Forum: Leben und Lernen
Protest gegen Diskriminierung: Schüler im Rock verstören Frankreichs Konservative
AFP

Sexuelle Diskriminierung? Nicht mit uns! Männliche Schüler im französischen Nantes erschienen zu einer Protestaktion in knappen Röcken zum Unterricht. Wertkonservative sehen deswegen die Grundlagen der Republik in Gefahr.

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Vaen 16.05.2014, 18:08
71. Orientierung!

"Junge Menschen brauchen eine geschlechtliche Orientierung!" Ja, warum eigentlich? Ich bin biologisch ein Mann, egal was ich anziehe. Richtig, es gibt biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau und diese sollten dringendst in Gender-Debatten ernstgenommen werden. Aber ich kann keinen Schaden für die Gesellschaft sehen, wenn sich ein Mann in Röcken kleidet.

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warholandy 16.05.2014, 18:09
72. hmm

Zitat von freekmason
natürlich kann man darüber viel diskutieren, siehe link, für mich ist es aber ein detail, das den grundsatz nicht anficht. besonders nicht, wenn das ein konservativer versucht, der weder prinzip noch detail verstehen will oder kann.
welchen Grundsatz meinen sie denn? Dass alle Menschen gleich sind und deshalb gleich behandelt werden sollen? Das tun wir doch aus guten Gründen nicht ... Menschen sollten gleich behandelt werden wo sie gleich sind und ungleich behandelt wo sie ungleich sind.

Ich finde das geht in Diskussion unter und das ist auch mehr als ein unwichtiges Detail...

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brillenfisch 16.05.2014, 18:14
73. Sexuelle Identität

Es ist schon bemerkenswert, wodurch viele konservative Männer ihre sexuelle Identität gefährdet sehen: Das Weibliche überhaupt, und nun junge Männer in Röcken. Die Frauen werden generell diskriminiert, berockte Männer punktuell bekämpft. Eine selbstsichere männliche, sexuelle Identität sieht lustvoller aus

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Galik 16.05.2014, 18:17
74.

Zitat von Berg
Zu einer Demo?? - Diese "Demo" fand im Unterricht statt. Fragt sich, in welchen Fächern derartige karnevalistische Einlagen helfen, den Unterrichtsstoff besser zu erlernen; denn dazu ist die Schule da, wo sonst jeder Unterrichtsausfall mit Krokodilstränen beklagt wird. Solche Aktionen sind Späße, die massiv vom Unterricht ablenken, ihn unmöglich machen sollen. Und DAGEGEN habe ich was. Sollen die Knilche auf der Straße so herumlaufen, beim Kirchgang, bei Begräbnissen, im Bewerbungsgespräch, als Fußballer aufm Platz - alles ok. Aber nicht in der Schule, nicht in der Lehrwerkstatt.
Eine Schule, die ihren Schülern Raum für aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs lässt, halte ich im Gegensatz sogar für eine sehr gute Lehranstalt.
Klar, wenn jetzt jede Woche so eine Demo stattfinden würde, dann wäre der Lehrbetrieb stark behindert, aber als einmalige Aktion ist diese Demo meiner Meinung nach pädagogisch wertvoll.

Ansonsten wird immer gemeckert, dass Schüler politisch desinteressiert sind. Wenn sie dann EINMAL! eine solche Aktion auf die Beine stellen, wird sich auch wieder beschwert, dass diese "Spaß" sie vom Lernen abhält. Schüler sind bedauernswert, egal wie viel oder wenig sie tun, die Gesellschaft wirft ihnen stets Versagen vor. Hauptsache die Kinder funktionieren konform und lernen schön artig, gell?

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k70-ingo 16.05.2014, 18:18
75.

Zitat von sok1950
Schotten tragen schon ewig Rock, ehrlich, an manchem Sommertag wäre das auch etwas für mich. Aber bitte die Ästhetik wahren, so wie weiße Socken in Sandalen tabu sein sollen, ist das auch mit unrasierten Beinen unterm Rock oder der kurzen Hose. Bin ich nun weiße-Socken oder unrasierte Beine-Phobiker?
Nicht nur die Schotten, auch in Südasien und Ozeanien gibt es männliche Rockträger. Reiseerfahrene werden gerne bestätigen, daß so ein Sarong oder Pareo erhebliche Vorteile bietet. Etwa wenn sich der bläßliche Europäer derart die Beine in der Sonne verbrannt hat, daß das Anziehen einer langen Jeans schmerzbedingte Ohnmachtsanfälle zu Folge hätte.

Was kurze Beinkleider angeht, so fragte ich vor langer Zeit die "Gleichstellungsbeauftragte" meines Arbeitgebers, warum die dort tätige Damenwelt in kurzen Röcken erscheinen darf -und auch diejenigen, die sich besser bedeckt halten sollten, aus ästhetischen Gründen-, kurze Männerhosen aber unerwünscht seien.
Ihr Antwort lautete: "Da sehen Sie mal, wie wir Frauen immer unterdrückt werden". Dann wußte ich es.

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DMenakker 16.05.2014, 18:18
76.

Diese Art der Proteste sind sicher eine Art Jugendprivileg.Ein bisschen ausflippt, ein bisschen crazy, naiv, weltverbessernd aber irgendwo auch sympathisch.

