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Psychologische Beratung an Unis: Mehr als 100.000 Studierende suchen Hilfe
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Stress und Prüfungsangst: Die Beratungsstellen an den Unis haben immer größeren Zulauf. Das sei allerdings auch ein gutes Zeichen, heißt es vom Studentenwerk.

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Actionscript 19.03.2019, 18:41
1. Früher hat man immer nur die Durchfallquote...

...in bestimmten Fächern gesehen und darüber und die harten Prüfungen diskutiert. Vermutlich waren die Probleme nicht anders als heute, wie im Artikel beschrieben. Es ist aber gut, wenn heute psychologische Hilfe geboten wird. Denn auch die Berufsanforderungen nach dem Studium und die Berufsstabilität haben sich verändert. Ich bin froh, dass ich schon älter bin und Studium lange hinter mir liegt. Ich möchte heute kein Student sein.

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tombadil1 19.03.2019, 21:28
2. @1

Wieso wollen sie das nicht?

Nur weil es vermehrt Leute gibt die Probleme während des Studiums haben, was logisch ist wenn immer mehr Leute studieren, heißt das noch lange nicht, dass es allen so geht.
Die Personen die ich kenne und fachliche Probleme im Studium haben sind faktisch für den Studiengang (Maschinenbau) eher weniger geeignet. Da fehlt einfach eine schnelle Auffassungsgabe und grundlegendes technisches Verständnis. Da wäre einfach ein anderes Studium angebracht gewesen. Viele haben es dann mit dem Bachelor auch nicht geschafft. Das hätte man denen aber auch im ersten Semester schon sagen können. Das war offensichtlich.
Alle anderen die ich kenne haben keine fachlichen Probleme mit dem Studium.

Dinge wie Geldsorgen, Prüfungsstress etc. gab es früher bestimmt genau so.
Meine Freunde und ich (inzwischen kurz vor der Masterarbeit) haben unser Studium in Stuttgart in vollen Zügen genossen. Viel gefeiert, unglaublich viel Freizeit während des Semesters aber halt wenig Freizeit während der Prüfungsphase. Da muss man sich eben hinhocken und lernen. Von nichts kommt auch nichts. Uns macht das Studium aber einfach Spaß.
Und so wirklich schwierig wie alle immer behaupten ist es auch nicht. Die ersten 2-3 Semester wird ausgesiebt, danach ists wirklich entspannt.

Für andere Studiengänge als Maschinenbau und Verwandtes kann ich allerdings nicht sprechen.

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Weltgeisterer 19.03.2019, 22:30
3. Die Erklärung ist bitter

Da die Menschen im Schnitt nun mal nicht intelligenter werden, aber immer mehr Menschen die Hochschulreife erlangen, und das Studium in seinen Anforderungen vor allem in den harten Fächern wie Medizin, Jura und natürlich MINT nicht leichter geworden ist, ist es doch kein Wunder, dass immer mehr Menschen dem Druck nicht standhalten.
Das Abitur hat seine Funktion, die Hochschulreife zu bestätigen, schon seit mind. 20 Jahren verloren. Wenn ich daran denke, was mein Vater noch alles lernen musste, wundert mich das nicht.

Es wäre sinnvoller, andere Berufe wieder aufzuwerten, aber die wirtschaftliche und politische Entwicklung hat sich leider dagegen entschieden.
Das Traurige ist, dass heute sehr viele Menschen dem Handwerk oder anderen Berufen verloren gehen, obwohl sie bei anständiger Bezahlung und gesellschaftlichem Ansehen dort wesentlich mehr Erfolgserlebnisse und letztlich auch Liebe zum Beruf erlangen würden.

Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Konkurrenz, und da unsere Gesellschaft psychopathisches und narzisstisches (also rücksichtsloses) Verhalten fördert bzw. nicht unterbindet, muss ein gewissensbegabter Mensch notwendig in die Ellenbogenmühle geraten und darin leiden oder gar untergehen.

Wer Kinder hat, sollte daher tunlichst vermeiden, vom akademischen Erfolg des Nachwuchses zu träumen, und stattdessen die wirkliche Begabung fördern - auch wenn das bedeutet, dass der Professorensohn am Ende eine Autowerkstatt oder eine Bäckerei betreibt, oder Gärtner wird.

