Forum: Leben und Lernen
Recht auf Geld fürs Studium: Studenten, die ihre Eltern verklagen
Miriam Migliazzi/ Mart Klein/ www.dainz.net/ UNI SPIEGEL

Eltern müssen ihre Kinder während des Studiums finanziell unterstützen. Doch was, wenn Vater oder Mutter sich davor drücken? Felix hat seinen Vater verklagt, Iris nicht - zwei Geschichten um den Kampf ums Geld.

Seite 1 von 23
joG 10.11.2015, 10:38
1. Warum sollte...

.....die Sekretärin mit ihrer Steuer die Universitätskosten des Sohns ihres Chefs mit bezahlen? Auch ist es sehr dubios die Eltern zu zwingen für etwas zu bezahlen, das die Kinder verwenden werden um mehr zu verdienen als andere. Das sollten die Kinder zahlen, wenn sie nicht so gut sind, dass sie ein privates Stipendium und in selektiv gehandelten Fällen von der öffentlichen Hand.

Beitrag melden
kenterziege 10.11.2015, 10:40
2. Um wirkliche Begabungen wäre es ja schade, wenn man

sie nicht fördern würde. Aber die "Geförderten" sollten auch wissen, dass der Förderer Konsumverzicht leistet.
Wer, wie hier hier mit 26 Jahren noch Jura studiert, muss ja wohl gebummelt haben.
Man muss sich heute gar nicht mehr "krumm" legen. Viele Firmen bieten ein duales Studium an. Da entfallen zwar die Semesterferien - aber man ist im System. Und wer in der Praxis gut ist, der macht mit Unterstützung seines Arbeitgebers nebenbei den Master.
Aber viel bequemer ist es natürlich auf Papis Tasche zu liegen und sich mit 26 Jahren noch nicht mal über seine mangelnde Performance zu schämen. In dem Alter hat man früher schon eine Familie gegründet und Seuern für die Gemeinschaft bezahlt.
Mir braucht hier niemand die "Rechte" der Kids zu erklären. Aber die Generation Weichei hat es manchmal wirklich zu einfach. Das rächt sich dann spätestens beim Assesment, wenn die Stiüudienbiografie unter die Lupe genommen wird. Da sind Quereinsteiger und Selmade-People interessanter. Oh - Ihr Pappi hat sie nach USA geschickt, um da und da zu volontieren? Schon raus aus dem Spiel! Selbst ist der Mann und auch die Frau. Man lernt dann gerade zu gehen und lehnt das Erbe getrost ab bzw. ist nicht darauf angewiesen!

Beitrag melden
cabeza_cuadrada 10.11.2015, 10:41
3. völlig korrekt

Zitat von Banause_1971
die arbeiten neben dem Studium. Es soll Studenten geben, die haben vor dem Studium 72 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden und haben dadurch Anrecht auf elternunabhängiges Bafög. Aber wer will schon 6 Jahre warten, bevor das Studium losgehen kann? Ob sich Felix später an seine Verpflichtung erinnert, wenn der Vater im Heim ist und Pflege fällig wird?
man kann auch in einer günstigen Stadt studieren und nebenbei arbeiten gehen. (nur für den Fall dass gleich wieder München aufgeführt wird)
Die eigenen Eltern zu verklagen ist jedenfalls das Allerletzte!

Beitrag melden
Hesekiel 10.11.2015, 10:42
4.

Ich kenne selbst den unglaublichen buerokratischen Aufwand in Zusammenhang mit Bafög sowie den enormen Einfluss, den die voellig subjektive Haltung des Sachbearbeiters (m/w) haben kann - trotzdem habe ich Probleme mit der Formulierung, dass "viele Studenten nicht wuessten, dass Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht" - oder auf etwaige andere Leistungen, etc. Die Informationen sind frei zugaenglich, wenn auch umstaendlich formuliert und nicht haeppchenfreundlich aufbereitet. Beim Bafög geht es aber immerhin auch um etwas, von daher kann man von einem Menschen, dem die Gesellschaft zutraut zu studieren schon erwarten, dass er auch diese Informationen auftreiben kann - zumal es um seine persoenliche Zukunft geht. Es ist eine (vermutlich erste) Erfahrung, dass in der BRD kein Behoerdengang einfach oder mit menschlicher Vernunft zu bewaeltigen ist, sowie dass jedes Formular, bei dem vom Staat etwas zu bekommen in Aussicht steht, vermutlich vom uebellaunigsten Beamtengremlin formuliert wurde. In sofern bereitet es ausgezeichnet auf ein spaeteres Berufsleben vor ..

