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Plagiatsverdacht gegen Familienministerin: Hochschule soll Giffeys Dissertation prüfe
DPA

Hat Familienministerin Franziska Giffey in ihrer Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben? Die Ministerin sagt, sie habe nach "bestem Wissen" gearbeitet - Plagiatsjäger haben Zweifel.

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hisch88 08.02.2019, 19:02
100.

Zitat von der Bulle
Man könnte dieser ganzen Gier nach dem Dr. vorne dran den Boden entziehen, wenn er einfach nicht mehr als Titel geführt werden dürfte. 90 % der „abgeleisteten“ Arbeiten werden nur zum Führen des Dr. zusammengeschustert. Ich erinnere mich noch sehr Gut an die 80 Ihre Jahre an der FU Berlin wo man bei Professor Adomeit im Fachbereich Jura auch mit einem ausreichend zum doktorieren antreten konnte. Die da nicht unterkamen gingen dann nach Österreich. Nach einem knappen Jahr war der Dr. geschafft. Macht sich gut auf der Visitenkarte und wird oft noch durch einen Honorar Professor irgendeiner Fachhochschule ergänzt.
So siehts aus.

Mein Diplom (Titel, auf zweitem Bildungsweg) war nur wichtig für entsprechende Arbeitsstellen.

Im wirklichen Berufsleben ist der gesunde Menschenverstand vorrangig und in meinem Fall, war die Lehre wichtiger gewesen.

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annoo 08.02.2019, 19:05
101.

Zitat von murksdoc
Zunächst scheint denen, die der Frau vorwerfen, mit ihrem schönen akademischen Pseudotitel andere blenden zu wollen, nicht aufzufallen, dass kein Mensch auf der Welt von "Frau Doktor Giffey" spricht oder schreibt. Hier hat die Logik irgendwie ein Loch. Dann haben sich die Naturwissenschaften und die Medizin weltweit erst nach dem Herrmann/Brach-Skandal, also um die Jahrtausendwende, international anerkannte und standardisierte Regeln guter wissenschaftlicher Praxis gegeben. Ob das bei den Geisteswissenschaften, die bekanntlich nicht mit Versuchsreihen, Rohdaten, Statistiken und Signifikanzen arbeiten, auch so ist oder in gleichem Maße so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich kann Ihnen versichern, dass in Geisteswissenschaften durchaus mit Versuchsreihen, Rohdaten und Statistik gearbeitet wird. Es ist dann zum Beispiel neben Statistik auch Empirische Sozialforschung, die einen nicht geringen Teil des Studiums einnimmt (ich weiß das, ich musste mich da auch durchquälen). Ich meine sogar, in fast allen Studiengängen die mit "...wissenschaften" enden ist dies der Fall. Auf jeden Fall vermitteln diese Studiengänge alle, wie man mit wissenschaftlichen Standards erabeitet.

Ihre erste Bemerkung ist gut: Frau Dr. [sic] Giffey rühmt sich sicher nicht mit ihrem Titel. Obwohl ich beruflich schon einige Male mit ihr zu tun hatte, war mir bislang überhaupt nicht bewusst, dass sie promoviert hat. Ich glaube die Dame muss jetzt als Projektionsfläche für allerhand Frust herhalten. Gestern war es Merkel-Bashing, jetzt ist es Geisteswissenschaften-Bashing, Titel-Bashing, Frauen in Politik-Bashing, Sozi-Bashing... ja, arme Frau Giffey. Dass überhaupt noch jemand den Kopf hinhält für immer griesgrämiger werdende Menschen ist mir ein Rätsel.

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gbshaw 08.02.2019, 19:16
102. und nochmal nein

Zitat von mullertomas989
Wenn es denn so wäre! Aber Sie werden immer - auch bei Doktorarbeiten - etwas finden! Ich kenne einen Sprechwissenschaftler, der in seiner Arbeit sehr lange Passagen ohne jedes Zitat geschrieben hat. Und das war nicht der empirische Teil, sondern der theoretische! Die Grenzen sind hier immer fließend und eine Bewertung bleibt immer ein Stück weit auch subjektiv, das ist einfach so. Deswegen sollten wir die Prüfung hier der Kommission an der Hochschule überlassen. Nicht Vroniplag, nicht Ihnen und auch nicht mir.
Warum wollen Sie es denn nicht verstehen? Es geht nicht darum, "etwas" zu finden. Ein Fehler oder ein paar Fehler oder ein paar Schludrigkeiten führen nicht zum Verlust des Titels, auch das haben prominente Fälle wie Steinmeier und Lammert gezeigt. Es geht darum, dass die dreisten Betrüger erhebliche Anteile "ihrer" Arbeit von anderen Autoren übernommen haben, ohne dies auszuweisen. Und das ist eben keineswegs subjektiv im Nachweis - sonst könnte wohl auch die von Ihnen angeführte Kommission nie zu irgendeinem Ergebnis finden, das wären dann ja auch nur subjektive Einzelmeinungen.

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ThieryMZ 08.02.2019, 19:25
103. Es wird...

...niemand schlau geboren. Letztendlich ist es fast unmöglich, Grundwissen durch eigene Überlegungen zu gewinnen. Vielmehr basiert das Basiswissen grundsätzlich auf Literatur. So gesehen ist jede Diplom- oder Promotion-Arbeit ein Zusammentragen von fremden Wissensbausteinen, was allein eine Heidenarbeit darstellt. Denjenigen, der seine Doktorarbeit ohne Rückgriff auf das Wissen Anderer zusammen geschrieben hat, würde ich gern mal kennen lernen...

