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Reaktionen zur Pisa-Studie: "Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein"
Wolfgang Kumm/ DPA

Besser als der Durchschnitt, aber schlechter als vorher: Mit Blick auf die neue Pisa-Studie ärgert sich Bildungsministerin Karliczek über Deutschlands Platz im Mittelfeld - und aus Hamburg kommt ein Verbesserungsvorschlag.

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robert.hammer 03.12.2019, 16:29
1.

dann überlegt mal was bayern und sachsen anders machen. um es praktisch zu formulieren, ich habe mein diplom in bayern mit 2,4 gemacht. mein fehler - denn in berlin wäre das eine 1,2. da muss mal nachdenken.

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ford_mustang 03.12.2019, 16:31
2. Da ja immer wieder ...

das Elternhaus als wichtigster Faktor angegeben wird, sollte das Lob nicht an die Lehrer gehen, sondern an die Eltern. - Ironie aus! Von einer Besserung kann hier garnicht die Rede sein. Bloß weil D etwas im Ranking nach oben gerutscht ist, zeigen die Ergebnisse, dass die anderen Länder leistungsmäßig nur etwas gesunken sind. Absolut keine Entwarnung.

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sbmmaurice 03.12.2019, 16:38
3. Blah,blah, blah

wie immer versucht man sich zu profilieren wenn der Krug schon lange im Brunnen liegt.
Das sind so die Weisheiten die an jeder Toilettenwand stehen. Unser Bildungssystem
krankt an jeder Ecke und wird zunehmend das Wahrzeichen unsrer kranken und verloggenden
Politikerkaste, die sich nicht um das Volk kümmern sondern nur auf Ihre eigenen Privilegien
bedaht sind. So hat Deutschland keine Zukunft und wem wundert es wenn diese

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gbpa005 03.12.2019, 16:38
4. "Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein"

Super Erkenntnis, Frau Karliczek. Mein Vorschlag: Einfach mal beim BMBF beginnen und eine kompetente Leitung ernennen, die eine Hochschule tatsächlich von innen gesehen hat.

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yvowald@freenet.de 03.12.2019, 16:40
5. Geld ist doch genug da

Will die Mehrheit der Deutschen ernsthaft eine vorschulische Bildung von Kindern, die als Migrantinnen und Migranten nach Deutschland gekommen sind?
Will Deutschland wirklich eine Ganztagsschule, wie sie in unserem Umfeld so gut wie selbstverständlich ist?
Wohl kaum. Denn sonst würde eine "politische" Mehrheit nicht an unserem dreistufigen Schulsystem festhalten.
Es gibt nach wie vor große Mehrheiten, die sich gegen Gesamtschulen stemmen, anstatt diese zu unterstützen, damit jede und jeder einen vollständigen Lernerfolg haben kann und Kinder aus "bildungsfernen Schichten" nicht nach zehn Jahren Hauptschule in irgendeine Berufsausbildung vermittelt werden, obwohl ihre Fähigkeiten Hochschulreife und Studium problemlos ermöglicht hätten?
Im Gegenzug sollten Kinder, die Probleme beim theoretischen Wissenserwerb haben, nach zehnjähriger 'Schulzeit in eine praxisbetonte Aus- und Fortbildung überführt werden, denn Deutschland benötigt bekanntlich auch eine Vielzahl von Handwerkerinnen und Handwerkern.
Also, bitte, unser Schulsystem vom Kopf auf die Füße stellen...

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brüdergrimm 03.12.2019, 16:44
6. Wenn sich alle an Bayern orientieren,

dann steigen wir sehr schnell in die Oberklasse auf - wohne in Hessen !
Mein Sohn hat die Grundschule in Hessen besucht, dann von der 5 bis 10 Klasse ein bayrisches Gymnasium, dann ab der 11 wieder in Hessen ( Berufswechsel der Eltern).

In Bayern: Stundenausfall im Jahr Max. 20 Stunden.
Die bayrischen Lehrer sind weit weniger krank als die hessischen.
Arbeiten wurden i m m e r nach 14 Tagen zurückgegeben. In Hessen dauerte das bis 8 Wochen.
Die Lehrbücher in Bayern waren am Schuljahresende durchgearbeitet. In Hessen Max. 3/4.

In Hessen wird viel mehr verwaltet, anstatt zu Lehren.

Jetzt studiert mein Sohn Informatik - natürlich in Bayern.
Die Politiker sollten endlich aufhören ständig gaggern, sondern mal Endscheidungen treffen.
Söder hat Recht nur keine Angleichung an die anderen Bundesländer!

