Forum: Leben und Lernen
Personalmangel: Wie der Staat den Privatschulen die Lehrer abjagt
Getty Images

Verbeamtungen, Sonderzahlungen, höhere Gehälter: Wegen des Lehrermangels kämpfen die Länder untereinander um Pädagogen. Doch Privatschulen gehen dabei häufig leer aus - und fürchten nun um ihr Personal.

Seite 11 von 12
Pless1 03.12.2018, 17:17
100.

Zitat von max-mustermann
Joa in der Theorie sicher aber in der Praxis sind mir, bis auf wenige Branchen sowie selbstverständlich in den Chefetagen der Firmen, nirgendwo gigantische Lohnzuwächse in Deutschland aufgefallen.
Da schauen Sie aber nicht richtig hin! Selbst, wer in seinem bisherigen Unternehmen gebliben ist und weiter die gleiche Stelle inne hat, hat doch in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Wer sich zu verkaufen weiß und bei guten Angeboten auch den Mut hat, zu wechseln konnte in sehr vielen Branchen seinen Verdient deutlich mehr verbessern, in vielen Bereichen auch verdoppeln.

Für Stellen in meinem Bereich, die noch vor wenigen Jahren bei 45.000 bis 50.000 Euro pro Jahr lagen finden Sie heute null Bewerbungen, wenn Sie nicht 60 bis 65.000 bieten.

Selbst der Bauhelfer, der vor Jahren noch 12-15 Euro die Stunde bekam winkt heute ab, wenn nicht 20 bis 25 Euro aufgerufen werden!

Dass das noch nicht jeder Personaler mitbekommen hat ist richtig, die werden dann eben am Markt nicht bestehen.

Beitrag melden
Kurt-C. Hose 03.12.2018, 17:45
101.

Zitat von max-mustermann
Tut mir leid aber da musste ich jetzt doch mal herzhaft lachen. Das hat zwar nicht direkt mit den Privatschulen zu tun aber die Kirche ist mit Abstand das best organisierte und älteste gewinnorientierten Unternehmen auf diesem Planeten.
Dann lachen Sie über ihre eigene Unwissenheit.
Die kirchlichen Schulen werden von den Kirchen mit riesigen Zuschüssen am Leben gehalten. Da der Staat nur ca. 60% der Kosten trägt, und das Schulgeld nie die 40% Restkosten deckt (wenn Sie der Mathematik mächtig sind, können Sie das bei etwa 9.000 Euro pro Kopf und Jahr im Durchschnitt selber ausrechnen), wenn das Schulgeld bei 50-100 Euro liegt. Da müsste das Schulgeld nämlich bei rd. 300 Euro pro Monat liegen.
Aber mit einem gerüttet Maß an Vorurteilen lebt sich's halt fröhlicher als mit nüchterner Sachkenntnis.

Beitrag melden
Kurt-C. Hose 03.12.2018, 17:54
102.

Zitat von uezegei
... wird doch hier nur folgerichtig angewandt. Hohe Nachfrage=hohe Löhne oder Anreize, da müssen die Privatschulen halt mehr zahlen, die Klientel wird sich ein paar tausend Euro mehr im Monat für ihre verwöhnte Nachkommenschaft schon leisten können.
Genau, weil die polnische oder senegalesische Auswandererfamilie, die ihr Kind gern auf eine katholische Schule schicken möchte, natürlich "ein paar Tausend Euro im Monat für Ihre verwöhnte Nachkommenschaft schon leisten" kann. Sie haben eine ziemlich bornierte Sicht auf die Welt.
Nur so für Sie zum mitdenken: Das durchschnittliche Schulgeld für eine katholische Schule in Hamburg liegt bei 45 Euro im Monat. Sviel zum Thema "Luxus" und "verwöhnte Nachkommenschaft".

Beitrag melden
Orthopäde 03.12.2018, 18:03
103. Jaja, das liebe Geld

Was ist von Pädagogen zu halten, die wegen ein paar hundert Euros mehr unter Tränen ihre bislang geliebte Schule verlassen?

Beitrag melden
stefangr 03.12.2018, 18:09
104. mir kommen die Tränen

Die armen Lehrer in Privatschulen, jetzt müssen sie auch noch die Arbeitslosenversicherung extra zahlen und bekommen viel weniger Pension. Na ja, die armen Eltern, die jetzt eventuell mehr zahlen müssen, sind in der Regel priviligiert, die schaffen das schon mehr zu zahlen. Und das Argument, die Kinder müssten weiter pendeln, das müssen die Eltern auch, ja keine Tränen.

Beitrag melden
teacher20 03.12.2018, 18:36
105.

