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Pro und Contra: Sollten wir das Schwäbische retten?
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will die schwäbischen Dialekte stärken, auch an Schulen. Im Jahr 2018. Muss das sein?

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maulschälla 08.12.2018, 16:00
50. @max.fi

s'mog jo sei, dass S'schwäbische net jedem gfällt, s'isch ällaweil trotzdem a schene Sproch (offenes O).
Im Gegensatz zum Hochdeutschen hat man sehr viele und sehr schöne Ausdrucksmöglichkeiten. Im Gegensatz dazu ist das Hochdeutsche eine geradezu ausdruckarme Sprache.
Zumeist verstehen die Leute, auch im hohen Norden den schwäbischen Dialekt recht gut. Ich strenge mich i.d.R. nicht wirklich an Hochdeutsch zu sprechen und bekomme seltenst irgendwelche negativen Rückmeldungen.
Im Gegensatz dazu finde ich es sprachlich geradezu als eine Verarmung, wenn junge Menschen aus dem Schwäbischen die Mundart nicht oder nicht mehr beherrschen. Dies gilt für mich übrigens gleichermaßen für alle anderen deutschen Dialekte. Auch wenn allgemein kolportiert, das Sächsische nicht als schöner Dialekt angesehen wird, so strahlt dieser Dialekt trotzdem sehr viel mehr Wärme und Herzlichkeit aus als das Hochdeutsche.
Ich finde es gut, wenn das Dialektsprechen wieder mehr gefördert wird. Ich selbst war in einer Zeit (60er Jahre) in der Schule, in der die Lehrer*innen mit Argusaugen darauf achteten, dass in der Schule Hochdeutsch gesprochen wird. So mancher auf dem Lande hatte seine liebe Not damit.
Ich habe bei der Erziehung der Kinder sehr darauf geachtet, dass sie zweisprachig aufwachsen und auch Besonderheiten des Schwäbischen erlernen konnten.

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varesino 08.12.2018, 16:05
51. Mit Untertitel?

DIalekt ist OK, privat, im Verein. Da kann jeder seinen Dialekt pflegen.
In der Schule hat Dialekt nichts verloren.
Selbst im Beruf kann Dialekt zu Missverständnissen führen, die zu Fehlern führen.
Manchmal wünsche ich mir Untertitel wenn Dialektsprecher interviewt werden.

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seamanslife 08.12.2018, 16:06
52. dafür reklamiert Bayern aber für sich auch

Zitat von kraftmeier2000
absolut in Ordnung, aber in der Schule sollte man zu aller erst Hochdeutsch lernen. Denn das können scheinbar die wenigsten, bestes Beispiel unsere Wintersportler hier im Biathlon, es ist einfach grausig, da hat man den Eindruck nach der 4. Klasse war Schluß, weil der Sport wohl wichtiger war, oder warum können bis ein Paar wenige die meisten von diesen Menschen kein Deutsch. Jedem Einwanderer bringt man Nahe das die Sprache das wichtigste ist um sich zu integrieren, nur bei unseren Landpomeranzen allen voran aus dem Süden der Republik (bin selber einer "Plattdeutsch"), wird das nicht gefordert, und dann werden diese Personen auch noch Interviewt. Einfach eine Zumutung, weshalb ich dann den Ton meistens abdrehe.
das beste Abitur aller Zeiten zu haben. Die Interviews vom Hackl-Schorsch waren auch immer ein Genuss und Thomas Müller bei der WM in Brasilien. Da fragt man sich wo Müller in die Schule gegangen ist.

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hisch88 08.12.2018, 16:08
53.

Zitat von charlybird
Sprache und damit verbundene Dialekte und Mundarten sind absolut zu erhaltenes Kulturgut, aber schön wäre es schon, wenn man in den Parlamenten ins Hochdeutsche ''zurückfällt'' und es auch sonst beherrscht. Ich hatte da bereits meine erlebten Fragezeichen und es wäre manchmal schon erleichternd, wenn man die süddeutschen Mundarten auch als Norddeutscher verstehen könnte. Kretschmann gibt da wenigstens Hilfestellung mit seiner Entdeckung der Langsamkeit beim Sprechen. Gilt natürlich auch umgekehrt, 'Plattdütsch'' wird man in Rosenheim wahrscheinlich auch nicht ohne Übersetzer verstehen. :-)
Ich bin mir nicht sicher ob Sie das was verwechseln.

