Forum: Leben und Lernen
Rechtschreibung: Macht die Reform die Schüler schlecht?
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Schüler in Deutschland haben ihre liebe Not mit der Rechtschreibung. Nun streiten sich Experten, ob der wichtigste Grund die Reform der Schreibregeln ist.

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ed_tom_bell 09.08.2016, 22:10
80. Man muss die Worte nur aufwendig wänden

Zitat von werners53
Die Hälfte der sz abschaffen war ja schon seltsam. Dann aber Stammformen einführen, die schlichter Quatsch sind. "aufwendig" kommt nun mal nicht von Wand, liebe Viehlolocken. Wer da ein Ä vorschreibt, ist schlicht unfähig und hat keine Ahnung von der deutschen Sprache. Bei Großschreibung, Zusammenschreibung und Kommasetzung hat man aus 70% mit, 30% ohne, die Regeln etwas verschoben, jetzt sind es 30% und 70%. Es hat sich was geändert, aber nicht zum Besseren. Laßt diese Unfähigen nicht noch mal die Sprache verhunzen.
Von was kommt denn Ihrer Ansicht nach "aufwendig"? Ich, in meiner Ahnungslosigkeit, hätte vermutet, dass es von "Aufwand" kommt. Kann aber nicht sein, wenn man es mit "e" schreibt. Dann kommt es wohl von "Wende".

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bissig 09.08.2016, 22:29
81.

Zitat von benny_na_lievo
Warum muss man Nomen groß schreiben? Warum muss es einen Unterschied zwischen das und dass geben, obwohl man den doch in der gesprochenen Sprache nicht macht (andere europäische Sprachen machen ihn übrigens auch geschrieben nicht: that und that, que und que, che und che, dat und dat).
that und that - wohl eher the/this und that. Und der Holländer kennt nicht nur dat, sondern auch het. Eins von beiden bezieht sich auf ein bestimmtes Objekt.

Und wo ist das Problem, Nomen zu erkennen? Unsere Grosseltern, Eltern und wir haben es auch geschafft. Leider verkommen wir mehr und mehr zu einer Vollkasko-Gesellschaft, eher werden die Anforderungen runtergesetzt als dass man die Kinder fordert und fördert. Diese Verhätschelung wird sich irgendwann rächen.

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christianu 09.08.2016, 22:33
82. Die Rechtschreibreform war überflüssig,

aber mit der Schreibschwäche junger Menschen hat sie wenig zu tun. Es sind auch gar nicht die Grenzfälle von Groß- und Kleinschreibung, auseinander oder zusammen geschrieben oder die neue Schreibweise nach Stammformen, die als schlechte Rechtschreibung auffallen. Es sind vielmehr eklatante Fehler in der Schreibweise wie im Satzbau, die nach neuer und alter Rechtschreibung schwere Verstöße darstellen. Das ist leider darauf zurückzuführen, dass der Rechtschreibung heute nur noch wenig Gewicht in der Schule zugemessen wird. Es ist ein Fehler, dass Schulen Schreiben nach Gehör und eigenem Sprachgebrauch zulassen, weil früh Erlerntes besonders fest haften bleibt. Die Pädagogen haben offensichtlich keine Vorstellung, wie sehr gute Sprache und Schrift im späteren Leben zählen.

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christianu 09.08.2016, 22:34
83. Die Rechtschreibreform war überflüssig,

aber mit der Schreibschwäche junger Menschen hat sie wenig zu tun. Es sind auch gar nicht die Grenzfälle von Groß- und Kleinschreibung, auseinander oder zusammen geschrieben oder die neue Schreibweise nach Stammformen, die als schlechte Rechtschreibung auffallen. Es sind vielmehr eklatante Fehler in der Schreibweise wie im Satzbau, die nach neuer und alter Rechtschreibung schwere Verstöße darstellen. Das ist leider darauf zurückzuführen, dass der Rechtschreibung heute nur noch wenig Gewicht in der Schule zugemessen wird. Es ist ein Fehler, dass Schulen Schreiben nach Gehör und eigenem Sprachgebrauch zulassen, weil früh Erlerntes besonders fest haften bleibt. Die Pädagogen haben offensichtlich keine Vorstellung, wie sehr gute Sprache und Schrift im späteren Leben zählen.