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redepest 03.12.2019, 16:45
7. "Wir brauchen einen Aufbruch in der Bildungspolitik."

Huuaaaahaaa!!! Der Brüller des Tages...! Das hören wir jetzt seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten. Und wie sieht es in der deutschen Bildungspolitik tatsächlich aus? 16 verschiedenste Schulsysteme, auch noch unterteilt in Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien und dann noch in Oberschulen, integrierte und kooperative Gesamtschulen mit Abschlüssen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Da haben wir Föderale Bildungsfürstentümer, die sich nicht mal auf koordinierte Ferienzeiten einigen können, geschweige denn auf eine zielführende Strategie für ein national vergleichbares Bildungssystem. Das Ganze findet statt in einem hierarchischen System, das mehr der Parteizugehörigkeit und im letzten Jahrhundert erstarrten Beamtenritualen gehorcht, als sinnvollen Strukturen; ausgestattet mit minimalsten personellen und finanziellen Mitteln und rudimentärster Fortbildung. Obendrauf noch eine Personalpolitik, die mal ganze Generationen von qualifiziert ausgebildeten Lehrern zum Taxifahren schickt und dann wieder panisch auf Lehrerbedarf reagiert und dann jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist in übervolle Klassen schubst. Dort trifft man dann auf Schüler, die sich benehmen wie die Axt im Walde, aber genau wissen, dass Papa einen guten Anwalt hat. Gleichzeitig jagt ein ideologisches Schulexperiment das nächste (Stichwort "Kompetenzen") und weil es gerade modern ist, wird jedes Handycap - ob Schüler will oder nicht - "inkludiert" - wurscht, ob es dafür qualifizierte Pädagogen gibt oder nicht. Das alles spielt sich in Schulen ab, von denen der Putz von den Wänden bröckelt und die mit Lehrmitteln aus dem vorletzten Jahrhundert ausgestattet sind. Dafür müssen diese Bildungs- und Verwahranstalten auch noch das ausbaden, was überforderte und zur Erziehung unfähige oder verweigernde Elternhäuser und die Hersteller von Spielekonsolen und Smartphones so angerichtet haben. Zum Dank dafür werden diejenigen, die sich da Tag für Tag den Allerwertesten aufreißen als Faulenzer mit höchst bezahltem Halbtagsjob beschimpft. So sieht das doch aus... und jetzt klatschen wir Frau Karliczek Beifall für diese aufrüttelnden Worte und regen uns darüber auf, dass unser Abi trotz inflationierender 1,0 Benotungen nur Mittelmaß ist. Man kann's echt nicht mehr hören.

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Kasob 03.12.2019, 16:46
8. Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein

Sehr schön. Dann fangen Sie bitte bei Ihrer Politik an. Und wenn wir schon dabei sind, machen wir bei der Politik der kompletten Regierung weiter. Es ist immer schön einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

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WoRiDD 03.12.2019, 16:46
9. Aha

Hamburg: "Wenn wir vorankommen wollen, dann brauchen wir deshalb mehr Bildungszeit und müssen insbesondere früher mit Bildung beginnen"
Da sollte man erst einmal energisch gegen die Schulschwänzer von Friday for Future vorgehen, dann mehr Lehrer, damit auch mehr "Bildungszeit" realisierbar wird. Außerdem:
Die Bildungsministerin: "Karliczek hob hervor, dass Deutschland ein gutes Schulsystem habe und auch in dieser Pisa-Studie leicht über dem OECD-Durchschnitt liege."
Und weiter mit unserer "Bildungsministerin":
"Besonders bedenklich sei, dass jeder fünfte 15-Jährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen könne, sagte Karliczek. Bund und Länder seien gemeinsam gefordert, das Bildungssystem weiter zu verbessern, "jeder in seinem Verantwortungsbereich". So werde der Bund Programme zur frühkindlichen Leseförderung "noch konsequenter weiterverfolgen".
Wo liegt der Fehler? Hätte DE ein gutes Schulsystem, stünde DE nicht so schlecht da. Es zeigt sich aber auch, dass "Digitalisierung" in der Schule nicht das non plus ultra ist. Man sollte ruhig mal auf die älteren Lehrer mit Berufserfahrung hören: Papier im Unterricht für Lesen und Schreiben ist nicht durch ein Tablet zu ersetzen.

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