Forum: Leben und Lernen
Petition in Baden-Württemberg: Eltern wollen spätere Einschulung ihrer Kinder
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Der Nachwuchs soll nicht schon mit knapp sechs Jahren in die Schule kommen - das verlangen rund 25.000 Unterstützer einer Online-Petition in Baden-Württemberg. Sie argumentieren dabei höchst emotional.

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g_bec 04.06.2019, 10:51
40. Stimmt.

Zitat von carlitom
. Langeweile macht die meisten Kinder normalerweise kreativ. ..
Stimmt. Aber die Ausdrucksformen solcher Kreativität aus Langeweile münden fast immer in sogenannte Verhaltensoriginalität. Doof für die anderen Kinder, zumal ja gerade in der Lebensperiode diese Verhaltensoriginalität auch meist noch mit körperlicher Überlegenheit einhergeht. Aber das Kindchen ist doch sooo lieb und nur unverstanden.

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cleo345 04.06.2019, 11:40
41. Abhängig vom Kind

Ich war damals Kann Kind. Hätte im September eingeschult werden können mit 5. Meine Eltern haben entschieden dass das nicht gut ist und ich erst mir fast 7 eingeschult werden soll.

War für mich eine totale Fehlentscheidung. Ich hab mich das letzte Jahr im Kindergarten gelangweilt und in der Schule ging mir alles zu langsam. Habe mir dann nach 3 Wochen Schule selber Sachen beigebracht und war der Klasse schnellin fast allen Fächern ein halbes Jahr voraus.
Hätte ich nicht eine sehr engagierte Mathe Lehrerin gehabt die mir zusatzaufgaben gegeben hätte hätte ich vermutlich die Lust auf Schule verloren.

Überspringen war bei uns an der Grundschule auch nicht vorgesehen.

Mein Bruder hingegen kam mit 6 Jahren und 5 Monaten in die Schule und für ihn war es zu früh. Er musste die 2. Klasse wiederholen damit er mitkam.

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Hirschkuh 48 04.06.2019, 12:18
42. Ich verstehe nicht

warum ein Kind wegen seiner angeblich nicht ausreichenden Entwicklung 1 Jahr später erst zur Schule geschickt wird, aber G8 Turboabi machen soll.

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sarang he 04.06.2019, 13:37
43.

Mein Kleiner kam mit 6 (noch dazu Augustkind) in BW in die erste Klasse. Wäre auch kein Problem gewesen, wenn nicht gute 3/4 der restlichen Klasse aus zurückgestellten Kindern bestehen würde, die bis zu 2 Jahren älter sind. Rein vom Lernstoff kein Problem, aber sonst ...

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HansMicha 04.06.2019, 14:04
44. Jedes Kind ist anders!

So subjektiv und einseitig in den Schlussfolgerungen viele Kommentare hier sind, eines machen sie in der Zusammenschau sehr deutlich: Jedes Kind ist anders! Die Einsicht, dass jedes Kind "individuell gefördert" werden muss, setzt sich allmählich durch. Das aber ist mit den bestehenden Strukturen und Personalschlüsseln nicht zu schaffen. "Angebote" (an denen die Kinder gezwungen werden teilzunehmen) in der Kita und stundenplangebundener Unterricht in der Schule behindern Kinder unter dem Strich mehr beim Lernen als dass es ihnen nutzt. Kinder sollten - in Kita und Schule! - frei entscheiden können, womit sie sich beschäftigen, dann können sich die pädagogischen Fachkräfte auf die Kinder konzentrieren, die aktuell Unterstützung und Förderung wünschen oder benötigen. Dazu bedarf es freilich völlig neuer Strukturen, doch die "Bildungswende" wird - wie z.B. auch die Energiewende - in Deutschland seit Jahrzehnten wider besseres Wissen versäumt und blockiert.

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frenchie3 04.06.2019, 14:47
45. Als unsere Tochter in den Kindergarten kam

haben wir gefragt wie das mit Schreiben lernen ist. Auweh, Hexenwerk, zu jung und bla bla. Wir haben uns dann das Spiel "Lapin malin" gekauft, hier geht es lustig zu mit Schreiben, Lesen und Rechnen für Kinder ab drei Jahren. Glücklicherweise, denn bei der Einschulung nach dem Umzug nach Frankreich wäre sie die Klassenanalphabetin gewesen. Wenn ich immer lese wie die armen Kinder in Deutschland vor der Bildung geschützt werden wundert mich vieles nicht mehr

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demokrit2012 04.06.2019, 15:32
46. Prinzipiell...

