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Reaktionen auf mehr Schüler: Was Städte beim Schulbau falsch machen
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In deutschen Großstädten leben immer mehr Kinder. Die deutschen Großstädte brauchen dringend neue Klassenzimmer. Doch beim eiligen Bau und Ausbau wiederholen sie alte Fehler - und machen jede Menge neue.

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guenther2009 16.04.2019, 08:59
30. In Wien wurde

bereits Schulerweiterungen mittels Container durchgeführt, wobei an Schulstandplätzen mit schwindender Schülerzahl, die Container abgebaut und an die Stellen mit anwachsender SChülerzahl umgesiedelt wurden.
Außerdem wurden tw. diese Container auf Stelzen gestellt, damit ein Teil der Freiräume überdacht wurde, sodaß auch bei Schlechtwetter diese Freiräume genutzt werden können. Die Container können auch durch Umbauten im inneren den jeweiligen Andprüchen angeglichen werden.

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specialsymbol 16.04.2019, 09:01
31. Die Architektin hat zwar recht...

.. aber wenn ich mir die Neubauten so ansehe, sehen bis auf Verwaltungs- und Industriegebäude alle Stadthäuser heute gleich aus.

Egal ob Frankfurt, Hamburg, München, Berlin - die Häuser sehen exakt gleich aus. Gleichförmige Fronten, hohe, schmale Fenster wie Schießscharten, Balkons mit den immer gleichen Metallbarrikaden.

Sollte man die Kinder nicht auf die spätere Wohnrealität vorbereiten?

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thseeling 16.04.2019, 09:36
32. Maß halten

Ich bin sehr für Bildung (auch als Elternbeirat aktiv), aber Experimente bei Gebäuden sehe ich skeptisch. Es wäre sinnvoller, das Geld in Infrastruktur, Ausstattung, Lehrmittel, Ausbildung von mehr Lehrern zu stecken als künstlerisch wertvolle Bauten in die Landschaft zu stellen. Wie der Artikel schon schreibt: die Schülerzahlen explodieren und durch die zunehmend geforderte Mobilität reichen die Geburtenraten nicht als Indikator für die Planung aus. Das Rhein-Main-Gebiet explodiert, der "Speckgürtel" reicht mittlerweile 100 km ins Umland.
Der benötigte Raum für Schüler ist zweifach zu messen: der Klassenraum und Freizeit. Klassenräume sind derzeit bei Neubauten um die 50 qm groß (gelegentlich bis zu 60 qm), die Klassengröße je nach Schulform 20-30, mit Ausreißern nach oben. Wenn an die Schule ein Sportplatz angeschlossen ist, können die Schüler sich in den Pausen dort noch austoben. Ein riesiger Schulhof mit versiegelter Fläche ist auch wiederum Unsinn.

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topas 16.04.2019, 09:41
33.

Sicherlich könnte man den Architekten eine Spielwiese schaffen, wo sie sich aus Steuermitteln selbst verwirklichen können. Wasserläufe , wo Kinder reinfallen (also gleich Spinde für Wechselsachen einplanen) oder reingeschubst werden. Rückzugsgebiete, wo die Aufsichtspersonen erst recht nicht mitbekommen können, was da abgeht. Pflanzen, Springbrunnen ... muss alles kostenintensiv gewartet werden. Gut, man könnte meinetwegen 2 Millionen in eine schönere Schulgestaltung investieren und die sich dann sich selbst überlassen. Oder man könnte auch (mal willkürlich von 50.000€ "Kosten" einer Sozialpädagogin (w/w/d) pro Jahr ausgehend) in den kommenden 20 Jahren zwei von denen einstellen, die sich um die Kinder kümmern... Dann wäre den Kindern direkt geholfen, aber ein Architekt hat ein Projekt weniger zur Selbstverwirklichung...
Also ich wüsste nicht was jetzt ein Problem beispielsweise bei den H-förmigen Standard-Schulbauten aus der DDR wäre (bis auf die Treppe am Eingang). Bis zu 12 Unterrichtsräume (gleich groß, individuell gestaltbar), teilweise mit Vorbereitungsräumen für die Lehrkräfte. WC auf jeder Etage, Fahrstuhl zumindest möglich. Ein späterer Umbau als Büro- oder Wohnhaus denkbar und sicherlich praktikabel.