Wenn ich mir dann aber die alten konservativen Säcke anschaue, die was von Kulturfaschismus labern, weil mal eine Transe den ECS gewonnen hat oder 18 jährige Jungs im Rock den Weltuntergang bedeuten sollen, fage ich mich schon, ob die noch alle Tassen im Schrank haben.

Bin nicht mehr Jugendlich. Durchaus konservativ angehaucht. Aber DIE Reaktionen sind sowas von daneben ....

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schon,aber 16.05.2014, 18:20
77. ärgerliche Aktion

Zitat von sysop
Sexuelle Diskriminierung? Nicht mit uns! Männliche Schüler im französischen Nantes erschienen zu einer Protestaktion in knappen Röcken zum Unterricht. Wertkonservative sehen deswegen die Grundlagen der Republik in Gefahr.
Meine Güte: Bitte wo werden heute in westlichen Ländern Mädchen diskriminiert? Es ist doch eher anders herum, dass die Buben gezielte Nichtbeachtung erfahren, z.B. in den von Lehrerinnen unterrichteten Klassen.
Beispiel: Der Abi-Jahrgang meines jüngsten Sohnes bestand aus 19 Einser-Abiturientinnen und 1 Einser-Abiturienten. Zufall oder Jungen-Diskriminierung?
Komischerweise kippt die Proportion, sobald es ins Berufsleben geht. Zufall oder der eigentliche Grund für die Frauenquote?

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stefangr 16.05.2014, 18:23
78. Keinen Sinn für Toleranz und Humor

Frigide heißt wahrscheinlich nicht umsonst so. Es ging darum, dass Männer und Jungs nicht die besseren und prädestinierten sind. Aber Frigide und ihre Konsorten haben Angst, die Jungs könnten weicher oder gar schwul werden. Keine Sorge, das ist völlig unberechtigt, mehr als 5% werden es nicht. Außerdem sind Schwule unter sich schon kompliziert genug, weitere Grazien kann keine Szene vertragen, egal ob sie hetero oder homo ist. Wie wäre es bei den Wertkonservativen mit absolute Gleichstellung von Mann und Frau, aber soweit sind die sog. Wertkonservativen noch lange nicht. Und Sinn für Humor haben sie wieder einmal nicht....

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spotmakesmyday 16.05.2014, 18:23
79.

Zitat von Gnossos
Danke, dass Sie meinen Beitrag aufgreifen. Leider richtete sich die Aktion aber nicht gegen Sexismus im Allgemeinen, sondern nur gegen "Machostrukturen in der Schule", die Frauen und Mädchen diskriminiere. Dass auch Männer in ihren Rollen "gefangen" sind (ich glaube im Übrigen sehr wohl, dass ein Junge in Mädchenkleidung ei erhöhtes Risiko hat, verprügelt zu werden), wurde natürlich nicht problematisiert. Die Jungs sollen früh lernen, dass sie das "Tätergeschlecht" sind. Dabei werden männliche Menschen 3 mal so oft Opfer von Kriminalität, wie weibliche. Die Einseitigkeit ärgert mich.
Ich weiß zu wenig über die angeprangerten "Macho-Strukturen" oder wie es in der Schule zugeht, um das zu diskutieren. Schuliche "Macho-Strukturen" (wie auch immer die nun genau aussehen mögen) sind schädlich für Mädchen UND Jungen (der Druck, superstarker Vollchecker-Macho sein zu müssen, ist nicht lustig - genausowenig wie's für die Mädchen lustig ist, diese Machos dann an der Backe zu haben). Mit "Tätergeschlecht" hat das nichts zu tun. Die Aktion richtete sich gegen "Macho-Strukturen", nicht gegen "männliche Strukturen". Es sind ja wohl nicht alle Männer Machos udn die Rock-Jungs identifizieren sich ja nun auch offensichtlich eher mit der Seite, die unter Machostrukturen leidet ("Opfer"-Seite) und zeigt Solidarität (kann man nur, wenn man sich mit den anderen identifiziert) - sie begreifen sich nicht als die angeprangerten Machos, sondern als junge Männer, die die Machos auf der anderen Seite sehen.

Ich finde, sie trauen diesen Jungs zu wenig zu. Die Aktion ist fabelhaft, die jungen Männer zeigen sich sogar klassisch selbstbewußt ritterlich (sozusagen retten sie die Burgfräuleins vor dem bösen Machodrachen, wenn man so will ;-)), sie zeigen Empathie mit ihren (in diesem Fall weiblichen) Mitmenschen, haben genug Eier in der Hose, für ihre Überzeugungen auch mal anzuecken und genug Mitmenschlichkeit verinnerlicht, für etwas einzutreten, das nicht nur sie selbst direkt betrifft, sie setzen sich auch für andere ein.
Zudem scheinen sie in ihrer sexuellen Identität gefetigt genug zu sein, daß sie auch mal für ne Aktion nen Rock anziehen können ohne gleich in eine Geschlechtsidentitätskrise zu fallen, wie ihnen das von der FN-Tante vorgeworfen wird...
aUnd: sie haben was auf die Beine gestellt und sind aktiv dabei zu versuchen, die Welt zu verbessern. So kann man sich die Jungend doch nur wünschen! Diese Schüler zeigen ein sehr positives, neues Männerbild, dem man doch eigentlich nur aplaudieren sollte!

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