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Plagiate: Uni Münster entzieht acht Medizinern den Doktortitel
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Plagiatsjäger hatten die Uni Münster auf kopierte Texte in Doktorarbeiten hingewiesen, nun zieht die Hochschule Konsequenzen: In acht Fällen werden die Doktortitel entzogen, 14 Mediziner erhalten eine Rüge.

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cassandros 27.02.2017, 15:41
20. haben, sein & werden.

Zitat von Hamberliner
Gebräuchlich ist intransitiv "promovieren" und leider ebenso transitiv "promoviert werden". .......... Ich bin nicht promoviert worden, sondern ich habe (selber) promoviert. "Promoviert werden" klings so als sei man .............
Promotion in sensu strictu ist "die Verleihung der Doktorwürde durch Hochschule mit Promotionsrecht".
Da du dich selbst promoviert hast, bist du demnach eine Hochschule mit Promotionsrecht, vulgo: eine Universität?
Kurios. Ich habe noch mit einer Univ. "gesprochen".

Eine Promotion (= Verleihung des Doktorgrades durch Übergabe des Doktordiploms durch den Dekan der das Promotionsverfahren durchführenden Fakultät) dauert im übrigen selten länger als einen Nachmittag (in der Regel im Rahmen einer zu diesem Zweck anberaumten Feierstunde, gerne mit Live-Musik in Form eines Streichquartetts, und gerne in einem geeigneten, für solche Anlässe vorgehaltenen Repräsentationsraum, zum Beispiel der Aula der Univ.).
Ich für meinen Teil WURDE (im Rahmen eben einer dieser beschriebenen Feierstunden) ....
Gerade an seriösen Universitäten wird das regelmäßig so oder sehr ähnlich gehandhabt.

Das Verb "promovieren" bereitet in Ermangelung eines treffenderen Begriffs, der die der Promotion vorausgehenden und unter Umständen langwierigen notwendigen Vorarbeiten akkurat zu verbalisieren weiß, linguistische Schwierigkeiten, das Substativ "Promotion" dagegen nicht (wenn man verstanden hat, was eine Promotion (wörtlich: Beförderung) ist).

"Sich promovieren" klingt nach einer mit Wachsmalstiften im Kinderzimmer erstellten "Promotionsurkunde".
Zum Schluss eine persönliche Frage: Wen hast du nun befördert, und wohin?

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rainer_daeschler 27.02.2017, 16:39
21. Abschreibe,n geht gar nicht

Den Doktorgrad mussten nur die wieder abgeben, die abgeschrieben haben. Das ist in keiner Arbeit erlaubt, egal um welchen Abschluss oder Grad es geht. Die Qualität der Arbeit ist also gar nicht das Thema und endet bestenfalls in einer Rüge.

Die Anforderung an Doktorarbeiten in der Medizin sind so niedrig, weil sie von den Fakultäten insgeheim als "Berufsdoktorat" angesehen wird. Dann sollte man in Deutschland konsequenterweise auch den "MD" nach angelsächsischem Vorbild einführen. Wer es als Mediziner allerdings in Forschung und Lehre weiter bringen will, der muss sich auch bei der Doktorarbeit ins Zeug legen. Gut, wenn man diese beiden Arten von Doktoren innerhalb der Medizin in der Bezeichnung auseinanderhalten würde.

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Hirschbrunft 27.02.2017, 17:00
22. promotion

Die Diskutanten sollten meine Überschrift englisch Lesen. Erkenne ich da eine Neiddiskussion? Ein Facharzt der Medizin ob als F.A.für Allgemeinmed. oder als Doppelfacharzt ( z.B.Radiologie &Nuklearmedizin) hat im Gegensatz zum Ingenieur ,Juristen oder
Soziologen eine 5-10 jährige Weiterbildung hinter sich.Der Dr. med. wäre dann meiner Meinung nach -wie in anderen Europ. Ländern- ohne sog. wissenschaftliche Zusatzarbeit als Morgengabe verdient ,da hart erarbeitet

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phthalo 27.02.2017, 17:12
23. @viwaldi : Einstein

Dann sollten Sie aber auch um die genauen Umstände wissen, warum Herr Einsteins Arbeit so kurz ist. Erstmal waren die Arbeiten vor 100 Jahre schon deswegen kürzer aus rein technischen Gründen. Da gab es nämlich keine Computer. Wesentlich bei Einstein war aber, dass er bereits derart großartiges geleistet und publiziert hatte, dass er damit min. drei. Doktorarbeiten hätte schreiben können. Das er den Dr. in einer Arbeit noch quasi nachgeschoben hatte, wollte er von sich aus gar nicht, sondern es wurde von anderer Stelle eher so gewünscht, da die Reputation - welche damals noch mehr Tür und Tor öffnete - wichtiger war als heute.
Und aufgrund seiner vorherigen Arbeiten war seine Dr. Arbeit nur noch Formsache.
Wenn man schon sowas schreibt, dann sollte man aber auch alles darüber berichten

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viwaldi 27.02.2017, 17:42
24. Hier wurde plagiiert, dort wurde nicht plagiiert

Vroniplag lernt es nicht mehr. In einer Einleitung kann man gar nicht plagiieren, weil in diesem Teil einer Doktorarbeit grundsätzlich nicht mit einer geistigen Eigenleistung zu rechnen ist. Es ist halt die Einleitung. Dort kann man schlecht zitieren, man kann auch eine Einleitung schlecht schreiben usw. usw., aber plagiieren kann man dort nicht - per definitionem. Warum bei den Abbildungen dann wieder ein Textbeispiel aus der Einleitung gebracht wird, ist mir schleierhaft. Natürlich sind da trotzdem Betrüger am Werk gewesen, denen das Handwerk zu legen ist.

