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Prüfungsunfähigkeit an Unis: Krank? Können Sie das beweisen?
Corbis

Wer als Student eine Prüfung wegen Krankheit verpasst, muss genau nachweisen, woran er leidet. In Thüringen kritisieren Studentenvertreter das als "Demütigungspraxis".

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werbungspamschund 27.04.2015, 15:29
10. Was für ein Schwachsinn

Wenn eine Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt, dann hat das niemand zu hinterfragen. Wer eventuelle Zweifel hat hat natürlich das Recht die Mitarbeiter/in die Schüler/in zum Amtsarzt zu schicken. Aber das war es dann auch schon. Der Prüfungsausschuss muss das dann so hinnehmen und fertig ist. Das sind ja üble Persönlichkeitsrechtsverletzungen und sollte vor Gericht gebracht werden.

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sponner_hoch2 27.04.2015, 15:31
11. Ein Unding

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Ausschuß aus nicht-Medizinern meint besser eine medizinische Bewertung abgeben zu können als ein Amtsarzt!

Ein Unding. Nicht mediziner meinen also, eine medizinische Bewertung erstellen zu können. WIe soll das denn gehen?

Eine Person muß intimste Details vor einem riesigen Ausschuß ausbreiten. Mit großer Wahrscheinlichkeit also vor Leuten, mit denen man täglich zu tun hat (Dozenten, Kommilitonen, ...). Das ist ein Unding. Man stelle sich mal vor, der Arbeitgeber würde verlangen, ein Betriebsausschuß (bestehend aus Arbeiteber- und Arbeitnehmerseite) müsse in dieser Form über die Krankheit informiert werden und dürfe dann bestimmen, ob man Prüfungsunfähig sei oder nicht. Ein Aufschrei würde, zurecht, durch die Budnesrepublik ziehen.

Nun machen wir uns natürlich nichts vor, Gefälligkeitsbescheinigungen wird es bei der Prüfungsunfähigkeit genauso geben wie bei der Arbeitsunfähigkeit. Lassen wir mal die Frage hinten angestellt, warum das bei der AU kein Problem sein soll, beim studieren aber schon (gerade vor dem Hintergrund, dass man bei sehr vielen Studiengängen eh bis zu einer Woche vor der Prüfung selbst bestimmen kann, ob man mitmachen möchte oder nicht), dann gibt es für solche Fälle die klassische Lösung des Amtsarztes. Da kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter bei Verdacht hinschicken. Aber wie wir gerade hier gelesenhaben, ist ja selbst das der Uni nicht gut genug.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Ausschuß aus nicht-Medizinern meint besser eine medizinische Bewertung abgeben zu können als ein Amtsarzt!

Es stellt sich hiermir auch die Frage, ob aufgrund dieser Lage der Arzt nicht dazu befugt / verpflichtet wäre, im Sinne des Patientenwohles im Zweifelsfalle andere Symptome anzugeben als die tatsächlichen.

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filos eleftherias 27.04.2015, 15:43
12. Mir hat niemand geholfen...

Bei meinen Krankheiten hat mir niemand einen Prüfungsaufschub gewährt, ich hätte meinen rechten Arm dafür hergegeben, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre. Aber statt dessen, Zeit abgelaufen, Pech gehabt. Die Möglichkeit, mit einem einfachen Attest (willige Ärzte gibt es zuhauf) nach Beliebem Prüfungsaufschub zu erlangen, wird zwangsläufig missbraucht werden, weswegen sogar ich einsehe, dass es so einfach nicht sein darf. Da verstehe ich die "Sorgen" dieser Soziologiestudentin (welch ein Zufall...) nicht, selbst mit einer richtig stigmatisierten Erkrankung wie einer HIV-Infektion sollte ein Rat aus gebildeten Menschen, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, souverän umgehen können.

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mischka_84 27.04.2015, 15:43
13. Verrückte Welt!

Dann kann man es auch so sagen, dass eine Schreibkraft bessere medizinische Kenntnisse aufweist als der Amtarzt. Hmm in NRW ist es bei den Pharmazeuten nicht gelungen den Amtarzt so zu diskreditieren.

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killhill 27.04.2015, 15:53
14.

Endlich mal ein Artikel darüber. Ich habe mich schon vor Jahren gefragt mit welchem Recht der Prüfungsausschuss entscheidet ob jemand Prüfungsunfähig ist oder nicht und vor allem was die Uni die genauen Gründe angeht. Nämlich gar nichts! Kein Arbeitgeber darf das verlangen. Die Lösung mit den Vertrauensärzten welche die Uni benennen muss, die wäre ein gute Lösung für alle. Damit kommt keiner mit einem gebrochenen Bein durch und für die anderen bleibt das Recht auf Privatsphäre gewahrt. Der größte Witz ist in meinen Augen allerdings, dass sich dort Nicht-Mediziner (in dem meisten Fällen jedefalls) über den Fachmann Arzt erklimmen. Auf welcher Basis, auf welchem Wissen? Das haben die Meisten der Damen und Herren gar nicht.

