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Pro und Contra zur Pisa-Studie: Was bringt die Vermessung der Schule?
DPA

Eine halbe Million Schüler aus 70 Ländern wurde getestet, am Dienstag werden die Ergebnisse vorgestellt. Doch egal, was bei der neuen Pisa-Studie herauskommt: Der Vergleich selbst bleibt höchst umstritten.

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mborevi 05.12.2016, 18:00
1. Unsere Probleme ...

.. liegen in den Unterrichtsmethoden, die die Schüler maximal demotivieren. Es wird versucht, zu viel "am Beispiel" in "Selbsterarbeitung" zu lehren. Das überfordert die Schüler, denn sie müssen zunächst vom Beispiel abstrahieren und eine allgemein gültige Regel ableiten, um diese später allgemein anwenden zu können: Ein sehr anspruchsvoller Job, den sonst Wissenschaftler verrichten. Früher haben wir die Regel auswendig gelernt, nachdem sie der Lehrer erklärt hatte. Ich kann sie heute noch. Die Anwendung wurde später als Hausaufgabe geübt. War einfach mit viel Lernfortschritt, eben hocheffektiv.

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zweifler001 05.12.2016, 18:04
2. Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird

Herr Schleicher (welche Qualifikation hat der eigentlich? Hat der überhaupt eine Qualifikation?) hat mit seinen idiotischen Tests maßgeblich zum Niedergang des deutschen Schulsystems beigetragen. Wir hatten mit das beste Schulsystem der Welt. Es war hervorragend den Anforderungen der Zukunft angepaßt. Nur missfiel Herrn Schleicher, daß es keine Einheitsschule sondern drei verschiedene Niveaus gab. Diese ganzen Vergleiche mit Ländern wie Skandinavien, Singapur usw. sind unsinnig. Es wäre besser wir würden unabhängig von anderen festlegen, welchen Anforderungen unser Schulsystem genügen muß. Was dazu Herr Schleicher sagt, ist unwichtig. Die entsprechende UN-Unterorganisation kann man getrost auflösen, was wahrscheinlich erhebliche Gelder einsparen würde.

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lynx999 05.12.2016, 18:07
3. Viel wichtiger

als sich über den Pisa-Test als solches auszutauschen wäre es doch auch unabhängig von solchen Tests regelmäßig und strukturiert das Bildungssystem zu verbessern. Wir haben in Deutschland durch die Vielzahl an Bundesländern und der vielfältigen Schulformen extrem unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Hieraus könnte man "BestPractice" ziehen. Leider klappt dies nur selten überhaupt erst mal schulintern. Wer will dies auch einer erfolgreichen Lehrkraft verbitten "seinen Unterricht" durchzuziehen? - Aber vielleicht gibt es doch Themengebiete die eine andere Lehrkraft auf eine bessere Art und Weise vermitteln kann.
Wirklich fassungslos bin ich darüber wie amateurhaft in diesem Zusammenhang mit dem Medium PC und Internet umgegangen wird. Auch an vermeintlich guten Schulen und Bundesländern. Es gibt nirgendwo eine zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte zu bestimmten Lehrinhalten das passenden Lehrmaterial zu erhalten oder sich gar strukturiert (also moderiert und korrigiert) auszutauschen. Hier wird sich weiterhin auf Verlage verlassen die 300-seitige Biologie-Lehrbücher herstellen - woraus vielleicht nur 10% für die Schüler wirklich relevant sind. Der Rest wird alles (vielleicht sogar fachfremden) Lehrern überlassen. Und das betrifft nur die Unterlagen zum Unterricht...

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ulli7 05.12.2016, 18:12
4. Die Zuwanderung in die Ballungsgebiete dürfte sich auswirken

In Berlin wurde festgestellt, dass die vietnamesischen Kinder im Durchschnitt bessere schulische Leistungen erbringen als deutsche Schülerinnen und Schüler. Bei Schülern aus anderen Kulturkreisen war das nicht der Fall. Die Pisa-Studie dürfte außerdem auch sehr unterschiedlich in den Regionen ausfallen. Ich vermute, dass Schüler in ländlichen Gebieten in Bayern und Schleswig-Holstein besser abschneiden als Schüler in Bremen und Berlin.

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der_weisse_wal 05.12.2016, 18:19
5. Experte

Ich habe viele Jahre Schulen besucht. Als Schüler, aber ich denke, Lehrer sein ist ja nicht so schwer. Qualifikation ist also da. Ich möchte jetzt Schul- und Bildungsexperte werden. Wo kann ich mich auf gut dotierte Stellen für Schulexperten bewerben. Ich schreibe Studien und Bücher auch sehr gerne im Sinne des Auftraggebers. Ich kann auf Wunsch auch in TV-Debatten auftreten und die gewünschte Meinung verteten.
Hier bin ich!

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TS_Alien 05.12.2016, 18:20
6.

Das Sammeln und Auswerten vieler Daten ist noch lange keine Forschung. Echte Forscher wissen das. Viele Bildungsforscher nicht. Die haben sich mittlerweile an diese einfache und oftmals nichtssagende Art der Studienerstellung gewöhnt.

Wenn man gestandene Lehrer befragt, sehen die in vielen Bereichen keine Verbesserung der Schülerleistungen im Vergleich zu früher. Auch gibt es viele Firmen, die über die zunehmend schwachen Fähigkeiten zu vieler Schüler klagen, so dass das Ausbildungsziel der angehenden Auszubildenden ernsthaft gefährdet ist.

Es gibt daher zu viele Schüler in Deutschland mit großen Schwächen in der Bildung. Das muss aber nichts mit dem Bildungssystem zu tun haben. Viel wahrscheinlicher sind gesellschaftliche Gründe, von der unvollständigen (und teilweise nicht gewollten) Integration bis zu den fehlenden Vorbildern in den Familien. Die Schule kann daran kaum etwas ändern.

Wer tatsächlich ein Bildungssystem bewerten möchte, muss die Absolventen bewerten. Sowohl in der Breite als auch in der Spitze. Wenn mir jemand sagt, dass Land x ganz tolle Schüler hat, mit Abstand besser als in Deutschland, ich aber weiß, dass Land x kaum nennenswerte Leistungen in Forschung und Entwicklung erbringt, auch in der Produktion hochwertiger Waren durch Facharbeiter Deutschland nicht das Wasser reichen kann, werde ich stutzig. Wohin die Leistungen der angeblich so viel besseren Schüler verschwinden, wäre doch einmal eine Studie wert.

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dernameistprogramm 05.12.2016, 18:20
7. #1: absehen davon, dass Ihr Beitrag keinerlei empirische Fundiertheit aufweist:

was hat er mit dem Artikel über die Vermessung der Schule zu tun?

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henkruse 05.12.2016, 18:26
8. Testeritis

Diese Testeritis hat mich als Lehrer (inzwischen pensioniert) genervt, da unter Kollegen und wohl auch von der Schulleitung die Qualität des Unterrichts daran gemessen wurde, wie die Klasse beim Test abgeschnitten hat. Dass dabei zielgerichtet auf die Tests hingearbeiten und der Lehrplan vernachlässigt wurde, zeigte sich erst im nächsten Schuljahr, wenn der nachfolgende Fachlehrer die Defizite entdeckte und nun Probleme bekam, die Defizite zu minimieren und neuen Stoff zu erarbeiten.

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lachina 05.12.2016, 18:30
9. Was nützt eine Studie....

wenn sie dann aus Gründen der political correctness gar nicht umfassend veröffentlicht wird und Konsequenzen hat? Ganz einfach: Konsequenzen kosten richtig Geld!

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