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Schreibunterricht: Finnland schafft die Handschrift ab
DPA

Ausgerechnet Pisa-Sieger Finnland plant eine Revolution im Schreibunterricht: Die Schüler sollen ihre Texte nicht mehr mit der Hand verfassen. Deutsche Schulpraktiker und Wissenschaftler sind entsetzt.

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PerciGang 13.01.2015, 10:48
100. Schlusslich der Welt

Deutsche Pädagogen würden wohl auch wieder Sütterlin einführen, wenn man sie ließe. Hauptsache Kinder quälen. Deutschland wird sich bei dem Niveau dieser Debatte noch umschauen. Während der Rest der Welt die existierenden technischen Möglichkeiten nutzt, die Schulbücher abschafft und Tablets, statt Hefte im Unterricht einsetzt, diskutieren wir Sinn und Unsinn der Schreibschrift. Die Milliardeninvestitionen, die für die notwendigen Reformen bevorstehen (Erstellung einer entsprechenden Infrastruktur an Schulen, Ausbau der Netze, usw.), werden jeden Länderhaushalt sprengen und das föderale Schulsystem an sich in Frage stellen. Das sind die eigentlichen Megathemen. Denn damit sollten wir uns langsam abfinden: Menschen mit einer lesbaren Handschrift wird man in Zukunft wohl als Künstler bezeichnen.

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oswin82 13.01.2015, 10:49
101. An die leute die neu im Neuland sind.

Buchstaben sind Symbole und können nach erlernen ihrer Zusammensetzung leicht per Hand auf ein Blattpapier nachgemalt werden. Wer weiß das ein A ein A ist wird das A auch malen können ohne es gelernt zuhaben. Einen runden Kries mit Strahlen können die Knirpse ja auch nachmalen ohne 4 Jahre Schule dafür zu büffeln , also werden so wohl auch ein O oder Q hinbekommen.

Bleibt nur zusagen kommt endlich aus eurer Altenwelt raus .

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gemüsepeter 13.01.2015, 10:56
102.

Die Umfrage ist Blödsinn. Natürlich sollten Schüler auch in Zukunft noch ohne Tastatur oder Spracherkennung schreiben können, aber muss es wirklich die verbundene Schreibschrift sein? Ich würde sagen, nein.

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Gottenolm 13.01.2015, 10:57
103. Genau lesen!

Im Artikel ist die Rede vom anschaffen der Schreibschrift. Es wird nach wie vor das handschriftliche schreiben in Druckschrift gelehrt. Wie blöd muss man sein, anzunehmen, dass die Finnen in zukunft nicht mehr per Hand schreiben können!?

Das Abschaffend er Schreibschrift befürworte ich voll und ganz. Es ist doch völlig sinnfrei, dass den Kindern erst Druckschrift und dann Schreibschrift gelehrt wird, nur um dann in den Hochschulen wieder auf 80% Druckschrift Zu wechseln.

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Nania 13.01.2015, 11:12
104.

Zitat von aladar_m
Zum Tippen auf (virtuellen) Tastaturen: Eine große Zahl der Computerbenutzer wird das 10-Finger-System nicht erlernt haben. Trotzdem sind sie in der Lage, Texte per Computer zu verfassen (ich schreibe mit 2-4 Fingern). Schnellschreibwettwerbe mal ausgenommen, die allermeisten werden sich für ihre Belange eine angemessene Tippweise erarbeitet haben. Im Normalfall wird das Tempo beim Texteschreiben nämlich nicht durch die Geschwindigkeit des Eintippens, sondern das Durchdenken dessen, was man schreibt, bestimmt. Möglicherweise erklärt sich aber ein Teil des undurchdachten Gelabers an allen Ecken und Enden dadurch, dass die Leute so schnell schreiben können, dass sie nicht schnell genug mitdenken können?
Es ist auch möglich einen Text mit dem Computer zu verfassen und lediglich einen Finger zu benutzen.
Der Unterschied zwischen den allermeisten 2-bis-4-Finger-Systemen und dem 10-Finger-System ist und bleibt die Geschwindigkeit. Schauen Sie mal jemandem zu, der mit zehn Fingern auf der Tastatur schreibt. Der kann seine Gedanken in der Regel sofort in Text umsetzten, während jemand, der weniger Finger nutzt häufig viel, viel langsamer ist, auch wenn er genauso schnell denkt wie derjenige, der alle zehn Finger benutzt.
Ihr Satz "Im Normalfall wird das Tempo beim Texteschreiben nämlich nicht durch die Geschwindigkeit des Eintippens, sondern das Durchdenken dessen, was man schreibt, bestimmt" ist schlicht nicht wahr.
Die Geschwindigkeit des Eintippens richtet sich in den meisten Fällen nach der Geschwindigkeit des Tippens. Das man langsamer wird wenn man denkt, stimmt zwar, gilt aber gleichermaßen für das 10-Finger-, als auch für das 2-bis-4-Finger-System.

