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Plagiatsvorwurf gegen Schavan: Rechtsprofessor Löwer fordert Verjährung
dapd

Der Bonner Rechtsprofessor Wolfgang Löwer spricht sich für eine Verjährungsfrist bei Plagiatvergehen. Er halte es für problematisch, "die Legitimation für eine ganze Lebensleistung zu entziehen". Inzwischen wurde bekannt: Ein Verlust der Doktorwürde könnte Schavan gleich doppelt treffen.

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mundi 08.05.2012, 16:53
1. Lebensleistung

Zitat von sysop
Der Bonner Rechtsprofessor Wolfgang Löwer spricht sich für eine Verjährungsfrist bei Plagiatvergehen. Er halte es für problematisch, "die Legitimation für eine ganze Lebensleistung zu entziehen"....
Ich bin der Meinung, dass die Legitimation für eine ganze Lebensleistung in der Leistung besteht. Noten und Titeln sind dafür kein Maßstab.

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raven_wolf 08.05.2012, 16:53
2. Verjährungsfrist

das finde ich gut zb kopieren täuschen dann 10 Jahre ins Ausland und der Titel ist mein.

Deutschland erfindet seine Gesetze neu lol

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Montanabear 08.05.2012, 17:00
3. sCHAVAN

Zitat von mundi
Ich bin der Meinung, dass die Legitimation für eine ganze Lebensleistung in der Leistung besteht. Noten und Titeln sind dafür kein Maßstab.
Das sehe ich genau so. Vor dem Gesetz ist Jeder gleich. Sie wusste, was sie tat und soll nun zu ihren Taten stehen. Ausgerechnet die Bildungsministerin ! Eine Schande ist das und dass sie sich jetzt auch noch herauswinden will , zeugt von mangelndem Ethikverstaendnis.

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bild-leser 08.05.2012, 17:16
4. Herauswinden?

Zitat von Montanabear
Das sehe ich genau so. Vor dem Gesetz ist Jeder gleich. Sie wusste, was sie tat und soll nun zu ihren Taten stehen. Ausgerechnet die Bildungsministerin ! Eine Schande ist das und dass sie sich jetzt auch noch herauswinden will , zeugt von mangelndem Ethikverstaendnis.
Wer will sich herauswinden? Sie hat doch noch gar nichts gesagt. Bitte bei den Fakten bleiben!

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Astir01 08.05.2012, 17:17
5. Dieser Professor

Zitat von sysop
Der Bonner Rechtsprofessor Wolfgang Löwer spricht sich für eine Verjährungsfrist bei Plagiatvergehen. Er halte es für problematisch, "die Legitimation für eine ganze Lebensleistung zu entziehen". Inzwischen wurde bekannt: Ein Verlust der Doktorwürde könnte Schavan gleich doppelt treffen.
hat sie wohl nicht alle. Was heißt gerade bei Frau Schawan denn "Lebensleistung"? 95% aller Doktoren schaffen danach nie wieder etwas, was auch nur näherungsweise akademische Weihen verdient hätte. (und bei den übrigen 5 % hab ich Zweifel, dass es zuvor der Fall war)
Wer sich eine Dissertation zusammenkopiert und anderswo abkupfert begeht m.E. eine Art des Betruges, wie sie nur mit der Unterschlagung öffentlicher Gelder oder dem Subventionsbetrug im großen Stil vergleichbar ist. Er betrügt nicht nur, sondern er führt die faule Frucht seines Betruges auch noch als festen Bestandteil in seinem Namen, und wird tag- täglich damit angeredet. Auch der Akt des Betruges selbst währt über Jahre hinweg, muss immer wieder von neuem durch Geschick vor Entdeckung geschützt werden, und zeiht, entdeckt oder nicht, den Ruf der bewertenden Professoren, des Instituts, ja der ganzen Uni in den Dreck. Wer das über eine langjährige Verjährungsfrist hinweg aushält, bescheinigt sich selbst einer außerordentlichen Niedertracht und einem der niedrigsten Beweggründe überhaupt: der Geltungssucht. Es ist nicht die Tat, es ist das Motiv, das ich für so abgrundtief schlecht halte, und m.E. gegen eine Verjährung spricht.

