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Proteste gegen Mathe-Abi: Die zweifelhafte Macht der Masse
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Abiturienten beschweren sich über angeblich zu schwere Prüfungen in Mathematik. Es ist fraglich, ob der Aufstand gerechtfertigt ist - oder ob deutsche Schüler nur ihre Leidenschaft am Protest entdeckt haben.

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meyer.paul84 11.05.2019, 14:34
130. Übertrittsquoten von fast 100% aufs Gymnasium - was will man erwarten

Es gibt im Moment Gegenden mit fast 100% (!!!) Übertrittsquote von der Grundschule auf das Gymnasium! Und letztlich dort fast 100%, die sich am höchsten Schulabschluss Deutschlands versuchen (da Durchfallen außer Mode gekommen ist). Bei dieser überhaupt nicht vorhandenen Selektion braucht man sich nicht zu wundern, dass sich Schüler am Abitur versuchen, die völlig ungeeignet sind (es ist zum Teil wirklich extrem!). Ich bin selbst Lehrer am Gymnasium und muss feststellen, dass das Niveau am Gymnasium sehr, sehr, sehr gesunken ist! Und letztlich wird Unterricht nicht in der Lage sein, dieses Leistungsgefälle innerhalb der Schülerschaft (ja, es gibt auch sehr viele kluge Schüler) aufzufangen. Die Ministerien sind in der Bringschuld, endlich wieder dafür zu sorgen, dass auch nur wirklich geeignete Schüler das Gymnasium besuchen! Dann kann der Unterricht endlich wieder effektiver gestaltet und somit auch das Thema Abitur erfolgreich angegangen werden. Und zwar ohne das Abitur Jahr für Jahr aufzuweichen. Denn genau das ist der Fall, wenn man sieht, dass selbst Schüler mit bestandenem Abitur an den Universitäten aktuell regelmäßig versagen und sogar extra Mathe-Vorbereitungs-Kurse angeboten werden müssen! Dies widerspricht klar dem Begriff der eigentlich erlangtem "ALLGEMEINEN Hochschulreife".

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mixow 11.05.2019, 14:42
131. Karstellung von Fehlerhafter Behauptung

Zitat von fatherted98
....haben solche Proteste nie zu etwas geführt. Warum auch? Aufgaben die gestellt wurden, wurden nicht gelöst....daraus zu folgern, dass sie zu schwer waren ist nicht folgerichtig. Wenn man böswillig wäre, könnte man anmerken, dass die Schüler an statt bei Fridays for Future zu demonstrieren, lieber mal gelernt hätten....nur waren wahrscheinlich nur ein Bruchteil derer da. Der Rest war in der Schule und hat nicht zugehört oder zu Hause im Bett, mit der Decke über dem Kopf. Beides nicht zuträglich für eine gute Abi Note.
Diese Art von Protest hat schon zu etwas geführt, nämlich 2016 in Niedersachsen. (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Zu-schweres-Mathe-Abi-Ministerium-sagt-Pruefung-zu,matheabi106.html)

Es sind ja nicht nur Schüler die auf den Fridays for Future-Demos waren, dies lässt sich schon allein an der Zahl der Unterschriften und der Anzahl der Teilnehmer dieser Demonstrationen sehen. Es sind zum Beispiel in Bayern momentan 70.000 Unterzeichner und auf den Demos waren es nicht einmal die Hälfte, daraus lässt sich schließen, dass diese Aussage nicht gerechtfertigt ist.

Dass Schüler in der Schule nicht zuhören ist auch nicht beweisbar.

Und warum sollten Schüler Zuhause sein und sich die Decke über den Kopf ziehen?

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Tschegger 11.05.2019, 14:46
132. Abi-Prüfungsaufgaben dürfen erst ein Jahr später veröffentlicht werden

Ich finde es grotesk, dass da Abi-Aufgaben vom laufenden Jahr veröffentlicht werden. Zumindest in BW ist dies erst nach Ablauf eines Jahre erlaubt. Und das Land hat meines Wissens das Copyright an einen Verlag abgetreten, der Abi-Aufgaben mit Lösungen herausgibt zur Abiturvorbereitung.