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annoo 08.02.2019, 19:27
104. Wichtiger Punkt

Zitat von mvaugusta8
Ist ein eigener neuer Gedankengang, der einige wenige Satzbausteine einer anderen Quelle beinhaltet schon eine dreistes Plagiat, schludriges Arbeiten oder aber durch unterbewusstes Aufnehmen gar unvermeidlich?
Das unterbewusste Aufnehmen scheint mir wirklich ein wichtiger Punkt. Zumal ja zum wissenschaftlichen Arbeiten explizit gehört, dass man sich auf wissenschaftliche Quellen und Theoretiker beruft, zumindest in meinem Fachbereich.

Wer glaubt, eine Doktorarbeit oder überhaupt eine wissenschaftliche Arbeit könne losgelöst von bisherigen wissenschaftlichen Erungenschaften sein und dürfe "ausschließlich Neues" enthalten (weil sonst ja "nachgemacht") hat schlicht keine Ahnung und sollte sich vielleicht besser aus so einer Diskussion heraus halten. Das ist nämlich nicht nur falsch, sondern bösartig. Das wird nur getoppt duch "ein Doktortitel ist eh unwichtig" und "wollen sich doch alle nur wichtig machen". Gähn.

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gbshaw 08.02.2019, 19:31
105. Das ist doch

Zitat von ThieryMZ
...niemand schlau geboren. Letztendlich ist es fast unmöglich, Grundwissen durch eigene Überlegungen zu gewinnen. Vielmehr basiert das Basiswissen grundsätzlich auf Literatur. So gesehen ist jede Diplom- oder Promotion-Arbeit ein Zusammentragen von fremden Wissensbausteinen, was allein eine Heidenarbeit darstellt. Denjenigen, der seine Doktorarbeit ohne Rückgriff auf das Wissen Anderer zusammen geschrieben hat, würde ich gern mal kennen lernen...
überhaupt nicht das Problem. Natürlich beruhen wissenschaftliche Arbeiten auf vorhergehenden Arbeiten. Das Problem ist, dass Plagiatoren diese vorhergehenden Arbeiten entweder gar nicht aufführen oder verschleiern, welche Gedanken sie aus diesen übernommen haben.

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Nachtheinigte 08.02.2019, 19:33
106. Doktorarbeit von Giffey

Ja, wenn eine Ministerin erfolgreich und dynamisch ist, was macht man da?
Man versucht sie zu Fall zu bringen. Ganz neutral natürlich. Doch die Frage ist, wem nützt es?
Ausserdem müssen sich die Doktorväter fragen lassen, warum haben die Herren nicht selbst genau hingeschaut?
Die Humboldt- Universität soll nun die eigenen Unzulänglichkeiten prüfen!
Da müsste doch eine neutrale Hochschule ran, Oder?
6Aber es ist wohl immer so , wenn erfolgreiche Minister oder noch besser Schriftsteller, sogar Nobelpreistrtäger Realismus verbreiten, holt die Reaktion die Keule raus. Ja und wenn es die kurze Zeit in der Wehrmacht oder anderen militärische Organisationen ist, (z.B. Günter Grass, Erwin Striitmatter, u.a.) dann wird diese Keule herausgeholt unter dem Beifall der Mainstreammedien, um. diese Leute abzuwerten ihre positive Wirkung zu neutralisieren.

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mullertomas989 08.02.2019, 19:34
107. Hunderprozentige Objektivität gibt es nicht

Zitat von gbshaw
Es geht nicht darum, "etwas" zu finden. Ein Fehler oder ein paar Fehler oder ein paar Schludrigkeiten führen nicht zum Verlust des Titels, auch das haben prominente Fälle wie Steinmeier und Lammert gezeigt. Es geht darum, dass die dreisten Betrüger erhebliche Anteile "ihrer" Arbeit von anderen Autoren übernommen haben, ohne dies auszuweisen. Und das ist eben keineswegs subjektiv im Nachweis - sonst könnte wohl auch die von Ihnen angeführte Kommission nie zu irgendeinem Ergebnis finden, das wären dann ja auch nur subjektive Einzelmeinungen.
... das wird Ihnen klar sein. Aber natürlich: Es kann sein, dass Frau Giffey sich hinter Steinmeier und Lammert einreiht. Ich würde es Ihr wünschen. Im Übrigen: Wenn Sie Ihre Promotion ehrlich und präzise erstellt haben, können Sie doch ganz cool bleiben, denn Sie sind dann aus dem Schneider, egal wie sehr Sie mal im Scheinwerferlicht stehen sollten... Die Aufregung über mögliche Betrüger lohnt nicht - wenn schon, dann eher über deren Prüfer........

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PolitBarometer 08.02.2019, 19:43
108.

Fast 25% der gesamten "Arbeit" sind damit jetzt schon Plagiat, Tendenz vermtl. weiter steigend. Hut ab, das gelingt eher nur wenigen. Aber sie hat alles "nach bestem Wissen" abgekupfert.

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annoo 08.02.2019, 19:45
109. Haha

Zitat von gbshaw
Das ist doch... überhaupt nicht das Problem. Natürlich beruhen wissenschaftliche Arbeiten auf vorhergehenden Arbeiten. Das Problem ist, dass Plagiatoren diese vorhergehenden Arbeiten entweder gar nicht aufführen oder verschleiern, welche Gedanken sie aus diesen übernommen haben.
wenn ich das richtig gelesen habe, umfasst das Literaturverzeichnis von Frau Giffeys Doktorarbeit über dreißig Seiten. Wenn Sie also schreiben (Zitat gbshaw): "Das Problem ist, dass Plagiatoren diese vorhergehenden Arbeiten entweder gar nicht aufführen oder verschleiern, welche Gedanken sie aus diesen übernommen haben...." wirkt das - da Sie sich ja auf den Fall Giffey beziehen - unfreiwillig komisch.

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