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Private Hochschulen - warum scheitern so viele?

Private Hochschule kassieren meist hohe Gebühren von den Studente, sie machen große Versprechungen - und enden doch nicht selten in der Insolvenz. Viele Privathochschulen stecken in Schwierigkeiten. Was ist der Grund dür ihr Scheitern?

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julia seeger 22.07.2009, 15:07
1. Die Kunkurrenz

Private Universitäten müssen sich qualitativ in großem Maße von ihren staatlichen Pendants unterscheiden. Nur so lassen sich die hohen Studiengebühren auch rechtfertigen. Dadurch, dass einige staatliche Universitäten schon zu den Privat-Unis aufgeschlossen haben, fällt es diesen besonders schwer die Studiengebühren zu erklären.
Studenten möchten nach ihrem Studium einen staatlich anderkannten Abschluss erhalten. Nicht akkreditierte, private Unis müssen danit rechnen, dass sich wenige Studenten bei ihnen bewerben.
Da hinter privaten Universitäten immer Investoren stehen, steht auch die Wirtschaftlichkeit beim Betrieb der jeweiligen Hochschule im Vordergrund. Bei sinkenden Bewerberzahlen steht dann vielen Hochschulen schnell das Wasser bis zum Hals.

Zusammenfassend ist der Unique Selling Point der privaten Hochschulen essentiell für ihr Fortbestehen: Die Qualität der Bildung, die leider noch viel zu häufig in den staatlichen Unis auf der Strecke bleibt.

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MarkH 22.07.2009, 15:45
2. ooo

Zitat von sysop
Private Hochschule kassieren meist hohe Gebühren von den Studente, sie machen große Versprechungen - und enden doch nicht selten in der Insolvenz. Viele Privathochschulen stecken in Schwierigkeiten. Was ist der Grund dür ihr Scheitern?
Das ist gut für den Dipl. Ing. aus Deutschland :D

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Rainer Daeschler 22.07.2009, 15:58
3.

Zitat von sysop
Private Hochschule kassieren meist hohe Gebühren von den Studente, sie machen große Versprechungen - und enden doch nicht selten in der Insolvenz. Viele Privathochschulen stecken in Schwierigkeiten. Was ist der Grund dür ihr Scheitern?
Die scheitern meist in der Disziplin, in der sie eine höhere Kompetenz versprechen, als ihre staatliche Konkurrenz: Wirtschaft und Finanzen. Der Fächerkanon ist schmal und auf wenig Aufwand ausgelegt. Ein Lehrsaal mit Beamer für BWL ist billiger als ein Labor für Naturwissenschaften. Witten-Herdecke, das auch Medizin im Angebot hatte, war da eine mutige Ausnahme. Besonders in Baden-Württemberg war die tragende Säule von SIMT und IU in Bruchsaal die Politiknähe. Ohne staatlichen Tropf und Aussitzen einer hochschulpolitischen Fehlentscheidung hätten beide Hochschulen die frühe Phase ihrer Gründung nicht überlebt.

Die Privathochschule ist nicht per se zum Scheitern verurteilt. Es gibt sie in anderen Ländern auch, trotz preiswerterem staatlichen Angebots. Es gibt allerdings in Deutschland kaum Gründungen, die sich nicht an den Rockschoß der Politik hängen und tragfähige eigenständige Unternehmen darstellen, was schon mal die Grundvoraussetzungen einer dauerhaften Existenz als private Hochschule wäre.

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Iggy Rock 22.07.2009, 16:12
4.

Zitat von sysop
Private Hochschule kassieren meist hohe Gebühren von den Studente, sie machen große Versprechungen - und enden doch nicht selten in der Insolvenz. Viele Privathochschulen stecken in Schwierigkeiten. Was ist der Grund dür ihr Scheitern?
Wir haben in Deutschland, den preußischen Reformen sei dank, keinerlei Tradition von Privaten Hochschulen. Jene Netzwerke, die inzwischen existieren, sind nur Kopien amerikanischer Pendants mit entsprechend langer Historie.
Was das Scheitern betrifft, so scheinen sie einfach nur schlecht geführt zu sein, was vor allem deshalb lustig ist, weil es nicht selten wirtschaftsorientierte Hochschulen sind.
Merkwürdig ist, das z.B. hier in Hessen die Landesregierung einspringen will um denen aus der Misäre zu helfen, als hätten staatliche Hochschulen noch nicht genug Probleme am Hals.

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Memelufer 22.07.2009, 16:24
5.

