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Schavan über ihre Plagiatsaffäre: "Ein irres Menschenbild"
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Unrecht sei es, war ihr widerfahren ist: Annette Schavan spricht in einem Interview mit der "Welt" über ihre Plagiatsaffäre. Auch nach ihrem Rücktritt als Bildungsministerin kämpft sie um Titel und Ehre. Ein höheres politisches Amt strebt sie aber nicht mehr an.

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123456789abc 29.12.2013, 10:26
70. Frau Schavan

Zitat von MaliMali
Nun mal ganz langsam. Wer von all denen, die hier haemische Kommentare abgeben, hat noch nie in einer Klassenarbeit/Klausur abgeschrieben oder Spicker genutzt? Wer von Ihnen hat noch nie auch nur ein klitzekleines Bisschen bei der Steuererklaerung gemogelt? Wer von Ihnen war bisher immer grundehrlich bei seinem Lebenslauf und im Vorstellungsgespraech? Liste kann beliebig fortgesetzt werden. Und wenn Sie auch bei einer Frage nur ein kleines bisschen zoegern, dann wuerde ich an Ihrer Stelle mal ganz doll den Mund halten. Und das erst recht, wenn Sie zu denen gehoeren, die keine Doktorabend geschrieben haben und keine Ahnung davon haben, wie schnell einem mal eine Quelle verloren gehen kann, erst recht in den Vor-Internet-Zeiten (ich habe uebrigens auch nur eine Diplomarbeit geschrieben, aber ich habe einen Heidenrespekt vor jedem, der sich ueber Jahre hinweg so intensiv mit einem Thema beschaeftigt und darueber auch noch zig hundert Seiten schreibt).
hat eben keine Diplomarbeit geschrieben, sondern ist gleich zur
Turbopromotion geschritten. Da sollte dann schon was wirkliches
aussergewöhnlich GUTES drin stehen, damit im Ländle und danach
ganz D für mehr als eine Dekade die Richtung der Bildungspolitik
bestimmt.

Andererseits ist der SPON auch nicht besser, wenn die Zitat bei
Fr. Schavan nicht ganz korrekt waren, wie soll man dann die
Referenz auf das Originalinterview "in der Welt" werten, d.h.
warum dürfen Journalisten so schwammig zitieren

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vincent1958 29.12.2013, 10:26
71. Es..

Zitat von katzenheld1
Frau Schavan hat im Anschluss an ihr 12-semestriges Studium 6 Jahre lang gearbeitet. Das ist weitaus mehr, als so einige Politiker vorweisen können. Und „Reichtum durch Herkunft“? Sie stammt aus einer Mittelstands-Familie, ihr Vater war kaufmännischer Angestellter und ihre Mutter Hausfrau. Die eine oder andere Eigenleistung wurde da wohl erbracht. Aber so sind sie halt, manche Insulaner, insbesondere hellenische aus einem bestimmten politischen Spektrum. Draufhauen ohne Realitätscheck.
..ist beruhigend, dass Sie die politische Tätigkeit - nach 6 Jahren "Arbeit " - dieser ehrenwerten Dame nicht als solche bezeichnet haben.
p.s übrigens sollte der Dame auch die Lehr Befugnis entzogen werden!

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owain123 29.12.2013, 10:32
72.

Zitat von katzenheld1
Den Kampf mit Rechtschreibung und Zeichensetzung haben Sie allerdings verloren, ehrlich. Macht aber nichts, Hauptsache Sie können überhaupt schreiben. Das ist (noch) die Grundvoraussetzung für eine Dissertation. Manche finden sogar das grenzwärtig, um nicht zu sagen wiederwärtig.
Hey katzenheld1 wusste nicht, dass es hier um einen Rechtschreibwettbewerb geht. Oder passt es Ihnen nicht, dass man die Frau Schavan kritisiert (besonders vor dem Hintergrund, wie sie sich über ihren Ministerkollegen Guttenberg abfällig geäußert hat)?

