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Rat vom WG-Psychologen: Er lässt seine Freundin bei uns wohnen
Corbis

Lauras Zwischenmieter kam in Begleitung seiner Freundin. Zwei Wochen sollte sie bleiben. Daraus wurden Monate. Die WG suchte der Frau sogar eine neue Wohnung - doch kurz darauf war sie wieder da. Was tun? WG-Psychologe Büter hilft weiter.

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troy_mcclure 11.03.2015, 09:30
1. Ganz einfach

Geld oder raus.
Und selber schuld, die Freundin wieder aufgenommen zu haben.

Wieso braucht es eigentlich einen WG-Psychologen, tut es der gesunde Menschenverstand nicht?

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querollo 11.03.2015, 09:36
2. Hallo Herr Büter

Ob Sie wohl erklären könnten, warum Sie den Status Quo hier so einfach akzeptieren? Die Frau wohnt da zu Unrecht. Ist doch ganz klar. Man hatte an eine Person vermietet, nicht an zwei. Wenn ich mir ein Kino-Ticket kaufe, kann ich ja auch nicht einfach einen Kumpel mitbringen. Also, Ihre Vermutung, da wären wohl Erwartungen nicht ausreichend kommuniziert worden, halte ich für schwerlich nachvollziehbar. Die Erwartungen ergeben sich doch schon aus dem Mietverhältnis. Hier treffen nur einfach Menschen, die Grenzen ausweiten wollen auf zwei, die dem nichts entgegensetzen. Daher mein Rat: Klare, konkrete Grenzen setzen. Die Dame hat 3 Tage Zeit, sich eine andere Bleibe zu suchen. Danach ist kein Platz mehr für sie. Wenn der Herr ihr folgen möchte, steht ihm das im Rahmen der Kündigungsfrist frei.

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dosmundos 11.03.2015, 09:38
3.

Was mir jetzt nicht ganz einleuchtet: ist denn nicht im WG-Mietvertrag geregelt, dass keine weiteren Personen in der WG wohnen dürfen?
Ich bin gewiss kein Experte, aber in der bisher einzigen WG, in der ich gewohnt habe, war sogar geregelt, dass Freunde/Freundinnen nicht mehr als einmal pro Woche in der WG übernachten dürfen (auch wenn es nicht immer eingehalten und auch nicht angemahnt wurde).

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wollexxxx 11.03.2015, 09:45
4.

Lieber Herr Büter, was gibt es da misszuverstehen ? Auch ihr psychologischer Kuschelkurs in allen Ehren, aber die beiden "Mitbewohner" haben keinen Plan und keine Kohle und nutzen die Gutmütigkeit des Anfragenden gnadenlos aus. Raus mit denen aber sofort.

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eunegin 11.03.2015, 10:01
5. WG ade!

Hach, war die WG-Zeit schön und frei (oder was man dafür hält...) und recht plötzlich, fast schon über Nacht, kam der Moment, als es mir reichte. Wie schön war dann das Alleineleben, die eigene Spüle, das eigene Klo, die eigene Dusche. Und nach einigen Jahren kam dann die eigentliche Herausforderung: die Familien-WG mit kleinen Kindern. Gewöhnen Sie sich lieber an WG-Querelen!

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malüberlegen 11.03.2015, 10:18
6. Was heißt zu

So einfach geht es leider nicht: § 553 BGB gestattet dem Mieter von Wohnraum die Gebrauchsüberlassung an Dritte, wenn ein berechtigtes Interesse besteht. Dies wird man bei Lebensgefährten grundsätzlich annehmen können. Die Rechtsprechung ist da sehr großzügig. Diese Regelung ist auch nicht zu Lasten des Mieters abdingbar und es gibt da auch keinen Unterschied ob es sich um eine Haupt- oder Untermiete handelt (@ dosmundos: Aus diesem Grund dürfte auch die von Ihnen angesprochene WEG-Regelung im Zweifel unwirksam sein).