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quercus_ilex 20.03.2019, 06:02
4. Vieles davon wäre vermeidbar,

wenn Studierende ihre Eignung zum Studium häufiger hinterfragen und ehrlich analysieren würden. Daher kann ich mich @tombadil1 nur anschließen. Ein Studium ist hauptsächlich vor, und in den Prüfungsphasen sehr stressig. Wer in diesen 2-3 Monaten konzentriert und strukturiert Lernen kann und sich gut organisiert und ein Verständnis für den Stoff aufbauen kann, kommt in der Regel entspannt durch das Studium, es sei denn - und das ist der springende Punkt - er oder sie ist auch geeignet für das Studium. An der Universität sind diese Fähigkeiten sogar noch etwas stärker gefragt, da dort mehr Selbststudium verlangt wird und das Niveau (jedenfalls aus meiner Erfahrung) höher angesetzt ist. Sowohl auf der FH als auch auf der Uni hatte ich mehrfach Kommilitonen, bei denen ich mich fragte, warum sie überhaupt studierten. In den ersten 2 Semestern war schon erkennbar, wohin die Reise gehen würde, aber sie selbst haben es dem Anschein nach nicht erkannt. Sie waren einfach nicht geeignet für das Studium oder das Fach, trotz Abitur (das ja immer als so notwendig erachtet wird), das ich z.B. nicht habe. Ob sie es selbst gemerkt haben, weiß ich nicht. Ebenso wenig, warum sie auf Gedeih und Verderb immer weiter gemacht haben. Die Konsequenz waren natürlich miserable Noten und panische Angst vor Prüfungen, insbesondere vor den mündlichen - beziehungsweise ein Abbruch im letzten! Semester oder miserable Endzeugnisse. Alles verschwendete Lebenszeit in der diese Leute dauerhaft psychischem Stress und Ängsten ausgesetzt waren! Gleichzeitig sahen sie noch, wie ihre Kommilitonen locker durchs Studium marschierten und die Zeit genossen. Niemand sollte sich so etwas antun.

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c.PAF 20.03.2019, 06:28
5.

Studierende? Dann studieren sie doch gerade, aber suchen keine Beratung.

Oder sind Beratung suchende Studenten gemeint? Meinetwegen auch Studenten (m/w)...

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Theya 20.03.2019, 06:36
6.

"Für den massiven Anstieg sind den Angaben zufolge drei Gründe ausschlaggebend:..." - als einen weiteren Grund wäre sicher noch die mangelnde Vorbereitung aufs Studium durch die Schulen zu nennen. Wer mit einem Weichspülerabi zur Uni kommt, wird gerade (aber nicht nur) in MINT-Fächern mitunter ganz schön die Ohren anlegen, denn trotz Bologna ist das Niveau selbst im 1. Semester oft deutlich höher als das an den Schulen, an denen eigentlich die allgemeine Hochschulreife erworben werden soll. Zudem kommt noch, dass aufgrund pädagogischer Veränderungen an Schulen Gruppenarbeit viel stärker in den Vordergrund gerückt wird, als es an Unis der Fall ist. Die Ansprüche an den einzelnen können gerade am Anfang durchaus überfordernd sein.

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namlob1 20.03.2019, 08:14
7. Folge der Schulpolitik der Länder

Das Niveau der Schulausbildung sinkt ständig. immer mehr Schüler wird das Abitur "nachgeworfen". In den MInT-Fächern braucht man schon ein "Vorstudium". So kommt es dass viele Studenten heute mit dem Studium überfordert sind. Wer während der Schulzeit nicht das Lernen gelernt hat, bekommt später Probleme.

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Freier.Buerger 20.03.2019, 09:50
8. wegprüfen

Die Prüfungen an Universitäten und Hochschulen müssen schwer sein.
Zu meiner Zeit wurden an Universitäten und technischen Hochschulen bis zum Vordiplom die Hälfte der Studenten WEGGEPRÜFT. An guten Unis war genau das der Plan. Es sollten nur die durchkommen, die fachlich und bei der Stressbewältigung die besten waren. Die Weggeprüften wechselten dann an eine Fachhochschule oder lernten einen Beruf.

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JackGerald 20.03.2019, 11:39
9. Stress und Prüfungsangst gab es früher auch schon -

- allerdings hat es niemanden interessiert. Wenn man mit Stress und Prüfungsangst nicht klarkommt, dann sollte man vielleicht einfach einen anderen Berufsweg ergreifen - oder wär das heutzutage zu einfach? Wie will man denn den späteren Berufsstress bewältigen, wenn man im Studium schon nicht damit zurechtkommt?

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