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Plagiatsvorwürfe : Wissenschaftler stellen sich hinter Lammert
DPA

Norbert Lammert soll sich in seiner Doktorarbeit aus ihren Werken bedient haben - doch zwei Wissenschaftler stützen nun den Bundestagspräsidenten. In der "Süddeutschen Zeitung" werfen die Politologen vielmehr dem anonymen Plagiatejäger unseriöse Arbeit vor.

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ralfbraun 31.07.2013, 20:10
210. Aus dem Wissenschaftsbetrieb

Zitat von Nightfall009
Oder einer der es gar nicht nötig hat zu arbeiten..oder ..oder. Immerhin helfen solche menschen dabei betrüger aus der politik zu entfernen. Ohne diese hilfreichen Recherchen wären Doktortitelbetrüger wie Googleberg, Schaven ,Koch-Mehrin und andere nicht enttarnt worden und würden weiter die Menschen mit ihren ergaunerten Titeln blenden.
Man muß kein Sprößling von Sherlock Holmes sein, um zu vermuten, dass der Autor aus dem Wissenschaftsbetrieb ist. Sein Umgang mit den Informationen, seine Beherrschung der Regeln, die Argumentation, der sprachliche Ausdruck, der Anspruch...vieles deutet in dieser Richtung.

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ralfbraun 31.07.2013, 20:17
211. Gleicher Standard

Zitat von joey55
Vergleichen Sie einfach mal Dissertationen aus den 1950er und 2010er und Ihnen werden die Unterschiede ins Gesicht springen.
Sie verstehen mein Argument nicht richtig. Ich habe schon jede Menge Prüfungsarbeiten in der Hand gehabt und weiß auch wie sich die Anforderungen verändert haben. Umfang, Anspruch, Fragestellung ...da sind die Erwartungen schon gestiegen. Leider auch mit Nachteilen. Die Entwicklung zu 400seitigen Magister und Diplomarbeiten wurde zu Recht zurückgedrängt durch Umfangvorgaben. Was ich meinte: Der Anspruch an das Wissenschafsprinzip, Trennung von eigenen und fremden Gedanken, war grundsätzlich damals so wie heute.
Ich will aber auch nicht bestreiten, dass es in den wilden 70er Jahren, als Leute zu Professoren berufen wurden, die heute nicht mal mehr eine Assistentenstelle bekommen würden, auch überfordert waren und Regeln missachtet wurden.

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spiegelleser987 31.07.2013, 20:27
212. Und? Hatte er ...

Zitat von ralfbraun
Man muß kein Sprößling von Sherlock Holmes sein, um zu vermuten, dass der Autor aus dem Wissenschaftsbetrieb ist. Sein Umgang mit den Informationen, seine Beherrschung der Regeln, die Argumentation, der sprachliche Ausdruck, der Anspruch...vieles deutet in dieser Richtung.
Und? 250 Stunden sind eine Menge Zeit. Hat er seine Arbeit liegen gelassen? Wann will er diese Arbeit nachholen? Oder hatte er nichts zu tun? Wer hat ihn dann bezahlt? Und wie kann jemand in so kurzer Zeit soviele Quellen gelesen haben?

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ralfbraun 31.07.2013, 20:29
213. Lammert ist kein Schaden entstanden bislang

Zitat von Predator74
Ekelhaft finde ich viel mehr die gerade stattfindende, von Herrn Denunziant Schmidt initiierte Rufmordkampagne. Soll er sich doch hinsetzen und prüfen, was er mag. Aber seine Schlussfolgerungen - die bislang nichts als seine private Ansicht sind - auf einer Seite namens lammertplag in die Welt zu setzen, anstatt sie unter Vermeidung jeder öffentlichen Vorverurteilung der Universität zur Prüfung vorzulegen, zeigt gerade, dass es dem Denunzianten eben nicht um die Wissenschaft geht, sondern um die öffentliche Demontage des Herrn Lammert. Und egal, wie die universitäre Prüfung ausfallen wird, Herrn Lammerts Ansehen ist bereits beschädigt. Und zwar von einem, der sich selbst nicht aus der Deckung traut, damit er selbst ja keine Nachteile hat.
Bislang ist Lammert noch kein Schaden entstanden. Die Vorwürfe werden in der Presse als Vorwürfe korrket berichtet. Er selbst hat das bestritten und selbst eine Prüfung durch die Universität angeregt. Die Untersuchungs- und Prüfungshoheit liegt ganz bei der Universität und den zuständigen Gremien. Wenn die feststellen, alles in Ordnung, dann ist Lammert ja vollständig rehabilitiert. Sonst, ja sonst treffen die Vorwürfe ja zu.
Im Übrigen hat der Autor sehr genau beschrieben und erläutert, welche Art von Verstoß er Lammert vorwirft. Nicht das er abgeschrieben hat ohne Quellenangabe.
Ein Denunziant ist jemand, der falsche Anschuldigungen erhebt. Das ist offensichtlich schon nicht der Fall. Verstöße gegen REgeln sind schon jetzt offensichtlich und akribisch belegt. Ob sie ausreichen den Doktorgrad zu entziehen, dass muss die Universität bewerten, im Lichte des gesamten Prüfungsergebnisses, das wir auch abwarten müssen.
Nur weil Herr Lammert prominent ist, und ein ganz offensichtlich guter Bundestagspräsident, ist er nicht immun gegen eine wissenschaftliche Überprüfung seiner Arbeit. Wir sind hier nicht in Russland oder Nordkorea. Klar.
Sich vor Nachteilen zu schützen ist ein ganz legitimes Anliegen des Autors Lammertplag. Die Reaktionen zeigen doch, wie unsachlich er angegangen würde. Sie sind das beste Beispiel, dass begründete wissenschaftliche Kritik für Denunziantentum gehalten wird.

