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Rechtsstreit über Professoren-Gehälter: "Das ist einfach zu wenig"
DPA

Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.

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conforma 14.02.2012, 09:03
30. "Das ist einfach zu wenig" - Prof.-Gehälter

Zitat von sysop
Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.
Ich hatte nicht gedacht, dass die Professoren-Grundgehälter so niedrig sind. Und jene, die darauf noch neidisch oder missgönnerisch sind, sollten sich mal im stillen Kämmerlein überlegen, ob sie damit nicht auf Bildung generell neidisch sind. So kommt es mir vor. Aber es scheint in Deutschland bei vielen ohnehin eine seltsame Einstellung gegenüber Bildung, Forschung, Wissenschaft usw. vorzuliegen. Aber wenn ich höre und lese, wie sich eine große Masse lieber mit DSDS, Dschungelcamp, Blödel-Sendungen, Fußball u.a. beschäftigen, erwarte ich persönlich, dass immer mehr asiatische und Schwellenländer gnadenlos an uns vorbei ziehen und mit Bildungs- und Forschungs-Prioritäten morgen das Sagen haben werden.
Ja, unsere Professoren und Wissenschaftler an den Hochschulen verdienen es, ein wesentlich höheres Grundgehalt als das jetzige zu erhalten.
Und wenn viele von Presse, Rundfunk und Fernsehen damit nicht einverstanden sind, sollten sie sich selbst mal so transparent outen, damit dann die Professoren erfahren können, was es dort - und dann noch verbunden mit "tausend" Privilegien - zu verdienen gibt.
Ist es nicht seltsam, wie die Medien sich selbst beharrlich verschwiegen zeigen?
(SPIEGEL-Online, Kommentar nicht schon wieder unterdrücken)

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Plasmabruzzler 14.02.2012, 09:07
31. Stimmt nicht

Zitat von vegefranz
Die klage ist ein Witz jeder weiß, dass das Grundgehalt (im Durchschnitt) lediglich 20-30% der Einkünfte ausmacht. Daher wundert sich auch niemand, dass es mit den Präsenzen nicht so eng gesehen wird.
Nein. Wer mit Anfang 40 erst überhaupt Geld verdient und vorher nur befristete Halbtags- oder Viertelstellen hat (üblich während der Promotion, als Post-Doc und während der Habitilation) und einen wesentlichen Beitrag für die Wissenschaft leistet, muss anständig entlohnt werden. Man kann und darf nicht davon ausgehen, dass jeder Prof noch woanders arbeitet. Das ist genauso absurd, wie jedem Frisör zu unterstellen, sie/er würde Trinkgeld kassieren.
Nebenbei ist nicht jeder neue Prof Beamter (W-Besoldung), sondern öfters auch nach TV-L bezahlt. Da hat er nicht die Vorzüge einer hohen Pension. Wegen des Besserstellungsverbots kann dieser nach TV-L bezahlte aber auch nicht mehr Gehalt als der W-Professor einklagen.

Zitat von vegefranz
Aus meiner Zeit als Assistent an einer eher kleinen Uni sind mir 3 Fälle bekannt, in denen Profs ungeniert ihre Lebensgefährtinnen noch mit einer BAT-Stelle am Lehrstuhl versorgt haben. Die waren dann - überraschenden Weise - auch nur selten anzutreffen
Dann ist ihr Studium schon lange her. Die BAT-Besoldung gibt es seit 2005 nicht mehr. Ergo kann ihr Prof nur C-Professor gewesen sein. Und da waren die Einkünfte höher.
Wenn ein Prof nicht ständig an der Hochschule erreichbar ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser Golf oder Tennis spielt. Kontakte zu anderen Wissenschaftlern oder Firmen sind ein Muss.

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Sternundwinkelcruiser 14.02.2012, 09:12
32.

Zitat von shovelbolle
Prima. Ich kann die Höhe meines Gehaltes einklagen ! Das wußte ich ja gar nicht was für ein unfassbarer Idiot ich doch bin ! Da müh` ich mich ein ganzes Leben ab anstatt mir einen lauen Lenz zu machen, meinem Hobby zu frönen und dann die Höhe meines Gehaltes einzuklagen. Und dann vielleicht wegen Burnout mit 47 krank machen und mit 54 in Rente. Wie geil ist das denn ?
Das Geile daran ist, dass Sie nichts verstanden haben.

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vanny1984 14.02.2012, 09:12
33.

