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Rechtschreibung: Macht die Reform die Schüler schlecht?
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Schüler in Deutschland haben ihre liebe Not mit der Rechtschreibung. Nun streiten sich Experten, ob der wichtigste Grund die Reform der Schreibregeln ist.

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anna cotty 09.08.2016, 23:55
90.

Zitat von ditta
war diese Rechtschreibreform! Es wäre unseren Nachbarn in Frankreich oder England oder sonstwo auf der Welt kaum in den Sinn gekommen, am mitunter komplizierten Rechtschreibsystem etwas zu verändern. Nur unsere extremlibertären 68er mit ihrem konfusen Veränderungswahn kamen, dann auf entsprechenden Lehrstühlen und hochdotierten Beraterposten, auf die absurde Idee, die Sprache Luthers und Goethes, in der sich durchaus auch weniger gebildete Schichten wiederfanden, zu reformieren. Das Ergebnis ist desaströs: Unsicherheit bei Lehrenden und Lernenden, steigende Fehler- und Unverständlichkeitsquoten, selbst bei der schreibenden Zunft, und allenfalls kann man über extrem Skurriles noch lachen, was aber töricht ist. Ein Blick in eine Sammlung von Schreibheften von Dorfschüler vor 100 Jahren offenbart: nur mit einem engagierten Lehrer, Federhalter, Tinte und Papier konnte mit wenigen Ausnahmen schönschriftlich und absolut fehlerarm geschrieben werden. Übung machte den Meister und Eltern hatten gar keine Zeit, an den Hausaufgaben mitzuwirken. Schreiben, richtig und leserlich, fördert Hirnfunktionen, Feinmotorik und macht neugierig auf Lesefutter, das man schneller erfassen und verstehen kann. Die Beherrschung von einigen Dutzend Emojis auf dem Smartphone ist da eher ein Rückfall in die Steinzeit der Intelligenz.
Hat sich nicht die deutsche Sprache immerzu veraendert?
Ich habe Grimm'sche Maerchen im Originaltext und die Rechtschreibung ist doch ziemlich anders, als was ich vor 58 Jahren gelernt habe.

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allesamt 10.08.2016, 00:03
91. das und dass - einfach

Es nervt, wenn einige sich über das schlechte Deutsch der Kinder aufregen, aber selber noch nicht einmal die richtige Schreibung von "das" und "dass" beherrschen.

Hier (noch) mal ein Tipp an einige Foristen, die das und dass falsch anwenden: Wenn man DIESES, WELCHES oder JENES anwenden kann, dann wird "das" geschrieben, WENN NICHT, dann wird "dass" eingesetzt.

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benny_na_lievo 10.08.2016, 00:17
92. @bissig

Sie haben doch selbst Probleme (außer Sie sind Schweizer): Man schreibt Großeltern und nicht Grosseltern, und ein Nebensatz, der mit "als dass" beginnt, wird mit Komma abgetrennt. Verhätschelt wurden Sie vermutlich nie. Es geht auch nicht darum, ob man Nomen erkennt, es geht darum, ob man sie per Großschreibung kennzeichnen muss. Ich behaupte: Nein. Alle europäischen Sprachen - und nicht nur die - machen vor, dass es unnötig ist. Niederländisch "dat" gibt es sehr wohl als Relativpronomen, ich meinte nicht den bestimmten Artikel. That is all that I wanted to say and I hope that you understand (geht auch ohne die letzten beiden "that").

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Taiga_Wutz 10.08.2016, 00:20
93. @#6 werners53

"aufwendig" kommt auch nun mal nicht von "wenden", sondern von "Aufwand";
"-WAND" kuckstu! "A" wird "Ä". Wer da ein E vorschreibt, ist schlicht unfähig und hat keine Ahnung von der deutschen Sprache. Ätsch... ich mein': Etsch! Im Ernst: die Reform hat auch viel verbessert. Aber das beste Ergebnis der Reform war das Hervorlocken der ganzen Kulturelitären, die uns weismachen wollten, dass die Sprache eine Heilige Kuh ist, die in Stein gemeißelt und untouchable sei und deren Regelveränderung der Untergang des Abendlandes. Merke: Sprache ist ein KommunikationsWERKZEUG! Und wie jedes Werkzeug muss auch Sprache sukzessive von Konstruktionsfehlern und logischen Mängeln bereinigt werden. Und die deutsche Sprache hatte schon vorher dermaßen viele Unregelmäßigkeiten, Ausnahmefälle und Sonderregeln, dass eine Reform gerechtfertigt war. Allein "Trenne nie ST,..." war schon Humbug! Silbenklatschtest: klar kann man das trennen; hört man doch! Prinzipiell isst die Aussage richtig, dass die Kinder und Jugendlichen heute mehr Bücher (sic!) lesen müssen, das ist das Allerwichtigste! Lest! Lest um Euer Leben! Glaubt's mir...

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Sixpack, Joe 10.08.2016, 00:41
94. Die Niederlande hat es 1934 schon vorgemacht!

Vor fast 100 Jahren würde dort eine ordentliche Reform durchgeführt. Vielleicht könnt Ihr etwas davon lernen, (sowie von Dänemark), statt ewig mit 20 Bundesländer untereinander sinnlose Diskussionen zu führen. Macht euch mal ein bisschen lockerer und akzeptiert dass die Welt sicher ändert, und Kinder sollen spielen statt für jeden Rechtschreibfehler bestraft (was Anno 2016 übrigens Rechttippfehler sind!).

