Forum: Leben und Lernen
Plagiatsaffäre: Guttenberg soll bei Doktorvater abgeschrieben haben

Hat Guttenberg sogar aus dem Buch seines Doktorvaters abgekupfert? Ein neuer Bericht der Webseite GuttenPlag Wiki legt den Verdacht nahe. Die Fußnoten in dem Standardwerk und in der Doktorarbeit sind auffallend ähnlich - sogar ein Tippfehler Häberles schaffte es in die Doktorarbeit.

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Akademiker3Kids 10.03.2011, 03:50
90. Heuchelei

Mein Sohn, heute in der 10 Klasse wurde genau 2006 von seiner Lehrerin als Plagiator "entdeckt". Damals war es skandalös "Von Wikipedia abgeschrieben"!!!!!!!!!!. Jetzt wissen es alle, man kann kopieren aber man muss umschreiben und hinterher prüfen, natürlich mit Google und ggf. immer Wiki als Referenz angeben.
So ist die Wissenschaft in Deutschland, in der Schule wird gelernt wie man richtig betrügen soll.
Was machen die Professoren?? sie lassen andere für sich arbeiten und kommen in der Publikation in der zweite, dritte oder letzte Stelle, egal ob sie die Arbeit gelesen haben oder nicht. Hauptsache publizieren egal was. Bin gerade in Amerika und nehme an einem Kurs teil alle tragen nur ein Schild mit dem Name ohne DR. oder Prof. Dr. Dr. hc. wie in Deutschland die Akademiker sind netter und freundlich keine besondere Abstand, ich glaube sie haben keine Angst entblößt zu werden wie unsere Drs.
(das ist copy & paste von mir selbst)

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famulus 10.03.2011, 05:43
91.

Zitat von almabu!
Der Eine hat nicht gelesen, was der Andere nicht geschrieben hat ;-))
Es war halt ein Handshaking.
Irgendwie mussten sich die Herren Profs ja dafür bedanken, dass ein Reichsfreiherr sich herabließ, seine Doktorarbeit (oder was er dafür gehalten haben möchte) gerade bei ihnen vorlegte.

Ich habe übrigens mal gelernt, dass in Deutschland 1919 in der Weimarer Verfassung festgeschrieben wurde: "Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich." Die Länder haben zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt die letzten Privilegien aufgehoben werden. In Preußen geschieht das am 23. Juni 1920. Die Adelstitel sind damit nur noch Namensbestandteile.

KTG müsste sich wohl somit entscheiden, ob er lieber Guttenberg oder doch eher Reichsfreiherr mit Familiennamen heißen möchte.

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marny 10.03.2011, 06:57
92. Guttenplag Wiki

sollte sich als Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit eintragen lassen
Da Arbeitslose jetzt jeden Job annehmen müssen., könnte man das Arbeitsangebot dort vergleichbar zu einem Inventurhelfer im Supermarkt führen.
Das Hauptanliegen scheint doch zu sein, die Liste VOLL zu bekommen.

Und noch ein Vorschlag an Guttenplag Wiki - ehemalige Stasimitarbeiter - die passen auch in die Riege der Schnüffler.

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Friedrich Hattendorf 10.03.2011, 07:38
93. Für wie blöd ...

Zitat von sorgenbrecher70
Für wie blöd müssen uns unsere Politiker eigentlich halten?!? Ich bin sprachlos.
Die Erfahrung zeigt leider:
Für genauso BILD, wie die Mehrheit leider ist.

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doctorwho 10.03.2011, 08:44
94. .

Zitat von Hans58
Ich hatte heute das Vergnügen, mit einem Prof. Dr. jur. genau über dieses Thema zu sprechen und der hat den Begriff "Täuschung" im Zusammenhang mit einem Verstoß gegen § 51 UrhG als "politische Umgangssprache" bezeichnet. Soweit ich außerdem weiß, ist noch niemand wegen Täuschung im Zusammenhang mit einer Urheberrechtsverletzung angeklagt, geschweige den verurteilt worden. Täuschung im Urheberrecht gibt es strafrechtlich nicht (im Fall des Dr. a.d. Kasper lag der Fall anders, da er wegen des Entzugs des Titels seine Uni verklagt hat und daraus diverse Rechtsverfahren entstanden).
hans , in der defensive sind sie wirkich ein meister ...... smoke and mirrors .... :-)
aber : sie wissen doch selbst , dass die uni buyreuth gar nicht auf die urheberrechtlichen aspekte abhebt ( was sie gar nicht kann , dies ist ja eben aufgabe der staatsanwaltschaft ) , sondern dass es dort darum geht , die zusammenhänge in deren folge herr guttenberg zu einem doktortitel summa cum laude kommen konnte zu beleuchten . sogar im link ist klar ersichtlich , dass es sich hierbei um 2 verschiedene vorwürfe geht , die von 2 verschiedenen staatlichen institutionen auf die jeweils angemessene ( das hofft man zumindest .... :-) art und weise bearbeitet werden , nämlich einerseits die staatsanwaltschaft mit den ermittlungen wegen urheberrechtsverstössen und andererseits die uni mit der feststellung dass guttenberg bei der erlangung des titels getäuscht hat indem er die leistungen anderer als seine eigenen ausgab . und sie selbst fragten ja auch nach täuschungsdelikten und nicht nach urheberrechtlichem , nicht wahr ?