Die Professoren, die mit ihrem gewählten Beruf auch in der freien Wirtschaft ein hohes Gehalt bekämen, verdienen durch Zusatzeinkünfte mehr als die, die durch ihren gewählten Beruf in der freien Wirtschaft wahrscheinlich Taxi fahren würden - wo ist das Problem? Warum sollte der Elfenbeinturm der Professoren nicht ein Abbild der restlichen Arbeitswelt sein, besonders auf diesem hohen Niveau?

Und die potentielle Gefahr der Abwanderung der besonders klugen Köpfe in die Wirtschaft sehe ich eher in den miserablen Arbeitsbedingungen und Gehältern unterhalb der Professorenstellen. Wer einmal die Professorenstelle hat, dem geht's doch ganz gut. Aber wie will man den Nachwuchs dazu bringen, sich der wirtschaftsunabhängigen (Grundlagen-)Forschung zu widmen, wenn das bedeutet, dass man mit miesen Gehältern, unsicheren Jobs und Arbeitszeiten, die das Gründen einer Familie mehr als schwer machen (und ja, eine Familie zu gründen ist doch nach wie vor bei den meisten jungen Menschen etwas, was in der Lebensplanung als erstrebenswertes Ziel gilt), leben muss? Welche Unmengen an Idealismus muss da der Top-Absolvent mitbringen, damit er diesen harten, unsicheren Weg geht und nicht in die freie Wirtschaft abwandert, wo er zumindest deutlich mehr verdient? Wie sollen dann in einigen Jahren/Jahrzehnten die klügsten Köpfe auf den Professorenstellen landen, wenn diese Köpfchen bereits nach dem Studienabschluss einen anderen Weg eingeschlagen haben, weil sich dieser einfach mehr lohnt?

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pfzt 14.02.2012, 09:14
34.

Zitat von blackstar2000
... wobei die "Drecksarbeit" in der Regel die für ein "Appel und 'n Ei" beschäftigeten Doktoranden - und wenn überhaupt noch vorhanden - Hochschulassistenten machen. Ich finde, man sollte da einmal ansetzen und diejenigen vernünftig bezahlen, die die Arbeit machen ...
Das finde ich auch und ansonsten finde ich noch das dieses Thema ein denkbar ungünstiges ist für dieses bzw. alle Foren in diesem Land. Die berühmt berüchtigte Geisteshaltung: "Der hat mehr als ich also soll er weniger kriegen" ist in Deutschland echt besonders ausgeprägt. Warum heißt es eigentlich nie: "Der hat mehr als ich also werde ich dafür kämpfen (Streik, politisches Engagement) auch mal soviel zu kriegen"? Aber nein, stattdessen wird der tiefe Bückling vor dem Arbeitgeber (oder auch: die Wirtschaft) gemacht und in Foren rumgemault. So wird das nix!

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Dumpfmuff3000 14.02.2012, 09:15
35. xxx

Zitat von der-schwabe
1.Sind 4000 Euro zu wenig? Gegenüber wem oder was?
Gegenüber dem was diese Leute verdienen könnten, wenn sie ihre hohe Qualifkiation z.B. privaten Forschungsprogrammen zur Verfügung stellen würden; gemessen an der langen Ausbildung; etc.
Zitat von der-schwabe
2.Werden Nebeneinkünfte aufgrund der Professur mit berücksichtigt?
Seit wann werden bei Gehaltsverhandlungen Nebeneinkünfte berücksichtigt? Rechnet Ihr Boss Ihnen Ihre Nebeneinkünfte vor, wenn Sie mehr Gehalt wollen?

Zitat von der-schwabe
3.Sind Beamte nicht willens sich am Leistungsprinzip zu orientieren.
Wie wollen Sie die LEistungen einens Geschiochtsprofessors messen und wie wollen Sie die vergleichbar machen mit der LEistung eines Professors für Elektrotechnik? Auf BAsis welcher Kriterien? Wie wollen Sie den Ouptu bemessen?

Generell und so auch bei Forschung und Entwicklung sowie bei der Lehre lassen sich Leistungen nur sehr schwer zuordnen und bemessen. Forschungsprojekte sind langfristige Unternehmungen mit vielen Beteiligten und ungewissem Ausgang. Wenn Sie Forschung und Lehre zu einem stumpfen "Leistungsprinzip" nötigen würden, dann widersrpäche das grundlegend deren Realität. In der Lehre mag das noch funktionieren über Benotungen durch Studierende. Das wird ja auch teils so gemacht, wie ein Forist bereits schrieb. Wenn Sie aber bei Forschungsprojekten von vorneherein einen starken ökonomischen bzw. Leistungs- und Effizientdruck ausüben, wirkt das kontraproduktiv. Universtitäten sind keine UNternehmen und entgegen der Meinung vieler sollten die auch nicht den selben Logiken unterworfen werden wie Unternehmen.

