektivere Verhandlungsmöglichkeiten.

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richey_edwards 15.05.2016, 20:23
62. Soll das ein Witz sein?

Besser die Lehrer würden chillen oder wahlweise ihren Job selber machen und nicht wegen jeder Bagatelle und Kleinigkeit zu den Eltern kommen z.B. weil lächerliche Hausaufgaben vergessen wurden. Passiert bei meinem Sohn dauernd. 2 in Englisch und die Lehrerin hat nichts anderes zu tun als abends anzurufen und zu beklagen er hätte 3 mal die Hausaufgaben vergessen. Oder willkürliches Verschieben von Klassenarbeiten ohne die Chance den Stoff zu lernen. Oder permanent Hausaufgaben übers Wochenende. Oder über die Ferien. Gegen Lehrer wird noch viel zu wenig geklagt.

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youseeus 15.05.2016, 20:29
63. schlichtungsstelle

Eine Klage gegen die Arbeit eines Lehrers sollte keine Privatsache sein, sondern gegen den Staat. Es sollte Schlichtungsstelle geben, die schlimmsten Fälle schon mal abfängt. Denn das ist nicht womit sich Lehrer beschäftigen sollten.

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tempo1963 15.05.2016, 21:05
64. Ich sag mal so

Lehrer sind auch nur Menschen und viele sind nicht zum Lehrer sein berufen. Bei zwei schulpflichtigen Kindern gibt es schon mal Themen über die sich die Kinder bei mir beklagen und da die jährlichen Eltern-Lehrer-Gespräche mit 5 Minuten eingeplant sind, braucht es dann schon mal hie und da ein Extra-Gespräch. Aber bei diesen Gesprächen konnte immer alles mit dem Lehrer geklärt werden. Problematisch wird es allerdings, wenn es die ganze Klasse betrifft. Dann sollten alle Eltern mitmachen und das ist schwer zu bewerkstelligen, da es doch relativ viele Eltern gibt, die sich zwar auch beklagen, aber keine Lust oder Zeit haben, gemeinsam etwas zu bewegen. Die Folge ist dann, dass z. B. ein eigentlich schönes Unterrichtsfach für alle Kinder nervig ist und sich die Kinder nur noch darüber freuen, dass es im nächsten Schuljahr nicht mehr auf dem Lehrplan steht.

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TS_Alien 15.05.2016, 21:28
65.

Zitat von gerd33
Wenn 1/10 Noten über Zulassung zum gewünschten Studium entscheiden, wenn Lehrer gerade in strittigen Fällen sich auf keine Diskussion mit den Eltern einlassen, dann musss die Klage, incl. externem und vom Gericht bennanten Gutachter möglich sein. Dafür gibt es dann spezialisierte Fachanwälte. Wie kommen überhaupt die unterschiedlichen Noten im Zentralabitur im Schulvergleicht zustande? Ist übrigens von Schule zu Schule ziemlich konstant. Eine Homogenität der Schülerkollektive vorausgesetzt, belegt alleien diese Tatsache, dass es Lehrer gibt, die einen "guten Job" machen und ebensolche, die einen "schlechten Job" machen. Wenn der zuständige Schulträger in Person des Schulleiters es nicht schafft, derartige "Unterrichtsbeamte" zu disziplinieren, bleibt nur der Rechtsweg. Und Lehrer, deren Häufung schlechter Benotungen aus der Normalverteilung herausfällt, haben nun einmal einen absolut suboptimalen Job gemacht und sollten statt Kinder zu lehren besser Kerrichteimer leeren!
Warum sollten die Schüler in verschiedenen Schulen gleich gut oder gleich schlecht sein? Diese Annahme ist bereits falsch. Warum sollten Noten normalverteilt sein? Auch diese Annahme ist falsch.

Wenn mir jemand bei allen möglichen Zusammenhängen sofort mit der Normalverteilung kommt, dann nehme ich an, dass derjenige von Statistik wenig Ahnung hat.

