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Prüfungsunfähigkeit an Unis: Krank? Können Sie das beweisen?
Corbis

Wer als Student eine Prüfung wegen Krankheit verpasst, muss genau nachweisen, woran er leidet. In Thüringen kritisieren Studentenvertreter das als "Demütigungspraxis".

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hjm 08.05.2015, 20:09
70.

Zitat von Ben Sisko
ZITAT Die Neugier der Behörden soll verhindern, "dass sich Studierende durch Verschiebung ihrer Prüfung einen unberechtigten Vorteil gegenüber ihren Kommilitonen verschaffen". ZITAT ENDE
Wir hatten hier neulich den Fall eines Abiturienten, der sich einen Vorteil verschafft hatte, indem er sich tagelang in der Bibliothek herumtrieb und dort Bücher las. Zum Glück ist das ausgeflogen.

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lindenbast 09.05.2015, 09:22
71.

Ich habe da eine großartige Idee. Anstatt vieler konsekutiver Prüfungen legen die Studenten nur noch zwei ab - eine circa in der Mitte des Studiums (damit diejenigen, die für das Studium nicht geeignet sind, das zu einem zeitpunkt sehen, wo der Zeitverlust noch verkraftbar und es nicht zu spät für eine Neuorientierung ist) und eine zum Abschluss. Wann genau, das entscheiden sie selbst. Sie melden sich einfach, wenn sie sich für bereit halten, und können da natürlich auch Rücksicht auf gesundheitliche Gegebenheiten nehmen. Das würde übrigens auch die Studenten, die nur in Teilzeit studieren können, weil sie Geld verdienen müssen, sehr entlasten.

Um ihnen trotzdem eine Handreichung zur Studienorganisation zu geben, könnte man ja verlangen, dass bis zu diesen Prüfungen bestimmte Veranstaltungen belegt und bestanden sein müssen. Dabei könnte man ihnen ja erlauben, diese Veranstaltungen beliebig oft zu einem selbstgewählten Zeitpunkt zu wiederholen. Sollten sie also zur Prüfung krank sein, macht das überhaupt nichts - machen sie diese oder eine entsprechende Veranstaltung eben im komenden Semester noch einmal. Damit hätte man diverse Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Prüfungsaufwand der Universitäten wäre schlagartig enorm reduziert. Die Wiederholer schreiben einfach ganz reguläre Klausuren mit wie alle anderen auch: keine Prüfungen mehr, die eigens für Kranke organisiert werden müssen. Die Studenten hätten keinerlei Motiv mehr, Krankheiten zu simulieren, und die Uni dementsprechend keinen Anlass mehr, den Studierenden zu misstrauen. Und diejenigen Studenten, die wirklich krank sind, sähen sich nicht Generalverdächtigungen ausgesetzt.

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lindenbast 09.05.2015, 09:33
72.

Zitat von Nania
Ich ärgerte mich im Stillen über diese Kommilitonen eine ganze Weile bis ich erkannt haben, dass diese dann dennoch keine bessere Noten schreiben (a) und (b) meine Noten durch eine Gutachtenspflicht nicht besser oder schlechter werden.
Als Kommilitone sind Sie nicht verpflichtet, sich zu ärgern. Ärgern sollten Sie sich freilich durchaus: a. als Steuerzahler, der die unnötige Mehrarbeit der Prüfer finanziert, und b. als Krankenversicherter, mit dessen Beiträgen unnötige Arztbesuche finanziert werden.

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stormking 09.05.2015, 16:55
73.

Ich habe diesen Unsinn nie verstanden. Die Hochschulen sind doch selbst Schuld, mit dieser idiotischen Politik, daß man sich, einmal angemeldet, nur noch mittels einer Krankmeldung von einer Prüfung "abmelden" kann.

Manchmal merkt man eben erst eine Woche vorher, daß man den Lehrstoff bei weitem noch nicht ausreichend durchdrungen hat.

Was spricht denn dagegen, dann erstmal einen Gang zurückzuschalten und die Prüfung ins nächste Semester zu verschieben? Drumherum kommt man eh nicht und wenn man ständig alles "schiebt", dann schadet man sich auch eher selbst.

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lindenbast 10.05.2015, 15:02
74.

Zitat von stormking
Ich habe diesen Unsinn nie verstanden. Die Hochschulen sind doch selbst Schuld, mit dieser idiotischen Politik, daß man sich, einmal angemeldet, nur noch mittels einer Krankmeldung von einer Prüfung "abmelden" kann. Manchmal merkt man eben erst eine Woche vorher, daß man den Lehrstoff bei weitem noch nicht ausreichend durchdrungen hat. Was spricht denn dagegen, dann erstmal einen Gang zurückzuschalten und die Prüfung ins nächste Semester zu verschieben? Drumherum kommt man eh nicht und wenn man ständig alles "schiebt", dann schadet man sich auch eher selbst.
Diese Politik war nicht die Idee der Hochschulen. Sie wurde den Hochschulen vielmehr aufgenötigt, und zwar u. a. mit der Begründung, dass man den Studenten eben nicht zutrauen konnte, zu bemerken, dass sie sich selbst schaden, wenn sie alles immer nur vor sich herschieben. Nein, so wurde das offiziell nie ausgedrückt (man faselte irgendwie von "Langzeitstudenten"), aber im Grunde war nichts anderes gemeint.

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practicus 11.05.2015, 23:22
75.

Zitat von miruwa
@12# Eben nicht. Ich habe Medizin studiert und war als Student natürlich auch in der Uniklinik unterwegs. Natürlich treffe ich dort auch wieder auf die Profs denen ich vorher im Detail erklären durfte wieso ich nicht prüfungsfähig war. Es ist extrem unangenehm, wenn sie ihrem Chef alle ihre Erkrankungen offen legen müssen und auch aus gutem Grund im Berufsleben nicht nötig.
Die Entscheidung über die Anerkennung des Attests bzw der Prüfungsunfähigkeit treffen doch nicht die Prüfer - die haben gar nicht die Zeit dafür, geschweige denn Lust darauf, sich um so etwas zu kümmern.
Das machen die akademischen Prüfungsämter, der Prüfer erfährt davon nichts - außer, dass der Kandidat nicht teilnimmt.
Wenn Sie zu einem Gerichtstermin geladen sind, ist der Arzt auch verpflichtet, genau zu beschreiben, warum Sie einer Gerichtsverhandlung nicht folgen können, und der Richter als medizinischer Laie entscheidet darüber, ob sie tatsächlich verhandlungs- bzw terminunfähig sind.

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