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Personalmangel: Hunderte Schulen haben keinen Direktor
DPA

In NRW ist jede neunte Rektorenstelle an Grundschulen unbesetzt, in anderen Bundesländern sieht es laut einem Zeitungsbericht ähnlich aus. Warum finden sich keine Interessenten? Gewerkschafter glauben, den Grund zu kennen.

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spiegel-kommentar 04.05.2014, 16:49
190. Überflüssig

Zitat von TS_Alien
Natürlich ist das Arbeit. Gymnasiallehrer machen das meiste davon auch. Und glauben Sie mir: Das Korrigieren einer Oberstufenkursarbeit ist sicher wesentlich mehr Arbeit als das Korrigieren einer Grundschulklassenarbeit. Und dann kommt noch praktisch jedes Jahr das Abitur hinzu. Insofern ist es tatsächlich berechtigt, nicht nur die reine Unterrichtsstundenzahl zu nennen, wenn es um die Arbeitsbelastung insgesamt und den Stundenlohn geht.
Als ehemaliger Berufsschullehrer (mittlerweile deutlich besser besoldeter Beamter in einem anderen Bereich, in dem ich noch dazu weniger arbeite) kann ich dazu nur sagen, die Diskussion ist überflüssig. Ob die Grundschullehrerin nun 2 Stunden mehr macht und dazu die ganzen pädagogischen Sonderspielchen für die lieben Kleinen oder der Gymnasiallehrer mal fachlich etwas tiefer einsteigt ist relativ egal. Ich hatte zu Schulzeiten immer meine gepflegte 40-Stunden-Woche - übers Jahr gerechnet, also incl. Ferien. Das Aufräumen und Putzen des (privat bezahlten...) Arbeitszimmers ist übrigens auch Arbeitszeit...
Ich beneide keinen Lehrer um seinen Job, beim Vergleich von Akademikergehältern sind Beamte insgesamt sicher nicht überbezahlt. Der Staat möchte qualifiziertes Personal, das gibt es nicht zum Gehalt eines Fließbandarbeiters.

Es steht übrigens jedem frei, Lehrer zu werden, außer natürlich, wenn man es moralisch nicht verantworten kann, so viel Geld für so wenig Arbeit und so viel Freizeit zu nehmen. Einfach Abitur machen, studieren, Referendariat ableisten und los geht es zu den lieben Kleinen und auf die gemütliche Hängematte...

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HankDuBois 04.05.2014, 16:53
191.

Zitat von rainer_daeschler
Mein Fehler, da sollte eigentlich stehen "Grund und Hauptschullehrer haben eine nur 1 jährige Ausbildungszeit. Sie machen also nur ein 1-jähriges Masterstudium statt 2, wie die Gymnasiallehrer (Bespiel: Hamburg, Niedersachsen und Berlin). Die Referendarzeit dauert in Berlin 12 Monate, statt 24 Monate. Sie habe also nur einen "kleinen Master" und sind deshalb im gehobenen Dienst.
Auch hier liegen sie wiedr falsch, und dass, obwohl Sie extra das Beispiel Hamburg anführen.
In Hamburg schliesst sich an den 3-Jahres-Bachelor noch der 2-Jahres-Master an.
Das Referendariat/der Vorbereitungsdienst dauert in den meisten Fällen 1,5 Jahre und wird derzeit in vielen Bundesländern auf 2 Jahre erhöht.
Ein kürzeres Mastestudium wird tatsächlich als Grund für eine geringere Bezahlung gewertet, dies erfolgt jedoch nit bundesweit.
Die Bundesländer besolden generell unterschiedlich.

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steueragent 04.05.2014, 17:07
192. Immer diese Äpfel mit Birnen Vergleiche

Das bringt nichts. Da gibt es nur eine Lösung: Beamtentum größtenteils abschaffen bis auf echte Kernbereiche wie Justiz, Polizei und ähnliche Bereiche. Das soll mir doch mal jemand erklären, warum ein Lehrer Beamter sein muss. Das Nettogehalt muss natürlich gleich bleiben aber Luxusaltersversorgung ist dann eben nicht mehr drin. Dann wäre endlich Schluss mit dieser Ungleichbehandlung

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Hollowmen 04.05.2014, 17:10
193. Brutto statt nett

Zitat von coolmccool
Ob hier mit Absicht der hohe brutto Lohn verwendet wurde?
Brutto ist ja wohl die einzig aussagekräftige Vergleichsgröße, da die Abzüge für den Nettolohn individuell unterschiedlich sind.

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pauker52 04.05.2014, 17:11
194.

Kleine Korrektur: Die Höchststufe bei A12 in NRW ist 12 nicht 15.
Ich habe in den frühen Achtzigern Maschinenbau studiert und bin dann nach wenigen Semestern zum Lehramtsstudium Primarstufe gewechselt. Habe vor kurzem einen Mitstudententen aus Maschinenbauzeiten getroffen. Wir haben uns nett unterhalten. Als ich dann sagte wie hoch mein Nettoeinkommen ist, hat er nur gelacht. Er hat fast doppelt so viel.Zum Thema: Die Schulleitung an Grundschulen hat das gleiche Problem wie Unteroffiziere bei der Bundeswehr. Druck von oben und von unten. Meine Chefin hat sicherlich eine 70 bis 80 Stunden Woche; die Sekretärin ist nur zwei Tage die Woche da, der Konrektor ist mit einer halben Stelle abgeordnet,die Inklusion soll gemacht werden, aber keiner weiß wie usw......Ich würde niemals eine Schule leiten wollen, selbst dann nicht, wenn es deutlich mehr Geld geben würde. Ist doch ein ganz anderer Beruf. Bin ein männlicher Grundschullehrer und die Arbeit mit den Kindern macht Spaß!

