Forum: Leben und Lernen
Pressekompass: Schluss mit Gedichten im Unterricht? Das sagen die Medien
DPA

Die Schülerin Naina hat via Twitter eine Debatte losgetreten: Ist es besser, in der Schule Mietrecht und Versicherungskunde zu lernen - oder Geschichte und Lyrik? Die Kommentare der Medien im Pressekompass.

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pele der fotografie 18.01.2015, 16:17
100. zu Dionysos dem Tyrannen ...

Mehr Gedichte und mehr unsinnigen Kram! Viel mehr davon, bitte. Das gehört zu einer Schulausbildung dazu. Und mehr Musik und mehr Kunst. Über das Leben lernt man nur durch das Leben. Wir werden immer älter, wir können ruhig ein bisschen Zeit damit verwenden etwas zu tun, was vordergründig keinen Sinn macht. Wenn man 2000 jemand erzählt hat, dass man Arabistik studiert, dann hätte hier das halbe Forum auch geschrieben: "Wozu braucht man den Scheiß!" Ein Jahr später, sind das gefragte Experten gewesen, nach 911.
Man kann nicht wissen was die Zukunft bringt, aber wenn Geschichte kennt, dann kann man vielleicht eine richtige Entscheidung treffen, oder auch nicht.

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whostalking 18.01.2015, 16:18
101. Mag sein

Zitat von cycokan
Sexualkunde ist nun auch kein Fach, das man jahrelang und in jedem Schuljahr zu lehren braucht, aber doch, Anlass gegeben, irgendwann vor der Geschlechtsreife mal für ein paar Stunden durchnehmen sollte. Andere Anlässe sind eben Volljährigkeit, zukünftiges Studium oder Berufseinstieg.
Mag sein, aber zumindest in Brb geht das mit der Sexualkunde schon der 4. Klasse los. Dann haben Sie ein verstörtes 9-jähriges Kind das fast heulend fragt, ob er das etwa auch machen muss; aber wie man einen einfachen Stromkreis baut, dass lernt er nur zu Hause (und dann wird wieder über ungleiche Bildungschancen lamentiert). Man sollte entsprechend Ihrer Argumentation meinen, da es praktisch nichts mehr gibt, was ohne Strom funktioniert, dies Anlass genug wäre, aber anscheinend nicht; für rot-grün kommt der Strom ja auch aus der Dose.

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angst+money 18.01.2015, 16:19
102.

Zitat von cycokan
Und was soll das jetzt? Ich könnte Ihnen auch hunderte Links mit erstklassigen Gedichtsinterpretationen hierher kopieren. Hunderttausende, wenn nicht Millionen von jungen Menschen haben sich mit Handyverträgen überschuldet, Akademiker haben sich zu hunderttausenden mit Aktien oder Bauherrenmodellen verspekuliert. Millionen verschenken jährlich Geld, weil sie keine Steuererklärung abgeben, bzw. Lohnsteuerjahresausgleich beantragen. Millionen kennen nicht mal die wichtigsten Arbeiterschutzgesetze und lassen sich ausbeuten, bzw. haben keine Ahnung, was eine Gewerkschaftsmitgliedschaft bedeutet. Ich konnte auf dieser Seite schon von Hartz 4 Kindern lesen, die den gesamten Lohn ihres Ferienjobs an die Arge abführen mussten, genauso wie von angehenden Juristen, die hunderttausende bei Astaparties in den Sand gesetzt haben. Millionen haben Riesterverträge abgeschlossen, obwohl sie später sowieso nur Grundrente bekommen und die mit einer etwaigen Riesterrente verrechnet wird. Hätten sich wohl alle besser informieren können. Haben sie aber nicht, genauso wie kaum jemand Poesieanalyse freiwillig erlernen würde. Es gilt wohl in beiden Fällen so, dass es manchmal etwas einfach lernen muss, auch wenn man sich eigentlich nicht dafür interessiert. Warum also Ihr heiliger Gral für das Schöngeistige und ihre Ignoranz gegenüber dem alltäglichen?
Perfekte Argumentation die Sie da liefern. Meistens sind das die Leute, die sich in der Schule gelangweilt haben, wenn Textanalyse, abstraktes Denken u.ä. gebübt wurde.

Fächer wie "Handyvertrag richtig durchlesen", "Nicht auf Vertreter hören", "Kleingedrucktes für Fortgeschrittene" könnten da auch nichts mehr ausrichten...

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nathan13 18.01.2015, 16:21
103. Chapeau!

