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Prüfungsunfähigkeit an Unis: Krank? Können Sie das beweisen?
Corbis

Wer als Student eine Prüfung wegen Krankheit verpasst, muss genau nachweisen, woran er leidet. In Thüringen kritisieren Studentenvertreter das als "Demütigungspraxis".

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kascnik 27.04.2015, 20:35
40. Richtig erkannt

Zitat von hjm
Sie hängen einem veralteten Bild von Studium an, in dem der Sinn einer Prüfung darin bestand, bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten festzustellen.
Ich beispielsweise habe am Donnerstag meine letzte mündliche Prüfung im Magisterstdium (Politikwissenschaften). Es wird aus Erfahrungsberichten von Kommilitonen, aber auch aus dem Gespräch mit dem Dozenten heraus so ablaufen, dass mitnichten irgendeine Abfragerei kommt. Vielmehr ist das generelle Interesse des Studenten am Fach und der Materie gefragt, Transfer- sowie Querwissen sind die Eckpunkte, die eine gute Note ausmachen. Das bloße Basiswissen wird vorausgesetzt und spielt in der Prüfung selbst nur eine untergeordnete Rolle. Von daher ist es völlig läppisch, beim Studenten von Faulheit auszugehen, da ein stupides Ausweniglernen von Fakten den zu Prüfenden nicht weit bringen wird. Stattdessen ist Interesse gefragt und ständiges weiterbilden im Fach, das Lesen von wissenschaftlichen Artikeln, und sei es in der U-Bahn oder vorm Schlafengehen. Wer das täglich 1Stunde macht, muss vor einer Prüfung wie bereits angesprochen, im Grunde gar nichts "Lernen bzw auswendiglernen".

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hirzer68 27.04.2015, 20:51
41. ich habe eine Dystrafiktie

(Stoerung beim Erkennen bzw. Unterscheiden von Verkehrszeichen). Bei der Führerscheinpruefung bekam ich einen Bonus von 5 Fehlern.

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der_durden 27.04.2015, 21:45
42.

Zitat von Matthias1988
Ich kanns nachvollziehen. An meiner damaligen Uni war es gängige Praxis dass sich faule Studenten für Prüfungen krankschreiben haben lassen nur um nicht alles auf einmal schreiben zu müssen. Allerdings ohne Amtsarzt.
Und weil es auch "faule" Arbeitnehmer gibt, sollte jeder dem Arbeitgeber die Diagnose mitteilen müssen?

Bestimmt nicht. Was die Unis da treiben ist eine Frechheit. Es wird immer Menschen geben, die versuchen zu tricksen und zu betrügen, deswegen sind aber nicht alle in Haft zu nehmen.

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Stäffelesrutscher 27.04.2015, 22:09
43.

Zitat von hemithea
Es muss aber ein Vernünftiger Rahmen dafür geschaffen werden. Ich kam im 3 Semester mit akuten Schmerzen ins Krankenhaus, 2 Tage vor einer Prüfung. Glaubt Mir, ich habe das mir nicht ausgesucht. Es stellte sich heraus, dass ich operiert werden muss, am Tag davor und dann noch bleiben muss, zur Überwachung und dann zur weiteren Op (insgesamt 3 Ops, 5 Wochen KH Aufenthalt und 2 Wochen Reha). Da war nichts mit Prüfungen. Wir haben bei uns in der Prüfungsordnung eigentlich einen Paragraphen, welcher solche Fälle abdeckt. Dann muss man nicht 1 Jahr auf den nächsten Versuch warten, sondern kann die Prüfung zum späteren Zeitpunkt in Absprache mit dem Prof und dem Prüfungsausschuss ablegen. Der Prof hatte vollstes Verständnis für mich und meinte, dass von seiner Seite keine Probleme sieht, einen späteren Termin zu vereinbaren. Vor dem Prüfungsausschuss fühlte mich aber wie eine Verbrecherin. Ich musste echt demütigende Fragen über mich ergehen lassen: ob die Op notwendig sei, wieso ich operiert werden muss, habe ich eventuell das selbst zu verantworten und ob dafür der Kh-Aufenthalt notwendig ist und Ob ich nicht am nächsten Tag doch die Prüfung hätte schreiben können. Die Krankenmeldung haben sie am Ende akzeptiert, nach etwa 5 Monaten und 3 Gesprächen. Der Versuch wurde am Ende nicht gezählt, am Anfang hat man mir nämlich einen Fehlversuch wegen "unentschuldigtes Fehlen" eingetragen. Sowas sollte verhindert werden.
Ihr Fall ist ein treffendes Beispiel dafür, dass man diesen Prüfungsausschuss-Bürokraten den Artikel 1 Grundgesetz um die Ohren hauen möchte, damit sie ihn wenigstens ein einziges Mal zur Kenntnis nehmen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Wo ist diese Staatsgewalt, wenn man sie mal braucht?

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Stäffelesrutscher 27.04.2015, 22:11
44.

Zitat von hirzer68
(Stoerung beim Erkennen bzw. Unterscheiden von Verkehrszeichen). Bei der Führerscheinpruefung bekam ich einen Bonus von 5 Fehlern.
Ach - und damit darf man den Führerschein machen?
Sind das die Leute, die meinen "Tempo 30" gelte pro Achse? ;-)

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anna_mustermann 27.04.2015, 22:40
45.