Leute, die mit so wenigen Fingern schreiben, suchen auch meist noch nach zehn Jahren das "E" und die Umschalttaste auf der Tastatur.
Weiterhin ist es so, dass beispielsweise beim Abtippen von Texten die Geschwindigkeit des Tippens das A und O ist. Fragen Sie da mal SekretärInnen.
Schließlich muss ich auch sagen, dass ich beim Schreiben von Hausarbeiten in der Uni und auch beim Schreiben längerer Texte im Alltag massiv davon profitiert habe, mit allen zehn Fingern schreiben zu können. Das spart nämlich massiv (!) Zeit.

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annnna 13.01.2015, 11:13
105. Missverständlicher Artikel

Es geht hierbei um die Schreibschrift und nicht um die Handschrift generell. In Finnland wird immernoch das handschriftliche Schreiben vermittelt, jedoch werden die Kinder nicht mehr gezwungen ab dem dritten Schuljahr in Schreibschrift zu schreiben. Für viele Kinder , die schon beim normalen Schriftspracherwerb und dem Erwerb der Druckschrift Schwierigkeiten haben, stellt der Erwerb der Schreibschrift eine große Hürde da, die die letzte Motivation und Anstrengungsbereitschaft überstrapaziert.
Und wenn man ehrlich ist... Wer schreibt denn in der fünften Klasse noch Schreibschrift? Da kommen die meisten Schüler wieder zurück zur Druckschrift und dem Lehrer ist es ganz egal wie der Schüler schreibt, da es ab da auf den Inhalt ankommt!

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annnna 13.01.2015, 11:15
106. Abstimmung anpassen

Außerdem sollte die Abstimmung angepasst werden:

Lehren von Schreibschrift und Druckschrift

Vs.

Lehren von Druckschrift und Fokus auf neue Medien

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Pless1 13.01.2015, 11:17
107. Das ist doch noch gar nichts!

Zitat von
Ich benutze schon seit 40 Jahren Computer und tippe schneller als ich sprechen kann.
Wenn man das Forum von SPON regelmäßig liest stellt man fest, dass zahlreiche Menschen sogar schneller tippen als sie denken können...

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soehl-karl 13.01.2015, 11:18
108. In Zeiten des Wandels ....

werden die Lernenden bestehen, während die Erfahrenen bestens gerüstet sind für eine Welt, die es nicht mehr gibt.
Dieses Zitat von E.Hofer spiegelt die Argumente der zitierten traditionellen Schreibdidaktiker. Wann endlich nehmen diese Urgesteine der Pädagogik wahr, was die schreibmotorische Forschung in Deutschland und Europa an Erkenntnissen aufzeigt. Wer die Schreibmisere beklagt, sollte auch einmal kritisch darüber nachdenken, ob nicht eine der traditionellen Ausgangsschriften dafür verantwortlich ist.
Carlo

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brucewillisdoesit 13.01.2015, 11:27
109.

Zitat von noalk
Wir haben in den 1960ern noch das Fach "Schönschreiben" gehabt. Aber das wurde später für überflüssig gehalten und abgeschafft. Die Folge: Die Schüler haben zunehmend Probleme mit der Handschrift.
Wer braucht bitte Schönschrift ? Jetzt mal ernsthaft ? Vielleicht noch Sütterlin ?Wir könnten auch Osmanisch Einführen, ist gerade groß in Mode. Ich meine Schönschreibung ist ja ok, wenn man die Schulzeit nicht mit sinnvolleren Sachen füllen kann, wie in den 60ern aber das Problem haben wir ja wohl gegenwärtig eher weniger.
Handschriftliches Schreiben ist sicherlich nützlich für schnelle kurze Notizen, oder wenn man mal gerade kein Keyboard zur Hand hat, was inzwischen dank Smartphone aber doch wohl kaum der Fall ist. Ansonsten ist es praktisch nutzlos. Wer argumentiert er müssen zum lernen etwas schreiben, hat ein anderes Problem. Insbesondere wenn er das ann noch Flux für alle Menschen verallgemeinert.
Das Schreiben mit der Hand, gerade längerer Texte ist alles mögliche, aber nicht gerade effizient. Und dann muß das nachträglich auch noch digitlisiert werden und die OCR zickt vermutlich bei dem Gekrakel rum, also auch noch abtippen.
An diesem Artikel und den Forenposts wird aber eines wunderschön deutlich: es kommt irgendwo zu einer Innovation (zugegeben, in diesem Fall zu einem für anders aufgewachsene Menschen zu einer scheinbar recht drastischen): wie reagieren Menschein in D ? Grundsätzliche Ablehnung. Neu ? Ne ... das geht nicht .. haben wir schon immer so gemacht, ist also gut so wie es ist. Das ist ein ganz charakterstisches Verhalten, welches sich auf praktisch allle Lebensbereiche in D erstreckt. Fraglos ist nicht jede Innovation auch wirklich gut oder sinnvoll, nur das diese grundsätzliche Innovationsfeindlichkeit ist ein absolut ernsthaftes Problem für die mittelsfristige Sicherung des Lebensstandards der Bevölkerung darstellt, scheinen nur Wenige verstehen zu wollen. Bildung ? Super ! Innovation ? Nee, lieber nicht. Sorry, das passt nicht zusammen.

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