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Rechtsstreit über Professoren-Gehälter: "Das ist einfach zu wenig"
DPA

Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.

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heinrich78 14.02.2012, 11:34
120. freie Berufswahl

Zitat von sysop
Hartmer: Stimmt. Aber in anderen vergleichbaren Bereichen im öffentlichen Dienst wird besser verdient und die Verantwortung eines Professors ist groß.
Dann soll er doch in einen anderen vergleichbaren Bereich des öffentlichen Dienstes wechseln. In Deutschland gibt es freie Berufswahl.
Entweder er bleibt Professor mit dem aus meiner Sicht guten Gehalts und einem guten Ansehen in der Bevölkerung oder er wechselt seinen Beruf!

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spiegel-hai 14.02.2012, 11:38
121.

Zitat von rettungsschirm
Kennen Sie überhaupt einen Professor? Es gibt Pflichtveranstaltungen, die Professoren leisten müssen. Die Stundenanzahl hierfür beträgt deutlich unter 40 Wochenstunden. Dafür gibt es dann das Grundgehalt.
Sie übersehen dabei aber die Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen, darüberhinaus für die Forschungsarbeit, die vermutlich kaum in Stunden zu bemessen ist, sowie die administrativen Tätigkeiten - wohl der lästigste Aspekt.
Zitat von
Im Übrigen ist mir neu, dass Ingenieure nicht studiert haben.
Nun, sie haben. Aber eben nicht an der "akademischen" Universität, sondern an der "technischen" Hochschule, FH, TU oder wie auch immer die heißen.

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arvid_berlin 14.02.2012, 11:38
122.

Zitat von heinrich78
bei einem brutto einkommen von 70.000 Euro bleiben ca 3100 Euro netto übrig. Einfach hier eingeben: Im Interview wird als Nettogehalt 3000 genannt. Soweit liegt er also mit seiner Behauptung nicht daneben....
Hinzu kommt ein Pensionsanspruch, für den Sie 600 bis 800 Euro im Monat zusätzlich privat anlegen müssten.

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bahli 14.02.2012, 11:46
123. Höllenmäßige Privilegien

"Professoren haben es ziemlich gut, mit eigenem Büro, Vorzimmer und Mitarbeitern." Wahnsinn. Ein eigenes Büro - das muss man sich mal vorstellen. Solche Privilegien gehören echt auf den Prüfstand!

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neubremer 14.02.2012, 11:57
124.

Zitat von heinrich78
Im Interview wird als Nettogehalt 3000 genannt. Soweit liegt er also mit seiner Behauptung nicht daneben....
Sorry Heinrich, aber Deine Behauptung lautete "locker 80 bis 90tsd" müsste man in der freien Wirtschaft verdienen und das liegt nach meinem Ermessen schon ein bisschen daneben.

Außerdem wird ein Angestellter mit einem Einkommen von 70.000 Euro mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einer privaten Krankenversicherung angehören, was Du beim Brutto-Netto-Rechner berücksichtigen solltest.

Dann würdest Du zumindest auch Beamten "Netto vor PKV-Beitrag" mit Angestellten "Netto vor PKV-Beitrag" vergleichen. Denn ein weiterer Pferdefuß Deiner Ausführungen ist, dass das Angestellten-Netto bereits Krankenversicherungsschutz für den Beschäftigten und seine ganze Familie beinhaltet. Dagegen dürfen aus dem Professoren-Netto noch PKV-Beitrag für den Beschäftigten und JEDES einzelne nicht-erwerbstätige Familienmitglied gezahlt werden.
Der Beamtenstatus beinhaltet mehrere Extras, die durch höhere Bruttolöhne bei gleich qualifizierten Angestellten kompensiert werden müssen. Faktor 2, wie Du es dargestellt hast, ist es aber weitem nicht.

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fleppmo 14.02.2012, 12:03
125.