ich zitiere daher nochmals und etwas umfangreicher aus der sektion des artikels , der sich mit nicht mit dem handeln der staatsanwaltschaft befasst , sondern mit jenem der uni , wie man sehr leicht sowohl aus der logischen als auch der graphischen gliederung des links entnehmen kann :
"Die Universitäts-Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft wolle bestätigen, dass Guttenberg beim Verfassen seiner Dissertation getäuscht habe, erfuhr die Zeitung Die Welt aus Universitätskreisen. "Der Sachverhalt ist offenkundig und wenn man die einschlägige Rechtsprechung der Gerichte heranzieht, liegt hier Täuschung vor""
http://www.sueddeutsche.de/bayern/di...berg-1.1068845

spielen sie schach ? das könnte wohl spannend sein .......

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brais 10.03.2011, 09:24
95. Verantwortungslos

Zitat von Gebetsmühle
diese beiden herren professoren gehören fristlos entlassen und die pension auf die grundversorgung herabgesetzt.
wenn es wirklich so ist, dass zu Guttenberg beim Doktorvater abgeschrieben hat so ist dies der endgültige Beweis, dass die Arbeit nicht überprüft wurde.
Die Äußerung des Doktorvaters, dass man eine Doktorarbeit nicht auf Plagiate überprüfen kann wirft ein extrem schlechtes Beispiel auf die Hochschule; denn es drängt sich mir der Verdacht auf, dass "copy & paste" gängige Praxis ist und zu Guttenberg nur das Unglück hatte, dass seine Doktorarbeit überprüft wurde. Was das bedeutet, kann sich ja wohl jeder denken - armes Hochschuldeutschland

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groucho 10.03.2011, 09:29
96. Abkupfern von Fußnoten

Zitat von saschaegg
Mist! Ich habe blöderweise jedes Werk, das in meinen Quellenangaben steht, selbst in der Hand gehabt und auf die Relevanz zum Thema untersucht. Aber ich bin ja auch ein altes Semester. Hätte mir also viel Arbeit sparen können. Oder ticken Naturwissenschaftler da anders? Die Anzahl der Quellen ist bei mir eher im hohem 2 stelligen bis niedrigem einstelligen Bereich. Zu tausenden hat es nie gereicht ...
Das ehrt Sie, so sollte es dem akademischen Ideal entsprechend sein.

Die Realität sieht in den Geisteswissenschaften und der Jurisprudenz jedoch leider häufig anders aus. Um Belesenheit vorzutäuschen, werden Literaturhinweise in den Fußnoten anderer Autoren in eigene Fußnoten übernommen.

Ein Verfahren, das auch nicht legal ist, aber eine doch lässliche Sünde im Vergleich zu Guttenbergs bisher vorgeworfener: In der eigentlichen Darstellung und Argumentation unausgewiesen abzuschreiben.

Die Vorwürfe gegen den Doktorvater, Herrn Häberle, sind in dieser Hinsicht allerdings völlig lächerlich. Ein Vielleser und Vielschreiber kann sich unmöglich an sämtliche von ihm gesetzte Fußnoten erinnern, da diese nicht durch eine persönliche Schreibe gekennzeichnet, sondern technisch-formaler Art sind.

