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Provisionsaffäre an Zeppelin-Universität: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Uni-P
DPA

Die Provisionsaffäre an der privaten Zeppelin-Universität hat ein juristisches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt nun gegen den ehemaligen ZU-Präsidenten Stephan Jansen.

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dioogenes 02.10.2014, 11:05
1. Riskantes Denken

Das Verhalten seitens Herrn Prof. Jansens war riskant und entspricht damit den Vorgaben seines Mentors Gumbrecht. In der akademischen Welt funktioniert immer noch das Allermeiste nach Gutsherrnart, selbst und vielleicht sogar besonders in den privaten Institutionen. Geb ich Dir, gibst Du mir. Ach, bevor ich es vergesse - das gilt nur für die Fettschicht bestehend aus den 5-10 Prozent privilegierten Professoren, nicht für die 90 Prozent akademisches Prekariat, das die Hauptlast des Unterrichtens trägt. Zum Glück fliegen die ärgsten Schweinereien in dieser Hinsicht dann doch auf. Ich wünsche Herrn Professor Jansen einen Ferienjob in der Metallindustrie, keine Gastprofessur in USA.

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McKlugscheiss 02.10.2014, 11:25
2. Überschrift

"Staatsanwaltschaft ermittelt..." gegen wen oder was? Die Antwort gibt der Akkusativ, in dem Fall also "Präsidenten". MfG, McKlugscheiss.

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whostalking 02.10.2014, 11:37
3. Aha

"Vergangene Woche war allerdings bekannt geworden, dass er sich nicht konventionell habilitiert hatte, sondern den Professoren-Titel 2003 - nur wenige Monate nach seiner Promotion - vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium verliehen bekam."

Der Satz ergibt keinen Sinn. Natürlich ist das so, denn das Wissenschaftsministerium beruft einen Professor. Eine Habilitation ist diesbzgl. allenfalls beim vorherign Auswahlprozess relvant.

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BettyB. 02.10.2014, 11:54
4. Seltsam...

Weshalb sollte man sonst eine Privatuni gründen? Um weniger Geld zu verdienen?

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Juniorprofessorin 02.10.2014, 12:01
5. Es verwundert, dass dies alles so neu sei

Es war ja bei Gründung der ZU von Herrn Jansens bekannt, dass er nur aufgrund seiner Beziehungen in Politik und Wirtschaft, zum Professor und Gründungspräsidenten der ZU ernannt wurde. Es hatte damals schon viele verwundert, dass er ohne Habilitation oder Juniorprofessorenzeit und mit einer offen gesagt sehr dürftigen Publikationsliste und anderen Voraussetzungen so protegiert wurde. Sein Auftreten in Öffentlichkeit und ggü. Kollegen war zudem entsprechend fragwürdig. In sofern wundert es heute doch nicht, wenn auch in anderen Zusammenhängen Kungelei und Selbstbedienung im Raume stehen.

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misi1453 02.10.2014, 14:27
6. Verwunderung²

Aber Frau Juniorprofessorin, was mir bei Ihren Ausführungen nicht ganz einleichtet, ist wieso, wenn die wissenschaftlichen Leistungen von Herrn Jansen so dürftig gewesen sein sollen, Stanford Interesse an ihm hat?

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troll2310 02.10.2014, 16:20
7.

Zitat von misi1453
Aber Frau Juniorprofessorin, was mir bei Ihren Ausführungen nicht ganz einleichtet, ist wieso, wenn die wissenschaftlichen Leistungen von Herrn Jansen so dürftig gewesen sein sollen, Stanford Interesse an ihm hat?
Hat die Universität Stanford denn tatsächlich Interesse an ihm? Die Aussage, dort eine "Gastprofessur" anzutreten, stammt ja von Jansen selbst.

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my-space 02.10.2014, 16:28
8. Deutscher Systemfehler?

Als Hauptproblem erscheint mir, dass man mit warmer Luft und Erbhöfen in Deutschland viel einfacher zu etwas kommen kann, als in anderen westlichen Industrieländern. In den USA zählen tatsächliche Leistungen normalerweise mehr als erfolgreiche Selbstvermarktung. Die dünne wissenschaftliche Publikationssituation von Ex-Uni-Präsident Jansen war bekannt. Ebenso seine mangelnde Praxiserfahrung in der freien Wirtschaft, die für die Anerkennung als Experten für Unternehmensorganisation eigentlich zwingend sein sollte. Selbst wenn der "Blender vom Bodensee" wirklich Drittmittel in die eigene Tasche gelenkt hat: die eigentlich interessante Frage bleibt, wie er mit Schaumschlägerei überhaupt so weit kommen konnte.

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dioogenes 02.10.2014, 17:11
9.

Zitat von my-space
Als Hauptproblem erscheint mir, dass man mit warmer Luft und Erbhöfen in Deutschland viel einfacher zu etwas kommen kann, als in anderen westlichen Industrieländern. In den USA zählen tatsächliche Leistungen normalerweise mehr als erfolgreiche Selbstvermarktung. Die dünne wissenschaftliche Publikationssituation von Ex-Uni-Präsident Jansen war bekannt. Ebenso seine mangelnde Praxiserfahrung in der freien Wirtschaft, die für die Anerkennung als Experten für Unternehmensorganisation eigentlich zwingend sein sollte. Selbst wenn der "Blender vom Bodensee" wirklich Drittmittel in die eigene Tasche gelenkt hat: die eigentlich interessante Frage bleibt, wie er mit Schaumschlägerei überhaupt so weit kommen konnte.
Das ist sehr einfach zu beantworten. Man nehme: Studienstiftungsnetzwerk, gute Manieren (z.B. in Zeitlupe die Brille gerade rücken), gestelztes Auftreten, eine Prise Arschkriechen (in die richtigen Hintern versteht sich), bisschen Blabla-Blendwerk aufbauen, hierzu gehört v.a. immer das zu wiederholen, was eh jeder weiß, nur mit Wichtiggestus und Phrasendrescherei, dann noch so eine Nerdbrille, wie jetzt alle Wichtigen haben - fertig ist so eine Karriere.

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