Zitat von justice005
Ich frage mich wirklich, wie man selbst groß werden konnte. Als Jurist traue ich übrigens keinem Lehrer zu - nichts mal ansatzweise - den Schülern Mietrecht beizubringen. Dazu müsste man erstmal die Grundzüge des Vertragsrechts im Allgemeinen erlernen. Dafür brauchen Jurastudenten mal mindestens ein Semester BGB, um zu verstehen, warum mietrechtliche Regeln so sind, wie sie sind. Gleiches gilt für Steuern etc. Im Übrigen ist es nicht Aufgabe der Schule, den Jugendlichen alle etwaigen Alltagsprobleme zu erklären, sondern sie intellektuell darauf vorzubereiten, es selbst bei Bedarf hinzukriegen. Wer in der Lage ist, Texte zu verstehen, zu erfassen und zu interpretieren, wird später mit einem Mietrechtsratgeber auch hervorragend zurecht kommen. Wer Faust in der Schule liest, Schillers Glocke lernt oder andere Gedichte interpretiert, der ist auch später in der Lage, sich zu informieren und das dort Gelesene zu verstehen und anzuwenden. Wer Gedichtsinterpretationen schreiben kann, der kann auch später im Alltag Briefe formulieren und seinen Standpunkt schriftlich ausdrücken. Daher ist der klasschische Deutschunterricht eine gute Vorbereitung auf den Alltag. Der spätere Alltag ist viel zu vielschichtig, um alles in der Schule zu lernen. Deshalb kann man nur die geistigen Voraussetzungen schaffen, die es den Schülern später ermöglichen, sich den Rest selbst bei Bedarf anzueigenen.
Perfekt auf den Punkt gebracht und allen, die in der Schule noch Gedichte, Analysen und Interpretationen gelernt haben, wahrscheinlich aus der Seele gesprochen.
Ich erlaube mir, mich Ihrer Darstellung zu 100% anzuschliessen. ;-)

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Paddel2 18.01.2015, 16:25
104. Typische Fehleinschätzung

Zitat von hrboedefeld
Ich wurde durch einen Lehrer, welcher mich viele Jahre begleitete, genötigt diverse altdeutsche Gedichte von Minnesängern des 15.Jhd zu lernen. In wie fern hat mir das geholfen? Klar, ein paar Klassiker sollte man in seiner Schulzeit schon durchnehmen, aber dann könnte durchaus die restliche Zeit sinnvoller genutzt werden. z.b. mit Grundlagen im Recht und Steuer...
Sie machen den Fehler, mit EINEM Beispiel aus Ihrer mehrjährigen Schulzeit das System im Allgemeinen zu hinterfragen. Die Berufswege sind vielfältig und Sie müssen ebenso vielen Wegen gerecht werden. Soll man künftge Linguisten vom Mathematikunterricht befreien, soll man künftige Physiker den Sportunterricht wegnehmen? Ich bin Naturwissenschaftler und ich profitiere analytisch und sprachlich durchaus von Gedichten aus dem Deutschunterricht. Der größte argumentative Fehler ist, Bildungseffizienz allein an faktischen Inhalten festzumachen. Faktenwissen muss sich jeder selbst aneignen können. Es ist ein Apltraum, Schüler von Eigeninitiative zu befreien und die wenige Zeit neben den bishergen Stunden noch mit zusätzlichem Bildungsmüll vollzustopfen. Wer sich für Mietrecht oder Kreditkarten interessiert, kann Dank Wikipedia und Google schnell selbstständig für Abhilfe sorgen. Es ist erbärmlich, dass Schüler, die Ihr Smartphonedisplay häufiger sehen als ihre Eltern, nicht in der Lage sind, diese Möglickeiten zu nutzen.

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fragel 18.01.2015, 16:26
105. Die Schülerin Naina hat wichtiges angesprochen

Sie muss sich eines Tages bewerben und hat da keine Ahnung.
Deutsche Politiker sollen für ein verständliches Steuersystem sorgen und sind zu dumm.
Wie sollen Schulabgänger ein unverständliches Steursystem verstehen, wenn dazu nicht einmal die Politiker in der Lage sind?
Gedichte lernen, nichts dagegen, eine Analyse dazu, braucht man aber nicht.

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Zeitwesen 18.01.2015, 16:29
106.