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nickleby 11.05.2019, 15:12
133. Wenn alle das Abitur haben, hat keiner das Abitur

Was lernt mann daraus : Man muss die Anforderungen so strukturieren, dass der Durchschnitt mit befriedigend die Anforderungen bewältigen kann. Wer das nicht schafft, ist eben schlechter, wer es schaaft , kann auch besser abschneiden. Das nennt man inhärente Ungleichheit, die aufgrund ihrer nicht gelenkten Verteilung gerecht ist. Menschen sind ungleich, z.B. in ihrer Begabun oder in ihrem Aussehen . Das ist eine Vorgabe der Natur. Man kann nur an den Rahmenbedingunen arbeiten. Hier sind wir in der Bundesrepublik sehr fortschrittlich und auch sozial gerecht. Es gibt überall Hilfen, die dem Einzelnen, wenn er/ sie will, zufließen können. Bloß,sie werdenm in vielen Fällen nicht genutzt. Man kann die Pferde zwar zur Tränke fühen, aber saufen müssen sie aus eigenem Wollen und Antrieb. In der Schule muss man auch eigenständig arbeiten und die angebotenen Hilfen annhemen. Die Fotrderung, die Ansprüche zu senken, führen in letzter Konsequenz zum Ergebnis : wenn alle..... Das ist ungerecht und sozial schädlich.

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Miere 11.05.2019, 16:51
134. Vielleicht nicht zu schwer, aber zu schlecht vorbereitet.

Wie Sie im letzten Absatz sagen: Man kann sich gut vorstellen, dass die Aufgaben an sich nicht zu schwierig waren, aber die Vorbereitung darauf im Unterricht nicht ausreichend war oder gar nicht stattgefunden hatte. Ich habe zB in der Schule nie Zinseszinsrechnung oder Wahrscheinlichkeitsrechnung gelernt. Das lag auch nicht an Lehrermangel oder Stundenausfall. Der Mathelehrer in der 10. Klasse sagte: "Das kommt in der 11. dran." (Blöd natürlich für diejenigen, die mit Mittlerer Reife abgehen wollten.) Der Mathelehrer in der 11. sagte: "Das hättet ihr in der 10. haben müssen." Endeffekt: der Stoff fiel unter den Tisch. Es kann also auch einfach miese Planung sein.

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oldschool_bmx_freestyler 11.05.2019, 18:06
135. Auch wenn man es gar nicht "hören" möchte:

Inhaltlich sind die heutigen Abiturklausuren deutlich einfacher als noch vor 25 Jahren, Punkt.
Würde man die Aufgaben von damals heute stellen, würde nur noch ein entsprechend geringer Prozentsatz überhaupt durchkommen.
Dies werden jede Lehrerin und jeder Lehrer bestätigen können, die entsprechend lang dabei sind.
Meine Abiturnote hatte damals noch eine 3 vor dem Komma stehen - wenn ich mir die heutigen Durchschnitte so anschaue, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln...
Ich mache den heutigen Schülerinnen und Schülern weiß Gott keinen Vorwurf!
Gleichwohl ist deren Kritik vor diesem Hintergrund unangebracht, da es ihnen bereits am hierfür notwendigen Vergleich fehlt.
Insgesamt steigt die Abiturientenquote unaufhaltsam an; dies mit einem Anwachsen entsprechenden Potentials zu begründen, dürfte wohl keinem ernsthaft in den Sinn kommen.
Beispiel: Allein in Berlin hat sich die Anzahl der Abiturzeugnisse mit 1,0 innerhalb der letzten 15 Jahre vervierzehnfacht (x14).
Bildungsnation, das war einmal...
Und es dürfte sehr schwer sein einer Generation, die in dem Glauben aufwächst, dass es alles - insbesondere in Bits und Bytes - umsonst gibt, eines Besseren zu belehren.
Nun trifft diese Generation allerdings keinerlei Schuld an dieser Misere, da die hierfür Verantwortlichen eindeutig in Politik und Wirtschaft zu suchen sind.
Die Frage die wir, allen voran die Eltern uns da stellen müssen ist: Warum haben wir all dies zugelassen?
Es ist vor einiger Zeit etwas ins Rollen gekommen, was vermutlich die Wenigsten von uns als solches wahrgenommen haben.
Aber sich nun aus der Verantwortung ziehen, dem Nachwuchs quasi Schuld an all dem zu geben und ihnen die bitter notwendigen Korrekturen zu überlassen, ist nicht nur viel zu einfach, sondern mehr als feige.
Ein Land, dass sich rund doppelt so viele Professuren für Gender-Forschung (ca. 220) als für alte Sprachen (ca. 120) beziehungsweise rund 16% mehr als für Pharmakologie (ca. 190) leistet darf sich wahrlich nicht wundern, wenn daraus keine Basis für Innovationskraft erwächst.
Nicht zu vergessen bspw. eine rund 140 Seiten starke amtliche Handreichung mit dem Titel " Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben", mit der bereits 3-6 Jährige an deutschen Kitas auf Spur gebracht werden.
Am Ende möchte ich mich als Familienvater vielmehr bei der heutigen Jugend auf das Tiefste entschuldigen, da wir Erwachsenen es nun offensichtlich vollständig vermasselt haben...