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fotoman 10.08.2016, 01:05
95. Lesen durch Schreiben ist eine Katastrophe

Als Vater zweier Kinder mit LRS kann ich nur bestätigen, dass die Methode Lesen durch Schreiben, die auch von meiner Frau, einer Grundschullehrerin heftig verteidigt wurde - nach ihren Worten lernen die Kinder das Schreiben bis zur 8.Klasse, gerade Kinder mit Schwierigkeiten extrem verunsichert. Anstatt von Anfang an das richtige Wortbild zu lernen, dürfen die Kinder jahrelang schreiben, wie sie wollen, Hauptsache es ist klanglich richtig. So werden Wörter aber nicht als Wörter memoriert sonder müssen jedesmal neu erlesen werden.
Da unsere Kinder, jetzt demnächst in der 8. und 9. Klasse immer noch sehr erratisch schreiben, hat meine Frau ihren Unterricht nun auch etwas umgestellt...
Wenig hilfreich ist zudem, dass Kinder heute viel weniger lesen. Die Rechtschreibreform dürfte hingegen die allergeringste Rolle spielen.

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io_gbg 10.08.2016, 01:24
96.

Zitat von kumi-ori
Das stimmt nicht. Das "ß" stammt aus der Frühzeit des Buchdrucks. Man hatte damals, um Zeit zu sparen, Lettern für häufige Buchstabenkombinationen fertig (sogenannte Ligaturen). Da man damals die gotische Schrift verwendete, in der es zwei "kleine s" gab, ein Mittel-s und ein Schluss-s, hatte man eine Ligatur für beide zusammen, und die sah eben aus wie das heutige ß und dabei ist es dann geblieben.
Das stimmt auch noch nicht ganz.

Das ß entstand ursprünglich aus einer Ligatur "s" und "z", und zwar in der alten Kurrentschrift bzw. Fraktur.

Erst viel später entwickelte sich in der Antiqua außerhalb Deutschlands – zunächst nur in der Kursivschrift – eine ß-ähnliche Ligatur aus den beiden verschiedenen -s- und -s. Und erst um 1800 wanderte diese Form nach Deutschland ein, wo das s-z schon lange existierte.

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nite_fly 10.08.2016, 02:22
97. kein Wunder...

Ich bin 54 Jahre alt, und ich kann mit einigem Recht behaupten, recht belesen zu sein.
Ich habe auch einen Akademischen Abschluss in der Tasche.
Trotzdem habe ich schon bei der ersten Rechtschreibreform den Überblick verloren. Dass es da weitere Anpassungen gab, habe ich nicht mal mehr mitbekommen. Heute verlasse ich mich auf die Rechtschreib-Prüfung meiner Textverarbeitung, und kann da manchmal nur den Kopf schütteln...
Dass die Rechtschreib-Schwäche vieler Jugendlichen heute so ausgeprägt ist, liegt sicherlich nicht daran, dass die nicht mehr so belesen sind, wie wir früher! Alleine diese Aussage ist ja vollkommener Blödsinn!
Das Gegenteil ist da eher der Fall: Denn gerade jemand, der sehr belesen ist, wird da irgendwann verzweifeln!!!
Denn leider werden ja nicht alle Bücher, nach dem so einige Hirnis wieder mal eine Reform beschlossen haben, einkassiert und neu gedruckt: Nein: Wer viel liest, der bekommt es da, je nach Drucklegung, mit so vielen Schreibweisen zu tun, dass er da ja jeden Überblick verlieren muss!
Früher haben wir mit "Merksprüchen" a`la :"Trenne nie st, denn es tut ihm weh" gelernt, wie es richtig ist. Doch heute hat so ein Spruch eine Halbwertszeit, die kürzer ist, als die Preissprünge für ein Glas Nutella...
Ich frage mich manchmal nur, wer sich so einen Schwachsinn ausdenkt, und wie viele Steuern ich dafür bezahlen muss!
Auf der anderen Seite hat sich unser nonverbales Kommunikationsverhalten in extrem kurzer Zeit so gewaltig verändert, dass das Thema Rechtschreibung da sowieso immer mehr in den Hintergrund tritt. Doch irgendeine europäische Behörde, oder wenigstens eine deutsche wird in Zukunft festlegen wollen, wie Emoticons richtig einzusetzen sind, und die Schulen werden dafür auch noch Rechtschreib-Noten vergeben dürfen....
Schöne neue Welt..

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alicesprings 10.08.2016, 03:27
98.

Die Rechtschreibreform war von Anfang an Bloedsinn und machte keinen Sinn. Aber da man heutzutage ja anscheinend dabei ist die deutsche Sprache auszumerzen, muss man sich auch nicht wundern, dass die Kinder die Rechtschreibung nicht beherrschen. Es regt mich immer wieder auf, wenn ich Zeitung lese und in fast jedem Artikel mit englischen Woertern bombardiert werde. Es gibt die deutsche Sprache als benutzt sie auch bitte, das gilt auch fuer den SPIEGEL!!

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Miere 10.08.2016, 05:48
99. Wenn sie die ss-/ß-Regel nicht kapieren,

sind sie einfach strunzdumm. Das ist doch die einzige wirklich einfache, logische Neuregelung.
Wenn die Schüler von heute sogar dadrin schlechter sind als früher, dann sind sie entweder deutlich blöder, oder der Unterricht ist deutlich schlechter geworden, oder beides.
Mehr zu lesen würde natürlich sicherlich nicht schaden.

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