Andernfalls müsste man konsequenterweise auch den Dr.- Titel selbst mit einer Verjährungsfrist versehen, nach deren Ablauf er entweder erneuert werden muss oder verloren geht.

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box-horn 08.05.2012, 17:19
6.

Zitat von sysop
Der Bonner Rechtsprofessor Wolfgang Löwer spricht sich für eine Verjährungsfrist bei Plagiatvergehen. Er halte es für problematisch, "die Legitimation für eine ganze Lebensleistung zu entziehen".
Recht hat er. Zumal es bei der ganzen Debatte um ihre angebliches Plagiat eher darum geht, eine ungeliebte Politikerin abzustrafen, als eine angebliche akademische Fehlleistung. Ich bin der festen Überzeugung, daß die meisten Promotionen aus "analogen" Zeiten der Überprüfung mit heutigen Methoden nicht standhielten. Und das hat seine Ursache überwiegend in den damaligen begrenzten technischen Möglichkeiten und nicht in unterstellter Böswilligkeit.

Eine Verjährungsfrist ist mehr als sinnvoll. Wo soll den bitte - und wenn, mit welchen Folgen - sonst die Grenze zu ziehen sein?

Prof. XY hat im Jahre 1953 bei seiner Dissertation über 650 Seiten auf den Seiten 3, 125 und 569 jeweils Anführungsstriche unterschlagen und macht sich daher einen schweren Falls von Plagiat schuldig. Ihm hat nachträglich die Promotion entzogen zu werden, somit auch die Habilitation. Seine Berufung ist für unwirksam zu erklären, seine Pensionsansprüche verfallen rückwirkend und allen Studenten, die bei ihm promoviert haben, ist infolge dessen der von einer dazu nicht legitimierten Person erteilte Doktorgrad wieder zu entziehen. Etc. etc. [/ironie]

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wibo2 08.05.2012, 17:22
7. @mundi

Zitat von mundi
Lebensleistung Ich bin der Meinung, dass die Legitimation für eine ganze Lebensleistung in der Leistung besteht. Noten und Titeln sind dafür kein Maßstab.
Werter Forist mundi,
Zwei LandesKultusminister wehrten sich gegen Plagiatsvorwürfe:
Althusmann und Roland Wöller (CDU) aus Sachsen.
Beide durften ihren Doktortitel behalten trotz Fehler.
Frau Schavan will ihren Doktortitel auch behalten.

Sie hat eine Direktpromotion, d.h. sie hat keinen
Magister und stünde bei einem Entzug des Dr. ohne
Studienabschluss da. Sie hat nach meinem Verständnis
Religionslehrerin studiert, aber sie hat keine Lehrbefugnis:
Kein Magister, keine Lehrbefugnis für die Schule.

Normalerweise hat ein Doktor einen Studienabschluss
in Form eines Staatsexamens, Magister oder Diplom, Master, etc..
Selbst der Freiherr ist Diplomjurist oder Jurist (Univ.).
Mich stört trotz ihrer prekären Lage die Art und Weise
wie Schavan den Skandal aussitzen will:
Das widerspricht m.E. dem Gleichheitsgrundsatz.
MfG wibo2

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nepomuk23 08.05.2012, 17:24
8. Direktpromotion

...soso, eine direkte Promotion. Schade das ich das nicht wusste das man so was kaufen kann, dann würde ich mich nicht mit meiner popeligen Diplomarbeit rumschlagen müssen...

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Atheist_Crusader 08.05.2012, 17:24
9.

...wieso nur hab ich das Gefühl, dass dieser Vorschlag nie gekommen wäre, um Plagiatoren zu schützen, deren Name nicht so bekannt ist? Nicht, dass ich Herrn Löwer unterstellen will, dass er sich nur bei den Guttenbergs und Konsorten beliebt machen will... aber warum gerät sowas immer erst ernsthaft ins öffentliche Bewusstsein, wenn es Jemandem passiert dessen Name man kennt?

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