Soweit ich es sehe, spricht Kretschmann hochdeutsch, aber er benutzt die "schwäbische Musik / Tonlagen" des Schwäbischen, die natürlich nicht mit dem Hochdeutschen korrelieren.

Ich spreche auch Hochdeutsch , aber mit der "Musik" meines Dialektes, was man auch sofort heraushört.

Manche glauben dann ernsthaft ich würde Dialekt sprechen, obwohl ich voll verstanden werde.

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wildebeast 08.12.2018, 16:08
54. I schwätz schwäbisch,

kann mich aber überall in Deutschland verständigen. Jeder darf gerne hören, wo ich herkomme. Wenn mich jemand wegen meines Dialekts als ungebildet verspottet, haue ich ihm/ihr meinen Doktortitel um die Ohren! Selbstverständlich nehme ich Rücksicht auf die des Dialekts Unkundigen. Unterrichten in der Schule bringt leider wenig, es geht um gelebte Sprache, die nicht verordnet werden kann.

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kpfeilst 08.12.2018, 16:11
55. ....damit liegscht...

Zitat von max.fi
Dialekte geben die dem Ohr schmeicheln, das Schwäbische gehört aber ganz bestimmt nicht dazu.
...aber midenstens a Muggelsäckele neba da Wahrhet.

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rainer_daeschler 08.12.2018, 16:16
56. Dialekte müssen erhalten werden

Sie dürfen nur nicht die Ausrede sein, Hochdeutsch nicht zu beherrschen. Als Schulfach sind die aber schwer vermittelbar, da es zu viele regionale Unterschiede gibt. Ein einheitliches Schwäbisch, bayerisch oder Platt gibt es nicht. Es gibt Regionen, wo der Dialekt im tagtäglichen Gebrauch ist und solche, wo ihn nur noch wenige Alteingesessene kennen. Den Dialekt können nur Eltern und Freundeskreis vermitteln, nicht die Schule.

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Achmuth_I 08.12.2018, 16:16
57. Au Mann...

...schon wenn ich die Einleitung zum Artikel lese - Alemannische und schwäbische Dialekte - wo bitte soll denn da der Unterschied sein? Alemannen und Schwaben waren in wechselndem Gebrauch immer die Bezeichnung für die Selben Volksgruppen.

Zu den geehrten Mitkommentatoren. Mir kommt es vor als ob hier regelmäßig nicht zwischen Akzent und Dialekt unterschieden werden kann. Ist das so? Dann liegt tatsächlich ein dringenderes Bildungsbedürfnis vor als die Dialektfähigkeit.

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kmgeo 08.12.2018, 16:19
58. Hochdeutsch, Dialekt und Heimat

natürlich müssen Schulkinder Hochdeutsch beherrschen, aber die müssen sich eben auch vor Ort auskennen. dazu gehört im Zweifel auch die Sprache . wenn wir schon den Föderalismus huldigen - siehe Digitalpakt - dann auch richtig. Im übrigen war früher die mediale Inkarnation des Föderalismus, der sonntägliche Tatort, von Dialekten begleitet. heute kaum noch.
Und dann wäre die Frage nach dem Sinn der neumodischen Heimatministerien zu stellen. wenn nicht Heimatkultur, was dann? Breitbandkabel?

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chillervonnatur 08.12.2018, 16:22
59. Liebe Frau Klovert,

außer von Ihnen hier, habe ich noch nie gehört, dass mangelnder Dialekt ein Zeichen fehlender Integration sei, wenn dann wird über jemand der "nur" Dialekt spricht gescherzt wenn er sich in das Gebiet eines anderen Dialekts vorwagt. Andersrum empfinde ich schnelles erlernen (und auch sprechen) tatsächlich als Zeichen gelungener Integration. Die angeführten Talente könnte man genauso auf das Lernen/Sprechen des Hochdeutdchen erleben, es wird aber die Wahl getroffen "so zu schätzen" wie das, in diesem Fall dann wohl nicht "ghettoisierte" Umfeld, den im Integrations-/Deutschkurs lernt man meines Wissens Hochdeutsch und keinen Dialekt.

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