Forum: Leben und Lernen
Plagiatsverdacht gegen Familienministerin: Hochschule soll Giffeys Dissertation prüfe
DPA

Hat Familienministerin Franziska Giffey in ihrer Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben? Die Ministerin sagt, sie habe nach "bestem Wissen" gearbeitet - Plagiatsjäger haben Zweifel.

Seite 14 von 16
einmenschenverstand 09.02.2019, 08:12
130. Aber wie

Zitat von TS_Alien
Es gibt Fachbereiche, da sind Doktoranden gegen Ende ihrer Dissertationszeit weltweite Experten auf ihrem Gebiet. In anderen Fachbereichen wird die Wissenschaft mit fast jeder Dissertation mit Füßen getreten. Das ist erbärmlich für die Fachbereiche und peinlich für alle, die sich solch einen Doktorgrad erschlichen haben.
Kommt dann so ein dünnes Brett durch die Prüfung? Die Kriterien für die Themenwahl, Qualitätssicherung während der Arbeit, eidesstattliche Versicherung, alles Faktoren zur Verhinderung. Das nachträgliche Erbsenzählen schadet doch mehr als es der Wissenschaft nützt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
einmenschenverstand 09.02.2019, 09:13
131. Nicht so ganz ernst

Zitat von Gleichstrom
Also ... mal ganz im Ernst: Es kann, ohne Absicht und ohne Täuschung, vorkommen, daß ein Satz in einer Dissertation inhaltlich dem in einer Anderen gleicht und ähnlich formuliert ist. Aber ganze Passagen? Nein! Strukturelle Gleichheit, beispielsweise in einem Absatz alle Teilinhalte gleich interpunktiert? Mehr Zufall, als zu erwarten wäre - oder geschrieben mit der Grammatik eines lustlosen Grunschülers. Wenn ich mich erinnere, wieviele Quellenverweise ich in der Diplomarbeit, schon zu Zeiten automatischer Plagiatsprüfungen, nachträglich eingepflegt habe, weil ich Dinge, die man einfach weiß, zur Sicherheit nicht als einfach gewußt dastehen lassen wollte... Und das nicht in einem geisteswissenschaftlichen Fach, sondern einer Ing-Wissenschaft (wo man eher aus Bekanntem Neues macht, das eine Aufgabe besser erfüllen soll, als irgendwas zu Tode zu analysieren), wo vor Allem die Grenzen bisheriger Konzepte durch Quellen zu stützen waren, damit a. mein Referenzmodell als repräsentativ nachgewiesen war und b. die Notwendigkeit der Weiterentwicklung sichtbar wurde und c. der beschriebene Ansatz als geeignet erkannbar war.
Wieviel Sätze hat ihre Arbeit?
Richtig, irgendwie muss so eine Arbeit etwas an Erkenntnis bringen, die sich auf Quellen und eigenes Denken bezieht. Das sollte aber doch Aufgabe der Hochschule sein, bevor der Doktor verliehen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gleichstrom 09.02.2019, 10:15
132.

Zitat von einmenschenverstand
Wieviel Sätze hat ihre Arbeit? Richtig, irgendwie muss so eine Arbeit etwas an Erkenntnis bringen, die sich auf Quellen und eigenes Denken bezieht. Das sollte aber doch Aufgabe der Hochschule sein, bevor der Doktor verliehen wird.
Sätze ... nach der Korrektur doppelt so viele wie zuvor.

Ne, ich weiß es nicht. Etwa 80 Seiten.

Ich hab aber auch nur ein Diplom bekommen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slider 09.02.2019, 10:23
133. So so so....

Zitat von chaosimall
Das Thema ist doch ausgelutscht und keiner kann’s mehr hören. Man sollte einen Schlussstrich ziehen und keine alten Arbeiten mehr bewerten. Das hätte man auch bei Guttenberg und Schavan so machen sollen. Zudem wird damit eine Lebensleistung diffamiert die nicht auf universitären Gebiet stattfindet.
Es wird keine "Lebensleistung" diffamiert. Es ist wie bei einem Dieb, der nach Verjährung der Tat erwischt wird. Strafrechtlich wird er nicht mehr belangt, aber die Beute muss er nach zvilrechtlichen Rechtsvorschrift wieder hergeben bzw. gutmachen und trotzdem bleibt er auch ohne strafrechtliches Urteil ein Dieb.
Hört ihr Schlußstrich erst bei einem "Arzt" auf, der nie studiert hat und auffliegt, mit der Begründung, dass er nie einer Patienten zu Schaden kam und man nicht seine "Lebensleistung" "diffamieren könne?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 09.02.2019, 10:47
134. Plagiatoren müssen enttarnt werden

