Forum: Leben und Lernen
Pro & Contra Schulreform: Gleichmacherei oder große Chance?

Zwei Eltern bekennen Farbe im Hamburger Schulkampf: Andreas Homann und Ute Schürnpeck haben beide Kinder auf Gymnasien - und doch sehen sie den Schulumbau völlig unterschiedlich. Vor der Entscheidung am Sonntag gibt der Vater Pro, die Mutter Contra.

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Analyser 17.07.2010, 13:37
1. Prof. Baumert

Einer der renommiertesten Bildungsforscher, Prof. Baumert, hat betont: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für den Nutzen einer 6jährigen Grundschule.

Das heißt, hunderte Millionen Euro für Schulumbauten, das Einzwängen von Kindern in Container, das Pendeln von Eltern und Lehrern zwischen verschiedenen Schulen - alles für vage Versprechungen, die schon bei den Gesamtschulen zu hören waren - und die sind katastrophal gescheitert, sind eine Mitursache für das PISA-Desaster.

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Moralinsaurer 17.07.2010, 13:38
2. Gleichmacherei und Benachteiligung

Jeder bekommt jeden Abschluss, so hofft man...mit dem Ergebnis, dass sich manche ob Ihres Abschlusses für zu qualifiziert halten, um einen Handwerksberuf zu ergreifen, aber letztlich nicht fähig sind, ein qualifiziertes Studium abzuschließen.
Es wimmelt dann von geschwätzigen Sozialarbeitern...und die Handwerker sowie Wissenschaftler sterben aus.
Welch ein Glück, dass es noch Privatschulen gibt, die wirklich Bildung und Wissen vermitteln.
Der Niedergang der Bildung hat einen Namen Rot/Grün.

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incognito@spon 17.07.2010, 13:42
3. Sowohl als auch...

In den meisten Ländern beginnt die Sekundarstufe ab der 6. oder 7. Klasse. Nur Deutschland trennt seine Kinder schon nach der Vierten. Auch ich habe damals einen großen Teil meiner frisch aufgebauten Sozialisation verloren, da ein Teil auf der Haupschule bleib und der andere in der gymnasialen Parallelklasse verschwand. Bindungen könnten sich bei längerem Lernen verfestigen und sich schulunabhängig weiterentwickeln.

Auch finde ich es gut, wenn in einer erweiterten Primärstufe die stärkeren Schüler zu sozialem Verhalten einbezogen würden. Also aktiv an der Förderung der Schwächeren mitwirken. Überhaupt sollte die Verlängerung der Primärstufe dazu dienen, soziale und kreative Kompetenzen zu fördern. Dies kommt bei underem traditionellen dreigliedrigem Schulsystem vor allem auf dem Gymnasium zu kurz. Freilich ist es nicht damit gedient, einfach die Primarstufe zu verlängern und sonst alles beim Alten zu lassen. Dann kann man auch gleich das dreigliedrige System lassen.

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elwu 17.07.2010, 13:43
4. Wie meist im Leben

ist auch in dieser Sache eine schwarz/weiße Sicht der Dinge den Realitäten nicht angemessen. Jedenfalls ist eines unbestreitbar: um schwachen Schülern, zumal solchen aus anderen Kulturen, wirksam zu helfen, muss lange vor der Schule angesetzt werden. Zunächst, indem diese anderen Kulturen sich in mancher Hinsicht auf die deutsche zubewegen.

Wenn ein Kind in fremdsprachlicher und fremdkultureller sozialer Umgebung aufwächst, wird es erhebliche Probleme mit der deutschen Sprache haben, deren gute Beherrschung nun mal die Grundlage allen schulischen (und später beruflichen Erfolges ist.

Und wenn ein Kind egal welcher Herkunft nicht von klein auf gefördert und gefordert wird, neugierig gemacht und seiner Neugier geholfen, wenn es nicht schon früh spielerisch an unbekanntes herangeführt und dort begleitet wird, wenn es nicht beizeiten mit anderen Kindern in Gruppen die Welt erfahren darf, wenn es von seinen Eltern vorrangig vor der Glotze geparkt wird, dann wird daraus auch schwerlich ein guter Schüler.

Das kann aber keine Schulreform und keine Schulform der Welt leisten. Das alles ist primär die Sache der Eltern, nicht des Staates, der Schule.

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Umbriel 17.07.2010, 13:45
5. Dagegen

Wer bekommt schon eigene Kinder, um "dem Staat zu nutzen"?

Es mag eine Rolle spielen, daß die Gemeinschaft Kinder braucht um weiterexistieren zu können, aber das ist wohl nur in seltenen Fällen ein ausschlaggebender Faktor.