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dickebank 04.05.2014, 17:12
195. Oberste Schulbehörde

Zitat von katjanella
Wahrscheinlich tut man oder besser hier frau sich das Grundschulleitungsamt nur an, wenn höheres wie etwa karriereförderlicher Wechsel in ein KuMi im Sinne steht. Alleine die beiden hier nächsten Grundschulen hatten solche Leitungen; Eltern und Kinder waren dann immer höchst "begeistert" gewesen von der unverbindlichen, empathielosen, stets und bei allen Handlungen/Entscheidungen auf den späteren Wechsel bedachten Leitungsarbeit der Damen gewesen. Wenn dann nur derlei Karrieristen sich das Amt antun wollen, stimmt was nicht im "Bezahlungs"- und Aufgabenverteilungssystem.

Von der GS zum Schulministerium geht nicht. In der Obersten Schulbehörde eines Landes gibt es auf der fachebene keine Dienstposten des gehobenen Dienstes. Eine GS-Rektorin mit A12Z müsste erst einmal in die Nähe einer A15 besoldeten Stelle kommen, um dort eingesetzt werden zu können.

Allenfalls ist eine Verwendung als Schulrätin bei der kommunalen Schulaufsicht (Landkreis) machbar. Selbst bei der Schulaufsicht des Regierungsbezirks wird es keine Verwendung geben, da fangen die Dezernenten auch erst ab A15 (RSDir) an.

Die wenigsten wollen es nicht in ihre Gedankenwelt einbauen, für Lehrer ist die Anfangsbesoldungsstufe gleich der Endbesoldungsstufe - A12 for ever. Der überwiegende Teil der Dienstposten an Schulen liegt jenseits der Gymnasien, Berufskollegs und Förderschulen. Dies sind A12 besoldete Stellen mit der Bezeichnung Lehrer. A13 mit Ratszulage gibt es nicht an Grund-, Haupt- und Realschulen. An großen Realschulen hat hat evtl. die Schulleitung A14 mit Leitungszulage. Die an einer RS eingesetzten Lehrer haben nur A12 und das gleiche Studium wie die Grundschulrektorin.

Btw Grund-, Haupt- und Realschulen haben Grundsätzlich keinen Direktor (StD und OStD), da diese Dienstbezeichnung nur im höheren Dienst vorkommt. Deshalb werden die Schulleitungen dieser Schulformen als Rektoren bezeichnet.

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bökelmann 04.05.2014, 17:12
196.

Zitat von grandpalais
....mißbraucht, um einen niedrigen Verdienst vorzutäuschen. Man beachte bitte: bei Beamten ist Brutto fast Netto.
Na klar, Beamte zahlen ja keine Steuern. Sie sollten nicht posten, wenn Sie von keinerlei Ahnung beleckt sind und nur Ihre Vorurteile rauskotzen.

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elizar 04.05.2014, 17:14
197.

Zitat von steueragent
Das bringt nichts. Da gibt es nur eine Lösung: Beamtentum größtenteils abschaffen bis auf echte Kernbereiche wie Justiz, Polizei und ähnliche Bereiche. Das soll mir doch mal jemand erklären, warum ein Lehrer Beamter sein muss. Das Nettogehalt muss natürlich gleich bleiben aber Luxusaltersversorgung ist dann eben nicht mehr drin. Dann wäre endlich Schluss mit dieser Ungleichbehandlung
Haben Sie den Fehler entdeckt? Hier ist er: "Das Nettogehalt muss natürlich gleich bleiben"
Das wird aber kein Politiker machen, da es Karriereselbstmord wäre. 1. Ist es nicht bezahlbar (die Pensionen zahlen ja erst die folgenden Generationen, wenn der Politiker nicht mehr im Amt ist), 2. wird dann der Lehrermangel im besagten Bundesland wieter steigen, als es sowieso schon in vielen Ländern der Fall ist.
Fairer wäre es aber allemal. Das Problem steckt aber im System. Und das will der Politiker nicht ändern.

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dickebank 04.05.2014, 17:14
198. Eignung und Befähigung

Zitat von evilbernd
sind Sie kein Lehrer? Bitte zügig und ausführlich antworten. Bin gespannt, welche Ausreden jetzt kommen.
Wer beides nicht nachweisen kann hat keine Chance.

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holdefee 04.05.2014, 17:15
199. Nicht nur bei den Lehrern

Zitat von Kurt Kraus
Alles, was schiefgeht, landet auf dem Tisch des Schulleiters. Die Kompetenzen, etwas zu verändern, insbesondere die Personalverantwortung, liegen aber bei der Schulbehörde. Diesen Frust tut sich für das bißchen mehr Geld keiner an, der den Laden kennt.
Als Mitarbeiterin der Verwaltung frage ich mich auch, warum ich für ein paar Euronen mehr die komplette Verantwortung und den ganzen Ärger übernehmen soll. Es lohnt sich aus meiner Sicht einfach nicht. Eine oder zwei Besoldungsgruppen mehr sind einfach zu wenig Anerkennung, wenn ich mich behördenintern um die Stelle einer Sachgebietsleiterin bewerben würde. Außerdem schlägt dann noch die Steuerprogression zu und so lass ich es.

Effizient arbeiten bedeutet für mich, dass die eingesetzten Mittel (meine Arbeitskraft) in einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis zu meinem Einkommen stehen müssen. Das ist auch bei Mitarbeitern in der öffentlichen Verwaltung häufig nicht der Fall.

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