Beitrag melden
sci666 10.11.2015, 10:44
5. was haben die leute früher gemacht ....

sie haben ihr leben selbst in die hand genommen und nicht bei mami und papi nach geld gefragt ... nebenbei bemerkt, dass die Ämter auch nicht alle Latten am Zaun haben kommt hier auch deutlich heraus, .."dann rufen sie ihre Mutter an ..." witzig, wenn man ohnehin keinen kontakt hatte und schon als kind dort weggeholt wurde hat sich hier meiner meinung nach alles erledigt ...
auch wenn ich geld "brauchen" würde würde ich nie auf die idee kommen meine eltern zu verklagen. das hat schon asoziale tendenzen ..auch wenn die eltern nichts geben wollen ... dann ist es ebenso ..die eltern haben sich wahrscheinlich auch alles selbst erarbeitet.

Beitrag melden
jujo 10.11.2015, 10:44
6. ...

Was ich herauslese ist die anscheinende Dickfälligkeit, Arroganz und Inkompetenz der zuständigen Behörden.
Würden diese ihren Aufgaben gerecht werden und bei berechtigten Ansprüchen gegen die Eltern von Amts wegen tätig werden, wäre den jungen Menschen schon viel geholfen. Denn der Staat muss zahlen und das Geld dann eintreiben, nicht Hilfsgelder kürzen und den Leuten sagen nun kümmer dich mal.
#1, das Verhalten den Eltern gegenüber wenn diese alt sind und Hilfe brauchen, sei es nur emotionale, ist ein anderes Thema.

Beitrag melden
nosce_te_ipsum 10.11.2015, 10:47
7. Viel Geld

Ich selbst habe einen Studienkredit von 14.000 Euro und kann beide Geschichten nachvollziehen. Auch ich musste neben dem Studium arbeiten, um nicht noch mehr Schulden aufzunehmen.

Was ich jedoch weniger verstehe ist, dass jemand soviel Schulden aufnimmt, um Erzieherin zu werden und dann noch Sozialpädagogik zu studieren. Die Jobchancen und Gehaltsaussichten sind mehr als mäßig. Eine Ausbildung ohne Schulden wäre um einiges klüger gewesen.

Beitrag melden
Spr. 10.11.2015, 10:48
8.

Zitat von Banause_1971
die arbeiten neben dem Studium. Es soll Studenten geben, die haben vor dem Studium 72 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden und haben dadurch Anrecht auf elternunabhängiges Bafög. Aber wer will schon 6 Jahre warten, bevor das Studium losgehen kann? Ob sich Felix später an seine Verpflichtung erinnert, wenn der Vater im Heim ist und Pflege fällig wird?
Das Sozialamt ist da sehr viel weniger zimperlich als das Bafög-Amt. Die holen sich, was sie kriegen können, und sind sehr schnell mit Pfändungen dabei. Selbst wenn die Eltern sich niemals um ihr Kind gekümmert oder ein Elternteil sich immer um Unterhaltszahlungen gedrückt hat. Das interessiert die nicht im Mindesten.

Das Sozialamt setzt sich sogar über Scheidungsurteile hinweg, in denen ausdrücklich festgehalten ist, dass zukünftige Ansprüche ausgeschlossen sind, auch in Fällen der Not. Die behaupten einfach, dass so ein Urteil für sie nicht gelten würden, und pfänden.

Sie können also ganz beruhigt sein, Felix muss zahlen, wenn sein Vater irgendwann einmal Sozialleistungen erhält, ob er will oder nicht. Es sei denn, er erhält selbst Sozialleistungen.

Beitrag melden
proratio 10.11.2015, 10:49
9. Ach ja?

Zitat von Banause_1971
die arbeiten neben dem Studium. Es soll Studenten geben, die haben vor dem Studium 72 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden und haben dadurch Anrecht auf elternunabhängiges Bafög. Aber wer will schon 6 Jahre warten, bevor das Studium losgehen kann? Ob sich Felix später an seine Verpflichtung erinnert, wenn der Vater im Heim ist und Pflege fällig wird?
Es soll Eltern geben, die wissen, dass sie Verantwortung für ihre Kinder haben. Und erklären Sie doch mal bitte, warum ein junger Mensch sechs Jahre warten soll, um elternunabhängiges Bafög zu bekommen (was nichts anderes heißt, als dass der Steuerzahler bezahlt), wenn er einen eindeutigen rechtlichen Anspruch auf elterliche Unterstützung hat.

Beitrag melden
Seite 1 von 23
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!