Forum: Leben und Lernen
Praktikanten im Landtag: Akademiker arbeiten für 80 Euro im Monat
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Wer beim Land Nordrhein-Westfalen ein Praktikum macht, muss mit sehr wenig Geld auskommen, in Schleswig-Holstein meist sogar ganz ohne. Die Regierungen verstoßen massenhaft gegen die eigenen Grundsätze.

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wll 03.01.2017, 12:41
1. Kein Titel

Aber sich über die pöhsen Ausbeuter in der Wirtschaft aufregen, die ihre Praktikanten ja gemeinerweise so schlecht bezahlen - verlogener geht es kaum noch. Ganz in einer Linie übrigens mit unseren Gewerkschaften, die mit allen Mitteln die Gründung von Betriebsräten in ihren Belegschaften zu verhindern suchen. Machen das aber Unternehmen, ist es eine Unverschämtheit sondergleichen - sagen zumindest unsere Gewerkschaften. Ich würde dagegen sagen, wer seinen eigenen Beschäftigten etwas nicht zugesteht, hat auch kein Recht, dies von anderen zu fordern.

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ackergold 03.01.2017, 12:42
2. Normal im Akademikerleben

Nur zur Erinnerung: An deutschen Universitäten gibt es zigtausende von Akademikern, die ohne jede Bezahlung ihre Titel- oder Pflichtlehre machen müssen, weil sie dummerweise den Fehler gemacht haben, in ihrem Fach mit der Habilitation höchste Kompetenz zu erringen, ohne jede Aussicht auf einen festen Job.

Das verfassungswidrige Wissenschaftszeitvertragsgesetz sorgt dann auch noch dafür, dass sie nach 12 Jahren auch keinen befristeten Job an der Uni mehr bekommen, und zu diesen 12 Jahren zählen nach der neuesten Revidierung sogar HiWi-Jobs, die man als Studierender während des Studiums, noch ohne Abschluss bekleidet hat, darunter auch Jobs als Küchenhilfe in der Mensa.

Man muss nicht denken, dass es verfassungswidrige Arbeitsverbote in diesem Land nicht gibt, völlig unabhängig von dem Praktikanten-Dilemma, denn selbstverständlich darf ein Praktikumsjob auch nicht verlängert werden, wenn der Arbeitgeber dem Praktikanen keine Festanstellung anbieten kann.

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ackergold 03.01.2017, 12:44
3. Normal im Akademikerleben

Nur zur Erinnerung: An deutschen Universitäten gibt es zigtausende von Akademikern, die ohne jede Bezahlung ihre Titel- oder Pflichtlehre machen müssen, weil sie dummerweise den Fehler gemacht haben, in ihrem Fach mit der Habilitation höchste Kompetenz zu erringen, ohne jede Aussicht auf einen festen Job.

Das verfassungswidrige Wissenschaftszeitvertragsgesetz sorgt dann auch noch dafür, dass sie nach 12 Jahren auch keinen befristeten Job an der Uni mehr bekommen, und zu diesen 12 Jahren zählen nach der neuesten Revidierung sogar HiWi-Jobs, die man als Studierender während des Studiums, noch ohne Abschluss bekleidet hat, darunter auch Jobs als Küchenhilfe in der Mensa.

Man muss nicht denken, dass es verfassungswidrige Arbeitsverbote in diesem Land nicht gibt, völlig unabhängig von dem Praktikanten-Dilemma, denn selbstverständlich darf ein Praktikumsjob auch nicht verlängert werden, wenn der Arbeitgeber dem Praktikanen keine Festanstellung anbieten kann.

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robbed 03.01.2017, 12:50
4. Politiker beuten Bürger aus

Was ist daran jetzt eine neue Nachricht? In Deutschland üblich, seit man Merkel über die Mauer gelassen hat.

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ayberger 03.01.2017, 12:50
5. Warum ein Skandal?

Die leisten doch nichts - die riechen doch nur mal rein - schnuppern die Praxis der Arbeitswelt; meine Praktikanten damals in der Großindustrie (DAX) bekamen auch nur DM 80,--/Monat als Taschengeld ..., das Generaldirektorengehalt kam dann später ...

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dangernoodle 03.01.2017, 12:58
6. Geld

Das Auswärtige Amt hat sich da bei mir ganz schlau aus der Affäre gezogen: Ich musste einfach unterschreiben, dass ich ein Pflichtpraktikum absolviere (wobei klar war, dass das nicht stimmt). Und Pflichtpraktika müssen nicht bezahlt werden... (warum auch? Die Leute kommen bestimmt ohne Geld aus, gell.) Unüberraschenderweise waren fast alle Mitpraktikanten aus besserem Hause, tatkräftig von Anwalt-Mami oder Botschafter-Papi unterstützt. Ich dagegen musste mein Konto für die Miete überziehen.

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JaquesLafitte 03.01.2017, 13:03
7. Selten ...

... ist das keineswegs. Im sogenannten"Praktischen Jahr" nach dem 1. Examen arbeiten viele angehende Ärzte und Ärztinnen in einer Reihe von Kliniken ohne auch nur einen Cent zu sehen.
Und das nicht nur an Werktagen, auch Dienste am Wochenende und Feiertagen sind nicht ungewöhnlich. Auch hierbei selbtverständlich ohne eine Entlohnung. Die Geschäftsleitungen dieser Häuser freut es.

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kevinschmied704 03.01.2017, 13:05
8. das beste beispiel

für den Deregulierungs- Wahn und wo hin das führt.
selbst die eigenen Länder suchen schon nach Lücken, um Geld zu sparen.
diese Deregulierung in der Wirtschaft und allgemein muss Einhalt geboten werden.
besonders im Bezug auf die Wirtschaft müssen wir wieder regulieren, besonders in der Steuer Angelegenheiten!
wir müssen dieses Raubzug beenden, natürlich muss man dazu die Politiker identifizieren die sich haben kaufen lassen, denn irgendwer muss ja diese Deregulierung am laufen halten. dieser Personenkreis gehört angeklagt und hinter gittern gebracht! es kann nicht angehen, das unser Geld außer Landes Geschäft wird um es dann unter einen kleinen kreis aufzuteilen! Schluss mit den Geschenken für neoliberale! gruß

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spontanistin 03.01.2017, 13:05
9. Anspruch und Wirklichkeit!

Ein weiterer Beweis für die Diskrepanz zwischen den vermeintlichen Zielen staatlicher Politik und praktizierter marktkonformen Demokratie. Ein Ingenieurstudent erhält für seine Pflicht-Industriepraktika das gleiche Gehalt wie ein Azubi und lernt noch etwas dabei. Beim HiWi-Job an der Uni vergibt man präferiert man nicht-sozialversicherungspflichtige Verträge, so dass sich die Rentenanwartszeiten weiter reduzieren.

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