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Rat vom WG-Psychologen: Er lässt seine Freundin bei uns wohnen
Corbis

Lauras Zwischenmieter kam in Begleitung seiner Freundin. Zwei Wochen sollte sie bleiben. Daraus wurden Monate. Die WG suchte der Frau sogar eine neue Wohnung - doch kurz darauf war sie wieder da. Was tun? WG-Psychologe Büter hilft weiter.

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PeterPan95 11.03.2015, 11:26
10.

Zitat von malüberlegen
Einer Nutzungsüberlassung können berechtigte Interessen des Vermieters gegenüberstehen. Das sind z.B. eine Überbelegung des Raumes - wäre hier zu prüfen, aber auch da ist die Rechtsprechung großzügig und lässt mitunter Familien in einem Ein-Zimmer-Apartment wohnen. Das ständige Begehen von Straftaten (Drogenmißbrauch) könnte einen solchen berechtigten Grund in der Person des Dritten (hier Freundin) darstellen, aber auch da gibt es schwankende Urteile. Da der (Unter-)Vermieter mit in der Wohnung wohnt, könnten wohl gesundheitliche Argumente (auch beim kiffen gibt es Passivrauchen) möglich sein.
Beim Thema Geld gebe ich Ihnen Recht, beim Geld hört in D jegliche Toleranz auf... auch rechtlich gesehen. Dort läge also der einzige echte Ansatzpunkt die Schnorrer mit Polizei zu entfernen, wenn man die Eskalation möchte.

Kiffen ist imho keine Straftat und sogar der Besitz von solchen leichten Drogen zum Eigenbedarf straffrei. Ob der gesundheitliche Aspekt mit dem Passivrauchen zieht steht im Mietvertrag - ich habe stets in Wohnungen gewohnt in denen Rauchen explizit verboten war. Steht das nicht im Mietvertrag, darf man imho rauchen, WG hin oder her.

Die Überbelegung ist ebenfalls eine Frage der vertraglichen Festlegung. Dem Vermieter ist das vermutlich egal, da die Mieter für Teilung der Kosten und alle Nebenkosten aufkommen, und die "Abnutzung" der Wohnung wohl nur unwesentlich höher sein dürfte.

Ich würde dem Mädl empfehlen sich zu entscheiden - entweder es setzt sich mit den anderen Bewohnern zusammen und haut auf den Tisch, oder sie zieht wie die letzten Monate den Kopf ein und freut sich dass die Zwischenmiete eh schon befristet war. "Ein bisschen besser" wird es kaum werden.

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stormking 11.03.2015, 12:20
11.

Wenn der Hauptmieter selbst mit in der untervermieteten Wohnung wohnt, gibt es stark verkürzte Kündigungsfristen.

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Malshandir 11.03.2015, 12:27
12. Bedenklich

Also, mal einige Mythen ausraeumen.
Rauchverbote in Mietvertraegen sind unwirksam. Solange in den eigenen Raeumen geraucht wird, ist man relativ machtlos.
Ueberbelegung, ein Zimmer mit 2 Personen ist nicht ueberbelegt.
Besucher oder Bewohner. Daran scheiden sich die Geister. Dies ist nur in Anbetracht der Nebenkosten wichtig. Aber selbst wenn es ein Bewohner waere, so hat der Mieter ein berechtigtes Interesse, dass die Lebenspartnerin mit in der Wohnung wohnt.
Aussstehende Miete. Nun dies gaebe einen Ansatz, allerdings muesste dazu Klage erhoben werden und das kann sich hinziehen.

Einfach mal eine genaue Aufstellung machen, was die Schulden sind und fragen, wann Sie gedenken zu zahlen.

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bratwurst007 11.03.2015, 12:44
13.

Zitat von Malshandir
Also, mal einige Mythen ausraeumen. Rauchverbote in Mietvertraegen sind unwirksam. Solange in den eigenen Raeumen geraucht wird, ist man relativ machtlos. Ueberbelegung, ein Zimmer mit 2 Personen ist nicht ueberbelegt. Besucher oder Bewohner. Daran scheiden sich die Geister. Dies ist nur in Anbetracht der Nebenkosten wichtig. Aber selbst wenn es ein Bewohner waere, so hat der Mieter ein berechtigtes Interesse, dass die Lebenspartnerin mit in der Wohnung wohnt. Aussstehende Miete. Nun dies gaebe einen Ansatz, allerdings muesste dazu Klage erhoben werden und das kann sich hinziehen. Einfach mal eine genaue Aufstellung machen, was die Schulden sind und fragen, wann Sie gedenken zu zahlen.
Gerade was die Rauchgewohnheiten betrifft, wäre ich vorsichtig. Wenn Sie explizit einen Nichtraucher suchen (und das so angeben) und unter Vorspielung falscher Tatsachen ein Raucher einzieht, wäre ich mir gar nicht sicher, ob die Gerichte da eindeutig entscheiden. Auch die Doppelbelegung eines explizit als Einzelbelegung ausgegebenes Zimmer würde ich nicht pauschal als rechtlich sicher umschreiben. Sie werden natürlich als Vermieter keine Chance haben, wenn die Wohnsituation nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Wenn aber die Freundin jeden Tag 3 Stunden duscht und dadurch die Nebenkosten nach oben schnellen, ist auch hier ein Hebel vorhanden.

Festzuhalten bleibt eins: Wenn das Zimmer an eine Person vermietet wird und diese eklatant gegen gemachte Absprachen (man vergisst ja schnell Mal, dass das Vertragswesen ja letztlich darauf zurückgeht) verstößt, ist jeder Ärger berechtigt. Sind halt immer zwei Seiten.

