Forum: Leben und Lernen
Petition in Baden-Württemberg: Eltern wollen spätere Einschulung ihrer Kinder
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Der Nachwuchs soll nicht schon mit knapp sechs Jahren in die Schule kommen - das verlangen rund 25.000 Unterstützer einer Online-Petition in Baden-Württemberg. Sie argumentieren dabei höchst emotional.

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jensruminy 03.06.2019, 20:27
10. Welch ein Gejammer

Tut mir leid, aber da sind die Geschwister der Impfgegner unterwegs. Wo ich wohne, entscheidet das Kalenderjahr, also Stichtag 31.12., und alle sind glücklich. Das Thema stellt sich auch deshalb nicht, weil sowieso alle Kinder vorher zusammen im Kindergarten waren und im letzten Kindergartenjahr schon in kleinen Projekten an das Schulleben herangeführt wurden.
Bildung sollte als etwas Positives aufgenommen werden, also Eltern sich darauf freuen, dass die Kinder in die Schule kommen. Und auch die Gesellschaft/der Staat sollte sich darauf freuen und deswegen die Schulen so ausstatten, dass lernen Spaß macht, d.h. kleine Klassen ermöglichen. Dann wollen die Kinder von sich aus in die Schule, und wir sollten ihren Wissensdrang nicht hindern!

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großwolke 03.06.2019, 20:28
11. Ja und nein

Zitat von gratiola
Ich war vor 58 Jahren heil froh in die Schule zu kommen, - mit knapp 6. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß inzwischen Schule und Leistung als Teufelswerk betrachtet wird. Wer nicht Lesen und Schreiben lernen will holt sich das Legastenikerabitur, d. h. es soll alles nach Lust und Laune bzw. besser nach Unlust mit Bestnoten belohnt werden. Am Ende haben wir es mit geistig undifferentierten Erwachsenen zu tun. Für mich bleibt es dabei. Am Besten mit 4 bis 6 schon mal das kleine Einmaleins und Alphabet. Keine Anschreibtafeln, kein Schreiben nach Gehöhr und Frontalunterricht. Der Lehrer ist der "Chef" und die Kinder bekommen die Lernrichtung vorgegeben bei einem Lärmlegel ist wesentlich unter 50 dB zu halten.
Technisch gesehen haben Sie recht, es ist wichtig, Kinder rechtzeitig auch mit gewissen Härten zu konfrontieren, damit sie die nötige Widerstandskraft fürs Leben entwickeln (neudeutsch: Resilienz). Andererseits ist das vorliegende Thema vielleicht nicht geeignet zu einer Generalabrechnung mit der vermeintlich fortschreitenden allgemeinen Verweichlichung. Unter sechs ist für manche Kinder vielleicht wirklich noch zu früh. Zumal die Regelung, die hier für BaWü gefordert wird, ja anderswo längst gilt, unter anderem traditionell im kompletten Osten.

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dhrb 03.06.2019, 20:38
12. Ich bin seit 25 Jahren Grundschullehrerin

Der Stichtag 30. 6. ist der richtige. Jahrzehntelang galt das und war richtig. Es sollte jetzt auch wieder in ganz D gelten. Vor allem die Jungs, die erst im Juli, August oder gar September 6 Jahre alt werden, tun sich in aller Regel erst mal schwer in der Schule, Feinmotorik, Konzentration, emotionale Stabilität ...spielen oft noch nicht recht mit. Wenn dann noch sprachliche Schwierigkeiten dazu kommen( andere Muttersprache und/oder sprach"faul"), macht es gar keinen Sinn mehr.

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andre_36 03.06.2019, 21:08
13.

Was ist denn daran "hochemotional"? Wenn man rational an das Thema geht, muss doch erst mal jemand die Frage beantworten, warum Kinder so früh eingeschult werden müssen (!). Hinzu kommt die Verkürzung der Schul- und Studienzeit durch G8 und Bachelor. Die Qualität wurde immer schlechter, aber dafür sind die jungen Leute bereits mit 20 Jahren fertig studiert. Und wofür? Das waren alles Reformen auf Wunsch von Industrie und Wirtschaftslobby, die jetzt aber gemerkt haben, dass sie damit eine Generation herangezogen haben, die wesentliche Defizite im Schulwissen aufweisen und frühzeitig zu Burn-Out neigen. Abgesehen davon verlieren die Kinder ein bis zwei Jahre ihrer unbeschwerten Lebenszeit, ohne Leistungsdruck. Das sind die Jahre in denen der Grundstein für eine widerstandsfähige und selbstbewusste Psyche gelegt wird.

