Forum: Leben und Lernen
Pisa-Studie: Was andere Länder besser machen
Wolfgang Kumm/ DPA

Die deutschen Schüler dümpeln bei Pisa im oberen Mittelfeld. Das Schulsystem entwickelt sich zwar weiter, andere Staaten aber werden schneller besser. Was können wir von den Pisa-Siegern lernen - und was lieber nicht?

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wessel54 03.12.2019, 17:28
1. spannend

für mich interessant, welche Länder das Schulsystem aus Germany übernommen. hatte die letzten Jahren die interessantesten unterhaltungen mit lehrern aus skandinavien, die mich immer wieder gefragt, warum wir das alte schulsystem nicht übernommen haben. konnte leider nur müde drauf antworten "muss erst neu erfunden werden", so wie einiges was es bis 1989 schon gab (Kita,Krippen, Jugendclubs etc)

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noalk 03.12.2019, 17:29
2. Verortung der Bedeutung von Bildung

Zitat: "Einen wichtigen Einfluss auf die Schulleistungen, so Schleicher, habe die Frage, welche Bedeutung eine Gesellschaft dem Thema Bildung beimisst." - - - Ich glaube, es kommte eher darauf an, welche Bedeutung das Elternhaus dem Thema Bildung beimisst. Das könnte auch erklären, dass Schulerfolg in D deutlich stärker als anderswo vom Elternhaus abhängt. Ein solches Defizit kann Schule nur begrenzt ausgleichen. Und daran werden auch staatliche Maßnahmen nichts ändern.

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Frietjoff 03.12.2019, 17:39
3. Deutschlands Schulen haben 2 grundlegende Probleme

1. Die rigide Trennung Gymnasium--alle anderen (per Definition minderen) Schulen muss abgeschafft werden.

Es ist doch logisch, dass es nie zu exzellenten Leistungen in der Breite kommen wird, wenn wir schon junge Kinder abstempeln, für unsere beste Schulform ungeeignet zu sein.

2. Das Arbeitspensum an den Gymnasien ist einfach viel zu hoch. Zum Nachdenken und Reflektieren kommen selbst die emsigsten, besten, intelligentesten Schüler nie.

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Frietjoff 03.12.2019, 17:41
4.

Zitat von noalk
welche Bedeutung das Elternhaus dem Thema Bildung beimisst Ein solches Defizit kann Schule nur begrenzt ausgleichen.
Das Problem ist, dass deutsche Schulen es nicht nur nicht versuchen, sondern das Problem extrem verschärfen. Sind die Eltern keine Bildungsbürger, werden die Kinder auf mindere Schulformen abgeschoben und können dort versauern.

Wer aufs Gymnasium kommt, liegt fast immer nur an den Eltern, fast nie an den Leistungen der Schüler.

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krass23 03.12.2019, 17:42
5. Finnland

hatte sich frühzeitig in Europa und ohne idelogische Scheuklappen nach einem guten Bildungssystem umgesehen. Wo fand es das?
Richtig - in der DDR. Am 7. Oktober 1987 war fast die gesamte finnländische Rgierung in Ostberlin und hat vertraglich das System der DDR übernommen.
Für die Westdeutschen war das natürlich das System Margot Honecker - igittigitt!
Nach der Wende erzählte mir eine ehemals ostdeutsche Lehrerin, dass sie völlig umlernen mußte. Das DDR-System war völlig falsch angelegt. Frontalunterricht, das geht gar nicht. Die Schüler dürfen nicht bedrängt werden, schon gar keine Hausaufgaben, und kontrollieren - niemals. Verlangen nach Leistung? Das ist Zwang, der darf Schülern gegenüber niemals ausgeübt werden.
Damals konnten die Schüler am Ende der ersten Klasse lesen und schreiben. Wie überall, einige natürlich schlecht, aber sie konnten es. Heute ist es nicht unnormal, wenn am Ende der vierten Klasse das noch nicht erreicht ist.
Aber dafür haben wir ein sehr teures Bildungssystem in 16 Bundesländern anders. Ist ja auch eine Errungenschaft.

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AlexKruse 03.12.2019, 17:52
6. Pisa 2019

Die Darstellung des Sachverhalts ist eigentlich falsch. PISA bewertet nicht die Qualität von Schülern, sondern sagt etwas über die Qualität des Bildungssystems, der Schulbehörden, der Schulen und vor allem der Lehrer aus. Deshalb treten auch nicht die Schüler, sondern das ganze Schulsystem auf der Stelle. Die Schlagzeile „Das deutsche Schulsystem und seine Lehrer haben schlechter angeschnitten, als im Vorjahr!“ würde vielleicht mal die Verantwortlichen auf den Plan rufen. Und vielleicht würde,nach wilden Protesten, endlich einmal nachhaltig das System verändert und vielleicht hört dann auch endlich einmal das Legislaturperiode getaktete Experimentieren mit und an unseren Kindern auf.

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Wolfilein 03.12.2019, 17:55
7. "Was können wir von den Pisa-Siegern lernen"

Die große Frage ist: Wollen unsere Politiker überhaupt von einem anderen Land lernen?
Ich denke Nein, sie wollen es nicht. Typisches Not-Invented-Here Syndrom,
Sie bekommen es ja nicht einmal gebacken dass innerhalb Deutschlands überall die gleichen Standards gelten.

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wahrsager26 03.12.2019, 17:57
8. Frontalunterricht!

Ein Unwort! Dabei überwiegen die Vorteile,wenn man mal den „ Kuschelfaktor „ beiseite lässt.Wie war es unangenehm,wenn der Lehrer abfragte!? Allein schon die Peinlichkeit nicht zu wissen,führte zu vermehrtem Lernen und damit besseren Leistungen.Heute lernt man im „ Team“ und erwirbt „ Kompetenzen“-so haben sich die Zeiten geändert! Zum Guten? Danke

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interessierter Laie 03.12.2019, 18:26
9. @AlexKruse

das ist falsch! Für die Messung der Qualität des Schulsystems ist das Studiendesign ungeeignet. Dazu müssten Sie in jedem Land Gruppen bilden, die hinsichtlich Zusammensetzung und Voraussetzungen sehr ähnlich sind und dann messen, wie sich diese Gruppen über die Zeit entwickeln. Am besten dürften dabei weder die Schüler noch Lehrer wissen, wer an der Studie teilnimmt. Bei Pisa hingegen spielen alle Faktoren mit rein und lassen sich nur begrenzt herausrechnen. Und das ist auch das Problem. Man kann zwar sagen, wie die Schüler abschneiden, aber nicht warum. Allein die Tatsache, dass in Deutschland die Bevölkerung anders zusammengesetzt ist, hat natürlich Einfluss aufs Ergebnis.

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