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mercury_2 31.07.2013, 21:11
214. kirche im dorf lassen

Schummeln soll nicht erlaubt sein. Wenn durch Kontrollen ein DR-"copy-paste" aus dem Verkehr gezogen wird finde ich das in Ordnung.
Genauso kann man gerne Doktortitel kassieren, wenn die Arbeit den Titel nicht wert war. Wenn jemand ne Menge Mist über ein Pille-Palle-Thema schreibt, dann hat er trotz korrektem Zitieren nicht unbedingt einen Titel verdient,
Aber, wie schon von Vorrednern geschrieben finden sich in jeder Arbeit dieser Größe Fehler und man soll da bitte auch die Kirche im Dorf lassen.
Ich weiß nicht, wieviele der Foristen einen Dr-Titel (oder Diplom o.ä.) haben und die entsprechende Arbeit freiwillig (und mit dem Risiko des Verlustes der beruflichen Karriere) einem Millionenpublikum zur Prüfung stellen wollen.
Klar bringt ein Dr-Titel unter Umständen berufliche Vorteile, das tut aber auch ein Abi oder ein abgeschlossenes Studium, und wer will von sich sagen, beispielsweise in der Schule nie mal nen Blick zum Nachbarn geworfen zu haben? Kommt das dann als nächste Anklagewelle auf die Volksvertreter zu?

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userinlm 31.07.2013, 23:41
215. Gut

Ich finde es gut, was "Robert Schmidt" macht. Unsere Lobbypolitiker sind sowieso nur an eigenem Nutzen interessiert, dann sollen sie wenigstens ihre Doktorarbeiten selbst schreiben. Allein schon aus Fairness gegenüber denen, die sie nicht kaufen könnten oder *überraschung* ehrlich sind!

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Predator74 31.07.2013, 23:53
216. Denunziant

Zitat von ralfbraun
Bislang ist Lammert noch kein Schaden entstanden.
Hierzu würde ich gerne Herrn Lammert befragen. Aber ganz bestimmt ist es ein gutes Gefühl, in der Öffentlichkeit als Plagiator dargestellt zu werden. /sark

Auch in diesem Forum gibt es haufenweise Beiträge, die zeigen, wie schnell viele Menschen begierig mit ihrem Finger auf "die da oben" zeigen, denen es jetzt endlich mal ordentlich gegeben wird. Die gleichen niederen Instinkte bediente schon vor langer Zeit der Pranger. Wir sollten heute besser sein, finde ich. Ich persönlich finde das Prinzip der Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils sehr wichtig. Das Anlegen einer Seite namens lammertplag impliziert hingegen bereits das abschließende Urteil, welches diesem Herrn Schmidt oder wie auch immer er/sie/es heißen mag sicher nicht zusteht.

Zitat von ralfbraun
Ein Denunziant ist jemand, der falsche Anschuldigungen erhebt.
Wikipedia liefert unter Denunziation folgendes: Zitat von
Unter Denunziation (lat. denuntiare, „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“; denuntiatio, „Ankündigung, Androhung“) versteht man die – häufig anonyme – öffentliche Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen,[1] von deren Ergebnis der Denunziant sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen Vorteil verspricht.
Von falschen Anschuldigungen steht da nichts; das reine Petzen macht ihn zum Denunzianten, ob er nun recht hat oder nicht.

Zitat von ralfbraun
Sie sind das beste Beispiel, dass begründete wissenschaftliche Kritik für Denunziantentum gehalten wird.
Ich kritisiere nicht die Kritik. Ich kritisiere die Form der Kritik. Soll sich der Denunziant doch - wie ich bereits schrieb - an die Universität wenden und seinen begründeten Verdacht melden. Stattdessen wird der Betroffene in der Öffentlichkeit angegriffen - das kritisiere ich.

Mich lässt die Idee nicht mehr los, die Identität dieser noblen Persönlichkeit lüften zu lassen. Vielleicht ist er/sie/es selbst Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten... die sollte man dann mal sehr gründlich prüfen. Und selbstverständlich wird jeder Verdacht genüsslich mitgebloggt - wenn sichs als Irrtum herausstellt, ist er/sie/es ja automatisch rehabilitiert, nicht wahr?

