Forum: Leben und Lernen
Praktisches Jahr im Medizinstudium: "Nur der depperte Hakenhalter"
DPA

Im Praktischen Jahr sollen angehende Ärzte ihr Handwerkszeug lernen. Doch die Praxis ist häufig ernüchternd: Die Medizinstudenten werden nur als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Besonders schlimm ist es in Unikliniken und in der Chirurgie.

Seite 1 von 19
pille! 28.06.2015, 09:13
1. Lehrjahre sind

Keine Herren Jahre. Was glauben die PJ ler in der Chirurgie machen zu dürfen, selbst ein Skalpell in die Hand nehmen? Ich erlebe PJ ler jeden Tag, das pj ist auch dafür gedacht, den Damen und Herren Studenten das arbeiten beizubringen, und Ihre Arroganz zu nehmen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bmwcruiser 28.06.2015, 09:41
2. Fehlende pädagogische Eignung

Für jeden Lehrberuf gibt es einen Lehrplan. Jeder Ausbilder muss pädagogische Eignung nachweisen.
Wenn jemand später ein Skalpell in die Hand nimmt, muss er es betreut üben.

Die zur Schau gestellte Einstellung ist die Wurzel des Problems.

Grüsse, Dr. D.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ditor 28.06.2015, 09:55
3. Lehrjahre

Zitat von pille!
Lehrjahre sind ... Keine Herren Jahre.
Es gilt lebenslang zu lernen, das sollte man nicht vergessen wenn man den verstaubten Spruch ablässt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susa_pilar 28.06.2015, 09:57
4. ? ? ?

...wie schwierig es ist zeigt der Artikl: die einen beschweren sich, weil sie im letzten studentischen Ausbildungsjahr noch keine Leber transplantieren dürfen und die anderen, weil sie Dinge tun müssen, für die sie sich nicht ausgebildet fühlen... und, dass die Damen und Herren Studenten jetzt so viel bezahlt bekommen wie früher fertige Ärzte in ihren ersten 1,5 Arbeitsjahren ist zumutbar, oder?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FeiHung 28.06.2015, 09:57
5. Keine Ahnung

Zitat von pille!
Keine Herren Jahre. Was glauben die PJ ler in der Chirurgie machen zu dürfen, selbst ein Skalpell in die Hand nehmen? Ich erlebe PJ ler jeden Tag, das pj ist auch dafür gedacht, den Damen und Herren Studenten das arbeiten beizubringen, und Ihre Arroganz zu nehmen!
Sie haben wirklich keine Ahnung. Vor allem der bescheuerte Spruch mit den Herrenjahren. Wann sollen die Studenten denn ihrer Meinung nach das praktische Arbeiten lernen? Genau dafür ist das PJ da. Fürs Akten sortieren und Haken halten brauchen die nicht zu studieren.
Dieser peinliche Spruch wird inzwischen wirklich nur noch benutzt, um eine Rechtfertigung dafür zu haben, Auszubildende wie den letzten Dreck behandeln zu dürfen.
Und ganz ehrlich: Ein Medizinstudent arbeitet schon ausreichend. Wenn Sie anscheinend der Meinung sind, dass ein Medizinstudent vor dem PJ nicht arbeitet in seinem Studium, bestätigt das nur meine anfangs fachlich einwandfrei abgegebene Diagnose, dass Sie schlicht überhaupt gar keine Ahnung haben. Es gibt kaum ein aufwendigeres Studium.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vitalik 28.06.2015, 10:00
6.

Zitat von bmwcruiser
Für jeden Lehrberuf gibt es einen Lehrplan. Jeder Ausbilder muss pädagogische Eignung nachweisen. Wenn jemand später ein Skalpell in die Hand nimmt, muss er es betreut üben. Die zur Schau gestellte Einstellung ist die Wurzel des Problems. Grüsse, Dr. D.
Jeder Handwerker mit einem Meisterabschluss kann Lehrlinge in einem Lehrberuf ausbilden. Einen Rahmen, was in der Firma gelehrt wird gibt es nicht, würde auch kaum eine Frima mitmachen.
Übrigens geht es hier um die Medizinstudenten, die bereits mehrere Jahre Studium hinter sich haben. Hat man da kein Lehrplan und Pädagogen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jardianer 28.06.2015, 10:01
7. Billige Arbeitskräfte. Mehr sind sie auch nicht.

Durch das Studium sind sie selbst als Hilfskraft versaut.

Ein erfahrener Chirurg arbeitet lieber mit einer ausgebildeten Krankenschwester als mit diesen eingebildeten "Sauerbruchs".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susa_pilar 28.06.2015, 10:04
8. numerus clausus

Ausserdem fürchte ich, dass der Numerus clausus von 1,0 eine Personengruppe selektiert, die vielleicht perfekt auswendig lernen und dies auch innerhalb der nächsten Woche schriftlich reproduzieren kann, bin mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich die hervorragende Eigenschaft meines Arztes sein sollte!?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
space_lord 28.06.2015, 10:14
9.

Wenn man den Vorrednern glauben darf sind die PJ´ler mit ihrer mangelhaften Einstellung und Arroganz also selber schuld an der schlechten Ausbildung im Praktischen Jahr. Das kommt vermutlich von Leuten, die in ihrem Leben noch keinen PJ´ler betreut haben bzw. selber gar keiner waren. "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" ist jedenfalls seit jeher eine der billigsten Ausreden für schlechte Ausbilder, in jedem Beruf. Meiner Erfahrung nach haben 95% der PJ´ler meiner Abteilung jedenfalls keine überzogenen Ansprüche an die Ausbildung und den eigenen Status - im Gegenteil, die allermeisten sind motiviert, wissbegierig und kritikfähig.

Die im Artikel angesprochene, per Curriculum ("Lernzielkataloge") standardisierte Ausbildung im PJ ist der Schlüssel zum Erfolg. Hier müssen vielmehr als bisher die Ausbilder in den Kliniken in die Pflicht genommen werden, ihre Leistung muss nachvollzogen, bewertet und notfalls auch sanktioniert werden (Entzug der Lehrbefugnis für das Praktische Jahr). Lehre braucht engagierte und kompetente Lehrer und darf - egal ob an der Uniklinik oder im "kleinen" Krankenhaus nicht mehr nur nebenbei, unstrukturiert und am Ende eines langen Arbeitstages erfolgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 19