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rettungsschirm 14.02.2012, 09:17
36. Witziger Beitrag

Zitat von Philipp B.
Akademiker sind meiner Ansicht nach grundsätzlich unterbezahlt - das beginnt vor allem bei den Assistenten (die oft auch schon Dr. sind), die mit Gehältern leben, wo kein normaler Ingenieur auch nur aufstehen würde. Und was einen Professor angeht, so denke ich dass für die geistige Elite des Landes in jedem Fall Gehälter in dieser Größenordnung gerechtfertigt sind - zumal ich keinen Prof. kenne, der sich auf seiner 40-Stunden-Woche ausruhen könnte. Also Gehalt rauf - wir brauchen die Leute. Viele Grüße
Kennen Sie überhaupt einen Professor? Es gibt Pflichtveranstaltungen, die Professoren leisten müssen. Die Stundenanzahl hierfür beträgt deutlich unter 40 Wochenstunden. Dafür gibt es dann das Grundgehalt.

Im Übrigen ist mir neu, dass Ingenieure nicht studiert haben.

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Dani1987 14.02.2012, 09:17
37. Beamtenstatus für Professoren abschaffen

Zitat von aus SPON
Wie viele Professoren sind es denn, die - wie Sie sagen "nur" - knappe 3000 Euro netto im Monat verdienen?
Ich denke wenn die Damen und Herren Professoren mehr verdienen möchten, sollten Sie wie alle anderen Arbeitnehmer selbst, Ihre Nachfrage unter Beweis stellen. Viele Akademiker verdienen selbst nach Jahren keine 3000 Euro Netto, mit denen 15 % der Ärmsten unter den Armen unter den Professoren leben müssen, und von Zusatzgeldern für Vortragsreisen, etc. können die meisten auch nur träumen.

Ich denke das Bundesverfassungsgericht sollte den Professoren entgegen kommen und den Beamtenstatus für dese Gruppe abschaffen, dann könnten Sie z.B. als Freiberufler Ihre Dienste, die dann ausschließlich nach Leistung entlohnt werden, anbieten.

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spon_leser2892 14.02.2012, 09:20
38. Die Lösung für bessere Bildung ...

Zitat von sysop
Wie viel Geld muss ein Hochschullehrer verdienen? Sind 4000 Euro zu wenig? Darüber entscheidet jetzt das Verfassungsgericht, denn ein Chemiker hat gegen die Besoldungsordnung geklagt. Im Interview erklärt der Geschäftsführer des Hochschulverbandes, wie viel Professoren wirklich bekommen.
wäre die maximalen Nebeneinkünfte zu deckeln und die Grundgehälter anzuheben. Dann würde man die Professoren auch mal wieder in den Vorlesungen sehen oder Sie hätten zumindest mehr Zeit für Studierende. So denkt doch jeder Professor nur an seine Nebenjobs und die eigentliche Professur bleibt auf der Strecke. Zweitklassige Lehre ist Realität in der BRD.

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rocky balboa 14.02.2012, 09:20
39.

Zitat von Pupsie
Diese Aussagen von der ewigen Lernzeit lassen wir hier mal lieber nicht gelten, denn es gibt Hunderttausende, die einen lange Weg gehen.
Sie stehen unter dem Druck, ständig mit Menschen im Wettbewerb zu bestehen, die zu dem Cleversten gehören was diesen Planet bewohnt? So so. Versuchen Sie doch mal auf Konferenzen zu veröffentlichen, auf denen sich Träger des Turing-Awards (um mal in der Informatik zu bleiben) tummeln. Nicht einmal im Jahr, sondern etwa 5 mal, als Job neben dem eigentlichen Job (es ist ja nicht so als hätte man bei einer 40-Stunden-Woche viel Zeit für Forschung).

Ich habe das ein paar Jahre gemacht, 80-Stunden-Woche inklusive, jetzt bin ich in der Wirtschaft gelandet. Siehe da: halbe Arbeitszeit, wesentlich mehr Geld, wesentlich anspruchslosere Kunden. Und auch wenn wir High-Tech entwickeln, ist das Niveau ein ganz anderes.

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