Das Streiten um einen "fehlenden" Notenpunkt ist lächerlich. Denn bei objektiver Betrachtung wird man im Laufe der Oberstufe sicherlich irgendwo und irgendwann den einen oder anderen Punkt "zuviel" erhalten haben. Das gleicht sich aus.

Man kann vieles gerichtlich überprüfen lassen. Manches ist lächerlich.

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crazy_swayze 15.05.2016, 21:29
66. Druck

Im Artikel steht, Frauen stünden unter Druck, Vollzeit zu arbeiten und viel Zeit mit den Kindern zu verbringen.

War es nicht genau das, was sie wollten? Wofür der Feminismus auf die Straße ging und gekämpft hat?

Und nun ist es doch wieder falsch? Richtig machen kann man es wohl nicht.

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zerberus und co. 15.05.2016, 21:30
67. Ihre Dienstvorstellung ist ein Teil des Problems und treibt Eltern auf die Palme

Zitat von dickebank
Die dauert mehrere Nachmittage, glauben Sie mir. Es geht nämlich, wenn Noten angefochten werden erst einmal darum, die erforderliche Arbeit in die Finger zu bekommen.(...) Die Zeit außerhalb des Unterrichtes muss außerhalb der Schule, die eben nur für den Schulleiter und den Abwesenheitsvertreter Dienststelle ist, verbracht werden, da es dort keinen Arbeitsplatz gibt.
Ich habe nicht den geringsten Grund; Ihnen nicht zu glauben ..... denn so umständlich und unprofessionell, wie Sie den Vorgang hier beschreiben, muss man Ihnen einfach glauben, dass Sie mehrere Tage für einen Bericht von max. 1 bis 2 Seiten benötigen. Das mag so sein, wenn man keine Ahnung von den rechtlichen Grundlagen seiner Tätigkeit hat; es ist aber Dienstpflicht, sich diese Kenntnisse zu verschaffen, um die dienstlichen Aufgaben zügig erledigen zu können.

Einem Schüler, der für die Hausaufgaben eines Tages drei Tage braucht, würde man ernsthaft den Wechsel der Schulform empfehlen.

Und ob für die Dienstzeit, die ein Lehrer nicht in der Schule verbringen kann oder muss, ein Dienstzimmer zur Verfügung steht oder nicht, ändert nichts daran, dass die Zeit außerhalb der Schule keine Freizeit ist.
Das haben Sie - auch da bin ich sicher - beim Anfertigen Ihrer Steuererklärung auch behauptet, indem Sie einen Teil Ihrer Wohnung - mit eben dieser Begründung! - als dienstlich genutzt steuerlich geltend machen .....

Lehrer wie Sie sind ein Teil des Problems ......

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dickebank 15.05.2016, 22:06
68.

Zitat von zerberus und co.
Ich habe nicht den geringsten Grund; Ihnen nicht zu glauben ..... denn so umständlich und unprofessionell, wie Sie den Vorgang hier beschreiben, muss man Ihnen einfach glauben, dass Sie mehrere Tage für einen Bericht von max. 1 bis 2 Seiten benötigen. Das mag so sein, wenn man keine Ahnung von den rechtlichen Grundlagen seiner Tätigkeit hat; es ist aber Dienstpflicht, sich diese Kenntnisse zu verschaffen, um die dienstlichen Aufgaben zügig erledigen zu können. Einem Schüler, der für die Hausaufgaben eines Tages drei Tage braucht, würde man ernsthaft den Wechsel der Schulform empfehlen. Und ob für die Dienstzeit, die ein Lehrer nicht in der Schule verbringen kann oder muss, ein Dienstzimmer zur Verfügung steht oder nicht, ändert nichts daran, dass die Zeit außerhalb der Schule keine Freizeit ist. Das haben Sie - auch da bin ich sicher - beim Anfertigen Ihrer Steuererklärung auch behauptet, indem Sie einen Teil Ihrer Wohnung - mit eben dieser Begründung! - als dienstlich genutzt steuerlich geltend machen ..... Lehrer wie Sie sind ein Teil des Problems ......
Und das Beste ist, Sie müssen mich bezahlen. Da kommt doppelte Freude auf.