Einer Nutzungsüberlassung können berechtigte Interessen des Vermieters gegenüberstehen. Das sind z.B. eine Überbelegung des Raumes - wäre hier zu prüfen, aber auch da ist die Rechtsprechung großzügig und lässt mitunter Familien in einem Ein-Zimmer-Apartment wohnen. Das ständige Begehen von Straftaten (Drogenmißbrauch) könnte einen solchen berechtigten Grund in der Person des Dritten (hier Freundin) darstellen, aber auch da gibt es schwankende Urteile. Da der (Unter-)Vermieter mit in der Wohnung wohnt, könnten wohl gesundheitliche Argumente (auch beim kiffen gibt es Passivrauchen) möglich sein.


Letztes Argument: fehlende Miete. Wer zwei komplette Monatsmieten schuldet (auch wenn dieser Betrag sich über mehrere Monate aufgesammelt hat) kann fliegen (§ 569 BGB).

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humpalumpa 11.03.2015, 10:23
7. Leute gibts...

Ich liebe diese Kolumne! Vor allem frag ich mich bei Manchen, was sie denn denken, was ihnen der Psycholge denn raten soll? Bei dem Fall hier gibt es ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder das Mädl zahlt den zwei arbeitslosen Kiffern weiterhin den Allerwertesten, oder sie schmeisst sie mit einem freundlichen Gruß vom Vermieter und zur Not von der Polizei, raus! Und zwar fristlos. Muss sie wissen, wie lange sie sich von fremden Schnorrern verschaukeln lassen will. Die Entscheidung kann ihr keiner abnehmen. Aber ihr sollte schon klar sein, dass man Jemanden, der nach 2 Monaten aus seinem Job und seiner Wohnung fliegt und dann wieder dasteht, nicht mehr so leicht los wird. So ein gemachtes Nest und Leute die sich kümmern, ist für Schnorrer wie Marmelade für Ameisen. Zumal die anderen Bewohner die ja eh schon bemuttern. Wieso zum Geier suchen die der ne Wohnung? Offensichtlich ist sie schon erwachsen und sollte das selbst können. Wenn man da nicht einen unangenehmen deutlichen Cut macht, wird die immer wieder ankommen, traurig gucken und das Mitleid einsacken.

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Korken 11.03.2015, 11:18
8.

Zitat von malüberlegen
So einfach geht es leider nicht: § 553 BGB gestattet dem Mieter von Wohnraum die Gebrauchsüberlassung an Dritte, wenn ein berechtigtes Interesse besteht. Dies wird man bei Lebensgefährten grundsätzlich annehmen können. Die Rechtsprechung ......
So ausgeliefert ist man dann doch nicht:

(1) Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Dies gilt nicht, wenn in der Person des Dritten ein wichtiger Grund vorliegt, der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann.
(2) Ist dem Vermieter die Überlassung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten, so kann er die Erlaubnis davon abhängig machen, dass der Mieter sich mit einer solchen Erhöhung einverstanden erklärt.

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jujo 11.03.2015, 11:25
9. ...

Wenn es stimmt das Wohnraum für junge Leute knapp ist, folglich begehrt, dann verstehe ich nicht warum der/die Hauptmieter für eine WG, die Mitbewohner nicht in Vorkasse treten lassen bzw. eine entsprechende Kaution hinterlegen lassen, vor(!) dem Einzug.
Meine Tochter hatte beim Wohnungswechsel ihre alte Wohnung für 2 Monate teilmöbliert zwischen vermietet.
an eine (!) Person, Nichtraucher, so stand es auch im Vertrag, Kaution 500€. Mit eingezogen ist der Freund und ein Hund. Sie und er Raucher. Nach 2 Monate zogen sie aus, immerhin termingerecht. Die Wohnung stank nach Rauch und Hundeurin, Sofa total zerkratzt und versifft,ebenso die Dielen. Es war Samstag, Am Montag sollte die Wohnung an den neuen Eigentümer übergeben werden. Kurz gesagt meine Tochter, holte sich Zeugen, dokumentierte die Schäden, behielt die Kaution. die zogen murrend, mit der Bemerkung ab, sie solle sich nicht so anstellen.

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