Forum: Leben und Lernen
Reform-Initiative: So will eine Abiturientin Deutschlands Schulen umkrempeln
Watsamon Tri-yasakda

Jamila Tressel, 20, hat in der Schule zeitweise ziemlich gelitten. Nach dem Abi verfolgt sie nun ein großes Ziel: Sie will Deutschlands Schulen reformieren. Wie stellt sie sich das vor?

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ondrana 17.06.2019, 20:30
110.

Zitat von Smoon
... weil, wie man hier in den Kommentaren auch deutlich lesen kann, die alten Säcke in Politik und Gesellschaft nicht ernsthaft wollen das sich etwas ändert. Neue Ideen (obwohl die gar nicht so neu sind, in der Reformpädagogik werden die seit zig Jahren schon erfolgreich praktiziert) sind in Deutschland nicht gern gesehen und werden von den alt Eingesessenen sofort zerredet und disqualifiziert.
Auf den Beweis, dass Reformpädagogik so erfolgreich ist, warte ich noch heute. Es ist eher so, dass gebildete Eltern ihre Kinder in refompädagogisch ausgerichtete Schulen schicken. Das, was dann von zu Huzase mitgebracht wird, wird den Methoden und Konzepten zugeschrieben.

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Smoon 18.06.2019, 12:47
111.

Zitat von ondrana
Auf den Beweis, dass Reformpädagogik so erfolgreich ist, warte ich noch heute. Es ist eher so, dass gebildete Eltern ihre Kinder in refompädagogisch ausgerichtete Schulen schicken. Das, was dann von zu Huzase mitgebracht wird, wird den Methoden und Konzepten zugeschrieben.
Vielleicht wäre die Tatsache das die Absolventen von NIcht- Regelschulen i.d.R. ihren Abschuss machen und danach ins Leben starten als Erfolg anzusehen. Empirisch untersucht wird ja nur ob die Schüler solcher Schulen dasselbe Wissen auskotzen können wie die Schüler aus Regelschulen und da gibt es eben keinen nennenswerten Unterschied. Das Reformpädagogik nur was für verwöhnte Kinder reicher Eltern ist ist ein gängiges Vorurteil was in den meisten Fällen stimmt, aber eben nicht immer. Es gibt mittlerweile eine steigende Anzahl von Schulen die sich bemühen Schüler aus verschiedenen sozialen Schichten zu kriegen. Ich kenne einige Hartz4 Empfänger bzw. Familien mit sehr geringem Einkommen deren Kinder keine Regelschule besuchen. Ihre Argumentation ist genau das was ich angesprochen habe. Ihre Aussage Pädagogik ist egal, liegt alles an den Eltern impliziert, dass die Ideen der Reformpädagogik und damit auch solche Ideen für die sich Frau Tressel engeagiert überflüssig sind.

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astar83 18.06.2019, 14:35
112. Lernen für die eigene Zukunft

Zitat von ernstrobert
... aber ohne Schule ist alles nichts. Versetzt euch mal zurück in die Lage vor ca. 250 Jahren (vor Humboldt) oder einfach in die Lage eines begabten Kindes in Somalia oder einem andren 'failed state', wo es keine Chance auf vernünftige Bildung hat. Schule ist ein Riesenpotential, eine Errungenschaft, die man nicht aufs Spiel setzen sollte. Einfach weil sie Heranwachsende zusammenbringt, ihnen eine gemeinsame Struktur gibt und sie mit Grund legenden Fähigkeiten ausstattet, wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Verstehen und logisch Denken. Wer gelernt hat zu lernen, ist für ein selbständiges Leben als mündiger Mensch gewappnet. Wohlgemerkt: das geht nicht ohne Druck und Anstrengung! Gerade den Begabten und Phantasievollen fallen natürlich 1000 bessere Möglichkeiten ein, seine Zeit zu verbringen, als mit Schule! Aber gerade diese müssen Disziplin lernen und sich mal konzentrieren können, sonst verlieren sie sich und flippen nur noch rum, ohne ein Bein auf den Boden zu bekommen. Also braucht es einen strengen Kern harten Lernens, mit einheitlicher Struktur in der ganzen Republik, aber daneben viele freie Arbeitsgemeinschaften, Spiele, Sport, Spaß und Bewegung ohne jede Vorgabe oder Pflicht. Nichts ist schlimmer, als ein völlig verplanter Tagesablauf unter Aufsicht, der keine freien Menschen, sondern nur Roboter produziert. Mir scheint, darunter leidet die Autorin.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen - und ich bin kein Lehrer.

Während in anderen Ländern der Welt selbst Frauen immer noch um (grundlegende) Bildung kämpfen müssen und Bildung selbst in großen Industriestaaten à la USA keine Selbstverständlichkeit ist, diskutiert man hierzulande, ob Schüler nicht einfach lernen sollten, was und wie sie wollen.
Egal ob ich mit einem Buch oder mit Internet lerne - ob ich fachorientiert oder handlungsorientiert etc. lerne - ohne die Voraussetzungen zum Lernen wird es nicht funktionieren. Lerneinstellung, Konzentration, Struktur, Disziplin, Wiederholung, Übung, Test ... All das nehmen uns neue Lernmedien und/oder andere Unterrichtsformen nicht ab. Lernen und verstehen muss man immer noch selbst. Man wird kein Arzt, indem man sich einen weißen Kittel überstreift und nach Lust und Laune in Wikipedia & Co. herumliest. Nicht zuletzt bedeutet Lernen gesellschaftliche Teilhabe. In schnelllebigen Zeiten ändert sich Wissen und nicht selten ändern sich auch Interessen. Da ist eine breitere Wissensbasis von Vorteil.

Statt Zeit und Geld in den Erhalt von 16 verschiedenen Bildungssystemen zu verschwenden, sollte ein Bildungsstandard gegeben sein mit Gestaltungsspielraum für zusätzliche Inhalte oder Schwerpunkte.

Keine Frage, zum Lernen sollte es Ausgleich geben, die den Neigungen von Kindern/Schülern entgegenkommen und dann sollte es natürlich auch Spaß machen. Ein Kind mit eindeutig musikalischem Desinteresse brauche ich nicht um jeden Preis in einen Musikinstrumente-Kurs zu beordern à la "Jeder sollte ein Instrument spielen können". Zumal das Hin- und Herchauffieren zwar gut gemeint ist, aber Kindern und Jugentlichen auch noch die letzte Chance für Selbstständigkeit nimmt. Dieser viel beklagte Druck ist meist hausgemacht.

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heiligeeinfalt 19.06.2019, 15:44
113.

Ich sollte keine Kommentare lesen, die machen mich ganz aggressiv. Was ich aber loswerden will: Ich finde es despektierlich und rätselhaft, dass im Interview mit dieser intelligenten, reflektierten und klugen Frau (ganz egal, wie brauchbar oder tragfähig ihre Ideen sind) sie so ostentativ geduzt wird. Ich nehme das als Herabsetzung wahr, als müsse man sie nicht ernst nehmen, weil sie ja erst 20 ist. Respekt geht im Deutschen mit „sie“. Das muss man nicht mögen, aber dann müssten eben alle geduzt werden.

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