Also wollen wir in der Regel für unsere Kinder ganz verschiedene, eigene Dinge, aber im Grundsatz etwsa Gutes, etwas Zukunftsweisendes, wir wollen ihnen gute Startchancen mitgeben.

Wenn ich mir die vergammelten restschulen so ansehe, dann möchte ich da nichtmal selber reingehen. Da bekomme ich schlechte Laune und sehe nur verkritzelten Beton und irgendwelche Kaputzentypen, die sinnlos rumhängen.

Das gefällt mir nicht.

Meine Kinder sind ganz gut in der Schule und deswegen schicke ich sie dahin, wo es mir gut gefällt und wo es ihnen gefällt. Was die anderen Leute so für richtig oder falsch halten ist mir eigentlich nicht so wichtig, bei Erziehung scheiden sich sowieso die Geister.

Von einer großen Vereinheitlichung halte ich garnichts, denn es gibt nunmal Leute, die machen immer ein Riesentheater und trotzdem schreiben die Kinder nur Fünfen. Die sind natürlich für die Abschaffung der Zensuren.

Jedes Töpfchen braucht sein Deckelchen.

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lisa simpson 17.07.2010, 14:11
6. schlecht für alle

In der Grundschul-Abschlussklasse meines Sohnes vor 3 Jahre (Innenstadtschule, hoher Ausländeranteil) waren 7 SchülerInnen( über 20% der Klasse), die nicht richtig lesen und schreiben konnten. Vor allem wohl, weil sie auch nicht richtig Deutsch konnten, und so vom ersten Tag an keine Chance hatten.
Zwei weitere Jahre mit diesen Schülern hätte den schlauen aus der Klasse auf jeden Fall geschadet, den ein Unterricht muss auf das Leitungsniveau aller in der Klasse Rücksicht nehmen.
Langeweile und starke Unterforderung bei den Guten, Frustration und Überforderung bei den Schlechten Schülern - das wäre das Ergebnis. Wer das gerne möchte, soll seine Kinder auf so eine Schule schicken.
Ich bin der Meinung, das eine auf die jeweilige Leistung des einzelnen Schülers angepasste Klasse das beste ist.

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frank_lloyd_right 17.07.2010, 14:54
7. Hardly Any Men Are Created Equal,

und es ist kontraproduktiv, sie alle
gleich ausbilden zu wollen.
Allerdings ist es wohl die einfachere Methode -
denn die Begabteren herauszusuchen, ist aufwendig.

Es könnte sich allerdings auch lohnen -
momentan herrscht aber so viel Konfusion, daß man
kaum beurteilen kann, OB es sich wohl lohnt.

Daß manche Länder in "Pisa" so deutlich besser abschneiden,
liegt meiner Meinung nach hauptsächlich
and der Motivation der dortigen Lehrer UND Schüler,
weniger am Verwaltungssystem.
Es herrscht eben oft kein so komplexes Klima wie in Schlaand.

Insgesamt : insufficient information, does not compute.

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Pelayo 17.07.2010, 15:07
8. !

Ja, die Menschen sinf unterschiedlich. Vor allem haben die einen viel Geld und die anderen wenig, und erstere haben ein Interesse daran, dass das so bleibt. Da gibt es nichts besseres, als wenn man seinem Kind schon frühzeitig durch den Besuch des Gymnasiums den weiteren privilegierten lebensweg sichern kann, ohne das es groß mit Proleten oder Ausländerkindern zu tun hat.

Nur darum geht es und sonst um garnichts. Das dreigliedrige Schulsystem ist genauso überholt wie der Zölibat, und es wird von seinen Anhängern geuaso vehement und gegen alle Vernunft verteidigt.

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Geometretos 17.07.2010, 15:19
9. Absicht

Zitat von Pelayo
Ja, die Menschen sinf unterschiedlich. Vor allem haben die einen viel Geld und die anderen wenig, und erstere haben ein Interesse daran, dass das so bleibt. Da gibt es nichts besseres, als wenn man seinem Kind schon frühzeitig durch den Besuch des Gymnasiums den weiteren privilegierten lebensweg sichern kann, ohne das es groß mit Proleten oder Ausländerkindern zu tun hat. Nur darum geht es und sonst um garnichts. Das dreigliedrige Schulsystem ist genauso überholt wie der Zölibat, und es wird von seinen Anhängern geuaso vehement und gegen alle Vernunft verteidigt.
Die mit viel Geld schicken ihre Kinder NICHT auf ein staatliches Gymnasium sondern auf eine Privatschule.

Mit der 6jährigen Grundschule wird Unterschichtkindern der Aufstieg erschwert: Das ist der Plan (der wie auch immergenannten Sozialdemokraten, damit sie ihre Wähler - die mit den "hohen" Abschlüssen aber wenig konkreten Kenntnissen - nicht verlieren.

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