Sicher ist es falsch, alle Privatschulen in einen Topf zu werfen, wie es hier häufig geschieht. Da gibt es solche in kirchlicher Trägerschaft, die sehr moderate Kosten erheben, aber auch solche, deren Schülerklientel tatsächlich aus den finanziell gut ausgestatteten Elternhäusern kommt.
Die Abschaffung der Privatschulen zu fordern bei gleichzeitigem "Glattbügeln" des gegliederten Schulsystem zum pädagogogischen Einheitsbrei der Gesamtschulen bedeutet die alte sozialistische Leier zu spielen.
Interessanterweise kenne ich eine Menge angegrünter Verfechter der Gesamtschule, die ihre eigenen Kinder auf staatliche Gymnasien schickten, oder, wenn dort die "ethnische Durchmischung" zu weit fortgeschritten war, gleich auf eine Privatschule mit angeschlossenem Internat.
Zur Begründung mussten "ungünstige Schulwege zum nächstgelegenen staatliche Gymnasium" herhalten oder das Bestreben, die nicht von früheren Klassenkameraden trennen zu wollen, die hier die ausgewählte Privatschule besuchten.

Beitrag melden
Greenowl 03.12.2018, 18:51
106. Nicht unbedingt

Zitat von maria3333
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Privatschulen bekommen immer nur die "Reste" der Lehrer ab, also die, für die die staatlichen Schulen keine Verwendung haben.
Eine Ausnahme könnten hier Waldorfschulen sein. Dort unterrichten viele Lehrer/innen aus Überzeugung, die eigentlich auch an Staatsschulen gehen könnten, teils sogar an Gymnasien.
Wir hatten einen der besten Deutsch- und Geschichtslehrer überhaupt (verglichen mit Erfahrungen, die andere an staatlichen Schulen machten), dazu einen sehr anspruchsvollen Englischunterricht (keiner der Klasse hatte am Ende im Abitur weniger als 05 Punkte, zwei hatten 15 Punkte) und eine Mathelehrerin, die zur Not auch zum x-ten Mal erklärte, weil ihr wirklich daran lag, das alle (!) den Stoff zumindest grundsätzlich verstanden.
Alle diese Lehrkräfte und weitere hatten sich aus Überzeugung entschieden, nicht in den Staatsdienst zu gehen. Trotz geringerer Bezahlung.

Beitrag melden
isi-dor 03.12.2018, 18:53
107.

Zitat von teacher20
Sicher ist es falsch, alle Privatschulen in einen Topf zu werfen, wie es hier häufig geschieht. Da gibt es solche in kirchlicher Trägerschaft, die sehr moderate Kosten erheben, aber auch solche, deren Schülerklientel tatsächlich aus den finanziell gut ausgestatteten Elternhäusern kommt.
Privatschulen gibt es, damit auch dem dümmsten Bonzenkind noch ein Abschluss gekauft werden kann. Einen anderen Existenzgrund kann ich nicht sehen. Das staatliche Schulsystem ist weit besser und hat die besseren Lehrer.

Beitrag melden
Rick73 03.12.2018, 19:13
108. Privatschulen dürfen keine Gewinne erzielen

Es ist schon beinah erbärmlich welche Vorstellung manch ein Forist von Privatschulen hat. Es gibt hier Unterschiede:
Ersatzschulen sind die in freier Trägerschaft Zuschüsse vom Staat für den Schületkostendatz an einer vergleichbaren Schule erhalten. In der Regel sind diese je nach Bundesland und Schulzweig auf 60-80 % gedeckelt. Um auf den vollen Schülerkostensatz zu kommen dürfen diese Schulen Schulgeld erheben um ihre Betriebskosten einzufahren. Da es nur für Personalkosten Zuschüsse gibt leiden oftmals die Gehälter der Lehrkräfte da der Betrieb häufig teuer ist und nicht gefördert wird. Diese Schulen dürfen staatliche Abschlüsse vergeben.
Ergänzungschulen sind private Berufskollegs und Schulen der Primärstufe diese erhalten keinen Zuschuss und müssen sich zu 100% selbst finanzieren.
Ausnahmslos alle Schulen stehen unter staatlicher Aufsicht und dienen der Bildung ergo sie dürfen per Gesetz kein gewinnbringendes Unternehmen sein jedoch Rücklagen für schlechte Zeiten aufbauen.
Häufig finden sich an Privatschulen sehr gebildete und erfahrene Lehrkräfte die reichlich Fachwissen und Lebenserfahrung mitbringen. Um vom Staat die Unterichtsgenehmigung zu erhalten muss der Abschluss mindestens dem eines Examinierten Lehrers gleichwertig sein und zusätzliche freie Leistungen im Fach Pädagogik erbracht sein sofern das 2. Staatsexamen Lehramt nicht vorliegt. Das bedeutet für einen promovierten Physiker 11 Jahre Regelstudienzeit + ein Jahr Annerkennungsjahr. Dieser Mensch bringt nicht nur sein Fachwissen ein sondern sehr häufig seine Berufserfahrung. Im übrigen müssen alle Privatschulen mindesten einen Lehrkörper vorweisen indem 1/3 der Lehrer das Staatsexamfn inne haben sofern sie hiesige Bildungsabschlüsse anbieten und staatlich anerkannt werden sollen.

Beitrag melden
vonlipwig 03.12.2018, 20:55
109.

Ich habe gerade mal das Schulgeld für ein Privatgymnasium im Nachbarort gegoogelt: Ca. 700 Euro für "Tagesschüler", ca. 2200 Euro für das Internat, beides pro Monat.
Bei diesen Beträgen sollte der Träger die Lehrer doch angemessen bezahlen können.

Beitrag melden
Seite 11 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!