Forum: Leben und Lernen
Prognosefehler: Lehrermangel an Grundschulen gravierender als angenommen
Sebastian Gollnow / DPA

Bei den Prognosen zum Lehrerbedarf an Grundschulen haben sich einige Fachleute gründlich verrechnet, zeigt eine Studie. Sie seien von falschen Zahlen ausgegangen.

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fördeanwohnerin 09.09.2019, 09:35
90. -

Zitat von jackbubu
Mittlerweile glaubt man nicht mehr daran in einem der führenden Industrieländer zu leben. Pflegenotstand, marodes Verkehrsnetz (Straße/Bahn), fehlende Kitaplätze + Erzieherinnen, Großprojekte wie BER/ Stuttgart 21 die nichts werden jetzt Bildungsnotstand und die Liste lässt sich weiter führen. Sind unsere Politiker mittlerweile wirklich so extrem realitätsfern und das trotz teurer Berater?
So negativ sollten Sie das nicht sehen. Andere führende Industrienationen haben dieselben Probleme. Leider vermitteln die deutschen Medien uns immer, dass es bei uns mit Abstand am allerallerschlimmsten ist. Unterhält man sich mit Menschen aus anderen Ländern berichten die von sehr ähnlichen und oft sogar von denselben Problemen.
Dass es mit uns bergab geht, steht also nicht zu befürchten, denn alle anderen murksen genauso vor sich hin.
Heißt aber nicht, dass man sich nicht doch mehr bemühen sollte.

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fuchsi 09.09.2019, 09:36
91. Qualitätssicherung

Bin in der Lehrerbildung an einer mittelgroßen Uni tätig. Die Studienplätze wurden immens aufgestockt, die Zahl der Mitarbeiter jedoch kaum. Die hohe Qualität der Lehre und die wichtige Betreuung der Praktika geraten in Gefahr. Unter den Studierenden sind auch Ungeeignete, die aber unter dem Druck, Lehrkräfte in die Schulen zu schicken, nicht mehr aussortiert werden, um in anderen Berufen weiterzumachen. Jeder weiß, dass sich eine mangelhafte Schulbildung auf das ganze Leben auswirkt. Wir betrügen unsere Kinder um Ihre Bildungschancen.

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cum infamia 09.09.2019, 09:36
92. warum noch selbst lernen?

Zitat von gweihir
Deswegen spielt auch Anzahl und Qualitaet der Lehrer keine Rolle. Das wird ja schon seit laengerer Zeit so gehandhabt. So verspielt man die Zukunft eines Landes....
"unsere" Regierung ( unter Merkel) hat das Manko doch schon 2015 mit ca. 1,5 Millionen hochqualifiieirter Fachkräfte ausgeglichen( fragen Sie mal Herrn Zetzsche ). Da kann der "Nazi-Deutsche" dann gern in Rente gehen." Die" schaffen das schon bald allein !

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Sibylle1969 09.09.2019, 09:37
93.

Die Kinder, die in einem Jahr geboren werden, werden 6 Jahre später eingeschult, das dürfte ja keine Überraschung sein. Eigentlich genug Vorlauf, um genügend Lehrer/innen auszubilden und einzustellen. Wieviele Lehrer in 6 Jahren in Pension gehen, müsste auch gut abschätzbar sein. Die einzigen Unsicherheitsfaktoren sind die Zahl der zugewanderten Kinder und eventuelle krankheitsbedingte Ausfälle von Lehrern. Dafür muss man einen gewissen Puffer einplanen, den man anhand der Erfahrung aus der Vergangenheit ebenfalls gut einschätzen können dürfte.

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alsterherr 09.09.2019, 09:39
94.

In meinem Bekanntenkreis:

- Grundschullehrer bekommen nur Jahresverträge, die Sommerferien sind sie de-facto arbeitslos.

- In vielen Klassen zu 60-70% Migrantenkinder (zum großen Teil nicht neu zugewandert sondern nach Flucht der Eltern hier geboren) mit mangelnden Deutschkenntnissen, der Stoff kann so einfach nicht vermittelt werden, wenn zwei Drittel der Klasse aus Verständnisgründen das wissbegierige andere Drittel bremsen. Hier selbst aus Reihen von Grün-wählenden Lehrern Kritik zu hören zeigt auf, in welcher Krise der Beruf steckt

Eine Lehrerin ist in die freie Wirtschaft gewechselt, ein anderer auf die Walldorfschule ... keine jährliche Kündigung und zu 99% einwandfreie Sprachkenntnisse.