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aggro_aggro 16.04.2019, 10:51
34. Maßgeschneiderte Konzepte

Ein großes Problem ist, dass die Räumlichkeiten auf die Konzepte der Schulform angepasst sein müssen. Ganztagsschulen sind fast wie Kinderzimmer eingerichtet, mit Schränken, Regalen, Pinwànden, Zusatztischen und Technik an allen vier Wänden - in Räumen die für leere, ablenkungsarme, funktionale Klassenzimmer geplant waren. Es ist zu eng und zu unruhig.
Räume für Frontalunterricht, Stillarbeit, Gruppenarbeit, freie Arbeitsformen, Computernutzung oder Aufenthalt müssen völlig unterschiedlich konzipiert sein von Größe, Akustik und Dekoration/Gemütlichkeit. Schulen haben teilweise nicht einmal spezielle Räume für Kunst und Musik.
Es braucht kleine Räume für selbstständiges Arbeiten, Clubräume, Nischen, Freizeiträume und viel mehr spezielle Fachräume. Sogar Hörsäle können sinnvoll sein, manche Unterrichtsformen sind auch für 100 Schüler gleichzeitig möglich. Ein Lehrerraumprinzip mit vielen Spezialräumen. Der 1-in-all 40m² Klassenraum ist auf halbtags, disziplinierten Frontalunterricht mit leeren, weißen Wänden ausgelegt, das wird aber nicht mehr praktiziert.

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sok1950 16.04.2019, 11:06
35. für die max. 6 Stunden am Tag in der Woche

war es mir schnurz piep egal wie die Schule von draußen aussah.
Bei dem Lernpensum in den 70iger Jahren blieb keine Zeit sich über die Farbe irgendwelcher Wände Gedanken zu machen, war mir aber auch egal. Nach der Schule ging es eh zum Amateurfunk (ja, gab es in DDR) oder anderen außerschulischen Veranstaltungen - und meine Eltern habe ich eh erst ab 16 Uhr (mein Vater) oder ab 18 Uhr (meine Mutter) zu Hause gesehen (nannte sich Schlüsselkind). Mir ist schleierhaft wie unsere Generation all das aufbauen konnte was es heute so gibt: ohne Computer in der Schule, ohne Touchscreen-Tafel, nur mit Büchern und dem Gang in die Bibliothek. Wenn ich mir da ansehe wie unselbständig heute z.B. 10jährige sind...wir haben uns schon in der 3. Klasse Nachmittags aus dem Hort verabschiedet - im Zweifel mit gefälschter Elterngenehmigung.

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columbo1 16.04.2019, 12:32
36. Sauna statt Schule

Ein Riesenproblem, das nicht erwähnt wird:

Hitze im Sommer.
Wegen großer Glasfronten und mieser Planung heizen sich viele Schulgebäude aus den Siebzigern derart stark auf, dass sie im Sommer eigentlich an vielen Tagen geschlossen werden müssten. Temperaturen um die 40 Grad sind nicht selten. An ein halbwegs konzentriertes Arbeiten ist da nicht zu denken.

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DJ Doena 16.04.2019, 12:34
37.

Also ich sehe ja noch ein, dass kritisiert wird, wenn eine Schule nicht kindgerecht gestaltet wird, weil mit veralteten Maßstäben ans Werk gegangen wird.

Aber dass jetzt jede Schule nach einem Individualdesign gebaut wird, nur für den Zweck, dass sie nicht wie eine andere Schule aussieht, geht dann doch etwas zu weit.

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schmidti43 16.04.2019, 13:48
38. 40 Grad?

Zitat von columbo1
Ein Riesenproblem, das nicht erwähnt wird: Hitze im Sommer. Wegen großer Glasfronten und mieser Planung heizen sich viele Schulgebäude aus den Siebzigern derart stark auf, dass sie im Sommer eigentlich an vielen Tagen geschlossen werden müssten. Temperaturen um die 40 Grad sind nicht selten. An ein halbwegs konzentriertes Arbeiten ist da nicht zu denken.
ich bestreite nicht, das es Probleme mit zu heißen Klassenzimmern gibt, aber 40 Grad sind lebensgefährlich. Keine verantwortliche Person würde bei solchen Temperaturen den Schulbetrieb weiterführen.

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columbo1 16.04.2019, 15:40
39.

Zitat von schmidti43
ich bestreite nicht, das es Probleme mit zu heißen Klassenzimmern gibt, aber 40 Grad sind lebensgefährlich. Keine verantwortliche Person würde bei solchen Temperaturen den Schulbetrieb weiterführen.
Naja, ganz so lebensgefährlich kann das nicht sein, da es Weltgegenden gibt, in denen es monatelang so heiß ist. Aber es kommt schon mal vor, dass ältere Lehrer kollabieren. Kollateralschäden, die niemanden zu stören scheinen.

Nur um mal zu zeigen, wie wurscht den Zuständigen die Zustände sind: Zwei Hausmeister haben Deppenkrieg ums Räumen und Streuen der Parkplätze. Sie bleiben ungestreut. Eine Lehrerin bricht sich auf stark abschüssigem Gelände ein Bein. Is eh wurscht, nichts ändert sich.

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