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Recht auf Geld fürs Studium: Studenten, die ihre Eltern verklagen
Miriam Migliazzi/ Mart Klein/ www.dainz.net/ UNI SPIEGEL

Eltern müssen ihre Kinder während des Studiums finanziell unterstützen. Doch was, wenn Vater oder Mutter sich davor drücken? Felix hat seinen Vater verklagt, Iris nicht - zwei Geschichten um den Kampf ums Geld.

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deltametro2 10.11.2015, 10:50
10. Eine verwöhnte Generation,

oder Rache an den Helikoptereltern. Mein Vater (Rechtsanwalt) wollte mich (in den 50er Jahren) zwingen Jura zu studieren während ich mich für Naturwissenschaft begeisterte. Fazit: Nach zwei Jahren umgesattelt und mich durch harte Lohnarbeit durch mein Studium gewurstelt.

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proratio 10.11.2015, 10:55
11. Seufz

Zitat von kenterziege
sie nicht fördern würde. Aber die "Geförderten" sollten auch wissen, dass der Förderer Konsumverzicht leistet. Wer, wie hier hier mit 26 Jahren noch Jura studiert, muss ja wohl gebummelt haben. Man muss sich heute gar nicht mehr "krumm" legen. Viele Firmen bieten ein duales Studium an. Da entfallen zwar die Semesterferien - aber ......
Tut mir leid, aber Sie haben offenbar schon lange keine Uni mehr von innen gesehen. Wenn überhaupt. Und dass der "Förderer" Konsumverzicht leisten muss, wenn er Kinder in die Welt setzt, hätte er sich vorher überlegen können. Mal ganz abgesehen vom Konsumverzicht, den die Kinder leisten müssen, wenn die Eltern im Pflegeheim sind. Es ist mir völlig unverständlich, dass man tatsächlich Verständnis aufbringt für Eltern, die ihren Verpflichtungen ihren Kindern gegenüber nicht nachkommen wollen, weil ihnen Konsum oder sonstwas wichtiger ist.

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orthonormalbürger 10.11.2015, 10:55
12. schlechte Beispiele

ich kenne es noch von früher da war es bei 20-22 Jährigem so das ihre Eltern nicht wollten. Die Klage ist hier definitiv richtig. Es sollte selbstverständlich sein für alle Eltern ihre Kinder bis zum Ende der Ausbildung voll zu unterstützen. So würde man es selbst mit den eigenen Kinder auch tun. Klar arbeitet man nebenbei, aber sag das mal jemanden heute. Das Studium ist so zeitaufwendig das kaum noch Freiraum bleibt da will man nicht noch arbeiten und das soll auch nicht so sein

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jujo 10.11.2015, 10:56
13. #3

Wer es mit 26 geschafft hat Volljurist zu sein ist die absolute Ausnahme, die Regel ist das Alter 28-30, ohne zu bummeln!

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a-mole 10.11.2015, 10:58
14.

Zitat von Banause_1971
die arbeiten neben dem Studium. Es soll Studenten geben, die haben vor dem Studium 72 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden und haben dadurch Anrecht auf elternunabhängiges Bafög. Aber wer will schon 6 Jahre warten, bevor das Studium losgehen kann? Ob sich Felix später an seine Verpflichtung erinnert, wenn der Vater im Heim ist und Pflege fällig wird?
Felix hat von seinem Vater gelernt, dass man seinen Verpflichtungen in keinster Weise freiwillig nachkommen muss. Er hat gelernt, dass er ohne massiven Druck von Anwalt und Gericht, Familie (der Nachwuchs) nichts zählt und man diese einfach belegen kann wenn es zu teuer erscheint. Man kann auch während des Prozessen alles daran setzten zu verschleiern und sich zu drücken.
Sein Vater hat Egozentrismus und Verantwortungslosigkeit gegenüber dem gezeugten Kind auf ganzer Linie vorgelebt.
Davon ausgehend das Kinder unter persönlichem Einsatz gezeugt & fallen gelassen werden, während Kinder sich das nie aussuchen können, ist doch die Erkenntnis der Geschichte:
Wenn Vatern was im Alter will, soll er sich nen guten Anwalt nehmen.

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Sibylle1969 10.11.2015, 10:59
15.