Zitat von Iggy Rock
Wir haben in Deutschland, den preußischen Reformen sei dank, keinerlei Tradition von Privaten Hochschulen. Jene Netzwerke, die inzwischen existieren, sind nur Kopien amerikanischer Pendants mit entsprechend langer Historie. Was das Scheitern betrifft, so scheinen sie einfach nur schlecht geführt zu sein, was vor allem deshalb lustig ist, weil es nicht selten wirtschaftsorientierte Hochschulen sind. Merkwürdig ist, das z.B. hier in Hessen die Landesregierung einspringen will um denen aus der Misäre zu helfen, als hätten staatliche Hochschulen noch nicht genug Probleme am Hals.
Und das ist bezeichnend! Die hohe Politk setzt überall auf
privatwirtschaftliche Formen, allerding oft auf Kosten der
Steuerzahler, weil's die Privaten angeblich besser können.
Was dabei herauskommt. Siehe oben, oder, anderes Beispiel
Herdecke. Ohne Subventionen wäre diese Kaderschmiede der
Steiner-Philosophie längst weg vom Fenster, aber nein, man
lässt sie nicht in Ruhe sterben, während viele staatliche
Hochschulen in NRW, einst gegründet als sogenannte Fachhoch-
schulen und gedacht als Bildungsstätten der Arbeiterkinder
am Stock gehen. Eine kurzsichtige, um nicht zu sagen, dumme
Bildungspolitik, und zwar auf breiter Front, die viele Ta-
lente verkommen lässt. Das wird sich rächen.-

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Memelufer 22.07.2009, 16:31
6. Private UNi in Bruchsal ist pleite

Zitat von Iggy Rock
Wir haben in Deutschland, den preußischen Reformen sei dank, keinerlei Tradition von Privaten Hochschulen. Jene Netzwerke, die inzwischen existieren, sind nur Kopien amerikanischer Pendants mit entsprechend langer Historie. Was das Scheitern betrifft, so scheinen sie einfach nur schlecht geführt zu sein, was vor allem deshalb lustig ist, weil es nicht selten wirtschaftsorientierte Hochschulen sind. Merkwürdig ist, das z.B. hier in Hessen die Landesregierung einspringen will um denen aus der Misäre zu helfen, als hätten staatliche Hochschulen noch nicht genug Probleme am Hals.

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LumpY 22.07.2009, 16:54
7.

Zitat von Memelufer
Und das ist bezeichnend! Die hohe Politk setzt überall auf privatwirtschaftliche Formen, allerding oft auf Kosten der Steuerzahler, weil's die Privaten angeblich besser können. Was dabei herauskommt. Siehe .....
dem ist nichts hinzuzufügen!

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Dumme Fragen 22.07.2009, 17:03
8. Gibt es den noch?

Zitat von MarkH
Das ist gut für den Dipl. Ing. aus Deutschland :D
Ich dachte, der wäre jetzt verbachelort worden??

Jedenfalls ist es kein Wunder, dass die "erfolgreichen" Unis nur Fächer für geistige Tiefflieger anbieten können: Jura und BWL... Da studieren dann diejendigen, die es auch schon auf dem Internat nur mit Ach&Krach zum Abi geschafft haben. Und der Steuerzahler zahlt auch noch dafür... Und dann werden die staatlichen Unis auch noch geschwächt, z.B. hat die BLS die schönen alten, sehr repräsentativen Gebäude des alten Botanischen Instituts für Apple&Ei bekommen. Und jetzt heißt es, die UniHH hätte nicht mehr genügend Platz, um weiter zu expandieren. "Konservativ-bürgerliche" Bildungspolitik nenn ich das...

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MarkH 22.07.2009, 18:06
9. ooo

Zitat von Dumme Fragen
Ich dachte, der wäre jetzt verbachelort worden?? Jedenfalls ist es kein Wunder, dass die "erfolgreichen" Unis nur Fächer für geistige Tiefflieger anbieten können: Jura und BWL... Da studieren dann diejendigen, die es auch schon auf dem Internat nur mit Ach&Krach zum Abi geschafft haben. Und der Steuerzahler zahlt auch noch dafür... Und dann werden die staatlichen Unis auch noch geschwächt, z.B. hat die BLS die schönen alten, sehr repräsentativen Gebäude des alten Botanischen Instituts für Apple&Ei bekommen. Und jetzt heißt es, die UniHH hätte nicht mehr genügend Platz, um weiter zu expandieren. "Konservativ-bürgerliche" Bildungspolitik nenn ich das...

Das Bildungssystem was sie meinen ist wirklich nur noch ein Rattenrennen für Schwachköpfe.

Zitat von
"Konservativ-bürgerliche" Bildungspolitik
Was heue so alles "konservativ-bürgerlich" ist, in Kommunen, die ohnehin bald aussterben werden

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