... stimme ich einer flexibleren Einschulung zu. Allerdings sind meiner Erfahrung nach da eher die Eltern das Problem und Ihren Kindern nicht förderlich. In Hessen scheint es hier eine recht hohe Tolleranz bei "Kann-Kinder" mit Geburtstag z.B. im Juli zu geben. Und bei allen - wo sich die Eltern nicht für eine Einschulung entschieden haben - ist im Kindergarten dann doch eine wirklich hohe Langweile und Unterforderung zu merken. Kinder mit fast sieben sind in der Regel völlig unterfordert, wenn sie dann im Sandkasten mit Dreijährigen zusammen spielen. Daher halte ich die Petition für bedenklich.
Überdenken sollte man vielleicht ob ein Amtsarzt wirklich schon fast 1,5 Jahre vor der Einschulung sagen kann, dass das Kind in 1,5 Jahren dann schulreif ist^^ (Die Untersuchung war bei unserer Tochter jetzt kurz nach dem 5. Geburtstag). Zudem wäre ein fließenderer Umgang in die Schule wünschenswerter. Mit knapp fünf Jahren saugt sie aktuell alles was mit Buchstaben und Englischer Sprache zu tun hat, mit voller Begeisterung in sich auf. Alles was mit Vorschule zu tun hat, wird gnadenlos durchgearbeitet. Leider gibt es nur sehr wenig Angebote um diese Begeisterung weiter zu fördern...

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cobaea 04.06.2019, 16:47
47.

Zitat von MagittaW
Was BaWü sich bei der Regelung 30.September gedacht hat erschließt sich mir nicht. Die wenigsten Kinder gehen in BaWü in den Kindergarten, die wenigsten dürften mit knapp 6 Jahren schulreif sein. Entsprechend dürfte das Niveau in der 1. Klasse sein...
Wenn sich Ihnen nicht erschliesst, was sich Ba-Wü "gedacht hat", kann Ihnen geholfen werden. Baden-Württemberg hat sich gedacht, dass der 30. September nah am tatsächlichen Einschulungstermin liegt, denn in Ba-Wü enden die Sommerferien (wie in Bayern) erst Mitte September. Die Erstklässler werden üblicherweise etwa eine Woche bis zehn Tage nach Schuljahresanfang eingeschult - also irgendwann zwischen dem 20. und 25. September. Übrigens besuchen in Ba-Wü etwa 90% der über Dreijährigen einen Kindergarten. Ihr Argument, die meisten Kinder könnte ja nicht schulreif sein, weil so wenige den Kindergarten besuchten, ist damit hinfällig. Anscheinend sind die meisten Kinder tatsächlich schulreif. (Gäbe es Bedenken z.B. von Seiten der ErziehrInnen) würde man die Kinder dem Amtsarzt vorstellen.
Aber man könnte es den Eltern ja einfacher machen, ihre Kinder ein Jahr zurückstellen zu lassen - diese sollten nur nachher dann nicht klagen, dass ihre Kinder ja so alt würden, bis sie aus der Schule kommen.

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cobaea 04.06.2019, 16:53
48.

Zitat von dhrb
Der Stichtag 30. 6. ist der richtige. Jahrzehntelang galt das und war richtig. Es sollte jetzt auch wieder in ganz D gelten. Vor allem die Jungs, die erst im Juli, August oder gar September 6 Jahre alt werden, tun sich in aller Regel erst mal schwer in der Schule, Feinmotorik, Konzentration, emotionale Stabilität ...spielen oft noch nicht recht mit. Wenn dann noch sprachliche Schwierigkeiten dazu kommen( andere Muttersprache und/oder sprach"faul"), macht es gar keinen Sinn mehr.
Gab's mal einen einheitlichen Stichtag für ganz Deutschland? Kann ich mir gar nicht vorstellen, so unterschiedlich, wie die Schuljahre beginnen. Ich versteh die Aufregung nicht - wenn das eigene Kind noch nicht schulreif ist, kann man es auch in Ba-Wü relativ einfach ein Jahr zurückstellen lassen - und für alle anderen passt das Stichdatum zum späten Schuljahresbeginn in Ba-Wü. Zu meiner Zeit wurde man übrigens nach Ostern eingeschult und das Stichdatum war der 15. April. Das war etwa gleich knapp an der Einschulung, wie der 30. September - da das Schuljahr in Ba-Wü erst Mitte September beginnt und das Einschulungsdatum nochmal mindestens eine Woche später liegt.

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cobaea 04.06.2019, 17:00
49.

Zitat von carlitom
Da in Baden-Württemberg der Stichtag 30.9. und das Ende der Sommerferien meist Mitte September ist, ist das dort zwar so. Aber die Probleme entstehen, weil manche eben gerade erst 6 geworden sind, während andere fast 7 sind. Das ist ein großer Unterschied.
Das lässt sich auch mit einem anderen Datum und in einem anderen Bundesland nicht ändern. Die Ältesten in einer Klasse sind diejenigen, die knapp nach dem Stichdatum des vorigen Schuljahres 6 wurden, die Jüngsten sind die, die am Stichdatum des laufenden Jahres 6 Jahre alt werden. Da liegt immer ein Jahr dazwischen. Und zwar nicht nur in Ba-Wü, sondern überall und zu jedem Datum. Die Jüngste bei meiner Einschulung hatte einen Tag nach dem Stichdatum den 6. Geburtstag, die Älteste war genau ein Jahr älter - und das ist Jahrzehnte her.

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