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austenjane1776 09.08.2016, 22:38
84. Anmerkungen

Zitat von bernie_witzbold
Nach der alten Rechtschreibung ist Ihr Post perfekt. Ich habe ihn gekürzt, weil mir zwei Dinge aufgefallen sind: "erfaßt" --> kurzes "a" und "einigermaßen" --> langes "a" Mal abgesehen davon, dass man das "sz" ganz hätte abschaffen sollen: Wie wollen Sie einem Schüler erklären, dass an beiden Stellen ein "ß" stehen muss? "daß" (bzw. "dass") und "das" sind Fälle, die nach meiner Beobachtung eine große Anzahl an Forumsteilnehmern nicht unterscheiden können. Sicher melden sich bald die ersten zu Wort und berichten mit Feuereifer, "das" doch alles früher so viel besser war, "das" es an bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen liegt, "das" die Sprache verfällt und "das" man da doch gegensteuern müsse. Sie hätten's ja schließlich auch gelernt. Die Rechtschreibreform war anfangs gut durchdacht, wurde aber im Lauf der Diskussionen, in denen neben den deutschen Kultusministern auch die aus Österreich und der Schweiz vertreten waren, so stark verwässert, dass sie bloß noch aus schwachen Kompromissen besteht und nur wenig an echter Erleichterung gebracht hat.
Zunächst kann man froh sein, wenn Schüler/innen überhaupt ganze Sätze schreiben, die auch inhaltlich einen Sinn ergeben.
(Manche D/E-Kollegin sucht nach Sinn - findet aber oft keinen. Oder nichts ist lesbar. Furchtbar.
Und nicht nur mit "Migrationsvordergrund".
Auch bei "Deutsch für Deutsche".)

Dann kann (könnte) man sich mit den Feinheiten befassen.
Meine Erfahrung ist, dass sich kaum jemand Regeln merken kann - da hilft nur üben üben üben und lesen lesen lesen.

Ich habe D und E genauso gelernt. Bücher und Zeitungen lesen. Man bekommt dann ein Gefühl dafür, wie es aussieht (im Schriftbild) und geschrieben wird.

So ist jedenfalls mein Zugang.

Aber - wie von anderen hier auch beklagt - es fehlt an Zeiten, in denen nichts als geübt, gelesen, geschrieben wird.
In NRW ist zB der Deutsch-Grundschulunterricht in vollen Klassen durch Englisch (Quatsch) de facto noch gekürzt worden - denn die Summe der Stunden blieb gleich.

Alles andere hätte ja Geld gekostet...

Es lebe das Desaster.

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7eggert 09.08.2016, 22:42
85.

Zitat von kumi-ori
Das stimmt nicht. Das "ß" stammt aus der Frühzeit des Buchdrucks. Man hatte damals, um Zeit zu sparen, Lettern für häufige Buchstabenkombinationen fertig (sogenannte Ligaturen). Da man damals die gotische Schrift verwendete, in der.....
Der Text in der Wikipedia besagt was Anderes.

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austenjane1776 09.08.2016, 22:53
86. keine Alleingänge

Zitat von benny_na_lievo
Wie viele hier schon angemerkt haben, liegt der Hase bei der Didaktik im Pfeffer. Als wir in der dritten G ... mme ist, nur so als Beispiel: Die Hamburger Bildungsbürgereltern.....
Nein.
Nicht die Didaktik.
Es wird zu wenig geübt.
Und Ihre Kinder müssen spätestens im Beruf DEUTSCH schreiben können - sonst kriegen die keinen guten Job -
oder Sie wandern aus - mit perfektem E oder so.