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Lisa_can_do 27.04.2015, 15:57
15. Krank oder faul?

Schwer auseinander zu halten, auch medizinisch ist die Abgrenzung zwischen Depression und Faulheit schwierig. Fakt ist, dass die Gruppe der Sozialschmarotzer immer größer wird. Da aber Prüfungen wiederholbar sind, ist doch die Regelung klar. Bei chronischen Erkrankungen ist das schwierig. Die Soziologie - Studentin wird wohl immer potenziell gerade nicht Prüfung machen können. Sorry, aber ich habe kein Verständnis mehr für die immer mehr werdenden Leute, die "irgendwie" gerade nicht können und vom Studium direkt in Hartz4 und dann in die Berufsrente gehen - dieser Staat finanziert lieber Nichtstun als Leistung, mit Depressionen kommt man weiter als mit Maßnahmen gegen solche chronischen Erkrankungen!

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miruwa 27.04.2015, 16:00
16.

@12#

Eben nicht. Ich habe Medizin studiert und war als Student natürlich auch in der Uniklinik unterwegs. Natürlich treffe ich dort auch wieder auf die Profs denen ich vorher im Detail erklären durfte wieso ich nicht prüfungsfähig war. Es ist extrem unangenehm, wenn sie ihrem Chef alle ihre Erkrankungen offen legen müssen und auch aus gutem Grund im Berufsleben nicht nötig.

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killhill 27.04.2015, 16:02
17.

Zitat von Lisa_can_do
Fakt ist, dass die Gruppe der Sozialschmarotzer immer größer wird.
Nur weil Sie es behaupten ist das noch lange kein Fakt. Belegen Sie erstmal solche Behauptungen bevor Sie damit Menschen blindlings abstempeln. Und selbst wenn es mehr würde, sagt, dass noch absolut nichts über diesen Menschen aus. Kein Wunder, dass diese ihren Namen nicht öffentlich preis geben will, wenn gleich der Internet-Mob sie wieder an den Pranger stellt.

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schreckgespenst 27.04.2015, 16:04
18. blubb

Zitat von sponner_hoch2
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Ausschuß aus nicht-Medizinern meint besser eine medizinische Bewertung abgeben zu können als ein Amtsarzt!
Andersherum wird genauso ein Schuh daraus. Wie soll ein Arzt entscheiden, ob jemand prüfungsunfähig ist? Er weiß im Regelfall weder, wie die Prüfung aufgebaut ist noch welche geistigen und körperlichen Anforderungen sie an den Prüfling stellt.
Eine gemeinsame Entscheidung von Arzt (der zunächst die Symptome feststellt) und Prüfungsausschuss (der die Prüfungsmodalitäten kennt) finde ich für sinnvoll.

Wir haben bei uns am Lehrstuhl bei den Bachelorklausuren Attestquoten von knapp 20%, d.h. jeder fünfte ist an diesem Tag krank bzw. prüfungsunfähig. Bei uns am Fachbereich werden bisher noch keine Atteste mit Symptomen bzw. Diagnosen verlangt. Im Professorium und im Fachbereichsrat wird aber immer wieder darüber diskutiert. Letztendlich schaden die Studierenden mit einem Gefälligkeits-Attest irgendwann den tatsächlich Kranken. Darüber wird im Asta oder der Fachschaft aber natürlich nicht diskutiert.

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Nania 27.04.2015, 16:07
19.

Zitat von Willi Wacker
Nie ist ein Beinbruch dabei, aber Kopfschmerzen sind immer ein Klassiker.
Das Problem ist, dass Kopfschmerzen ein echter Hinderungsgrund sind eine Prüfung zu schreiben. Leute mit chronischen Kopfschmerzen aus diversen Gründen (Migräne ist nur einer) können Ihnen davon ein Lied singen. Die meisten sitzen dann übrigens TROTZ Kopfschmerzen in der Prüfung, weil der Gang zum Arzt und das nachträgliche Herumrennen zwischen unterschiedlichen universitären Institutionen noch schlimmer wäre.

Leute, die mit Hilfe eines Attestes/Gutachtens Ihren Prüfungstermin verschieben wollen, sind mir da als Student ziemlich egal gewesen. Das ist nicht die feine englische Art und sicherlich den Kommilitonen gegenüber nicht immer "fair", aber darum geht es nicht. Hundertmal lieber ist es mir, wenn ein ernsthaft Kranker nur ein Attest abzugeben braucht. Zu behaupten, man würde damit die "Krankfeierer" bestrafen und die wären ja schuld daran, ist schlicht eine Unterstellung und macht es für die, die wirklich krank sind nur viel, viel umständlicher und unangenehmer.

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