Forum: Leben und Lernen
Reform-Initiative: So will eine Abiturientin Deutschlands Schulen umkrempeln
Watsamon Tri-yasakda

Jamila Tressel, 20, hat in der Schule zeitweise ziemlich gelitten. Nach dem Abi verfolgt sie nun ein großes Ziel: Sie will Deutschlands Schulen reformieren. Wie stellt sie sich das vor?

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Nordstadtbewohner 12.06.2019, 13:24
10. Eltern vs. Schule

Frau Tressel macht meines Erachtens den Fehler, dass sie Aufgaben, die in den Bereich der elterlichen Erziehung gehören, der Schule zuordnet. Passend dazu nennt sie den Wanderausflug nach England und dass Telefone der 90er Jahre nicht mehr viel mit heutigen Smartphones zu tun haben als Beispiele. Derartiges Wissen haben mir meine Eltern vermittelt und nicht meine Lehrer auf der gymnasialen Oberstufe. Die Lehrer an Schulen bereiten auf die spätere Berufsausbildung bzw. das Studium vor. Die Bewältigung des Alltages, wozu meines Erachtens auch das Lernen für die Schule gehört, ist Sache der Eltern. Quasi: Lehrer vermitteln die Theorie und Eltern die Praxis. Frau Tressel gehört meiner Meinung nach zu der Fraktion, die jedem Schüler einen (guten) Schulabschluss zukommen lassen will und zwar ungeachtet der tatsächlichen Leistung. Dass das heutige immer weniger funktioniert, zeigt sich an den steigenden Studienabbrecherzahlen und jungen Erwachsenen ohne Ausbildungsplatz. Am Ende holt jeden die Leistungsgesellschaft ein.

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Ranor 12.06.2019, 13:41
11. Die Schule soll eine Allgemeinbildung vermitteln

Und das hat nichts mit der Formung von Universalgenies zu tun aber damit den Schülern die Grundlagen in unterschiedlichen Fächern beizubringen. Die im Artikel gennanten Produkte wie Porsche und Smartphone entwickeln sich halt nicht von allein dafür Bedarf es Forscher und Ingeneure in den MINT Fächern und diese setzen nun mal gewisse Grundlagen voraus die man oh Schreck auswendig lernen muss. Man kann zwar in der heutigen Zeit viel nachschlagen so das gewisse Aspekte nicht mehr auswendig gelernt werden müssen, um aber bei frotschrittlichen Aufgaben und Problem überhaupt einen Ansatzpunkt zu haben an dem man ansetzen kann sind die Grundlagen leider unverzichtbar.
Und Meidenkompetenz allein so wie mehr künstlerische Fertigkeiten werden den Wohlstand dieses Landes in der Zukunft nicht sichern können.

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Bellagio 12.06.2019, 13:46
12. Wer Spaß in die Schule bringen will

erreicht meistens nur, das er die Schule in den Spaß rein bringt...selbiges gilt übrigens auch für das Arbeitsleben nach der Schule. Die Antwort auf das leidige Verlassen müssen der Komfortzone ist NICHT, die Komfortzone überall mit hin zu nehmen.

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ostseekuestenbewohner 12.06.2019, 13:48
13. Schule soll aufs Leben vorbereiten

"Schulen sollen wegkommen vom Leistungsdruck, von höher, schneller, weiter - hin zu einer Gesellschaft, die glückliche Menschen hervorbringt.". Das Problem ist, das spätestens im Berufsleben der Leistungsdruck da ist, auch zwischen einzelnen Regionen und Ländern. Dann führt Minderleistung zum Verlust von Lebensstandard, woran viele (nicht alle) ihr Glück messen.
Man kann ohne Zweifel Dinge optimieren, aber ohne Druck werden viele Schüler nicht lernen und ausbaden wird es dann die zukünftige Gesellschaft.

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syracusa 12.06.2019, 14:01
14. sie hat recht

Jamila hat völlig recht: Lernen muss Spaß machen. Ohne Spaß degeneriert es zum Pauken.

Aber aus meiner Zeit als Hochschuldozent habe ich noch ein anderes Anliegen: das Niveau der Allgemeinbildung der Abiturienten ist unvorstellbar niedrig. Als ich die neuen Studenten - allesamt mit nur wenige Monate altem Abitur in der Tasche - in einem Ingenieurstudiengang zu betreuen hatte, war ich fassungslos. Selbst so triviale Voraussetzungen wie Prozent- und Bruchrechnen waren nicht gegeben, simple naturwissenschaftliche Zusammenhänge vollkommen unbekannt. Da muss ganz dringend was passieren!

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Orthoklas 12.06.2019, 14:09
15. @9 e-matt

Haben Sie, bei allem Respekt, verstanden, was das Ziel des Abiturs ist? Ich denke nicht. Außerdem ist das fehlerhafte Bildungssystem nicht Ergebnis alter, erzkonservativer Männer oder Frauen, sondern von unfähigen Politikern, die von Bildung nicht ein Jota verstanden haben und vollkommen vom Finanz- und vor allem Justizwesen gelenkt werden.