Zitat von cycokan
Und was soll das jetzt? Ich könnte Ihnen auch hunderte Links mit erstklassigen Gedichtsinterpretationen hierher kopieren. Hunderttausende, wenn nicht Millionen von jungen Menschen haben sich mit Handyverträgen überschuldet, Akademiker haben sich zu hunderttausenden mit Aktien oder Bauherrenmodellen verspekuliert. Millionen verschenken jährlich Geld, weil sie keine Steuererklärung abgeben, bzw. Lohnsteuerjahresausgleich beantragen. Millionen kennen nicht mal die wichtigsten Arbeiterschutzgesetze und lassen sich ausbeuten, bzw. haben keine Ahnung, was eine Gewerkschaftsmitgliedschaft bedeutet. Ich konnte auf dieser Seite schon von Hartz 4 Kindern lesen, die den gesamten Lohn ihres Ferienjobs an die Arge abführen mussten, genauso wie von angehenden Juristen, die hunderttausende bei Astaparties in den Sand gesetzt haben. Millionen haben Riesterverträge abgeschlossen, obwohl sie später sowieso nur Grundrente bekommen und die mit einer etwaigen Riesterrente verrechnet wird. Hätten sich wohl alle besser informieren können. Haben sie aber nicht, genauso wie kaum jemand Poesieanalyse freiwillig erlernen würde. Es gilt wohl in beiden Fällen so, dass es manchmal etwas einfach lernen muss, auch wenn man sich eigentlich nicht dafür interessiert. Warum also Ihr heiliger Gral für das Schöngeistige und ihre Ignoranz gegenüber dem alltäglichen?
Es gibt nunmal einen Unterschied ob man eine Gedichtinterpretation durchlesen kann oder selber eine erstellen kann.

Ihre Beispiele die sie ansonsten bringen sind zwar schön und gut, aber Sie verwechseln dabei Schule mit Politik und sozialer Ungerechtigkeit. Somit hat ihre Argumentation das Thema verfehlt.

Insofern ein gutes Beispiel, dass z.B. die Beherrschung der Erörterung sehr hilfreich gewesen wäre.

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elizar 18.01.2015, 16:30
107.

Zitat von Downtowner
ich bin mir nicht hunderprozentig sicher ob wir seit der 7ten klasse oder schon früher mit den Analysen angefangen haben. Aufjedenfall machen wir es schon seit Jahren.
Ja aber in welchen Bundesland denn? Das ist die Frage, die mich interessiert.

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fragel 18.01.2015, 16:35
108. Gedichte lernen ist nicht nötig

Hauptsache die Schüler müssen alle ein unbezahltes Praktikum machen. Wenn es bezahlt würde, wäre es Kinderarbeit.
So ein geistiger Dünnschiss.
Erst durch praktisches Arbeiten lernen die Kinder Arbeit kennen und können sich eine Vostellung vom Schaffen machen. So lernen sie die Arbeit kennen. Doch selbst fürs derzeitige Praktikum brauchen die Kinder für den Praktikumskram schon eine Schreibkraft.

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Paddel2 18.01.2015, 16:35
109. Zustimmung

Zitat von justice005
Ich frage mich wirklich, wie man selbst groß werden konnte. Als Jurist traue ich übrigens keinem Lehrer zu - nichts mal ansatzweise - den Schülern Mietrecht beizubringen. Dazu müsste man erstmal die Grundzüge des Vertragsrechts im Allgemeinen erlernen. Dafür brauchen Jurastudenten mal mindestens ein Semester BGB, um zu verstehen, warum mietrechtliche Regeln so sind, wie sie sind. Gleiches gilt für Steuern etc. Im Übrigen ist es nicht Aufgabe der Schule, den Jugendlichen alle etwaigen Alltagsprobleme zu erklären, sondern sie intellektuell darauf vorzubereiten, es selbst bei Bedarf hinzukriegen. Wer in der Lage ist, Texte zu verstehen, zu erfassen und zu interpretieren, wird später mit einem Mietrechtsratgeber auch hervorragend zurecht kommen. Wer Faust in der Schule liest, Schillers Glocke lernt oder andere Gedichte interpretiert, der ist auch später in der Lage, sich zu informieren und das dort Gelesene zu verstehen und anzuwenden. Wer Gedichtsinterpretationen schreiben kann, der kann auch später im Alltag Briefe formulieren und seinen Standpunkt schriftlich ausdrücken. Daher ist der klasschische Deutschunterricht eine gute Vorbereitung auf den Alltag. Der spätere Alltag ist viel zu vielschichtig, um alles in der Schule zu lernen. Deshalb kann man nur die geistigen Voraussetzungen schaffen, die es den Schülern später ermöglichen, sich den Rest selbst bei Bedarf anzueigenen.
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Aber die Realität über das Fehlverständnis zu Bildungsfragen ist erschreckend. Allein die Tatsache, wie viele Studenten Bildungsqualität allein an Inhalten festzumachen, ist ernüchternd. Trauriger Umstand: gerade unter Lehramtsstudenten ist eine häufig anzutreffende Frage: "Wofür brauche ich das?"

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