Im Grunde haben Sie überhaupt nicht verstanden, warum es mir bei meiner Schilderung geht. Schule ist der letzte Scheiß, vor allem seit die beteiligten durch Eltern, Rechtsbeistände und Gerichte gezwungen worden sind, jedwede Entscheidung justiziabel zu treffen. Das Problem ist nur, dass erwartet wird, dass Schule bzw. die Lehrer die Schüler individuell fördern udn beraten. Gleichzeitig sollen sie aber ihre Entscheidungen an Rechtsnormen ausgerichtet für alle gleich treffen.

Wer hat Ihnen eigentlich gesagt, dass eine Stellungnahme, die eine versetzungsrelevante Note begründen soll ein Dreizeiler ist? Die innerbehördliche Stellungnahme ist mehrseitig, einschließlich der beizulegenden Kopien ist das ein 20 bis 30 seiten umfassender Vorgang. Das, was die Eltern als Verfügung seitens der Schulaufsicht nach Abstimmung mit ihrem Rechtsdezernenten, der gleichzeitig der Disziplinarvorgesetzte der Lehrer ist, zugestellt wird, ist allenfalls ein Auszug dieses Vorganges.

Übrigens die Kosten für den häuslichen Arbeitsplatz, können Lehrer steuerlich ansetzen. Nur Sie scheinen das mit einer Vollkostenerstattung zu verwechseln. Es hat doch Gründe, warum Lehrer an Schulen keine Präsenspflicht und somit auch vollausgestattete Büroarbeitsplätze einschließlich Ablagemöglichkeiten haben.

Im übrigen bin ich Tarifbeschäftigter und habe keine Dienstzeiten. Und anders als in anderen Teilen des ÖD muss ich als Tarifbeschäftigter die gleiche Wochenstundenzahl wie die Beamten arbeiten. Sie hätten richtig Spaß würde ich nach 38.5 Stunden den Griffel hinschmeißen.

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carlitom 15.05.2016, 22:23
69.

Zitat von pethof
Vor langer Zeit waren Lehrer noch Respektpersonen, von den Eltern unterstützt. Wenn das Kind jammernd nach Hause kam, um sich über die Lehrerin zu beschweren, hieß es: „Mach, was die Lehrerin gesagt hat. Sie hat Recht!“ Die Lehrer hatten Möglichkeiten – moralische und auch juristische – ihre Meinung durchzusetzen und die Klassen zu disziplinieren. Heute ist das absolute Gegenteil der Fall. Frech, respektlos und faul ist die neue Kindergeneration (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Welche Mittel hat ein Lehrer, dagegen vorzugehen? Keine. Allgemeine Gleichgültigkeit und Resignation, Frühverrentung und Burnout sind die Folge. Gefördert wird diese Entwicklung durch hysterische Eltern-Besserwisser, die davon überzeugt sind, einen zukünftigen Nobelpreisträger bei sich zuhause zu beherbergen (erziehen ist wohl des falsche Begriff). Und unser Rechtssystem macht es möglich, dass solche paranoide Hysteriker –mögen sie auch nur in der Minderheit sein – das ganze Bildungssystem demontieren.
Eine perfekte und zutreffende Beschreibung der Situation. Die Lehrer sind tatsächlich nicht zu beneiden. Und alle, die hier so pöbeln, wie bequem es Lehrer haben und wie wenig zu tun und welche Willkür sie offenbar anwenden dürften, würden einen Teufel tun und mit diesen Lehrern tauschen wollen, die ihre ungezogenen Gören zum Lernen bringen müssen, während die Eltern ständig dagegen anarbeiten anstatt zu kooperieren.

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