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Rechtsstreit über Professoren-Gehälter: "Das ist einfach zu wenig"
DPA

Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.

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rocky balboa 14.02.2012, 10:48
100. Re:

Zitat von leerzeichen
Die Professoren aber lassen sich von diesen Bütteln für ein Hilfshonorar die Bücher schreiben, deren tantiemen dann der Prof. kassiert. Was die Profs an der Uni kassieren ist doch allenfalls ihr Grundbedarf. Das Meiste wird über Tantienem, Beraterhonorare und Vorträge erzielt.
Es ist echt super, wie hier verallgemeinert wird. Wenn ich mir jedoch meinen früheren Lehrstuhl so anschaue:

* Doktoranden werden nur auf vollen TV-L 13 Stellen eingestellt, d.h. Reichtümer sind nicht zu erwarten, aber es ist reicht gut zum Leben.
* An unserem Lehrstuhl habe ich als Doktorand insgesamt höhere Tantiemen für Vorträge erhalten (zwischen 250 EUR und 450 EUR pro Vortrag, davon 3-4 jährlich) als mein Doktorvater, weil er aus Zeitmangel solche Dinge abgesagt hat.
* Aus dem gleichen Grund hat er auch keine eigene Firma.
* Früher hat er sich etwas als Gutachter dazu verdient, dies aber seit einigen Jahren eigenen Aussagen zufolge aus Gewissensgründen nicht mehr gemacht.
* Auf meinen Veröffentlichungen musste ich ihn darum bitten, dass er etwas beiträgt, damit ich seinen Namen reinen Gewissens auf die Publikation schreiben konnte. Das ist Voraussetzung dafür, dass diese als Grundlage für einen Antrag bei DFG & Co gelten kann. Häufig genug hat er aus Gewissensgründen abgelehnt, auch wenn dies sowohl ihm persönlich als auch dem Lehrstuhl geschadet hat.

Den von Ihnen beschriebenen Typ Professor gibt es ganz bestimmt. An meiner früheren Fakultät kenne ich jedoch nicht einen einzigen, auf den das von Ihnen gezeichnete Bild zutreffen würde. Eine Verallgemeinerung kommt mir also äußerst unpassend vor.

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austromir 14.02.2012, 10:52
101. Eigentor

Zitat von sysop
Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.
Das war natürlich ein geschickter Schachzug des DHV. Man nimmt den schlechtestbezahlten Professor (der in diesem Fall gar kein Professor ist sondern nur ein Juniorprofessor), ignoriert dass der Titel "Juniorprofessor" hier nur im Sinne der Karriereförderung an einen frisch Promovierten vergeben wurde, der ohne diesen Titel einfach nur ein PostDoc oder Projektmitarbeiter wäre und posaunt in die Öffentlichkeit, dass die Professoren schlecht bezahlt werden.
Wie immer wenn Interessenvertretungen meinen, durch solche Tricks die eigene Sache besser vertreten zu können, wird der Schuss nach hinten losgehen. Denn im Rahmen der Besoldungsdiskussion wird nun die Frage auftauchen, warum Professoren praktisch beliebig nebenher verdienen dürfen. Zurückbleiben wird das Bild gieriger Forscher die den Hals nicht voll genug kriegen können.

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austromir 14.02.2012, 10:56
102. Falsche Zahlen

Zitat von amandahiphop
Es ist international einmalig, dass der Professor weniger verdient als der Lehrer, den er ausgebildet hat! Das ist hier der Fall. Nirgendwo gibt es ein Lehrdeputat von 9 Stunden pro Woche. In England und Amerika sind es höchstens 4 Stunden in vergleichbaren Positionen. Wenn Deutschland konkurrenzfähig sein will, sollte es die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft nicht verschlechtern! In Skandinavien, Amerika und anderswo lacht man über die Besoldung hier. Auch die Schweiz zahlt wesentlich mehr. Man kann von einer Proletarisierung dieses Berufsstandes sprechen. Mit der Nebenwirkung, dass nun die Frauen in die minder attraktiven Positionen nachdrücken DÜRFEN. Na Prosit!
Die Zahlen sind nur bedingt richtig. In den USA hängt das Lehrdeputat von den Umständen ab (Forsdchungsprofessur, Lehrprofessur, Zusatzamt, ...). Die Durchschnittsgehälter in den USA sind ebenfalls nicht erheblich über dem deutschen Schnitt. Einzig die Spitzengehälter werden wirklich sehr gut honoriert. Nimmt man aber amerikanische Spitzengehälter und deutsche Einstiegsgehälter so verhält man sich wissneschaftlich unkorrekt. Was ein Professor nicht tun sollte.

