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Prototyp des deutschen Fachhochschulpräsidenten: Männlich, 57 Jahre, aus Westdeutschl
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Nur jede fünfte Fachhochschule wird von einer Frau geleitet, Migranten sind so gut wie gar nicht vertreten. Vielfalt an der FH-Spitze ist in Deutschland Mangelware - außer beim beruflichen Werdegang.

gumbofroehn 05.11.2019, 19:15
1. Das sagt jetzt nicht so viel aus ...

... schließlich sind heute in aller Regel diejenigen Kollegen Präsident oder Rektor, die vor 15 bis 30 Jahren erstberufen worden sind. Damals lag der Anteil der Frauen an den Erstberufenen an den Fachhochschulen sicher nicht nennenswert über 20 %. Insofern ist jede fünfte FH mit Präsidentin / Rektorin der Wert, der zu erwarten wäre.

Im Übrigen sollte man sich dieses Amt nicht so toll vorstellen: Unser Rektor sieht immer ziemlich überarbeitet aus, so würde ich (ehrlich gesagt) nicht leben wollen.

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großwolke 06.11.2019, 07:35
2. Nutzen der Untersuchung?

Auf die "Diversität" bei Professuren und leitenden Hochschulpositionen zu schauen ist ein sehr oberflächlicher Ansatz. Was zeigt man mit so einer Untersuchung? Wer ein Fachhochschulstudium anfängt, dessen Fokus liegt in der Regel nicht auf der akademischen Forschung und in dessen beruflichen Perspektiven ist eine Position als Professor oder gar Hochschulleiter weit entfernt von dem, was in puncto Gehalt erreichbar wäre. Genaugenommen ist ein Werdegang, der mit einer Fachhochschulleitung endet, eine extreme Aneinanderreihung von Zufällen: man muss promovieren, was als FH-Absolvent eher die Ausnahme ist als die Regel, dann den Verlockungen der Industrie widerstehen und in die Forschung gehen, dann aber trotzdem irgendwie eine Vorliebe dafür entwickeln, eine relativ langweilige Organisation zu verwalten, anstatt als Professor die Freiheit zu nutzen, den lieben langen Tag an den Dingen zu arbeiten, die man interessant findet. Nicht wenige Professoren würden das vermutlich eher als Strafe empfinden denn als Karriereschritt. Vor diesem Hintergrund finde ich nicht, dass hier eine sinnvolle Erkenntnis gewonnen wurde.

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NuclearSavety 06.11.2019, 08:58
3. Gleichberechtigung????

Also nach https://www.datenportal.bmbf.de/portal/de/K254.html waren vor >20 Jahren, d.h. zu der Zeit wo die heutigen Unipräsidenten studierten der Anteil Männer an der Studentenschaft an FHs bei ~76%.

Warum sollte dann der Anteil Männer an den heutigen Präsidentenpositionen wesentliuch anders aussehen?

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gumbofroehn 06.11.2019, 16:51
4.

Zitat von großwolke
Auf die "Diversität" bei Professuren und leitenden Hochschulpositionen zu schauen ist ein sehr oberflächlicher Ansatz. Was zeigt man mit so einer Untersuchung? Wer ein Fachhochschulstudium anfängt, dessen Fokus liegt in der Regel nicht auf der akademischen Forschung und in dessen beruflichen Perspektiven ist eine Position als Professor oder gar Hochschulleiter weit entfernt von dem, was in puncto Gehalt erreichbar wäre. Genaugenommen ist ein Werdegang, der mit einer Fachhochschulleitung endet, eine extreme Aneinanderreihung von Zufällen: man muss promovieren, was als FH-Absolvent eher die Ausnahme ist als die Regel, dann den Verlockungen der Industrie widerstehen und in die Forschung gehen, dann aber trotzdem irgendwie eine Vorliebe dafür entwickeln, eine relativ langweilige Organisation zu verwalten, anstatt als Professor die Freiheit zu nutzen, den lieben langen Tag an den Dingen zu arbeiten, die man interessant findet. Nicht wenige Professoren würden das vermutlich eher als Strafe empfinden denn als Karriereschritt. Vor diesem Hintergrund finde ich nicht, dass hier eine sinnvolle Erkenntnis gewonnen wurde.
Hierzu Folgendes:

Die allermeisten Kolleginnen und Kollegen an FHs (bzw. HAWs wie sie in den meisten Bundesländern inzwischen genannt werden) haben ihr eigenes grundständiges Studium (i.d.R. noch Diplom) an einer Universität absolviert. Kolleginnen und Kollegen, die selber mal an einer FH ausgebildet worden sind, sind nach wie vor eher die Ausnahme (mir fallen aus meinem eigenen Arbeitsumfeld nur drei Beispiele ein).

FHs / HAWs sind keine so langweiligen Organisationen, wie Sie vielleicht denken mögen. Die Transformationsprozesse, die durch die Bologna-Reform und die W-Besoldung angestoßen worden sind, haben die FHs / HAWs weit umfassender als die Universitäten verändert. Besonders herauszuheben ist die formale Gleichstellung der Bachelor- und Mastergrade mit den Universitäten, die gewachsene Forschungsorientierung und der steigende Anteil am Studierendenaufkommen. Wenn jemand einen Sinn für strategische Organisationsentwicklung hat, ist ein Präsidenten-/Rektorenamt an einer FH / HAW sicher nicht unspannend.

Wie Sie allerdings richtig andeuten, sind Leitungsämter (und das geht schon bei der Leitung von Studiengängen los) für die meisten Kolleginnen und Kollegen (mich eingeschlossen) eher unattraktiv, weil wir primär fachlich brennen und dafür auch unseren Beruf gewählt haben.

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