Ich bin meinen Eltern für eine Sache dankbar, nämlich dass sie mir finanziell mein Studium ermöglicht haben. Ich bekam Bafög, habe nebenher und in den Semesterferien gearbeitet und bekam von meinen Eltern die Miete bezahlt. Bei meinem Lebensgefährten war es anders: seine Eltern wollten nicht, dass er studiert, sondern er sollte eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dorf-Volksbank machen. So musste er während des gesamten Studiums seinen Lebensunterhalt selbst finanzieren, was dazu beigetragen hat, dass er sein Studium nicht abgeschlossen hat, und dass mit Einser-Abitur. Allerdings wollte er seine Eltern nicht verklagen. Anspruch auf Bafög hatte er im Gegensatz zu mir nicht, weil das Einkommen seiner Eltern zu hoch war. So arbeitet er heute in einer ungelernten Tätigkeit, während ich dank meines Studiums heute gut verdiene (mehr als das Vierfache). Im Gegensatz zu ihm hätte ich aber meine Eltern verklagt, wenn sie mir gar nichts gezahlt hätten. Ich verstehe seine Eltern aber nicht: mit seinem jetzigen Einkommen wäre mein Lebensgefährte niemals in der Lage, bei einer Pflegebedürftigkeit seine Eltern finanziell zu unterstützen. Insofern schneiden sie sich mit ihrem damaligen Verhalten ins eigene Fleisch.

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j.r.oppenheimer 10.11.2015, 11:05
16. Studium selbst finanzieren

Ich habe mein komplettes Studium durch Nebenjobs (Tutor, Nachhilfe, Programmieren, etc.) selbst finanziert, um meine Eltern und damit meine Geschwister zu entlasten. Und da handelte es sich um eines der anspruchsvolleren Studiengänge (Physik), das sehr zeitintensiv ist, wenn man es innerhalb der Regelstudienzeit abschließen möchte. Wo ein Wille ist, ist auch ein weg. Aber oft gibt es eben keinen Willen, sondern es wird der Weg der geringsten Wirkung gewählt (Lagrange lässt grüßen)...

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Thomas Mainka 10.11.2015, 11:07
17. Eigenständig und eigenverantwortlich

Zitat von proratio
Es soll Eltern geben, die wissen, dass sie Verantwortung für ihre Kinder haben. Und erklären Sie doch mal bitte, warum ein junger Mensch sechs Jahre warten soll, um elternunabhängiges Bafög zu bekommen (was nichts anderes heißt, als dass der Steuerzahler bezahlt), wenn er einen eindeutigen rechtlichen Anspruch auf elterliche Unterstützung hat.
Im Studienalter sollte der junge Erwachsene schon ein wenig auf eigenen Beinen stehen können. Irgendwann hört die Verantwortung mal auf. Das nennt der arbeitende Volksmund "flügge werden". Manche können nicht loslassen.

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Lanek 10.11.2015, 11:07
18.

Zitat von cabeza_cuadrada
man kann auch in einer günstigen Stadt studieren und nebenbei arbeiten gehen. (nur für den Fall dass gleich wieder München aufgeführt wird) Die eigenen Eltern zu verklagen ist jedenfalls das Allerletzte!
Finde ich nicht. Nicht zwanghaft, jedenfalls.

Das allerletzte ist, wenn die Eltern sich querstellen bei der Bafög-Beantragung bzgl. Einkommensoffenlegung, weil sie Angst haben, den rechtlich zustehenden Unterhalt zu bezahlen.
Wenn die Eltern nicht einen gewissen Betrag verdienen, schießt das Amt zu.
Wenn sie es doch tun, dann sind diese eben in der Pflicht.

Ich fände es auch nicht schön, wegen Geldfragen bei Gericht zu stehen. Aber da die Schuld auf den Sohn abzuwälzen, finde ich vollkommen daneben.

Der Vater hat da seine Rolle bei gespielt. Und das nicht erst beim Sohn, sondern auch zuvor bei Unterhaltszahlungen in Bezug auf die Scheidung...

Ich finde es völlig verständlich, dass sowohl die Eltern für ihr Kind bis zu einem gewissen Punkt unterhaltspflichtig sind, als auch das Kind später im Alter ggf. finanziell helfen muss, zB um die Pflege zu finanzieren.
Interessanterweise wird im Alterspflegefall des Vaters dann ziemlich hart behördlich durchgegriffen.
Da gibt es nur sehr wenige Fälle, in denen der Sohn nicht sehr groß "blechen" muss, selbst wenn es ein sehr zerrüttetes Familienverhältnis gewesen wäre.
Da sind die Bafög-Sachbearbeiter ja noch sehr sachte dagegen.

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Friedhelm_Müller 10.11.2015, 11:08
19. Wieso?

Zitat von Sibylle1969
[...] Ich verstehe seine Eltern aber nicht: mit seinem jetzigen Einkommen wäre mein Lebensgefährte niemals in der Lage, bei einer Pflegebedürftigkeit seine Eltern finanziell zu unterstützen. Insofern schneiden sie sich mit ihrem damaligen Verhalten ins eigene Fleisch.
Wieso das denn? Wenn der Nachwuchs nicht leisten kann, kommt zuerst seine Familie (also möglicherweise Sie) ins Spiel - und danach übernimmt Vater Staat...

Die Eltern haben also nichts zu verlieren - sie können (z.B. duch "eine gute Partie" des Sohnes) nur gewinnen...

MfG
FM

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