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Seraphan 03.06.2019, 21:10
14. Wertvolle Zeit

Sprechen wir über Zuchttiere oder Kinder? Ein Kind hat von einem zusätzlichen Jahr sicherlich mehr, und kann dieses auch in den kommenden 75 Jahren locker wieder gut machen.

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andre_36 03.06.2019, 21:13
15.

Zitat von jensruminy
Tut mir leid, aber da sind die Geschwister der Impfgegner unterwegs. Wo ich wohne, entscheidet das Kalenderjahr, also Stichtag 31.12., und alle sind glücklich. Das Thema stellt sich auch deshalb nicht, weil sowieso alle Kinder vorher zusammen im Kindergarten waren und im letzten Kindergartenjahr schon in kleinen Projekten an das Schulleben herangeführt wurden. Bildung sollte als etwas Positives aufgenommen werden, also Eltern sich darauf freuen, dass die Kinder in die Schule kommen. Und auch die Gesellschaft/der Staat sollte sich darauf freuen und deswegen die Schulen so ausstatten, dass lernen Spaß macht, d.h. kleine Klassen ermöglichen. Dann wollen die Kinder von sich aus in die Schule, und wir sollten ihren Wissensdrang nicht hindern!
Ihrem zweiten Absatz stimme ich vollkommen zu. Die Realität sieht aber genau entgegengesetzt aus. Und solange Schule als Leistungs-Fabrik konzipiert und wahrgenommen wird, sollte man die Kinder nicht zu früh hineinzwingen.

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realist12345 03.06.2019, 21:26
16. Einheitlichkeit ist gefragt

Bildung sollte Bundessache und nicht Ländersache sein. Wer bei Schulbeginn nicht 6 Jahre alt ist, sollte nicht eingeschult werden.

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MaMei 03.06.2019, 21:28
17. Was sind die Folgen?

Völlig außer Acht werden die Folgen für die weitere Schulzeit gelassen.
Mit späterer Einschulung + flexibler Eingangsphase vergehen schnell zwei Jahre.
Das heißt, mit 16 in der 8. und mit 18 in der 10. Klasse.
Genau diese Eltern toben dann, wenn das Kind (Erwachsener) seine Lernkontrollen, Entschuldigungen und Zeugnisse selbst unterschreibt.
Ein weiterer Aspekt ist das Leben in der Schulklasse. Als Jugendlicher täglich mit Jüngeren zusammen zu sitzen, birgt einigen Sprengstoff, wie ich aus täglicher Erfahrung berichten kann.

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jowi.krause 03.06.2019, 21:46
18. Die meisten Kinder

sind in dem Alter neugierig uns wollen lernen. Schwierig ist nur, ihnen in einem 08/15 Schulsystem gerecht zu werden: Wenn der natürliche Wissensdurst durch Konformitätsdruck kaputt gemacht wird, wenn Kreativität als mangelnde Disziplin sanktioniert wird, dann wünscht man den Kindern, dass sie ein Jahr stabiler in die Schule kommen. Wenn die Schule anfangen würde, die Kinder dort abzuholen, wo sie in der Entwicklung grade sind, dann könnte das auch früher beginnen.
Wißbegierde fördern kann nicht früh genug beginnen, Schule als Zwangsanstalt so spät wie möglich.

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deufin 03.06.2019, 22:29
19. Kindergarten/Vorschulpflicht

Es wäre wesentlich sinnvoller, wenn man eine Kindergarten/Vorschulpflicht einführt, wo alle Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr rein müssen.
Dort wird dann spielerisch und ohne Druck die deutsche Sprache erlernt und vor allem ein sozialer Umgang beigebracht. Dies sind die aller wichtigsten zwei Dinge, die die Kinder für eine Einschulung benötigen.
In der ersten Klasse sollte jedes Kind problemlos deutsch sprechen und verstehen können. Alles andere hält nur den Unterrichtsbetrieb auf und stört alle Beteiligten. Und Kinder sollten auch die soziale Reife besitzen, um für 4-6 Stunden in einem Klassenzimmer zu sitzen und dem Lehrer Aufmerksamkeit zu schenken.
In Absprache mit den Erziehern können die Eltern dann wesentlich besser entscheiden, ob das Kind nun mit knapp 6 Jahren oder erst ein Jahr später eingeschult werden.

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