Wem daran gelegen ist, nicht bloß lautstark billig sich zu empören, sondern zu einem angemessenen Urteil zu kommen, möge sich in dem Blog „Zettels Raum“ informieren, wo im übrigen zu Guttenberg scharf kritisiert wird:
http://zettelsraum.blogspot.com/2011...rvater_09.html

Daraus:
Zitat von
Guttenberg - oder wer immer diese Dissertation zu verantworten hat - konnte das somit machen, ohne befürchten zu müssen, daß es von Häberle entdeckt werden würde. Denn kein Wissenschaftler hat ja im Kopf, welche Quellen er in welchen der Fußnoten in welchen seiner Werke in welcher Reihenfolge zitiert hat; außer vielleicht denen, die kaum etwas geschrieben haben. Häberle aber ist ein ungewöhnlich produktiver Autor. Diese Schlußfolgerung hat einen unerfreulichen und einen erfreulichen Aspekt. Der unerfreuliche ist, daß wir in Bezug auf die Frage, ob Guttenberg einen Ghostwriter hatte, so klug sind als wie zuvor. Denn wenn er seine Arbeit selbst collagiert haben sollte, dann konnte er zu Recht annehmen, daß Häberle diese Übernahmen, anders als Textplagiate oder Plagiate in Anmerkungen, nicht würde erkennen können. Und damit haben wir auch die gute Nachricht: Dem Professor Häberle erwächst aus dem, was jetzt aufgedeckt wurde, kein Vorwurf. Absolut kein Vorwurf.

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Vergil 10.03.2011, 09:38
97. -

Zitat von sprechweise
Wenn das wahr ist, ist klar, dass der Doktorvater Häberles die Arbeit überhaupt nicht gelesen hat.
Nein, das stimmt nicht. Wer in einer 400-Seiten-Arbeit eine Fußnote nicht als eine eigene Fußnote aus einem eigenen Werk wiedererkennt, dem ist kein Vorwurf zu machen. Ich habe auch eine Dissertation geschrieben, und ich würde mich an keine einziger meiner Fußnoten erinnern.

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klaus.2007 10.03.2011, 10:41
98. Mündliche Prüfung?

Hat schon mal jemand nachgeprüft ob Herr v.z.G. auch wirklich selbst an der mündlichen Prüfung teilgenommen hat, oder war hier evtl. auch ein Plagiat anwesend?

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kfp 10.03.2011, 11:04
99. ...

Zitat von saschaegg
Mist! Ich habe blöderweise jedes Werk, das in meinen Quellenangaben steht, selbst in der Hand gehabt und auf die Relevanz zum Thema untersucht. Aber ich bin ja auch ein altes Semester. Hätte mir also viel Arbeit sparen können. Oder ticken Naturwissenschaftler da anders? Die Anzahl der Quellen ist bei mir eher im hohem 2 stelligen bis niedrigem einstelligen Bereich. Zu tausenden hat es nie gereicht ...
Ich spreche ja gar nicht davon, Quellen ungeprüft zu übernehmen. Es geht mir darum, ob jeder wieder "das Rad neu erfinden sollte", indem jeder die Einzeldaten (also exakter teils mehrzeiliger Titel, vollst. Autorenliste, Zeitschrift, Ausgabe, Jahr, Seite bzw. entsprechende Angaben für Bücher) zu diesen Quellen wieder neu von Hand abtippen muss, oder ob man diese Daten von Kollege zu Kollege weitergibt. (Wobei dann eben auch einmal ein "H. Richter" zu einem "R. Richter" mutieren kann, ohne das irgendjemand betrügerische Absichten hatte. Ich würde so etwas nicht einmal schlampige Arbeit nennen, 100% Fehlerfreiheit gerade bei unerheblichen Kleinigkeiten, die inhaltlich keinen Unterschied machen und daher auch beim mehrmaligen Korrekturlesen durch verschiedene Personen nicht ins Auge fallen, ist eine Illusion.)

Ich habe auch jedes Buch/Paper selbst in der Hand gehabt und gelesen, was ich zitiert habe. Allerdings hatte ich nicht alle später beim eigentlichen Schreiben selbst noch zur Hand (siehe die Hinweise auf Bibliothek, von Kollegen zur Einsicht ausgeliehen u.ä.). Manchmal schreibt man auch nicht sofort beim Lesen alle Details zur Quellenangabe auf, sondern merkt sich nur, dass dieses Konzept eben aus dem "roten Buch von Walter" stammt, das mir Kollege XY geliehen hatte und auf das er selbst in seinen letzten zwei Papers Bezug genommen hatte...

Bei mir bewegen sich die Quellenangaben i.d.R. auch eher im zweistelligen Bereich (bei der Diss. natürlich etwas mehr, bei Papers eher geringer). Da es in den Geisteswissenschaften aber durchaus Tausende werden können, kann ich es mir dort umso eher vorstellen, dass dort das Weitergeben von Quellenangaben dort noch deutlich verbreiteter ist, was per se nicht verwerflich ist. Denn noch einmal: Wollen Sie Roboter, die sauber alle Zitationsdaten von Hand abtippen, oder Wissenschaftler, die ihre Quellen kennen, aber die Fleißarbeit der vollständigen Daten mit ihren Kollegen teilen?

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