Ich kapiere das nicht. In eig. jedem Ort gibt es die Möglichkeit, sich vom Amtsarzt untersuchen zu lassen, ggf. unter Vorlage von Befunden der behandelnden Ärzte. Der Job des Amtsarztes ist es dann, festzustellen, ob z.B. der Untersuchte gesund genug für eine Beamtenlaufbahn ist, ob er mit Lebensmitteln arbeiten darf, ob er dauerhaft Arbeits(un)fähig ist. In den entsprechenden Zeugnissen, auch wenn sie negativ sind, steht nie, nie, niemals nicht eine Diagnose, sondern lediglich ein Urteil, ja oder nein. Warum ist das für jeden anderen Bereich ausreichend, nur für die Uni nicht??? So ein Schmarrn :-(

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medi15 28.04.2015, 23:23
46. Kenne ich vom

Zitat von hemithea
Es muss aber ein Vernünftiger Rahmen dafür geschaffen werden. Ich kam im 3 Semester mit akuten Schmerzen ins Krankenhaus, 2 Tage vor einer Prüfung. Glaubt Mir, ich habe das mir nicht ausgesucht. Es stellte sich heraus, dass ich operiert werden muss, am Tag davor und dann noch bleiben muss, zur Überwachung und dann zur weiteren Op (insgesamt 3 Ops, 5 Wochen KH Aufenthalt und 2 Wochen Reha). Da war nichts mit Prüfungen. Wir haben bei uns in der Prüfungsordnung eigentlich einen Paragraphen, welcher solche Fälle abdeckt. Dann muss man nicht 1 Jahr auf den nächsten Versuch warten, sondern kann die Prüfung zum späteren Zeitpunkt in Absprache mit dem Prof und dem Prüfungsausschuss ablegen. Der Prof hatte vollstes Verständnis für mich und meinte, dass von seiner Seite keine Probleme sieht, einen späteren Termin zu vereinbaren. Vor dem Prüfungsausschuss fühlte mich aber wie eine Verbrecherin. Ich musste echt demütigende Fragen über mich ergehen lassen: ob die Op notwendig sei, wieso ich operiert werden muss, habe ich eventuell das selbst zu verantworten und ob dafür der Kh-Aufenthalt notwendig ist und Ob ich nicht am nächsten Tag doch die Prüfung hätte schreiben können. Die Krankenmeldung haben sie am Ende akzeptiert, nach etwa 5 Monaten und 3 Gesprächen. Der Versuch wurde am Ende nicht gezählt, am Anfang hat man mir nämlich einen Fehlversuch wegen "unentschuldigtes Fehlen" eingetragen. Sowas sollte verhindert werden.
LPA für Medizin

Bei mir lagen zw schriftl Staatsexamen und mdl ca 3 Wochen.

Im schriftlichen erkältet(die Damen der Prüfungsaufsicht mussten ja über die 3 Tage die Fenster im Oktober jeweils 5 h daueroffen halten^^) und ich, die sonst max 5 Tage im Jahr krank war, war die gesamte Zeit krank:eitrige Bronchitis,natürlich durch die Prüfungsvorbereitungen für die mdl Prüfung verschleppt. verschleppt---konnte am zweiten Tag nicht mehr antreten, da über Nacht wieder hohes Fieber bis fast 40 °C..die Antwort des LPA war:ich hätte auch mit Fieber antreten und die schlechteren Leistungen hinnehmen müssen.Insgesamt war ich damit ca7 Wochen erkrankt.

Auf eine rechtl Auseinandersetzung habe ich nach Beratung durch einen Fachanwalt verzichtet (teuer ohne Effekt beim Erstantritt )und den Fehlversuch stehenlassen.

Aber diesen LPA Beamten werde ich--wie viele andere, er ist berüchtigt--immer in maximal negativer Erinnerung behalten

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kenterziege 28.04.2015, 23:49
47. Die Wahrheit kommt spätestens in der...

....Personalabteilung der Firma ans Licht, bei der sich der leichtgewichtigen Student nach Abschluss bewirbt! Man erkennt die ewigen ( coolen ) Dünnbrettbohrer sofort! Was die Uni nicht schafft, das schafft die Praxis des Arbeitsmarktes!

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bertholdalfredrosswag 28.04.2015, 00:36
48. Kein Tabu

Das sollte man als selbstverständlich annehmen können, dass ein Professor oder wer auch immer einer Schweigepflicht unterliegt. Aber unbedingt das Recht haben, von einem Studenten der sich krank schreiben lies von dessen Arzt über die Art der Krankheit informiert zu werden.

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nite_fly 28.04.2015, 04:31
49.

Naja, das ist halt die Retourkutsche für das Verhalten der Studenten in den 80ern:
Da hat die Begründung: "Die Freundin hat ihre Periode" ja schon fast ausgereicht, um eine Prüfung, für die man nicht ausreichend vorbereitet war, ausfallen zu lassen.
Damals, wie heute auch, mag es durchaus Fälle gegeben haben, bei denen es gerechtfertigt war, den Prüfling "Krank" zu schreiben. Doch diese Fälle dürften so selten sein, dass die in der Gesamtheit nicht ins Gewicht fallen, und so einen Aufriss, wie hier, Wert sind...
Wer sich über solch eine Aktion aus einer schwierigen Situation herausmogeln will, wird das auch im Berufsleben versuchen, und damit dann auch scheitern...
Denn spätestens da werden die Samthandschuhe endgültig weggesteckt...

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