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cpt.z 11.03.2015, 12:47
14. Wieso Miete nicht zahlen

Da steht nirgendwo, dass die beiden Kiffer die Miete nicht zahlen - sondern da steht, dass sie den anderen Geld schulden. Das kann auch der Anteil am letzten Einkauf sein. Außerdem sind das Zwischenmieter - es ist also anzunehmen, dass sie ihre Miete an den eigentlichen Mieter zahlen - und der zahlt seine Miete an den Vermieter. Da haben die anderen WG Mitbewohner überhaupt keine Handhabe. Auch die Sache, dass dessen Freundin sich dort dauerhaft aufhält, gefällt nicht jedem - ist aber grundsätzlich gestattet.
Es bleibt also noch, dass sich die liebe Laura einfach von den Personen gestört fühlt - weil es kiffende Eigenbrötler sind, die zu lange duschen. Und dafür sollen sie jetzt auf die Straße. Na ganz toll. Entweder sie spricht das an mit:"Ey, ich hab keinen Bock mehr auf Euch, sucht euch mal was anderes." oder eben nicht. Und selbst wenn - wenn die einfach nö sagen, dann muss sie halt bis Juni noch durchhalten. Und das ist auch richtig so.

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Otziotzi 11.03.2015, 15:25
15. das kenne ich

Mein Untermieter kam mit einer "Umzugshelferin" an, die erst nach zwei Wochen wieder abreiste. Nach kurzer Zeit war sie wieder da, ich hab mir das noch zwei Wochen angesehen und dann Miete gefordert. Es dauerte nicht lange, da waren beide zusammen wieder weg.
Ich hab was daraus gelernt.

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Kaygeebee 11.03.2015, 17:59
16.

Gäste gehen irgendwann wieder, sonst sind sie Mietnomaden oder wohnen quasi schwarz bzw. könnten fast als Hausbesetzer durchgehen. Bei unserer WG ist die Freundin vom Mitbewohner auch oft da, was an sich kein Problem ist. Meistens ist sie ja ganz umgänglich. Mal ist sie nur ein paar Stunden da, mal einige Tage. Das Problem ist aber ähnlich: Sie fügt sich nicht in die WG ein, nutzt alles fröhlich kostenlos mit (WLAN, Bad, Küche, Garten, Wohnzimmer, Parkplatz), beteiligt sich aber nicht an den Kosten und trägt auch nichts bei (hab sie noch nie mal was einkaufen oder putzen sehen). Außerdem bringt sie dauernd ihren Hund mit, obwohl Tiere in der WG nicht erlaubt sind. Ich mag Hunde, nur eben nicht in der Küche. Ironischweise hat sie eine eigene Wohnung.

Das Problem bei solchen Situationen ist leider, dass man den einen nicht getrennt vom anderen maßregeln kann. Der Freund wird seine Freundin wohl automatisch in Schutz nehmen und umgekehrt. Und oft nehmen Menschen so etwas persönlich.

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genugistgenug 12.03.2015, 10:51
17. wo ist das Problem?

Kein Mietvertrag, also raus!

Was sind das für Personen die nicht mal in der Lage sind ihren Mietvertrag durchzusetzen und dann noch einen Psychologen suchen, statt einfach eine simple Entscheidung treffen?
Was für ein Glück dass einatmen - ausatmen als BIOS Funktion (basic input output system - Computer) läuft. Doch wie wollen die einkaufen?

Vorschlag: erweitern Sie die Kolumne um die Studiengänge der Personen. Vermutung: hier ist die Studienrichtung irgendwas Soziodingsbums äh gar was pathisches?
Vielleicht von der 'Alles haben sich lieb' und 'Hauptsache drüber geredet' Seuche betroffen statt eigene Entscheidungen treffen und umsetzen - geht ja nicht, da muss man zuerst selbst denken und für die Entscheidung einstehen - fragt man irgendwelche anderen Leute, dann sind die 'schuld' weil es nicht geht.

aweia, und bald kommen noch die PISA ÄhLiehdän (Eliten) an die Uni und marschieren durch die Institutionen bis nach oben.

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dietah 12.03.2015, 11:23
18.

Laura - (check)

"Es geht aus Ihrem Brief nicht recht hervor, ob Sie an der Weigerung der Zwischenmieter leiden, sich am freundschaftlich engen WG-Leben zu beteiligen, oder an der Organisation des WG-Alltags - oder beidem. Ein "familiengleiches" Miteinander lässt sich kaum einfordern,"
- (check)

kontrollwütiges Rudelweibchen das mit dem geharnischten Desinteresse ihrer Mitbewohner nicht umgehen kann. Solche Leute schaffen jede Wohngemeinschaft.

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humpalumpa 12.03.2015, 15:50
19.

Zitat von dietah
Laura - (check) "Es geht aus Ihrem Brief nicht recht hervor, ob Sie an der Weigerung der Zwischenmieter leiden, sich am freundschaftlich engen WG-Leben zu beteiligen.....
Naja, ehrlichgesagt fände ich es auch nicht sooo prickelnd, wenn einer zur Zwischenmiete in meiner WG einzieht und sein Besuch dann gleich mit. Eine WG ist halt nur möglich, wenn KOmpromisse und das gegenseitige Augenmerk auf ein ordentliches Miteinander bei allen Seiten vorausgesetzt sind. Ich hätte auf ein arbeitsloses Hausmaskottchen, das immer wieder kommt, auch keinen Bock. Das hat doch mit Kontrollwahn nix zu tun. Sie will sich halt in ihrer Wohnung wohl fühlen. Find ich nicht verkehrt. Da wär mein Tritt in den Allerwertesten Richtung Haustür, den die Freundin von mir kassieren würde, kontrollwütiger. Wär mir aber auch egal :)

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