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Petition gegen "Grundschulabitur": "Mein Sohn hatte oft Bauchschmerzen und Kopfweh"
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Anfang Mai entscheidet sich für Viertklässler in Bayern, ob sie aufs Gymnasium dürfen. Das hängt vom Notenschnitt ab. Seit Jahren kritisieren Eltern den damit verbundenen Leistungsdruck - einer Mutter reicht es nun.

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gardinchen 09.05.2019, 13:04
30. Welches Gymnasium

Sogar, wenn mehrere Gymnasien zur Wahl stehen, wird es schwer. Nimmt man das, auf dem nur die wirklich guten Schüler landen oder meldet man zwar wohnortnah an, trägt aber das Risiko, dass dort die potentiellen Abbrecher der besorgten Mütter angemeldet werden.

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TUProf 09.05.2019, 13:30
31. Wirklich ungerecht?

Warum ist es per se ungerecht, wenn Kinder aus Akademikerhaushalten häufiger eine Gymnasialempfehlung erhalten? Ein perfekt gerechtes Ssytem könnte das gleiche Muster produzieren. Nimmt man an, dass erstens Intelligenz zu einem erhebichem Anteil vererbt wird und zweitens zu einem erheblichen Anteil ursächlich für den Schul- und Studienerfolg ist, wird der Studienerfolg der Eltern und der Schulerfolg der Kinder notgedrungen immer in einem statistischen Zusammenhang stehen.

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vorgespiegelt 09.05.2019, 13:32
32. Lustig, lustig

Kinder klagen über Schmerzen und Schlafstörungen

"Mein Sohn hatte oft Bauchschmerzen und Kopfweh", sagt Tews. "Ich habe zu ihm gesagt: Wenn dir das zu viel wird, hörst du auf zu lernen. Aber er wollte unbedingt die Empfehlung fürs Gymnasium schaffen. Er hat ja auch seinen Ehrgeiz." Andere Eltern hätten ihr von Schlafstörungen ihrer Kinder berichtet. Manch ein Viertklässler habe angefangen, an sich selbst zu zweifeln.

Warum wollte er unbedingt die Empfehlung fürs Gymnasium schaffen?
Weil er die Leistungseinstellung der Eltern übernommen hat?
Wäre es nicht besser, das Kind sagte zur Mutter: "Scheiß auf die Gymnasium-Empfehlung" ich mache lieber einen soliden Realabschluss (meinen Fähigkeiten entsprechend) und werde ein gefragter Handwerker?

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quader 09.05.2019, 13:55
33. Eltern raushalten aus der Schule

Natürlich wünschen sich Akademikereltern Kinder, die aufs Gymnasium gehen.
Das in der Schule außer Bildung eine Selektion stattfindet, auch schon oft gesagt.
Das Problem beginnt, wenn dann die Schule die Mitarbeit der Eltern einfordert.
Wenn erst der Einsatz der Eltern für die Kinder verlangt wird, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass einzelne Eltern diesen Einsatz leisten, bis zum Gericht gehen, um gute Noten einzuklagen.
Ich habe mal gehört, in Frankreich hätten Eltern in der Schule nichts zu suchen.
Da sind dann die Kinder so gut, wie sie eben sind, einzig aus eigenem Antrieb.

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Hohenlohe 09.05.2019, 14:36
34. Vergleich mit Finnland

Vor kurzem wurde ein interessanter Beitrag im Radio, SWR2 Wissen, gesendet, in dem das unterschiedliche Schulsystem zwischen Deutschland und Finnland dargestellt wurde. Hier ist der Link dazu:
https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/vorbildlich-das-finnische-schulsystem/-/id=660374/did=23715898/nid=660374/sdpgid=1671061/vv=standard/15iwgo6/index.html

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PeterMüller 09.05.2019, 15:36
35. Naja

" In Regionen mit vielen Akademikern sei auch der Anteil der Gymnasialempfehlungen hoch. Gebe es viele Familien mit Migrationshintergrund, sei der Anteil niedriger. Zehetleitner findet das ungerecht." Das hat erfahrungsgemäß wohl damit zu tun, wie sich die Eltern engagieren, ihre Kinder fördern und fordern (überfördern und überfordern?). Das ist in der Tat ungerecht, aber den Eltern anzulasten, sonst niemandem.