Die Sprache wird gelernt. Auch am GY.
Der hoffentlich tägliche Gebrauch der Sprache schleift alles ein -
auch Unregelmäßigkeiten.
PS
Andere Sprachen haben sowas auch. Nur anders.
Meine Erfahrung:
Lesen lesen lesen.
Schreiben schreiben schreiben.
Dann kommt die Routine und es klappt.

Jammern hilft nicht - und eine eigene Sprache auch nicht.

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isses_so 09.08.2016, 23:00
87.

Ich kenne viele Grundschullehrer/innen, die nicht glücklich darüber sind, dass neben diversen Schreib- und Rechtschreibreformen der Lehrplan der Grundschule über Jahrzehnte völlig überfrachtet wurde. Früher lernte man in der Grundschule Lesen, Schreiben, Rechnen und Sachunterricht als Grundlage für die Arbeit in den weiterführenden Schulen. Heute kommt bereits eine Fremdsprache (Englisch) hinzu, was für viele Kinder eine sprachliche Überforderung bedeutet. Man denke dabei insbesondere an die vielen Kinder mit Migrationshintergrund bzw. die zunehmende Zahl von Kindern mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen, die noch nicht einmal die deutsche Sprache richtig beherrschen. Für diese Kinder ist auch das Schreibenlernen mit Anlauttabellen größter Unsinn, da sie oft weder die Wortbedeutung noch korrekte Aussprache der abgebildeten Begriffe kennen. Desweiteren beklagen viele Lehrer die fehlende Zeit, Grundlagen intensiv zu üben, da der Lehrplan inzwischen viele Lerninhalte enthält, die man früher allenfalls in der Sekundarstufe gelernt hat. Arbeitsblätter bzw. der PC machen es unnötig, dass noch abgeschrieben wird, was sowohl negative Auswirkungen auf die Rechtschreibung als auch auf die Handschrift hat. Lehrer wurden angewiesen, Diktate durch Rechtschreibprüfungen bestimmter Rechtschreibprobleme im Kontext zu ersetzen, auch wenn die Ausschließlichkeit dieser Überprüfungen von ihnen angezweifelt wurde. Ganz nebenbei beherrschen erschreckend viele Lehrer selber nicht die geltende Rechtschreibung, was zur Verunsicherung der Schüler beiträgt.

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hugotheKing 09.08.2016, 23:28
88. Irrtum

Ich denke eher, dass die Schüler auch mit den alten Rechtschreibregeln schlecht abgeschnitten hätten als früher. Die Schüler sind insgesamt schlechter geworden.

Das liegt vor allem daran, dass die Lehrer keinen Stress haben möchte bei der Notengebung. Also tendieren sie lieber eine bessere Note zu verpassen, obwohl die Schüler diese nicht verdient hätten. Früher waren die Lehrer noch aus der "alten Schule", und die Schüler hatten Respekt vor den Lehrern. Heute ist das nicht mehr der Fall.
Die Lehrer haben zudem Angst, was sie von den Eltern der Schüler zu sagen bekommen. An den Hochschulen wird immer deutlicher, dass die Schüler von Jahrgang zu Jahrgang schlechter werden.

Viele haben die Qualifikation für ein Hochschulstudium nicht und trotzdem dürfen sie ein Studium beginnen. Die verantwortlichen Politiker sollten endlich mal auf die Professoren hören, die schon Jahrzehnte die Leistungen der Hochschulanfänger bemängeln. Die hohe Abbrecherquote in den Disziplinen -insbesondere in den MINT-Studiengängen -ist ein deutliches Anzeichen dafür.
Die Hochschulen können nicht auch noch die Aufgaben der Schulen übernehmen!

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anna cotty 09.08.2016, 23:45
89.

Zitat von marthaimschnee
immer noch nicht. Deutsche Sprache bleibt schwere Sprache .. unnötig schwer!
Vor allem.wenn sie SCHWIERIG ist! :-)
Aber die deutsche Rechtschreibung ist , wenn man sie mit der englischen Rechtschreibung vergleicht, kinderleicht.

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