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bombobabier 27.02.2017, 17:56
25.

Jede Dissertation wird von einem Erst- und von einem Zweitkorrektor (manchmal auch von einem Drittkorrektor) gelesen und beurteilt. Es ist deren Aufgabe, die Qualität der Arbeit (dazu gehört auch Umfang und Qualität des Zitierens) zu bewerten. Wenn die Arbeit angenommen wurde, sollte der Promovierte einen Bestandsschutz für seinen Titel genießen. Oder aber Doktorvater und Zweitkorrektor müssen ebenfalls bestraft werden.
(Und ja, man promoviert nicht, sondern wird promoviert. Ist aber inzwischen geklärt).

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bayernistdasmallerding 27.02.2017, 17:56
26. Jeder

der plagiiert sollte Berufsverbot auf Lebenszeit erhalten. Nur das schreckt ab.

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isar56 27.02.2017, 18:16
27.

Zitat von dr.u.
Wann hört diese unsägliche Dr.-Hofierung bloß endlich auf. Der Dr. ist ein akademischer Grad, der "nur" belegt, dass die betreffende Person eine wissenschaftliche Arbeit erstellt hat. Diese muss noch nicht einmal etwas mit der späteren beruflichen Tätigkeit zu tun haben. Warum sollte ein praktizierender Mediziner einen Dr. haben? Er wird dadurch nicht empathischer, ein besserer Dignostiker, "handwerklich" besser, und auch nicht im Umgang mit Patienten besser! Auch gehört der Dr. aus dem Namensrecht gestrichen. Das nimmt den Reiz ihn nur als "Protz"Namenszusatz zu machen und nimmt damit auch den Plagiatsdruck.
Ich sehe es ähnlich wie Sie. Diese Kniefälle sind überflüssig.
Ich habe Achtung vor fachlich qualifizierten Menschen, mit oder ohne Titel. Jedoch lehne ich dieses Herunterspielen von Ansprüchen, Leistungen, Verantwortung unter den verschiedenen Berufen ab. Kommt leider häufig vor, um sich von Anderen positiv abzuheben, aus Minderkeitsgefühlen heraus.
Ein weitere Unfug besteht darin, dass sich mit Dr. Titel die Chancen auf eine Anstellung erhöhen.
Eine mir bekannte junge Frau, die gerade ihr Studium der Veterinärmedizin abschloss, sieht sich genötigt, eine Doktorarbeit zu verfassen, weil das für sämtliche ausgeschriebene Stellen als Voraussetzung für eine Zusage gefordert wird.
Ich finde für so einen Schwachsinn keine nachvollziehbaren Gründe. Ob ein Student in der Lage ist wissenschaftlich zu arbeiten, dürfte sich im Verlauf des Studiums herausstellen und wer eine Dr. Arbeit über Schilddrüsenerkrankungen bei Schimpansen verfasst hat, stünde allein damit dumm da, vor dem Elefanten mit Zahnschmerzen.

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sa7ra9 27.02.2017, 18:56
28. x

Auch wenn ein Dr. med. nicht das Wert ist was ein "richtiger" Dr. Wert ist sollte man mal die Kirche im Dorf lassen.
Dafür steht ja als Zusatz med. dabei & die Insider v. a. die rer. nat. Fraktion kann sich ja dann darüber Lustig machen über die Loser aus der Medizin.
Was immer vergessen wird ist das ein Med. Studium (Regelzeit) 6 Jahre 3 Monate dauert plus Weiterbildung zum Facharzt nochmals 5 - 6 Jahre macht zusammen ca. 12 Jahre. Da sollten manche ach so tollen (richtigen) Doktoren einfach mal den Mund halten. V. a. wird in jedem anderen Fach genauso beschissen ist einfach so.

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Dumme Fragen 27.02.2017, 18:57
29. Lustig...

Es ist allgemein bekannt, dass medizinische Doktorarbeiten sehr unterschiedlicher Qualität sind. Die meisten entsprechen einer Bachelorarbeit in anderen Fächern. Das ist auch kein Wunder: Mediziner werden nicht zu Naturwissenschaftlern ausgebildet und ihre Diss ist ihre erste wissenschaftliche Arbeit. Gesellenstücke halt. Gute medizinische Doktorarbeiten werden oftmals auch nicht von den Doktoranden selbst geschrieben, sondern von promovierten Naturwissenschaftlern, meist Biologen, die in Pharmafirmen arbeiten und die klinischen Studien betreuen. Und die Auswertung machen. Und die Paper schreiben. Und unter falschem Namen bei Journals einreichen.

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