IN NRW gab es schon zu meiner Zeit eine Empfehlung der Klassenlehrer*in, für welchen Schultyp ein Kind am ehesten geeignet sei. Darin hat der Lehrkörper dann sein Wissen über das Kind auf den Punkt gebracht, vom Wissen, von der Lernfähigkeit, vom Stressverhalten, vom sozialen Verhalten, von der Resilienz etc. Daran können sich die Eltern halten, müssen sie aber nicht. Und nein, liebe Bayern, auch in NRW gibt es Schulen auf Weltniveau, auf gutem Niveau und bis hin zu schlechtem Niveau. Gerade im ländlichen Gebiet ist das Leistungsniveau nicht wirklich schlechter als in Bayern. In vielen sozialen Brennpunkten der Großstädte dagegen schon, aber NRW hat davon auch ein Vielfaches von Bayern. Wenn man das Niveau innerhalb Bayerns vergleicht, ergibt sich genauso ein Spread der Schuliniveaus.

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Doc Holmes 09.05.2019, 17:03
36. Früher Druck

Zitat von flohego
Dazu gehört es auch , dass man lernt mit Drucksituationen umzugehen, sich selbst realistisch einzuschätzen oder auch mit eigenen Fehlleistungen umzugehen und daraus zu lernen; je früher umso besser.
Finde ich nicht. Kinder sind Kinder und keine Erwachsenen. In allen Kulturen haben Kinder "Welpenschutz" und werden eben nicht denselben Situationen wie den Erwachsenen ausgesetzt.
Man muss sicher Schritt für Schritt vorgehen und parallel dazu auch das Selbstvertrauen stärken und darf sie nicht bis zum 18. Lebensjahr verhätscheln, um sie dann ins kalte Wasser zu schmeissen. Aber sie mit 10 Jahren schon einer u.U. lebensentscheidenden Situation auszusetzen, ist meines Erachtens eine klare Überforderung, die ihre Konsequenzen haben wird.

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Dornröschen R. 09.05.2019, 20:19
37. nicht mehr Studenten, sondern weniger

bis 2,3 aufs Gym ist schon sehr großzügig - aber einigen Eltern reicht das immer noch nicht, sie wollen auch noch, dass Stärken berücksichtig und Tests abgebaut werden -kopfschüttel-

Dabei brauchen wir nicht mehr Studenten/Studentinnen, sondern weniger (wer Abi macht, studiert meist auch)

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elenavries 09.05.2019, 20:27
38. Wenn man überhaupt schon lernen muss

Die Tatsache, dass das Kind überhaupt lernen muss um gute Noten in der Grundschule, sagt doch schon aus, dass es nichts auf dem Gymnasium zu suchen hat. Ich habe vor knapp 10 Jahren in Bayern den Übertritt gemacht und keiner meiner Schulkameraden noch ich mussten je in der Grundschule für die Schule lernen. In der Hinsicht sollten die Hausaufgaben vollkommen ausreichen. Am Ende hat das eigene Kind den gewünschten Übertrittsschnitt wie z.B. ein Nachbarskind, welches einen Schnitt von 1,00 hatte, jedoch bereits in der Grundschule angefangen hat den ganzen Tag zu lernen. In der fünften Klasse hat sich dann gezeigt, dass dies nicht ausgereicht hat und dem Kind leidlich einfach die Intelligenz fehlte. Es musste schließlich auf die Realschule wechseln.
Was doch eigentlich kein Problem darstellen sollte. Jemand, der auf der Realschule seinen Abschluss gemacht hat, besitzt keinen niedrigeren Wert als jemand mit dem Abitur. Die Haltung dieser Eltern spaltet nur noch weiter die Gesellschaft.

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jerrylewis 09.05.2019, 20:32
39. Absurde Sichtweisen

"In Regionen mit vielen Akademikern sei auch der Anteil der Gymnasialempfehlungen hoch. Gebe es viele Familien mit Migrationshintergrund, sei der Anteil niedriger. Zehetleitner findet das ungerecht."
So, er "findet das ungerecht" ... ist das jetzt ernst gemeint?
Zehetleitners wenig überraschender Befund bestätigt doch nur sehr plausibel, daß das System vernünftig funktioniert, denn die Auswahl für das Gymnasium als Schulform zur Vorbereitung einer akademischen Ausbildung kann ja wohl nur nach Leistungsfähigkeit gehen, wonach den bitte sonst? Nach dem persönlichen Aufstiegsehrgeiz der Eltern? Nach Quoten für Akadaemiker-, Arbeiter- und Migrantenkinder? Oder vielleicht nach korrekter politischer Einstellung, wie in der DDR? Letzteres wäre vermutlich der Traum des kleinen Alpha-Kevin ...
Über Möglichkeiten des Ausgleichs ungleicher Startchancen je nach Elternhaus kann man ja diskutieren, aber was hat das hier zu suchen? Das Gymnasium bzw. die Auswahl der Schüler dafür kann dazu nichts beitragen, die Ursachen für mögliche (!) "Ungerechtigkeiten" liegen nicht in diesem Auswahlsystem!
Was für ein albernes Polit-Geheuchel.

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