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e-matt 12.06.2019, 14:18
16. Motivation ist besser als Druck

Zitat von ostseekuestenbewohner
Das Problem ist, das spätestens im Berufsleben der Leistungsdruck da ist, auch zwischen einzelnen Regionen und Ländern. Dann führt Minderleistung zum Verlust von Lebensstandard, woran viele (nicht alle) ihr Glück messen.
Dann hoffe ich mal, dass ihnen von ihrem Vorgesetzten jeden Tag ordentlich Feuer unter dem Hintern gemacht wird, damit sie ihre Leistung erbringen können. Ich persönlich habe einen Job, in dem ich mich selbst motiviere und somit auch gerne mal 12 Stunden am Tag mit guter Laune arbeite. In moderenen Arbeitsformen werden übrigens Mitarbeiter gesucht, die mit Hilfe intrinsischer Motivation durchstarten können. Solche Menschen sind produktiver und nicht so kosteninteniv (brauchen keinen Sklaventreiber). Leider werden Kinder in den Schulen weder zur Selbständigkeit angehalten, noch schafft man es, sie für irgendwelche Themen zu begeistern und somit zu motivieren.

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erolboran 12.06.2019, 14:24
17. Mal anders

Ich unterrichte seit über 25 Jahren, davon die letzten 13 durchgehend an der Uni. Ohne Noten scheint da erstmal gar nichts zu gehen, denn die Studis sind das so gewöhnt. Das heißt aber nicht, dass es so besser ist. Das heißt nur, dass sie so konditioniert wurden und es nicht besser wissen. Es läge an uns Lehrern, das zu ändern. Aber entweder sind wir selbst damit überfordert oder das System ist zu starr und legt uns zu viele Hindernisse in den Weg. Wahrscheinlich etwas von beidem. Derweil wundern (und nerven) wir uns über immer mehr stresssymptomgeplagte Studis, die bei jeder Gelegenheit mit einem ärztlichen Attest daherkommen und nicht mehr richtig ‚funktionieren‘... Die im Artikel beschriebene Initiative (oder konstruktiv-kritischenHaltung) finde ich da durchaus sinnvoll.

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mantrid 12.06.2019, 14:24
18. Die Lehrer sind Schuld

Schlechte Schulzensuren sind das Ergebnis schlechter Lehrer, denn die Zensuren spiegeln den Lehrerfolg der Lehrer wider. Miese Zensuren bedeuten also schlcihtweg, der Lehrer hat seine Aufgabe nicht erfüllt, Wissen und Fähigkeiten an Schüler zu vermitteln. Jetzt bitte nicht über faule Schüler oder Leistungsverweigerer meckern. Wenn die etwas interessiert, dann können sie sich damit stundenlang beschäftigen, siehe WhatsApp, Gaming usw. Zeigt der Schüler kein Interesse am Unterricht, liegt es am Lehrer, der seinen Unterricht offenkundig nicht interessant genug gestaltet. Das ist wie beim Fernsehen wenn die Einschlatquote sinkt. Da liegt Frau Tressel nicht so ganz verkehrt. Allerdings liegen uns Menschen (Leistungs-) Vergleich im Blut, egal ob Sport, Klamotten, Status, Umweltverhalten oder sonst etwas. Aufgabe eines Lehrers ist es, dieses natürliche Konkurrenzdenken in Höchstleistungen umzumünzen, wobei Schüler gern entdecken dürfen, dass Teamwork Erfolge oft erleichtert, soziale Kompetenzen meistens Vorteile bringen und vermeintliche Grenzen oft nur im eigenen Kopf existieren. Für diese Aufgaben sind Lehrer zum Teil zu Bedauern, zum Teil aber zu Beneiden, weil sie jungen Menschen völlig neue Welten zugänglich machen können.

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Leser161 12.06.2019, 14:27
19. Ein Kessel Buntes

Also kein krankmachender Leistungsdruck. Ja find ich gut. Aber wieso braucht man dazu modernes Gerät (dahin führt wohl die Beschwerde über diese altmodischen Klassenräume), modernes Gerät ist doch eher für zusätzlichen Stress verantwortlich, heisst es immer. Und wieso sinkt der Stress in konventionellen Fächern wenn man zusätzliche innovative Fächer einführt? Auch frage ich mich ob "die Schulen" der richtige Adressat für hochphilosophische Fragen wie "wie wollen wir leben" sind.

Kurz: Ich bin ja immer dafür was zu verbessern. Dafür reicht es aber nicht gutklingende Halbgedanken in den Raum zu stellen und sich als Innovatorin feiern lassen zu wollen.

Ja gut wahrscheinlich gehts eh nur darum das Buch zu verkaufen.

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