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julia-s12345 01.08.2013, 14:47
217. Stefan Weber

Hier eine Stellungnahme eines Plagiatexperten.
Bundestagspräsident: Experte über Lammerts Doktorarbeit: „Eindeutig ein Plagiat“

Ich bin überzeugt davon, dass Mühleisen und Co. anders reden würden, wenn Lieschen Müller diese Arbeit geschrieben hätte. Die Fehler von Lammert sind keine Bagatellen mehr, er bekam für seine Arbeit eine 3, das wäre -wenn überhaupt- eine 4. Vielleicht hätte die Arbeit so auch nie angenommen werden dürfen, siehe Frau Schavan. Ich hoffe, er verliert den Titel und die Ruhr Uni entscheidet richtig.

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ralfbraun 02.08.2013, 11:30
218.

Ich hatte geschrieben:
Bislang ist Lammert noch kein Schaden entstanden.
Zitat von Predator74
Hierzu würde ich gerne Herrn Lammert befragen. Aber ganz bestimmt ist es ein gutes Gefühl, in der Öffentlichkeit als Plagiator dargestellt zu werden. /sark Wikipedia liefert unter Denunziation folgendes: Von falschen Anschuldigungen steht da nichts; das reine Petzen macht ihn zum Denunzianten, ob er nun recht hat oder nicht. Ich kritisiere nicht die Kritik. Ich kritisiere die Form der Kritik. Soll sich der Denunziant doch - wie ich bereits schrieb - an die Universität wenden und seinen begründeten Verdacht melden. Stattdessen wird der Betroffene in der Öffentlichkeit angegriffen - das kritisiere ich. Mich lässt die Idee nicht mehr los, die Identität dieser noblen Persönlichkeit lüften zu lassen. Vielleicht ist er/sie/es selbst Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten... die sollte man dann mal sehr gründlich prüfen. Und selbstverständlich wird jeder Verdacht genüsslich mitgebloggt - wenn sichs als Irrtum herausstellt, ist er/sie/es ja automatisch rehabilitiert, nicht wahr?
Jeder Wisssenschaftler und erst recht jede öffentliche Person wird sich doch sachlicher Kritik stellen müssen. Das ist Herr Lammert als Politiker auch gewohnt und gehört zum Amt.
Natürlich ist es für den Betroffenen nicht schön, wenn ihre wissenschaftliche Arbeit öffentlich kritisiert wird. Aber Wissenschaft findet in der Öffentlichkeit statt, das geht jedem Wissenschaftler so. Die Öffentlichkeit ist bei einem unbekannten Wissenschaftler kleiner, vielleicht nur die Universität oder Gemeinschaft der Fachgelehrten, aber auch dort findet öffentliche Kritik an wissenschaftlichen Arbeiten zum Beispiel auf Fachkongressen oder in Rezensionen statt. Das ist für die Betroffenen auch nicht immer schön, aber von Rede und Gegenrede lebt doch die Wissenschaft.
Dass Herr Lammert ein bekannter Politiker ist macht ihn nicht immun gegen eine kritische wissenschaftliche Analyse seiner wissenschaftlichen Arbeit. Und nichts anderes hat Lammertplag vorgelegt. Die Analyse erhebt konkrete Vorwürfe und belegt akrische jeden einzelnen Verstoß gegen das wissenschaftliche Arbeiten für jeden nachvollziehbar. Wir leben in einer freien Gesellschaft mit freier Presse und freien Wissenschaften und deshalb ist es statthaft und richtig diese Kritik zu üben.
Herr Lammert hat ja auch das Recht, die Prüfung nicht allein der Universität zu überlassen. Er kann genauso öffentlich darlegen, wieso die erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen. Er würde sicherlich aufmerksames Gehör finden.
Lassen sie doch den Autor von Lammertplag außen vor. Selbst wenn er keine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hätte, selbst eigene Arbeiten des Autors selbst fehlerhaft wären, auch das wäre für die Stichhaltigkeit der erhobenen Vorwürfe nicht relevant. Es kommt in der Wissenschaft nicht darauf an, "WER" etwas sagt, sondern "WAS" jemand sagt. Das sollte eigentlich überall gelten.

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eltviller 03.08.2013, 03:11
219. doktoreninflation

...vielleicht sollte man einfach nur noch in echten Wissenschaften wie Chemie, Biologie und Physik promovieren können. Mir hat sich der wissenschaftliche Nährwert eines Dr. rer pol oder Dr. jur vom Beginn meines Studiums bis zum heutigen Tage nie ganz erschlossen...da ist der Wissenschaftsbegriff meiner Ansicht nach zu undefiniert und daher je nach Auslegung angreifbar. Ich beziehe mich bei der Auslegbarkeit aber nicht auf den Sachverhalt des offensichtlichen Plagiats a la v.Guttenberg, mir geht es um den Inhalt und die Forschung.

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