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rainer_daeschler 29.12.2013, 11:15
73. Direktpromotion

Zitat von elikey01
Es gab/ gibt ein paar Ausnahmen für eine Promotion ohne einen Master- bzw. Magister- oder Diplomabschluss; besonders gute Studenten konnten vor 1990 ohne vorheriges Abschlussexamen promovieren.
Man musst bei der Einschreibung einfach nur als Erstabschluss "Promotion" angeben. Das hatte Vor- und Nachteile. Einerseits ersparte man sich eine Prüfung im Haupfach, andererseits musste die Abschlussprüfung in den Nebenfächern zur Promotion ablegen. Wer sich für den Magister zuvor entschied, hatte nicht nur bereits einen Hochschulabschluss, sondern konnte sich ganz auf die Promotion konzentrieren.

Zitat von
Mit dem Entzug ihres Titels hat Frau Schavan als Abschluss lediglich noch ihr Abi vorzuweisen, was nun gewiss nicht für eine Bildungsministerin ausreicht. Deshalb sie zurücktreten, unabhängig davon, wie sie dies umdeutete.
Formal ist das unerheblich. Als Minister braucht sie nicht mal eine abgeschlossene Lehre. Ihre Untergebenen hingegen, Minsterialbeamte des höheren Dienstes, kommen ohne Studienabschluss nicht aus. [/QUOTE]

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Horst333 29.12.2013, 11:41
74. Grenzwertig

Zitat von katzenheld1
Den Kampf mit Rechtschreibung und Zeichensetzung haben Sie allerdings verloren, ehrlich. Macht aber nichts, Hauptsache Sie können überhaupt schreiben. Das ist (noch) die Grundvoraussetzung für eine Dissertation. Manche finden sogar das grenzwärtig, um nicht zu sagen wiederwärtig.
Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, sollte aufpassen, dass er nicht hinausfällt. Wie war das doch gleich, "grenzwärtig" oder "gränzwertig" oder doch "grenzwertig"? Hatten Sie eigentlich auch was zum Thema beizusteuern?

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tl-hd 29.12.2013, 12:02
75. nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich

Zitat von MaliMali
Nun mal ganz langsam. Wer von all denen, die hier haemische Kommentare abgeben, hat noch nie in einer Klassenarbeit/Klausur abgeschrieben oder Spicker genutzt?
Diese Vergleiche sind einfach nur lächerlich. Eine Doktorarbeit kann man weder mit einer Klassenarbeit noch mit einer Steuererklärung vergleichen. Der Vergleich mit der Klassenarbeit ist in etwa so, als wenn jemand, der bei einem Bankraub erwischt wurde, argumentieren würde, dass wohl jeder schon mal als Kind ein Gummibärchen geklaut habe.

Zitat von
Und das erst recht, wenn Sie zu denen gehoeren, die keine Doktorabend geschrieben haben und keine Ahnung davon haben, wie schnell einem mal eine Quelle verloren gehen kann, erst recht in den Vor-Internet-Zeiten (ich habe uebrigens auch nur eine Diplomarbeit geschrieben, aber ich habe einen Heidenrespekt vor jedem, der sich ueber Jahre hinweg so intensiv mit einem Thema beschaeftigt und darueber auch noch zig hundert Seiten schreibt).
Vor denjenigen, die das korrekt machen, dürfen Sie gerne auch weiterhin Respekt haben - wobei das nicht übertrieben werden sollte, letztlich sind Doktoren auch nur Menschen. Aber wenn nicht zu erkennen ist, was wirlich eigene Leistung ist und was Gedanken Anderer sind, dann ist das nicht akzeptabel. Vor allem, weil es in den Plagiatsaffären nicht nur um einzelne vergessene Quellenangaben geht, sondern um fehlende Quellen im großen Stil.

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tl-hd 29.12.2013, 12:19
76.

Zitat von ChaosXL
Abgesehen davon ist es bemerkenswert, dass in Deutschland zwar jede Straftat (mit Ausnahme von Mord etc.) verjährt, eine (möglicherweise) falsch Dissertation aber offenbar ein Leben lang verfolgt werden kann.
Es geht hier nicht um strafrechtliche Verfolgung. Da hat Frau Schavan nichts mehr zu befürchten. Selbst wenn ein vorsätzlicher Betrug richterlich nachgewiesen wäre und sie eine eidesstattliche Erklärung in der Dissertation abgegeben hat, ist das wohl verjährt. Aber die "Beute" eines Betrugs darf man eben nicht behalten.