Zitat von chaosimall
Das Thema ist doch ausgelutscht und keiner kann’s mehr hören. Man sollte einen Schlussstrich ziehen und keine alten Arbeiten mehr bewerten. Das hätte man auch bei Guttenberg und Schavan so machen sollen. Zudem wird damit eine Lebensleistung diffamiert die nicht auf universitären Gebiet stattfindet.
Keineswegs. Das Thema ist aktueller denn je, weil gefakte Dissertationen den Ruf wissenschaftlicher Arbeit diskreditieren; weil Leute, die zum Forschen und Recherchieren zu bequem oder unfähig sind, immer wieder versuchen, sich mit fremden Federn zu schmücken, um den begehrten Doktortitel zu erlangen. Deshalb ist es notwendig, auch alte Arbeiten unter die Lupe zu nehmen, auch und gerade, wenn ihre Verfasser im öffentlichen Leben stehen. Es ist charakterlos, sich schamlos die Forschungsergebnisse jahrelanger Arbeit anderer unter den Nagel zu reißen. Wer das tut, oder getan hat, beweist, dass er/sie zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht fähig ist. Der Doktortitel muss aberkannt werden.

Gut wäre es, wenn alle Dissertationen nicht nur gedruckt, sondern auch elektronisch veröffentlicht würden, wie es in manchen Fakultäten schon lange geschieht. Das würde potentielle Plagiatoren abschrecken, denn digitalisierte Dissertationen können viel leichter auf Plagiate überprüft werden als gedruckte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 09.02.2019, 10:53
135. Plagiatoren müssen enttarnt werden

Das Thema ist keineswegs "ausgelutscht". Das Thema ist aktueller denn je, weil gefakte Dissertationen den Ruf wissenschaftlicher Arbeit diskreditieren; weil Leute, die zum Forschen und Recherchieren zu bequem oder unfähig sind, immer wieder versuchen, sich mit fremden Federn zu schmücken, um den begehrten Doktortitel zu erlangen. Deshalb ist es notwendig, auch alte Arbeiten unter die Lupe zu nehmen, auch und gerade, wenn ihre Verfasser im öffentlichen Leben stehen. Es ist charakterlos, sich schamlos die Forschungsergebnisse jahrelanger Arbeit anderer unter den Nagel zu reißen. Wer das tut, oder getan hat, beweist, dass er/sie zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht fähig ist. Der Doktortitel muss aberkannt werden.

Gut wäre es, wenn alle Dissertationen nicht nur gedruckt, sondern auch elektronisch veröffentlicht würden, wie es in manchen Fakultäten schon lange geschieht. Das würde potentielle Plagiatoren abschrecken, denn digitalisierte Dissertationen können viel leichter auf Plagiate überprüft werden als gedruckte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eiffe 09.02.2019, 11:20
136.

Zitat von chaosimall
Das Thema ist doch ausgelutscht und keiner kann’s mehr hören. Man sollte einen Schlussstrich ziehen und keine alten Arbeiten mehr bewerten.
Sind Sie zufällig Politiker?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eiffe 09.02.2019, 11:22
137.

Zitat von einmenschenverstand
Kommt dann so ein dünnes Brett durch die Prüfung? Die Kriterien für die Themenwahl, Qualitätssicherung während der Arbeit, eidesstattliche Versicherung, alles Faktoren zur Verhinderung. Das nachträgliche Erbsenzählen schadet doch mehr als es der Wissenschaft nützt.
Im Gegenteil. Die rigorose Prüfung stellt die Qualität wissenschaftlicher Abschlüsse sicher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kleinstaatengegner 09.02.2019, 11:38
138. Welchen Sinn verfolgen diese Plagiatsjäger, Besserwisser

und Denunzianten? Zumal sie ihre Zitierregeln für die einzig richtigen halten. Solche Leute braucht man so nötig wie einen Kropf. Interessant ist es zu wissen, wer hinter dieser Plattform steht und wie sie sich finanziert.
VroniPlag ist ein Unternehmen, das als Leistung das Lektorat von wissenschaftlichen Publikationen anbietet. Dafür muss man Geld bezahlen. Soviel zur Unabhängigkeit dieser Truppe. Es stehen finanzielle Interessen im Vordergrund; und damit man bekannt bleibt muss ab und zu eine prominente Person durchs Dorf getrieben werden. Widerlich. Eine 2009 von der UNI geprüfte Doktorarbeit sollte nach den damaligen Kriterien korrekt sein. Die UNI prüft und entscheidet. Niemand sonst. Schon gar nicht solche dubiosen selbsternannten Denunzianten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TS_Alien 09.02.2019, 13:37
139.

Man sollte noch viel weiter gehen. Die Fachbereiche, die bekannt sind für die Verleihung akademischer Grade für wissenschaftlich wertlose Arbeiten, sollten das Promotionsrecht verlieren.

Nicht nur die Plagiate bei den Dissertationen sind das Problem. Es fehlt in vielen Fachbereichen eine Qualitätskontrolle für Dissertationen. Wenn zwei oder drei Prüfer ein wissenschaftlich wertloses Machwerk durchwinken, sind auch die Prüfer das Problem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 16