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paulvanheineken 14.02.2012, 10:56
103.

Zitat von Andreas Kah
Was kann man sich in diesem Land aufregen über die Gehälter von Politikern, Beamten und jetzt Professoren. Jedes Zehnerl wird argwöhnisch betrachtet und mit dem eigenen Einkommen verglichen. Dabei wird vergessen, wie viel und vor allem wie hemmungslos sich der gesamte Manager und Bankenbereich bedienen darf. Ich persönlich möchte nach Abitur, Studium und echter Doktorarbeit, nach befristeten Verträgen und zig Auswahlverfahren, nicht mit dem Gehalt eines Gymnasiallehrers nach Hause gehen. Kein Wunder, dass manche Profs den Job dann nur als Rentenversicherung und Altersvorsorge betrachten. Deutschland sollte gerade den Wissenschaftlern und Forschern eine lukrative Heimat bieten. Denn was sonst haben wir zu bieten? Ich finde, Politikern sollte das Dreifache bezahlt werden, jeder Nebenverdienst, auch auf Jahre danach, aber verboten. Professoren sollten mindestens das Doppelte bekommen, dafür aber einen festen Teil ihrer Zeit für Lehre verwenden müssen. Unter dem Strich ist das am billigsten für uns alle. Und wer vor Neid glüht, dem sage ich, mach's halt selbst, steht dir ja offen.
So schaut's nämlich aus. Wenn die 50.000,- so stimmen (soweit ich weiß, gibt's im Öffentlichen Dienst immer so noch Ortszuschläge oder was auch immer), wenn das also ist... dann ist das wenig. Halbwegs eine Qualifizierung in der "freien Wirtschaft", und es gibt (zum Teil deutlich) mehr, da muss man nicht mal auf der so genannten "mittleren Ebene" ankommen. Und das in einem Land, das die Bildung in Sonntagsreden so hoch hängt. Nee, Leute, für Neid ist DAS kein Anlass...

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Conny44 14.02.2012, 10:56
104. Glauben Sie das wirklich selbst?

Zitat von atipic
Man sollte nicht vergessen, dass ein Prof. (lese – Beamter) der 4.000 € im Monat verdient, keine Arbeitslosenversicherung-, keine Renten- und keine Krankenversicherungsbeitrag zu leisten hat. In der freien Wirtschaft MUSS ein Akademiker als Angestellter all diese Versicherungen bedienen, und dass bei 40 Stundenwoche. Wenig ist monatlich 4.000 € netto - nicht! Und man sollte mit Vergleiche aufhören! Oder ist es der Neid?
dann sind sie ein armer Schelm, der mit Unwissen auch noch hausieren geht!
Beamte zahlen ein ArblosenV und keine RentenV. Sie sind Beamte. Der Witz an der Sache ist, dass der Staat das auch nicht tut und so viel Geld spart ( vor allem an gesunden jungen Beamten, da braucht er auch nicht mit der 50%igen Beihilfe rüberkommen. Machen Sie sich doch erst mal kundig, bevor sie Quatsch verbreiten...oder ist das beabsichtigt? ;p

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Peter_Stillman 14.02.2012, 10:56
105. zu wenig

Zitat von sysop
Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.
Ich habe nicht studiert und bin sehr überrascht über die niedrige Vergütung von Professoren. 45K€ im Jahr verdienen in unserem Unternehmen Bauleiter mit einer Techniker-Ausbildung. Ingenieure gehen mit 60-70K€ nach Hause. Kommt Personalverantwortung hinzu sind wir schnell bei 80-100K€. Da scheint mir das Professorengehalt doch sehr niedrig zu sein, von den Assistenten ganz zu schweigen. Ich glaube, dass die Wissenschaft nicht den richtigen Stellenwert in der Gesellschaft hat.