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Humanfaktor 09.09.2019, 09:40
95. Bildungsnotstand - insbesondere in den Ämtern und Ministerien

Wenn man sich ohne Scheuklappen die wichtigsten Entwicklungen der letzten 30 Jahre ansieht, zeigt sich ein verheerendes Bild der Versagen deutscher Administrationen. Der Mangel wird erst durch Fehleinschätzungen und Inkompetenz eingeleitet - und dann verwaltet.
Und da niemals nennenswerten Konsequenzen für das administrative Versagen drohen, ist auch nicht zu erwarten, dass sich daran etwas ändert. Die traurige Wahrheit ist: Wir werden von unterdurchschnittlich Begabten regiert, organisiert und administriert. Und damit sind solche und ähnlich Ergebnisse auch nicht mehr die Ausnahme in einer glänzenden Reihe von administrativen Erfolgen, sondern inzwischen wo man hinsieht die Regel.
Selbst wer nichts kann, kann in der Verwaltung dennoch aufsteigen - aufgrund der Beförderungssystematik nach Dienstalter - und hat irgendwann einen Posten, der damit von eine/r/m der/die nichts kann besetz ist. Und da es keine Herabstufungen gibt, dafür aber Beschäftigungsanspruch, schlägt das Peter-Prinzip insbesondere in den öffentlichen Verwaltungen voll durch. Jede/r wird so lange befördert, bis die Stufe der individuellen Inkompetenz erreicht ist. Dann erst ist das Ende der Sackgasse erreicht und, rein der Logik der Systematik nach, sitzen schlussendlich auf allen Entscheidersesseln für die Aufgabe 'eigentlich' Ungeeignete, weil inkompetent.
Die Auswirkungen können wir beobachten. Damit wird alles, was wir in den letzten dreissig Jahren erleb(t)en und lesen konnten, auch leicht erklärt.
Wer inkompetent ist macht mehr Fehler als ein kompetenter Entscheider. Wenn die Entscheider überwiegend inkompetent sind, sind richtige und gute Ergebnisse eher dem Zufall geschuldete Ausnahmen, als Ergebnis guter Arbeit, und desaströse Entwicklungen die Regel. Das ist logisch recht einfach nachvollziehbar.
Ändern wird sich daran aber so schell nichts, denn auch diejenigen, die über die Inkompetenz anderer zu entscheiden und zu urteilen haben, sitzen ja im selben Boot...

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schensu 09.09.2019, 09:44
96. Und sonst noch in D

Zitat von doitwithsed
Die höchste Steuer- und Abgabenquote in der OECD, dafür aber Staatsversagen an allen Stellen. Bravo.
Nach OECD: Lehrereinkommen in der Spitzengruppe
Nach OECD: Lehrergebnisse unter dem Durchschnitt

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SusiWombat 09.09.2019, 09:46
97.

Zitat von romeov
Warum können Lehrer z. B. nicht in ihrer überbordenden Urlaubszeit die Fortbildungsmaßnahmen wahrnehmen. Soll mir jetzt bloß keiner erzählen, die würden sich sechseinhalb Wochen auf die Schule vorbereiten. Von dem restlichen Urlaub will ich jetzt gar nicht reden.
Weil die Lehrer in ihrer "überbordenden Urlaubszeit" arbeitslos sind. Sie müssen in diesen sechseinhalb Wochen hoffen, überhaupt eine Zusage von einer Schule in ihrer Nähe zu bekommen.

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eisbaer68 09.09.2019, 09:46
98. Und natürlich

sind die Kultusminister nicht dran Schuld. Niemand wird für einen solch eklatanten Fehler geradestehen müssen. Ist halt dumm gelaufen. Da sind sie wieder unsere Berufspolitiker, die nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben. Verantwortung ist für die meisten doch ein Fremdwort.

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maria3333 09.09.2019, 09:46
99. Gymnasiallehrer sind schon an der Grundschule aktiv!

Zitat von phthalo
Man könnte auch Referendare, die Aufgrund ihrer Fächerkombination wie Deutsch und Sport nicht sofort einen Job an einem Gymnasium bekommen, als Grundschullehrer einstellen und Einstellung, verbeamten und dann für .... 5 Jahre verpflichten an der Grundschule zu arbeiten. Anschließend darf er sich dann an Gymnasien bewerben.
Raten Sie mal, was schon seit Jahren praktiziert wird! Das Problem ist nur, dass das nicht jeder angehende Gymnasiallehrer machen will / kann. Wenn man von der Persönlichkeit her eher der Mensch ist, der flapsige, sarkastische Witze mit der pubertierenden Mittelstufe macht, dann passt man vielleicht nicht so in die Grundschule.

Außerdem befürchten viele, dass sie dann nie mehr aus der Grundschule wegkommen und in der Schule arbeiten können, in der sie eigentlich arbeiten wollen. Wenn man einmal an der Grundschule ist, dann darf man sich zwar nach ein paar Jahren wegbewerben, aber wenn es keine Gym-Stellen in 5 Jahren gibt, dann kriegt man eben auch nichts. Momentan ist es immer noch aussichtsreicher, jahrelang Krankheitsvertretung am Gyymnasium zu machen (mit Entlassung über die Sommerferien), um dort längerfristig einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wenn man nämlich nicht an einem Gymnasium ist, setzt sich auch kein Schulleiter für einen ein, dass man bleiben kann / verbeamtet wird.

Viele gehen bei uns in Ba-Wü momentan auch lieber an die Gemeinschaftsschulen, denn da wird man als Lehrer mit Gym-Ausbildung mit A13 bezahlt, während man an den Grundschulen dauerhaft nur A12 bekommt. Außerdem muss man für die Grundschule zusätzlich noch ein weiteres Referendariat berufsbegleitend machen. An der Gemeinschaftsschule kann man direkt loslegen, muss keine stressige Zusatzausbildung machen, kriegt mehr Geld und hat mit der Altersklasse an Schülern zu tun, die man immer schon gern unterrichten wollte. Logisch, dass die Grundschule für die meisten da wenig attraktiv scheint.

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