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annika hansen 11.05.2019, 18:48
136. Hmmmmm

Für Normalsterbliche reichen eigentlich die Beherrschung der Grundarten und der Dreisatz (Prozentrechnung) aus. Dann braucht man noch Potenzrechnung und ein wenig Geometrie. Damit kommt man prima durchs Leben.

Alles was ich im Studium und in der Schule an Mathe (nicht rechnen!) gelernt habe, habe ich so gut wie nie gebraucht und mittlerweile verdrängt.

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ruediger 11.05.2019, 18:49
137.

Die Mathe Aufgabe die ich gesehen hab hätte zu meiner Zeit (Anfang der 80er Jahre) nichts im Abi zu suchen gehabt (sondern vielleicht im Realschulabschluss). Dies mag an der höheren Quote am Gymnasiasten liegen. Aber wenn dieses Niveau schon zu hoch ist sollte man halt am Freitag nicht die Schule schwänzen sondern das Bildungsangebot nutzen

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Gerd007 11.05.2019, 20:45
138. Mathematik muss auch gekonnt sein,wenn man sein Abitur bestehen will

Die heutige Gesellschaft glaubt, mittels Hilfmittel wie Taschenrechner und Computer auf mathematisches Wissen verzeichten zu können. Wer hier ein Abitur bestehen will, muss auch Mathematik auf höherem Niveau können. Die Noteninflation ist ohnehin schon weit fortgeschritten, wer früher eine 1,0 oder 0,9 hatte als Abiturschnitt, der war wirklich exellent. Eine meiner Mitschüler war ein Mathematikgenie, der hat sogar 4 Fehler in einer Gleichung, die uns vom Stellvertreter des Schulleiters an die Tafel geschrieben wurde, gelöst und zwar so, dass es JEDER AUCH VERSTANDEN hat ! Ich bin eher dafür, die Anforderungen noch zu erhöhen, wir stehen im Wettbewerb mit anderen Staaten und können es uns einfach nicht leisten, nur mit mittelmäßige Ingenieure hervorzubringen.
Das Gymnasium ist trotz aller Ideologen NICHT für jeden die richtige Schule !!

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Datenkrake Überall 12.05.2019, 07:38
139. Hauptsache die Konservativen prollen rum

Die Kommentare hier zeigen nur wieder einen immensen Narzissmus insbesondere der offenbar (versteckt) Konservativen, die völlig empathielos Stellung beziehen. Dass sich über die Schwierigkeit der Abituraufgaben beschwert wird, ist kein neues Phänomen, sondern ein altes. Einzig, dass die Medien mittlerweile jeden Mist aufblähen und ausschlachten und Clicks zu erzeugen, dass ist das Schlimme! Aber klar, man kann das jetzt nehmen um den Klimawandelprotest der SchülerInnen zu bashen oder sonst was. Wenn man sich dieses Geschwätz meiner "Mitälteren" anschaut, dann kann man einfach oft nur den Kopf schütteln, sich, orientiert am Gedanken "Die Jugend von heute...", das ganze nur wieder richtig rum drehen und denken: "Zum Glück stirbt die ältere Generation vor der jüngeren, sonst gäbe es keinen Fortschritt". Aber gut, die Babylonier haben auch schon über die Jugend geheult; so lernfähig ist der Mensch halt scheinbar einfach nicht!

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