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austromir 14.02.2012, 10:58
106.

Zitat von vanny1984
Die Professoren, die mit ihrem gewählten Beruf auch in der freien Wirtschaft ein hohes Gehalt bekämen, verdienen durch Zusatzeinkünfte mehr als die, die durch ihren gewählten Beruf in der freien Wirtschaft wahrscheinlich Taxi fahren würden - wo ist das
Das ist falsch. Es gibt die Professoren, die Nebeneinkünfte haben, aber das ist eine Minderheit.

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Tobur 14.02.2012, 11:00
107. Bitte Neustart!

Ja, es gibt in der freien Wirtschaft viele die mehr verdienen. Aber auch viele die weniger bekommen. Auch im öffentlichen Dienst würden sich viele über die Professorengehälter freuen die mit weniger auskommen müssen aber Führungsverantwortung tragen.
Ich gönne den Professoren ihre 50.000 + Leistungsprämien von ganzem Herzen. Aber es soll dann bitte ein Paar Zusatzklauseln geben. Präsenzzeiten wären z.B. angebracht. Es müsste klar angezeigt werden an was er selbst forscht. Die Arbeit seiner Assistenten und Doktoranten muss klar gekennzeichnet werden. Dann sehen wir nämlich, dass es einen großen Haufen stinkfauler Professoren gibt.

Ich hatte Professoren die haben die Vorlesungsfreie Zeit ausschließlich zum golfen verwendet. Erreichbarkeit gleich Null, Forschungsergebnisse ähnlich.
Ich habe Professoren erlebt, die nur aus ihrem vor 30 Jahre erschienenen Buch vorgelesen haben. Jede Vorlesung, jahrelang. Erreichbar waren nur die Assistenten.
Ich habe Professoren erlebt, die eine Zweitprofessur in 400km Entfernung hatten.
Bei fast jedem zweiten Professor bestanden die Seminare nur aus Referaten. Er verteilt die Themen, der Referent füllt die Vorlesungszeit aus und am Ende sagt der Professor ein bis zwei schlaue Dinge.

Für all dies bekommen Professoren auch Gehalt.
Da das Verfassungsgericht entschieden hat, dass die Besoldung verfassungswidrig ist, sollte nun auch eine Leistungsprüfung folgen.
Denn mal ehrlich. Von einem Professor der jeden Tag in einer anderen Stadt ist, der dafür aber die Lehre vernachlässigt hat ein Student nicht viel.

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neubremer 14.02.2012, 11:01
108.

Zitat von TS_Alien
Bei einem Professor wird die Ausbildungsdauer wenigstens bei der späteren Pension anerkannt. Bei einem promovierten Lehrer dagegen ist die Promotionsdauer reiner Luxus, d.h. die Pension ist deutlich niedriger als bei einem Lehrer, der sofort ins Schulleben eingestiegen ist..
Lediglich für Naturwissenschaftlern kann ich die Grundidee dieser Aussage nachvollziehen, da hierbei die Promotion faktisch der vollständige Abschluss des Studiums ist und nur damit die Chancen für den freien Arbeitsmarkt gewahrt werden.

Bei anderen Disziplinen erschließt sich mir nicht, warum ein Gymnasiallehrer promovieren sollte. Wenn es um den "Dr." vor dem Namen geht, dann ist das reines Privatvergnügen.
Die Möglichkeit zur Führung des Titel sollte sowieso abgeschafft werden. Es ist eine Ausbildungsstufe im Wissenschaftsbetrieb - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Für seinen beruflichen Werdegang ist dies nicht notwendig (a

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Conny44 14.02.2012, 11:02
109. Kommentar aus Fantasia

Zitat von arvid_berlin
Völlig korrekt! Wer hier mit die reinen 50.000 Euro Brutto im Vergleich zu Ingenieuren oder Post-Doktoranden in der freien Wirtschaft hat vergessen, dass Beamtenstatus (Stichwort Jobsicherheit), Altersversorgung und die steuerlichen Vergünstigen einem Jahreseinkommen von locker 80 bis 90tsd Euro entsprechen.
Wie Sie zu solch einer Aussage kommen würde gern einmal belegt sehen.
Es ist einfach kaum zu glauben, was in diesem Forum alles behauptet wird.

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