Und selbst wenn es kein vorsätzlicher Betrug, sondern nur höchst unsauberes Arbeiten war (diese Unterscheidung ist wohl schwer zu fällen), hat sie den Doktortitel nicht verdient - dieser belegt schließlich die Fähigkeit zu wissenschaftlicher Arbeit, die bei Misachtung der Regeln aber nicht vorhanden ist.

Und gerade als Ministerin für Bildung und Forschung musste sie unabhängig von Verjährungsfristen zurücktreten. Ein Finanzminister, dem nach der Verjährungsfrist Steuerbetrug nachgewiesen wird, hätte vermutlich auch kaum Chancen, im Amt zu bleiben und glaubwürdig gegen Steuerhinterziehung, für Steuererhöhungen etc. zu plädieren.

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tl-hd 29.12.2013, 12:34
77.

Zitat von ChaosXL
Aber nicht mehr nach 33 Jahren. Oder glauben Sie irgendjemandem würde jetzt beispielsweise noch das Abitur aberkannt, wenn er zugeben würde, bei einer Abiturklausur vor 33 Jahren geschummelt zu haben?
Und wenn jemand nach 33 Jahren zugibt, eine Bank ausgeraubt zu haben, dann darf er die Beute behalten? Dann dürfte es im Fall des Münchener Kunstfundes auch keine Diskussionen darüber geben, die Bilder den ursprünglichen Besitzern bzw. deren Erben zurückzugeben - das ist schließlich deutlich länger als 33 Jahre her.

Aber wie ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben habe wäre Frau Schavan auch dann als Bildungsministerin untragbar, wenn es eine Verjährung gäbe. Denn dass in der Dissertation zumindest extrem unsauber gearbeitet wurde, ist ja wohl deutlich belegt. Und damit könnte ein Bildungsministerium unter Frau Schavan z.B. keine glaubwürdigen Regeln zum Thema korrektes wissenschaftliches Arbeiten mehr ausgeben.

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wauz 29.12.2013, 21:24
78. Radsport

Doping ist verboten. Alle machen Doping. Wer erwischt wird, entschuldigt sich damit, dass das doch alle machten.

Leider funktioniert das in der Wissenschaft nicht. Alle Beteiligten von damals wissen, dass diese kleinen Tricksereien angewandt wurden, und man mit einem Augenzwnkern darüber hinweg sah, wenn man es überhaupt bemerkte. Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich deutsche Professoren das Paraphrasieren als Empfehlung weitergeben hören. Da ging es allerdings um niederrangigere Studienarbeiten. Wahrscheinlich wäre das Spiel noch lange so weitergegangen, hätte nicht dieser fränkische Nichtsnutz von verzogenem Bengel aus "aus gutem Hause" nicht gemeint, er müsste für sein allerplumpestes Machwerk auch noch "Summa cum Laude" kassieren. Da hat er seinen Doktorvater schön hereingelegt, was sich bei so viel vorherigem Entgegenkommen gar nicht gehört. Jetzt ist eben die Latte deutlich höher gelegt und so mancher wird in Zukunft eben drunter durch spazieren. Was die ganze Doktorhurerei nicht besser macht. Weg mit dem Firlefanz! Anständige Forschung um der Forschung willen ist allemal mehr Wert als diese Kriecherei des Titels halber! Wenn denn je der Doktor ein wirklich ernstzunehmender Grad war, so ist er das schon lange nimmer. Für die meisten Träger war es nur ein Schmuckblatt für das Vorzimmer, Titel eben, wie Freiherr von und zu...

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bökelmann 30.12.2013, 09:42
79.

Zitat von wauz
Wenn denn je der Doktor ein wirklich ernstzunehmender Grad war, so ist er das schon lange nimmer. Für die meisten Träger war es nur ein Schmuckblatt für das Vorzimmer, Titel eben, wie Freiherr von und zu...
Und Sie können das kompetent beurteilen? LOL

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