Zitat von heinrich78
Dann soll er doch in einen anderen vergleichbaren Bereich des öffentlichen Dienstes wechseln. In Deutschland gibt es freie Berufswahl. Entweder er bleibt Professor mit dem aus meiner Sicht guten Gehalts und einem guten Ansehen in der Bevölkerung oder er wechselt seinen Beruf!
Haha, das angeblich gute Ansehen der Professoren in der Bevölkerung sieht man ja mal wieder hier im Forum!
Von Anerkennung ist da nichts zu spüren, dafür wird kleinlich auf den Nebenverdiensten rumgehackt u. alle Professoren in die Beamtenschublade gesteckt.
Hier wurde bereits auf die Schweiz aufmerksam gemacht: ETH Zürich zahlt das doppelte bis dreifache und zwar auf allen Gehaltsstufen von Doktorand bis Professor, Doktoranden haben keine Lehrverpflichtungen u. Professoren nur in geringem Ausmaß. Ausserdem sind genügend Postdocs angestellt, die den professor in der Lehre entlasten.
Dreimal dürfen Sie raten, wo die besten Leute hingehen?
Sogar Professoren von den deutschen "Eliteunis" hauen sofort ab, wenn sie einen Ruf an eine solche Uni bekommen.
Das ist im übrigen nicht nur eine Frage des Geldes, sondern ganz entschieden eine Frage der gesellschaftlichen Wertschätzung u. der Forschungsbedingungen.
In D wird es in Zukunft einfach nur noch Absolventen mit Sparausbildung geben u. die Besten werden gleich ins Ausland abhauen.

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Plasmabruzzler 14.02.2012, 12:21
126.

Zitat von gekreuzigt
Im Übrigen ein Tip an die, die über das "geringe" Entgelt barmen: bewerben Sie sich doch mal auf die andernorts so hoch dotierten Stellen. Die Sicherheit durch das Beamtenverhältnis brauchen Sie doch sicher nicht.
Sie haben den Sinn von Wissenschaft mit dem bottom-up Prinzip überhaupt nicht verstanden. Wenn Sie an einer Großforschungseinrichtung oder in der privaten Wirschaft sind, bekommen Sie gesagt, was Sie zu erforschen haben (top-down). Gäbe es das bottom-up-Prinzip nicht, würde es höchstwahrscheinlich noch keine Röntgenröhre oder das Penizillin geben. Die sogenannte Sicherheit des Beamtenverhältnisses genießt man als Prof aber nur ca. 20 Jahre, wenn man mit Mitte 40 erst Prof wird. Die Hürden, die man davor nehmen musste, rechtfertigen meiner Meinung nach ein Beamtenverhältnis. Ansonsten sollten Sie auch das Beamtenverhältnis von z. B. Grundschullehrern oder Polizisten im mittleren Dienst auf die Probe stellen.

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Plasmabruzzler 14.02.2012, 12:27
127.

Zitat von fleppmo
Für mich zeigt sich mal wieder, was Bildung in D eigentlich für einen Stellenwert hat: Für die meisten Leute gar keinen.
Danke für diese Aussage. Besser hätte man die ganze Diskussion nicht zusammenfassen können. Da Deutschland sehr wenig Rohstoffe hat und dann an der Bildung gespart wird, können wir uns ausmalen, wo wir mal stehen werden.

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PeterZwo 14.02.2012, 12:32
128.

Zitat von spiegel-hai
Nun, sie haben. Aber eben nicht an der "akademischen" Universität, sondern an der "technischen" Hochschule, FH, TU oder wie auch immer die heißen.
Kurzer Hinweis, in Deutschland und Schweiz sind technische Hochschulen immer Universitäten - z.B. RWTH Aachen oder ETH Zürich.

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spiegel-hai 14.02.2012, 12:49
129.

Zitat von PeterZwo
Kurzer Hinweis, in Deutschland und Schweiz sind technische Hochschulen immer Universitäten - z.B. RWTH Aachen oder ETH Zürich.
Rrrrrrichtig. Aber sie sind eben nicht "akademisch" wie eine klassische Universität. Egal, ob man sie heutzutage als "Universität", "Hochschule" oder was auch immer bezeichnet. Die Fächer sind andere, die Strukturen, die Zugangsberechtigungen, die Art der Ausbildung (stark verschult), die gesamte Ausrichtung.

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