Forum: Leben und Lernen
Reaktionen zum Aus des Bildungsrats: "Anderthalb verlorene Jahre für unsere Schulen"
Wolfgang Ebener/ DPA

Der Nationale Bildungsrat sollte länderübergreifend für gemeinsame Qualitätsstandards an Schulen sorgen, nun steht er vor dem Aus. Die CDU ist gespalten - SPD und Gewerkschaften äußern massive Kritik.

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MikelFriess 26.11.2019, 16:10
1. Vielleicht....

sollten sich die nördlichen Länder mal an Bayern orientieren? Die Ansprüche an Abiturienten sind im Süden wohl deutlich höher und ich kann die beiden Länder schon verstehen wenn sie ihr Niveau nicht auf Nordlichtniveau senken wollen.
Allerdings sollte Bildung grundsätzlich keine Ländersache sein. Das ist Föderalismus an der schlimmsten Stelle. Ich versteh sowieso nicht was diese Fortführung der frühmittelalterlichen Fürstentümer im 21. Jahrhundert zu suchen hat.

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josho 26.11.2019, 16:11
2. Das wäre ein klassischer Fall.....

....für eine Volksabstimmung. Es spräche viel dafür, dass den Bürgern jedes Verständnis dafür abgeht, was die Landesfürsten im digitalen Zeitalter zur Aufrechterhaltung ihrer Pfründe zelebrieren. Es gibt m.E. nicht einen einzigen nachvollziehbaren Grund, die Bildung in einem Land wie Deutschland im 21. Jahrhundert nicht weitestgehend anzugleichen, wenn nicht gar zu vereinheitlichen.

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peter.di 26.11.2019, 16:21
3. "Anderthalb verlorene Jahre für unsere Schulen"

Die klassischen SPD Länder sind immer ganz hinten in den PISA-Rankings. Der SPD ist Bildung offenbar egal, sonst hätte die SPD ja was daran geändert. Das sind sogar verlorene Jahrzehnte. Aber warum sollen die "beiden Süd-Länder" deswegen ihr Bildungssystem jetzt auch noch ruinieren? Und falls der SPD Bildung jetzt doch nicht mehr egal sein sollte, besser spät als nie, dann kann sie sich doch an den "beiden Süd-Länder" orientieren, auch ganz ohne Bildungsrat.

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noway2go 26.11.2019, 16:23
4. Förderalismus einerseits

KMK andererseits. Als Vater eines 15-jährigen in Hamburg kann ich nur sagen - Förderalismus ist an
dieser speziellen Stelle absolut kontraproduktiv. Jedes Landesparlament stürzt sich mit individuellen und
bundesweit unkoordinierten Reformen alle Legislaturperiode auf die Schulpolitik und besetzt die regionalen
Ministerien nicht mit den eigentlich notwendigen Schul- und/oder Management-Erfahrenen, sondern mit wohlmeinenden aber realitätsfernen Idealisten. Mal abgesehen davon, daß die Kultusministerien kostenmäßig und hinsichtlich der Bürokratien absolut furchtbar sind. Die Entscheidung der Südländer ist daher nachvollziehbar, die deutlich höheren Standards in Lehrerausbildung UND Schulsystem würde ich mir auch für alle anderen Bundesländer wünschen. Insofern kann Deutschland nur gewinnen, wenn die Standards der Südländer zum Maßstab einer bundesweiten Schulpolitik gemacht werden. Das unsägliche Gewurschtel mit der 47-fach reformierten Oberstufe (und anderen Formen) weiter nördlich ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

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interessierter Laie 26.11.2019, 16:48
5. das Problem ist das Verfahren...

Bayern und BaWü, Sachsen und Thüringen liegen inzwischen seit Jahren auf den Spitzenplätzen und davor war das auch so - nur wurde nicht systematisch verglichen. Zwischen den ersten und letzten liegen Abstände von mehr als einem Schuljahr. Das hätte eigentlich schon von selbst dazu führen müssen, dass die Verantwortlichen in den Schlusslicht-Ländern ihren Ansatz grundsätzlich(!) hinterfragen. Das tun sie aber nicht. Vernünftig wäre es, in der Debatte über eine Angleichung denjenigen das größte Gewicht zu geben, die im Vergleich die besten Resultate vorzuweisen haben. Aber genau das ist nicht der Fall. Heraus kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein gequirlter Mist, bei dem die Low Performer aufgrund ihrer höheren Zahl den Ausschlag geben. Das würde ich anstelle von Bayern und BaWü auch ablehnen!

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rw54993 26.11.2019, 16:52
6. Keine Wahl

Die Bundesländer haben gar keine Wahl. Diejenigen, die wie Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen ein noch halbwegs funktionierendes Bildungssystem haben, werden wohl kaum bildungspolitischen und ökonomischen Selbstmord begehen und sich auf ein Armutsabitur nach Bremer oder Berliner Vorbild einlassen.
Die anderen Länder, die ihrer Bevölkerung seit Jahrzehnten ein funktionierendes Bildungssystem nur noch vortäuschen, können das Anforderungsniveau nicht anheben, weil sonst auffällt, dass dort seit den 70er Jahren kein Schüler mehr etwas gelernt hat.
Die nächste Mauer steht dann bald nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen Nord und Süd.

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11erspet 26.11.2019, 16:54
7. Schweres Abi in Bayern

Mag ja sein, dass das Abi in Bayern schwerer ist. Und dann? Stellt jemand dann einen Bewerber mit Abi aus Hamburg nicht ein und wartet auf einen aus Bayern?

Das führt doch zu rein gar nichts und ist nur P$%&§is-Vergleich. Total albern, wie aber auch die neusozialistischen Ansätze, in der Schule "gutes" zu tun, wie z.B. undurchdachte und nicht ausgereifte Inklusionsansätze.

Wenn sich ein paar Ideologen aus dem Norden mal von ein paar bildungsfremden Ideen verabschieden würden, könnten sich vielleicht auch ein paar Ideologen aus dem Süden von ein paar vermeintlich qualitativen Ideen (die häufig genug kinder- und jugendfeindlich sind) verabschieden.

Ein Trauerspiel, dass wir hochbezahlte Politiker beim Streit im Sandkasten beobachten müssen.

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ballspielen_verboten 26.11.2019, 17:07
8. @1 Sie schreiben ja selbst,

dass sich das bessere Schulsystem politisch im Rest der Republik nicht durchsetzen lässt. Welche Alternative gibt es also zum Förderalismus?

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franzis 26.11.2019, 17:10
9. Ein Bildungssystem für ganz Deutschland...

auch wenn dann viele Politiker-Pöstchen in den Bundesländern verloren gehen. Unsere Kinder können nur gewinnen. Und vielleicht sollte man nicht nur am Abitur rummäkeln, sondern alle Schulabschlüsse in Auge behalten. Solange jeder der einigermaßen geradeaus Laufen kann zum Gymnasium wechselt, weil die anderen Schulen nur noch als Restschulen mit massiven sozialen Problemen betrieben werden, wird sich auch am Gymnasium wenig ändern.

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